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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-28757
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2875/


Sprachregeln und Idiolekte : Plädoyer für einen normativistischen Individualismus

Language Rules and Idiolects

Tielmann, Christian

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SWD-Schlagwörter: Analytische Philosophie , Sprachphilosophie , Wittgenstein, Ludwig , Davidson, Donald <Philosoph> , Dummett, Michael A. E. , Regelverstoß , Regel
Basisklassifikation: 08.34
Institut: Philosophie und Geschichtswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Philosophie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Künne, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.12.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 24.04.2006
Kurzfassung auf Deutsch: In meiner Dissertation vertrete ich die folgenden beiden Thesen:

1.) Normativitätsthese: Das In-Kraft-Sein von Regeln ist eine notwendige Bedingung für gelingende sprachliche Kommunikation.

2.) Idiolektthese: Eine Theorie, die die notwendigen Bedingungen für gelingende sprachliche Kommunikation beschreibt, muss den Idiolekt (und nicht die Gemeinsprache) als explanatorisch primär behandeln.

Beide Thesen werden von zwei verschiedenen philosophischen Lagern kontrovers diskutiert: Gegen die erste These läuft Donald Davidson Sturm, während er die zweite für wahr hält. Michael Dummett hingegen hält die erste These für wahr und die zweite für falsch.
Ich plädiere in dieser Arbeit für eine Mittelposition, die ich als „normativistischen Individualismus“ bezeichne, und die beide These für wahr hält. Der normativistische Individualismus vermittelt allerdings nicht zwischen Dummett und Davidson, sondern stellt sich als eine eigenständige Position dar, die ich sowohl gegen Davidsons Kritik an der Normativitätsthese, als auch gegen Dummetts Kritik an der Idiolektthese verteidige.
In einem ersten Schritt versuche ich möglichst genau zu sagen, was ich unter einer Sprachregel und unter dem In-Kraft-Sein derselben verstehe. Diese Überlegungen münden in eine Definition des In-Kraft-Seins von Sprachregeln.
In einem zweiten Schritt erprobe ich die Brauchbarkeit dieser Definition, indem ich sie mit möglichst scharfer Kritik (v.a. von Quine) konfrontiere.
In einem dritten Schritt versuche ich die Frage zu klären, in welche Kategorie Regeln gehören. (Sind Regeln Sätze? Sind sie Bedeutungen von Sätzen? Oder noch etwas anderes?)
Mit diesen Überlegungen zum In-Kraft-Sein von Regeln im Rücken betrachte ich in einem vierten Schritt die Kontroverse zwischen Dummett und Davidson über die Frage, ob der Idiolekt des Sprechers oder die Gemeinsprache systematisch an erste Stelle stehen sollte, neu. Dabei zeigt sich, dass zwar Öffentlichkeit nicht aber Gemeinschaftlichkeit im Zeichengebrauch eine notwendige Bedingung für gelingende sprachliche Kommunikation ist. Kurz gesagt: Man muss nicht selbst „Brumm-brumm“ zu Autos sagen, um ein Kind verstehen zu können, das mit diesem Ausdruck auf ein Auto Bezug nimmt. Aber es müssen im Idiolekt des Kindes Regeln in Kraft sein: Wenn „Brumm-brumm“ in jedweder Gesprächssituation alles Mögliche „bedeuten“ kann, sodass es den Hörern prinzipiell nicht mehr möglich ist, korrekten von inkorrektem Gebrauch des Ausdrucks zu unterscheiden, verliert der Ausdruck seine Bedeutung.


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