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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-47779
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4777/


Lebensstil und urbane Segregation. Neukonzeption sozial-räumlicher Analysemethoden und empirische Umsetzung am Beispiel Hamburg.

Eichenberg, Thilo

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SWD-Schlagwörter: Lebensstil , Segregation <Soziologie> , Stadtforschung , Sozialstruktur
Basisklassifikation: 71.10
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Eichner, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.07.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 21.09.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Arbeit geht der Frage nach, wie sich Wohnstandorte unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in einem Stadtgebiet verteilen. Die bisherige Forschung beschränkt sich hier auf wenige Gruppen, welche sie auf Basis amtlicher und kommunaler Statistiken vorzugsweise nach sozio-ökonomischem Status, Alter, Haushaltstyp oder Ethnie unterscheidet, und untersucht diese auf Segregation im Sinne eines ungleichen Vorkommens in städtischen Teilgebieten.

Dagegen legt diese Arbeit ein integriertes theoretisches und methodisches Segregationskonzept vor, welches sich für die Analyse räumlicher Wohnstrukturen ganz unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen auf verschiedenen Maßstabsebenen eignet. Es erhebt den Anspruch, mit neueren Entwicklungen der Sozialstrukturanalyse und den zugrunde liegenden gesellschaftlichen Veränderungen Schritt zu halten. Insbesondere der nach wie vor viel diskutierte Lebensstilansatz findet Berücksichtigung. Mit ihm wird sozio-kulturellen Verhaltensmustern gegenüber demografischen und sozio-ökonomischen Merkmalen eine zunehmende Bedeutung eingeräumt. Methodisch werden unterschiedliche Segregationsformen herausgearbeitet und für ihre Analyse jeweils eigene Indizes und Tests vorgeschlagen. Anders als die gängigen Maße wie der Dissimilaritäts- und Segregations-Index nach Duncan und Duncan analysieren sie statt Bevölkerungsanteilen in städtischen Teilgebieten direkt die Lage von Wohnstandorten zueinander. Sie können effizient mit Stichprobendaten eingesetzt werden und unterliegen nicht den üblichen Verzerrungen aggregierter Daten. Über eine bloße Ungleichverteilung hinaus zeigen sie, ob sich einzelne Gruppen in wenigen Arealen konzentrieren oder eine auffällige räumliche Distanz zu anderen besteht, sei es im direkten Nachbarschaftsumfeld oder in Form einer weiträumigen Separierung. Somit lassen sich Homogenitäts-Bestrebungen innerhalb bestimmter Bevölkerungsgruppen wie auch Abgrenzungstendenzen zwischen diesen identifizieren.

Die empirische Umsetzbarkeit des Konzepts wird mit einer Primäranalyse in der Stadt Hamburg demonstriert, welche kleinräumige Wohnmuster innerhalb weniger Quartiere fokussiert. Neben den gängigen Soziale-Lage-Gruppen werden auch Lebensstiltypen untersucht. Letztere erweisen sich in ihrem Segregationsgrad klassischen Ungleichheitsmerkmalen als mindestens ebenbürtig. Die Auswertungen offenbaren differenzierte Segregationsmuster, welche anderen als administrativen Grenzen folgen. Je nach Sozialstrukturmerkmal zeichnen sich dabei zum Teil eigene Segregationsformen ab; jedoch überwiegen räumliche Distanzierungstendenzen gegenüber den ebenfalls erwarteten Homogenitätsneigungen. Am stärksten segregiert sind ausgerechnet jene Lebensstiltypen, welche sich in der Befragung als besonders aufgeschlossen gegenüber ihrer sozialen Umwelt gaben. Ressourcenschwache Bevölkerungsgruppen zeigen sich weder auffällig stark segregiert, noch stellt sich die Wohnlage bei ihnen als besonders erzwungen dar. In der Gesamtschau erweist sich Segregation als ein in seiner konkreten Ausformung und Intensität von den beteiligten Akteursgruppen nicht beabsichtigtes Phänomen.

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