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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-50623
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5062/


Das Rom des Maxentius. Städtebau und Herrscherbild zu Beginn des 4. Jh. n.Chr.

Maxentius' Rome. Urban design and the image of the ruler at the beginning of the 4th century A.D.

Ziemssen, Hauke

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SWD-Schlagwörter: Architekturgeschichtsschreibung , Architekturtheorie , Klassische Archäologie , Maxentius <Römisches Reich, Kaiser> , Rom / Maxentiusbasilika , Rom
Freie Schlagwörter (Deutsch): Römische Geschichte , Aeternitas , Numismatik
Freie Schlagwörter (Englisch): Maxentius , Roman architecture , basilica of Maxentius , tetrarchy, ruler cult
Basisklassifikation: 15.17
Institut: Kulturgeschichte und Kulturkunde
DDC-Sachgruppe: Alte Geschichte, Archäologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schneider, Lambert (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.11.2006
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 25.03.2011
Kurzfassung auf Deutsch: Die Dissertation behandelt die Bautätigkeit des Kaisers Maxentius (306 – 312 n. Chr.) im Zentrum der Stadt Rom. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den beiden großen Baumaßnahmen an der Via Sacra, dem Wiederaufbau des Tempels der Venus und Roma und dem Neubau der Maxentiusbasilika. Die Identifikation zahlreicher weiterer Baumaßnahmen dieses Kaisers in der jüngeren Forschungsliteratur wird überprüft und zumeist zurückgewiesen; nur der Ausbau des Palatin und die Villenanlage an der Via Appia werden auf der Grundlage von Quellenzeugnissen neben den Bauten an der Via Sacra als „maxentianisch“ akzeptiert. Die Untersuchung der Großbauten an der Via Sacra folgt einem architektursemiotischen Ansatz. Die zentrale Frage richtet sich auf das Stadtbild Roms im 4. Jh. und auf die Rekonstruktion städtischen Raumes in einem umfassenden, Architektur, Straßenzüge und Blickachsen ebenso wie Nutzungsweisen einbeziehenden Zugriff. Architektur wird als Ausdruck, zugleich aber auch als materielle Basis zeremonieller Nutzungen und ideologischer Bezüge verstanden. Zugrunde liegt dabei ein Raumbegriff der modernen Soziologie, der „Raum“ nicht im Sinne einer absoluten Verortung von Objekten versteht sondern als komplexes System von Bauwerken und Menschen, Materialität und Nutzung sowie statischen und bewegten Bezü-gen. Indem sich die Arbeit damit von vorangehenden städtebaulichen Analysen – nicht zuletzt der römischen Kaiserzeit – wesentlich unterscheidet, erhebt sie zugleich den Anspruch, der antiken Architekturforschung neue methodische Ansätze zu eröffnen.
Zunächst wird anhand einer Analyse literarischer Quellen sowie der maxentianischen Münzprägung das Herrscherbild im Rom des beginnenden 4. Jhs. analysiert. Durch die Präsenz des Maxentius in Rom ergab sich eine im Römischen Reich der Zeit einzigartige Situation. Das Bild des Maxentius als eines den Göttern eng verbundenen Herrschers nutzte, hierin von der tetrarchischen Ideologie abweichend, Elemente des noch von Augustus geprägten Herrscherbildes des Prinzipats. Roma selbst rückte zur herrschaftsverleihenden Gottheit auf, und Maxentius wurde als conservator urbis suae, als der Retter seiner Stadt, gefeiert. Dieses in neuen Formen geäußerte Herrschaftsverständnis kommt auch in den Bauten des Kaisers zum Ausdruck. Der Venus- und Romatempel greift auf Vorbilder früherer apsidaler Tempel zurück, in denen oftmals Gottheiten in besonderen Bezug zum Herrscher gesetzt worden waren. Sein Umbau verlieh dem ideologisch neu definierten Nahverhältnis der Göttin zu Maxentius und damit der Überhöhung des Kaisers selbst architektonischen Ausdruck. Die Errichtung der Maxentiusbasilika gegenüber dem Tempelbau wird als bewusster Schritt der maxentianischen Architekten gewertet, das Herrscherbild des göttlich eingesetzten Kaisers städtebaulich umzusetzen. Die Maxentiusbasilika ist unter Rückgriff auf bekannte architekto-nische Formen (Thermenbauten) als zeremoniell bestimmter Raum zu verstehen (vgl. die konstantinische Aula von Trier). Die Besucher von Audienzen konnten hier, ihrem Rang ent-sprechend, vor dem Kaiser in der Apsis gestaffelt aufgestellt werden. Maxentiusbasilika und Venus- und Romatempel sind zusammenfassend als eines der bedeutendsten Bauensemble der römischen Architektur zu begreifen. In ihren architektonischen Formen und in der Art und Weise, in der sie in das traditionelle Stadtbild Roms eingreifen, sind sie Ausdruck eines neuen Herrscherbildes und zugleich eines für das beginnende 4. Jh. charakteristischen Umgangs mit dem Erbe der römischen Architektur.

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