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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-36028
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/3602/


Englisch als Lingua Franca in der wissenschaftlichen Lehre : Charakteristika und Herausforderungen englischsprachiger Masterstudiengänge in Deutschland

English as a Lingua Franca in tertiary teaching : characteristics and challenges of English-language-taught master programs in Germany

Soltau, Anja

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SWD-Schlagwörter: Lingua Franca , Englisch , Internationalisierung , Non-native speaker , Interkulturelles Lernen , Hochschulunterricht , Sprachvariante
Freie Schlagwörter (Deutsch): ELF, internationale Studiengänge , Hochschulinternationalisierung , fremdsprachige Lehre
Freie Schlagwörter (Englisch): English as Lingua Franca , international curriculum , international classroom , English-medium instruction
Basisklassifikation: 17.23
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Englisch
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: House, Juliane (Prof. Dr. Dr. h.c.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.02.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 18.03.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die Dissertationsschrift ist fachübergreifend zwischen der Varietäten-Linguistik (Englisch als Lingua Franca), der Sprachlehrforschung (didaktische Maßnahmen im Rahmen englischsprachiger Hochschullehre) und der Hochschulforschung, speziell der Hochschulinternationalisierung, angelegt. Hinsichtlich des letztgenannten Themengebiets liegt der Schwerpunkt auf der Internationalisierung von Curricula, wobei die Ausprägung des Einsatzes einer Fremdsprache als allgemeine Unterrichtssprache detailliert untersucht wird. In diesem Kontext wird außerdem die Frage nach den Einflussfaktoren der internationalen Studierendenmobilität aufgegriffen.

Die Arbeit ist aufgeteilt in eine Aufarbeitung der bislang vorgenommenen wissenschaftlichen Untersuchungen sowie eine eigene empirische Analyse englischsprachiger Masterstudiengänge in Deutschland. Im empirischen Teil wird unterschieden zwischen einer Makrostudie zu sprachlichen Zulassungskriterien englischsprachiger Masterprogramme deutscher Hochschulen und zwei Mikrostudien, letztere basierend auf einer umfassenden Datenerhebung unter Zuhilfenahme von Fragebögen, Interviews und Unterrichtsbeobachtungen bzw. -aufnahmen. Die Mikrostudien untersuchen sprachliche Hintergründe und Herausforderungen eines regulären Unterrichtsablaufs englischsprachiger Masterstudiengänge im deutschen Hochschulkontext. Um Rückschlüsse auf fachliche Einflussfaktoren ziehen zu können, wurden ein Managementprogramm (VWL, BWL) und ein ingenieurwissenschaftliches Programm gewählt. Die Wahl dieser Disziplinen und der Studienphase (Master anstelle von Bachelor) ist konform mit ihrer Repräsentativität in Europa und Deutschland, da u.a. Maiworm & Wächter (2002, 2003) festgestellt haben, dass innerhalb der englischsprachigen Studiengänge in Europa die Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften auf Masterniveau die mit Abstand größte Gruppe darstellen.

Aufgrund der Neuartigkeit des Untersuchungsgegenstands wurden insgesamt zwölf Forschungsfragen formuliert, die im fünften Kapitel der Arbeit zusammenfassend beantwortet und mit Empfehlungen flankiert werden. Hinsichtlich der Makrostudie zur Formulierung sprachlicher Zulassungskriterien in englischsprachigen Masterstudiengängen wurde an den ca. 100 untersuchten deutschen Hochschulen festgestellt, dass aufgrund fehlender Rahmenordnungen bis dato eher ein Experimentierfeld denn ein reflektierter Umgang mit diesem Themenfeld zu verzeichnen ist. Im besten Fall wird von den Homepages z.B. US-amerikanischer Universitäten kopiert, aber auch hier ist zu kritisieren, dass die Verwendung von Englisch als Lingua Franca in einem sogenannten „International Classroom“ an nicht-anglophonen europäischen Universitäten nur begrenzt vergleichbar ist mit dem sprachlich-interkulturellen Unterrichtskontext anglophoner Hochschulen. Zu diesem Aspekt werden ein sehr viel reflektierteres und v.a. evaluierendes Vorgehen sowie die Einrichtung entsprechender Schulungsmaßnahmen und Diskussionsforen auf nationaler wie europäischer Ebene empfohlen.

Die Auswertung der Mikrostudien zeigt aus sprachlicher Perspektive insgesamt, dass in den untersuchten Studiengängen keine unmittelbaren Qualitätsrisiken drohen, wobei sowohl bei der Gruppe der Studierenden im Managementprogramm als auch bei der Gruppe der Dozenten im ingenieurwissenschaftlichen Programm sprachliche Optimierungen empfohlen werden. Dies führt zu einem praxisorientierten Empfehlungskatalog, der berücksichtigt, dass speziell in ein- bis eineinhalbjährigen Masterprogrammen wenig Zeit für umfangreiche Schulungsmaßnahmen zur Verfügung steht. Die Ergebnisse zeigen außerdem eine notwendige fachliche Abstufung sprachlicher Verbesserungsinstrumente. Des Weiteren wird in den Empfehlungen unterschieden zwischen Maßnahmen, welche die gesamte Hochschule betreffen können und sollten und solchen, die programmspezifisch in Form von schriftlichen Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeit empfiehlt abschließend vor dem Hintergrund des theoretischen Teils eine Verschiebung der politischen Diskussion hin zur Akzeptanz der Realität englischsprachiger Hochschullehre, so dass neben den Bemühungen um einen Statuserhalt des Deutschen als Wissenschaftssprache auch qualitative Aspekte des Gebrauchs von Englisch in der wissenschaftlichen Lehre in den Fokus rücken sollten.
Kurzfassung auf Englisch: This interdisciplinary PhD thesis is to be located between variety linguistics (English as a Lingua Franca), applied linguistics (didactic recommendations in the context of English-medium instruction on tertiary level), and internationalisation of higher education. Within the latter, the focus lies on the internationalisation of the curriculum and the use of a foreign language as the general language of instruction.

The thesis is composed of an overview of theoretical backgrounds and similar empirical investigations in other countries and an own empirical field work on English-language-taught master programs in Germany. The empirical study is subdivided into a macro-study dealing with language-based admission requirements of English-language-taught master programs at German universities and two micro-studies which are based on extensive data collection comprising questionnaires, interviews, lecture observations and recordings. The micro-studies analyse language-based backgrounds and challenges of actual lecture situations in English-language-taught master programs in German higher education. In order to assess potential discipline-based factors, it was decided to investigate a management (business and economics) and an engineering program. By choosing these scientific disciplines on the graduate rather than the undergraduate level, it is ensured that the most representative type of English-language-taught degree programs in Germany and Europe is being treated (see Europe-wide study by Maiworm & Wächter 2002, 2003).

Due to the fact that for the German context no comparable study has yet been realised, altogether twelve core questions have been formulated that are answered together with a variety of recommendations in chapter five of the thesis. With regard to the macro-study about language-based admission requirements for English-language-taught master programs the results of the approximately 100 consulted higher education institutions show that due to the fact that for the given foreign language context there are currently no official test score papers available, admission requirements appear to be formulated rather arbitrarily. At best, English-language requirements are copied from e.g. US higher education institutions, but even this is to be criticised since the use of English as a Lingua Franca in a so-called International Classroom at European universities in non-English-speaking countries is not to be compared with the linguistic-intercultural teaching situation at universities in English-speaking countries. In this context, the study recommends a much more reflective and – most important – evaluative procedure as well as the establishment of respective training courses and discussion platforms on national and European level.

The results of the micro-studies show that from a linguistic perspective both study programs show no immediate signs of considerable qualitative risks although both the group of the students in the management program and the group of lecturers in the engineering program are recommended to be open for linguistic improvements. Thus, a very practically oriented catalogue of recommendations is being formulated, taking into consideration that especially in rather short master programs of 12 to 18 months there is limited time for extensive training measures. Furthermore, the results demonstrate a necessary differentiation with regard to the academic discipline of the program and its general position within the higher education institution, i.e. whether there is an institution-wide strategy with regard to English-language instruction or whether such programs are treated on a faculty-based level and are thus to be treated in a rather isolated way. Against the background of the theoretical part of the thesis, it is finally recommended to shift the current discussion in Germany about the potential decline of the German language in the scientific community as a result of the growing dominance of English in this domain to the question of quality issues in English-medium instruction at German universities, which is no longer to be treated as a dangerous threat but as a reality that has to be tackled and to be investigated linguistically.

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