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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-40896
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4089/


Kultur als Kriminalität und Krankheit - Zur Dekulturation der Lebensführung von Opiatkonsumenten

Kamphausen, Gerrit

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SWD-Schlagwörter: Opium , Heroin , Kultur , Kriminalität , Drogenkriminalität , Krankheit , Sucht , Drogenabhängigkeit
Freie Schlagwörter (Deutsch): Dekulturation , Drogenkultur
Freie Schlagwörter (Englisch): opium , heroin , deculturation
Basisklassifikation: 71.65 , 71.50
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Scheerer, Sebastian (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.11.2008
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 08.04.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die Arbeit befasst sich mit der Kultur- und Kriminalsoziologie des Opiumgebrauchs und beinhaltet eine kritische Analyse von Drogendiskursen und -politik im 20. Jahrhundert. Max Webers begriffliches Handwerkszeug, welches in Anlehnung an H. P. Thurn (1986) um eine Definition von Dekulturation erweitert wird, bildet die Grundlage der vorliegenden Analyse des Umgangs mit Opiaten. Dabei steht die Wirkung von ‚Unwertideen’ auf Formen der Drogenkultur und der Lebensführung der Konsumenten im Vordergrund.
Grundlegend werden zunächst einige allgemeine Opiumthemen exemplarisch behandelt. Das sind die Klassiker unter den Themen der Kulturgeschichte des Opiums: die Medizingeschichte der Opiate, der Laudanumkonsum der englischen Romantiker, die Opiumkritik nach Karl Marx und Friedrich Engels und letztlich der britisch-indisch-chinesische Opiumhandel samt diverser Kriege.
Daran schließt die Untersuchung der dekulturativen Wirkung von Modernisierungs- bzw. Vergesellschaftungsprozessen und der Kriminalisierung der Opiate auf die Lebensführung von Opiatkonsumenten an. Dazu wird das kultursoziologische Instrumentarium mit Grundlagen der Kriminalsoziologie und der bisherigen Opiatforschung abgeglichen. Die Untersuchung zeigt, dass sowohl der massenhafte Vertrieb von Drogen als modernen Konsumgütern wie auch das Totalverbot des Genusskonsums nicht geeignet sind, zu einem kulturell integrierten und damit möglichst schadfreien Drogengebrauch beizutragen.
Um diese Analyse auf eine breitere Grundlage zu stellen, werden in je einem Kapitel die kultursoziologischen Grundlagen der medizinischen und der legalistischen Sichtweise aufgezeigt und zur Kritik an den gängigen Ansätzen zur Lösung des so genannten ‚Drogenproblems’ verwendet.
Schließlich werden alle Argumentationsstränge in der Betrachtung einer konkreten Sache zusammengeführt: das Rauchopium ist ein Kulturgut, dessen legaler, wohl aber stark kontrollierter Vertrieb und Konsum die Grundlage eines kulturell integrierten und damit für die Gesellschaft und den Einzelnen möglichst schadfreien Opiatgebrauchs zu Genusszwecken darstellen könnte.

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