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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-25907
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2590/


Der Bart : Zur Kulturgeschichte des Bartes von der Antike bis zur Gegenwart

The Beard : To the cultural history of the beard from the ancient world up to the present time

Wietig, Christina

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SWD-Schlagwörter: Kunst und Gesellschaft
Freie Schlagwörter (Deutsch): Bart , Mode , Ästhetik , Kommunikartion
Freie Schlagwörter (Englisch): Beard , Bodystyling
Basisklassifikation: 73.86
Institut: Chemie
DDC-Sachgruppe: Künste, Bildende Kunst allgemein
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kerscher, Martina (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.07.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 12.10.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Der Bart als phylogenetischer Restbestand unserer ehemaligen Vollbehaarung stellt evolutionär betrachtet eine spezialisierte Form der Körperbedeckung dar und signalisiert klaren Sexualdimorphismus.
Als Symbol der Lebenskraft durch sein immerwährendes Wachstum und als optisches Zeichen der Fortpflanzungsfähigkeit wurde der Bart für die visuelle Kommunikation instrumentalisiert und zum exponierten Kultsignal. Der Zweck dieser Körperveränderung war und ist, den Naturzustand in eine idealisierte Überrealität zu transformieren, um soziales Ansehen zu erlangen. Die bewußte Formgebung eines Bartes ist deswegen Ausdruck einer kulturellen Überhöhung und somit Bestandteil des jeweiligen mentalen Körperbildes. Darum wurden Bärte geschnitten, geformt, gedreht, geflochten, gefärbt, gelockt, geölt, parfümiert, mit Goldstaub und selbst mit Goldfäden und Ersatzhaar ergänzt. Die Ausbildung von Rangordnungen und Gruppenzugehörigkeiten war die Folge.
Die Kulturgeschichte der Völker zeugt ubiquitär von der Faszination, die Bärte ausübten und auch heute ausüben.
Das Kultsignal des heiligen, göttlich omnipotenten Bartes wandelt sich im Lauf der Zeit körperbildästhetisch zum virilen kulturkreisabhängigen Individualausdruck. Die dadurch oder dafür ausgegrenzte Materialbasis soll dieses belegen. Einschränkend wird in der vorliegenden Ausarbeitung der Versuch unternommen, schwerpunktmäßig den Kommunikationswert der Bartgestaltung im europäischen Weltbildkontext, basierend auf antiker Überlieferung, interdisziplinär evolutions-, religions-, kunsttheoretisch und modesoziologisch zu analysieren und zu kommentieren, um bisher vernachlässigte Querverbindungen aufzuzeigen. Die Unvollständigkeit liegt in der Komplexität des Phänomens begründet.
Das Phänomen Bart wurde bisher in der Literatur kulturhistorisch dokumentiert, aber wissenschaftstheoretisch in seiner Gesamtheit vernachlässigt, obwohl der Bart modesoziologisch und in neuerer Zeit soziopsychologisch eine erhebliche Rolle für die Kommunikation spielt. Ein Grund dafür mag unter anderem das dem Bart phänomenologisch Individuell-Subjektiv-Anhaftende sein, das der objektivierenden Verifikation wissenschaftlicher Methodik erschwerend im Wege steht. Der Bart stellt eine Sonderform für modesoziologische Fragestellungen dar, weil er Bestandteil des mentalen Körperbildes ist, das seinen Träger sowohl körpersprachlich als auch visuell vorstellt.
Der Bart als Symbol für genuine Virilität, als Zeichen der Dominanz, politischer Gesinnung und Individualität stellt weiterhin ein sich ständig im modischen Wandel befindliches Bekenntnis am Schnittpunkt zwischen seelischem Körperbewusstsein und gefordertem konventionellen Öffentlichkeitsbildnis dar. Demzufolge entsprechen Bartmoden dem jeweils zugestandenen Spielraum für den Einzelnen im Zivilisationsprozeß.
Ebenso belegt die Fülle der gegenwärtigen identitätsstiftenden Bartinszenierungen der Individualisten deutlich das Bedürfnis der Selbstdarstellung in der modernen Massengesellschaft.
Die Entwicklungsgeschichte der Stilepochen führt diesbezüglich sinnfällig den immerwährenden Wandel der unterschiedlichen Erscheinungsbilder des jeweiligen Bartbewusstseins vor Augen und bestätigt damit als modisches Phänomen die geistesgeschichtliche Entwicklung des Menschen.
Durch die rasante technische Entwicklung, bezogen auf den gegenwärtigen medizinisch-biologisch-physikalisch-psychologisch-philosophisch-kunsttheoretisch-ethischen Diskurs über die Mensch-Maschine, wird sich das Bild vom Körper ändern und somit auch das Bartbewußtsein. Der Bart symbolisiert bisher den fortpflanzungsfähigen, gesunden Mann. In Zukunft jedoch wird die Bartoptik nur noch davon losgelöst für die virtuelle Mustererkennung von spielerischem Wert sein.
Kurzfassung auf Englisch: The beard as part of phylogenetic remaining of our anterior completely hair-garment presents evolutionary a specialized form of body-covering and indicates unambiguously sexuell dimorphism.
As symbol of vitality by constantly growth and as an optical indication of sexual ability for the reproduction, the beard gained in importance for visual communication and elevated for an exposed cultural signal. The purpose of corporally changing has been and still is, to transform the natural status quo into idealized surreality for gain social reputation. The conscious beard-styling therefore is an expression of cultural revaluation increase in value and regarding this, part of the mental body-image at any time. Therefore beards were skilful styled, oiled, perfumed and supplemented with golden dust, golden strings and hairy substitutes. This development resulted formation of order of social ranks and different groups of membership. The history of civilization gives evidence of the fascination, which causes beards by peoples all over the world.

From the aesthetical point of view in time the body-sign beard, the holy symbol of divine omnipotency, changes into an individual virile expression depending on the cultural environment. Therefore the differentiated dividing source research shall give evidence. Restricted to this presented elaboration the attempt will be done, to analyse and comment on main focusly the value of communication of beard-styling, concerning European conception of the world, based on the classical antiquity, considering interdisciplinary evolutionary, religious, visual arts referenced and fashionsociological theories, to prove neglected cross references up to now. The complexity of this phenomenon causes unavoidable incompleteness.

In the past the phenomenon beard has been documented in cultural history, but has been scientificly disregarded in its totality, though the beard currently fashionsociological and sociopsychological plays an influential role within communication. One reason may be, that the beard is attached with individual-subjective, which hinders the objectively verification of common scientific method. The beard represents an exceptional feature concerning innovative fashionsociological questions, because being part of the mental body-image, which presents his representative simultaneous as well as corporally and visually.

The beard as symbol of genuine virility, of dominance, of a political-minded person and individuality presents furthermore a permanent in changing situated confession to the focal point between mental body-consciousness and demanded conventional public-image. Resulting this, beard-fashions are only in accordance with the respective given room to move for individuals in the process of civilization. As well proves the plurality current identity donating beard-imagery of individualists the desire of self-conscious expostion within the modern mass-society. The history of the epochal development of visual arts verifies relating to this perpetual change of the different appearances of the special beard-consciousness and confirms the fashionable phenomenon as human mental evolution.
An appointed statistical verification testifies the relevance of the actual importance of the beard as fashionable bodysignal to communication.

By the technical development, lining the current medical-biological-physical-psychological-philosophical-arttheoretical-ethical discourse of the human-machine, the body-image will be changed and also the beard-consciousness. Till now the beard symbolized the ability of reproduction of a healthy man. In future however beard-optics will be given only playful value isolated from thereby for the virtual pattern-identification.

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