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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-47742
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4774/


Architektur nationaler Tradition in der frühen DDR (1950-1955). Zwischen ideologischen Vorgaben und künstlerischer Eigenständigkeit.

Kirchner, Jörg

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SWD-Schlagwörter: Architektur , Deutschland <DDR> , Architekturgeschichtsschreibung , Henselmann, Hermann (Architekt) , Rostock / Lange Straße , Berlin / Karl-Marx-Alle
Basisklassifikation: 56.62 , 21.79
Institut: Kulturgeschichte und Kulturkunde
DDC-Sachgruppe: Architektur
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wagner, Monika (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.07.2009
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 21.09.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Unter der Bezeichnung Architektur nationaler Tradition bildete sich von 1950 bis 1955 eine Baukunst heraus, die das offizielle Baugeschehen in der frühen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bestimmte. Die Frage nach den Werten und Errungenschaften der deutschen Nation spielte seit der Staatsgründung eine zentrale Rolle. Auf dem Gebiet der Baukunst war es die Architektur nationaler Tradition, die angesichts der deutschen Teilung und unter den Bedingungen des Kalten Krieges den Anspruch unterstreichen sollte, dass es die DDR sei, die für die ganze deutsche Nation stehe.

In einer Diskursanalyse untersucht die vorliegende Arbeit, auf welche Weise Architekten und Baufunktionäre die ideologische Forderung nach einer nationalen und fortschrittlichen Architektur in die Tat umsetzten, welche Mittel und Strategien sie wählten, welche Wege und Umwege sie einschlugen. Zu beobachten ist zum einen, wie es vor allem dem Architekten Hermann Henselmann gelang, eine enge wechselseitige Verflechtung von errichteten Bauten und architekturtheoretischen Begründungen zu erschaffen. Zum anderen wird deutlich, wie unter Verwendung von Gestaltungsmustern einer durch den Konservativismus geprägten Architektur des Traditionalismus ein Bild von Heimat entworfen wurde, das dem Mythos der Nation folgte.

Die repräsentativen, schmuckreichen Bauten sind weder das Ergebnis ideologischer Vorgaben im Sinne zentral erlassener Befehle noch Zeugnis für einen vermeintlich utopischen Charakter des Staatssozialismus. Sie entsprechen weder der an sie gerichteten Programmatik noch waren sie dieser in ihrer Entwicklung entzogen. Geprägt sind diese Bauten neben der Übernahme sowjetischer Vorbilder durch eine die ideologischen Schlagworte berücksichtigende Geschichtsbetrachtung im Sinne der Einfühlung in vergangene Zeiten, durch die traditionalistische Architektur des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts und das individuelle Wirken einzelner Persönlichkeiten. Eine marxistische Kunst- und Geschichtsbetrachtung spielte dabei eine geringe bis keine Rolle. Entstanden ist die Architektur nationaler Tradition im komplexen Spannungsfeld ideologischer Vorgaben und künstlerischer Eigenständigkeit.

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