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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-54844
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5484/


Die "Leningrader Affäre" : ein Beitrag zur Säuberungspraxis in der UdSSR 1949 bis 1953

The "Leningrad Affair" : a contribution to the practice of purge in the USSR from 1949 to 1953

Jastram, Carl-Günther Wilhelm

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SWD-Schlagwörter: Sankt Petersburg / Belagerung , Säuberung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Leningrader Affäre
Basisklassifikation: 15.74 , 15.71
Institut: Philosophie und Geschichtswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Geschichte Europas
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Golczewski, Frank (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.10.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 11.01.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Bei der »Leningrader Affäre« handelte es sich um eine Reihe von in den Jahren 1949-1953 geheim geführten Gerichtsverfahren. Tausende Leningrader waren aufgrund gefälschter Anschuldigungen nicht begangener Verbrechen verdächtigt worden. Man hatte Sie zumeist nur deshalb bestraft, weil sie selbst, ihre Verwandten oder ihre Vorgesetzten in den neunzehnhundertvierziger Jahren in Leningrad gearbeitet hatten.
Den Anfang machten zwei Verfahren. Das eine wurde aufgrund eines an das Zentralkomitee der KPdSU(b) gerichteten anonymen Schreibens eröffnet. In ihm waren die Wahlen der im Dezember 1948 durchgeführten Leningrader X. Gebiets- und VIII. Stadtkonferenz der AKP(b) beanstandet worden.
Das andere Verfahren betraf die 1949 vorgenommene Liquidierung des 1946 eröffneten »Museums der Verteidigung Leningrads« und des erst 1948 veröffentlichten Museumsführers als unerwünschte Sammelplätze kollektiver Erinnerung.
Den Anstoß zu beiden Verfahren gaben das die Blockade Leningrads darstellende Museum und dessen 199 Seiten dicker Museumsführer. Durch den von beiden offenbar zu wahrheitsgetreu geschilderten Ablauf der Blockade konnte Stalin sein Ansehen als Generalissimus und Sieger der Schlacht um Leningrad gefährdet sehen. Es spricht vieles dafür, dass er dies mit einem durch die Liquidation bewirkten Erinnerungsverlust verhindern wollte.
Es bestand für ihn auch die Gefahr, dass er für die zu verlustreich geführte Schlacht um Leningrad und die mit unbeschreiblichen Opfern verbundene fast neunhundert Tage dauernden Blockade der Stadt zur Rechenschaft gezogen wurde. Mit einer durch die «Leningrader Affäre» erfolgten Säuberung der Leningrader Führung hat er das offenbar verhindern wollen.
Heute ist nicht auszuschließen, dass mit den Zeitzeugen der Blockade auch das mit der geschichtlichen Wahrheit verbundene Erinnerungsvermögen sterben und durch ein kollektives Gedächtnis abgelöst wird, das den Massenterror nicht mehr kennt.
Um dem zu begegnen, werden in der vorgelegten Arbeit die von Stalin zu tragende Verantwortung für den für die Sowjetbürger zu verlustreichen Ablauf der gewonnenen Schlacht um Leningrad, die mit den hunderttausenden von Toten verbundene Blockade der Stadt und die anschließenden Säuberungen geschildert.
Die Bedeutung dieser Arbeit wird unter anderem darin gesehen, dass mit ihr durch die Einbeziehung einer Kopie des 1949 liquidierten Museumsführers eine weitgehend abgesicherte Wissensbasis über die Gründe für die Liquidation des Blockademuseums geschaffen wurde.

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