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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-46650
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4665/


IMPERCEPTIBLE POLITICS RETHINKING RADIKAL POLITICS OF MIGRATION AND PRECARITY TODAY

Politiken der Unwahrnehmbarkeit. Radikale Politiken der Migration und Prekarität heute

Tsianios, Vassilios

Originalveröffentlichung: (2007) Papadopoulos, D. & Tsianos, V. (2007). How to do sovereignity without People? The subjectles conditions of postliberal Power. Boundary 2, 34, (1), 135-172. Transit Migration Forschungsgruppe (Hrsg.) (2007): Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas. Bielefeld. Tsianos, Vassilis/Papadopoulos, Dimitris (2006): Precarity: A Savage Journey to the Heart of embodied Capitalism, in: http://precariousunderstanding.blogsome.com/
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Basisklassifikation: 70.02
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Pieper, Marianne (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.07.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 19.08.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Radikale Politiken der Mobilität werden in der Regel im Rahmen der postcolonial studies (Bahba, Gilroy), der Kosmopolitismus (Beck, Appaduray) oder Globalisierungsstudies (Sassen, Ong) entweder als heroisierte Agencyträger einer diffus konzipierten Subalternität der Globalisierung von unten, oder im Rahmen der mainstrem sozialwissenschaftlichen Theoriebildung als mikropolitische Formen oder Träger des Sozialen Wandels bzw. als Prozesse sozialer Transformation (Elias, Bourdieu) verstanden. Andere wiederum verstehen sie zeitdiagnostisch als prekäre Metapher einer flüchtigen Moderne, die so Bauman mit neoliberalen Formen einer post-panoptischen Macht korrespondieren, oder komplexitätstheoretisch als globale Liquide (fluids), in denen alle Mobilitätsformen, so John Urry, von Tourismus bis transnationalen Terrorismus neben einander existieren.
Das Innovative meiner Arbeit besteht darin, mit der Figur der Imperceptibel Politics, eine sozialwissenschaftliche Konzeptualisierung sozialer Transformation zu entwickeln, in der die omnipräsente Kategorie der Mobilität dekonstruiert wird. Ihr neoliberal anmutender, zeitdiagnostischer Impetus wird mit jenen neuen, konstitutiv für die gegenwärtige Transformation, Wirkungsfelder der transnationalen Migration und der prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse kontrastiert. Um diese These zu veranschaulichen, erscheint es mir notwendig, Prekarität bzw. Migration als eine spezifische Form politischer Artikulation zu konzeptualisieren. Wenn ich von Autonomie der Migration rede, oder von dem Excess an Soziabilität der verkörperten Erfahrung der Prekarität, dann plädiere ich damit nicht für eine von sozialen und ökonomischen Strukturen losgelöste Betrachtung von Migrationen oder deregulierte entgarantierete Arbeitsverhältnisse. Vielmehr geht es zunächst darum, eine andere Perspektive einzunehmen, eine andere Optik mit Haraway, und die Transformation der Gegenwart, die Transformation von Souveränität als Effekt globaler migrantischer Praktiken und Subjektivierungsweisen in der Prekarität zu denken, die die Grundlagen, auf denen Souveränität bislang funktionierte, tendenziell unterlaufen. Hirschmans (1970) politische Theorie, welche mit den drei Optionen Voice, Loyality und Exit hantiert, ermöglicht zwar die Flucht, den Exodus, die Mobilität, als zusätzliche und legitime Form des Politischen zu denken, sieht aber Migration selbst als individuelle Strategie, und nicht als politische Artikulation sozialer Kämpfe.
Wie aber könnte man den Exodus aus den Zonen des Elends, die transnationale Migration, den Exodus von fordistischen Normalarbeitsverhälltnisse, als politische Artikulation bzw. als soziale Kämpfe konzipieren? Wie kann man die Produktivität dieser im Alltag stattfindenden Flucht und ihre relative Unsichtbarkeit, Unrepräsentierbarkeit verstehen? Und vor allem auf welche Weise werden sie kontrolliert und regierbar? Diese Frage habe ich versucht zu beantworten, in dem ich die Transformation der Souveranität im Verhälltnis zur Kontrolle der Flucht rekonstruiert habe.
Kurzfassung auf Englisch: This Dissertation is about social change. Or better, it is about social changes which are propelled by seemingly insignificant events of social life: when one
undoes a standardised account of her life-story beyond given representations;when one works twelve hours per day and is paid for three; when one crosses the Mediterranean in a fishing boat. Contemporary discussions of social and
political transformation – discussions taking place both in public discourse as well as in social theory – grant such incidents little relevance. These everyday experiences do not refer to a grand narrative of social change, nor are these events identifiable elements of broader, unified social movements. This Dissertation argues that the forces of change today can be traced in, and hinge on, these imperceptible everyday events of social life. But because of their seeming insignificance, they are easily overlooked.
Imperceptible politics is the term I employ to describe a mode of social change which is simultaneously elusive and forceful enough to challenge the contemporary regimes of control in the societies of the Global North Atlantic.
The Dissertation considers how imperceptible politics arise and operate in the field of contemporary politics of Migration and Precarity.

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