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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-55920
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5592/


Subjektkonstituierung von Frauen in politischer Gefangenschaft während des Militärregimes 1976 – 1983 in Argentinien

Subject constitution of women in political captivity during the militaryregime 1976 – 1983 in Argentina

Heredia, Matilde

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SWD-Schlagwörter: Subjekt Konstitution , Militärdiktatur , politisch verfolgte Frauen , Argentinien , Gefangenschaft
Freie Schlagwörter (Deutsch): politische Gefangenschaft , Subjektkonstituierung , Militärregimes
Freie Schlagwörter (Englisch): subject constitution , dictatorship , political captivity women , Argentina , Militärjunta
Basisklassifikation: 71.99
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Pieper, Marianne (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 04.04.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Der Begriff der Subjektkonstituierung bezeichnet die Entwicklung von Identität, d. h. den Prozess des Werdens. Um diesen Prozess zur Entwicklung einer Identität durchlaufen zu können, wird ein Leben in Freiheit vorausgesetzt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Subjektkonstituierung von Personen, die innerhalb eines repressiven Regimes leben, erfolgt. Während des letzten Militärregimes in Argentinien (1976 – 1983) wurden politische Gegner als „subversive Feinde“ (Conadep 1984, 9) definiert, verfolgt sowie in politischer Gefangenschaft gehalten und erlitten Misshandlungen und Verletzungen, die oft mit dem Tod endeten. Zu den Folgen des Militärregimes gehören 30.000 Desaparecidos (Verschwundene), über 500 Kinder von Desaparecidos, die unerlaubt zu Adoption frei gegeben wurden, sowie Menschen mit Biografien, die eine Zäsur erlitten haben. Diese Studie ist ein soziologischer Beitrag zur Aufklärung der Vergangenheit in Argentinien.
Anhand von 24 narrativen Interviews mit Frauen, die ein solches Schicksal erfahren haben, wird in dieser Studie die „Subjektkonstituierung von Frauen in politischer Gefangenschaft während des Militärregimes 1976 – 1983 in Argentinien“ untersucht. Die genaue Auswertung des Interviewmaterials ermöglicht, Wege und Mechanismen der Subjektkonstituierung unter repressiven Verhältnissen sowie deren Folgen zu erkennen. Bei der Analyse dieser Biografien wird die These vertreten, dass die politischen Gefangenen trotz der repressiven Verhältnisse handlungsfähig blieben.
Diese Studie ist theoretisch in Michel Foucaults Machtanalytik (1994; 1999) sowie sein biopolitisches Konzept (1999) und Agambens Erweiterung dessen (2002) eingebettet. Foucault beschreibt in seinem Spätwerk die Subjektkonstituierung als „doppelte Bewegung“, von Unterwerfung und Widerstand, worin sich Subjekte in Beziehung zu Machtverhältnissen entwickeln. Der Begriff Biopolitik bezeichnet demnach eine produktive Machttechnologie (seit dem 18. Jh.), welche die Probleme der Bevölkerung als zentrale Machtinteressen erkennt, wobei die Norm anstelle des Gesetzes greift. Das Leben und nicht der Tod ist das zentrale Element dieser neuen Machtform; um das Leben zu schützen, werden blutige Kriege geführt. Agamben übernimmt Foucaults Ansatz und erweitert diesen, mit der Ansicht, dass „die Produktion eines biopolitischen Körpers die ursprüngliche Leistung der souveränen Macht“ (Agamben 2002, 16) sei. Anhand von Agambens Theorie der Ausnahme wird diskutiert, ob das Militärregime in Argentinien eine ähnliche Ausnahmesituation war, in welcher die politischen Gefangenen als Homines Sacri zu verstehen sind, die über ein „nacktes Leben“ verfügten. Um entsprechende Fragen beantworten zu können, werden die Widerstandspraktiken der Interviewpartnerinnen in politischer Gefangenschaft untersucht. Die hier vorgenommene Untersuchung gibt zugleich eine Antwort auf die Frage, ob in einer totalitären Herrschaft die biopolitischen Elemente einer Gesellschaft nicht verschwinden, sondern auf andere widerständische und subversive Felder ausweichen.
Kurzfassung auf Englisch: The concept of subject constitution describes the process of identity bilding, the process of beeing. To undergo this process it is necessary to live in freedom. Against this background we ask the question how work the subject constitution of people, who live in a repressive Regime. During the last military dictatorship in Argentina (1976 – 1983) the political opponents were identified as a „subversive enemy“ (Conadep 1984, 9) and became victims of persecution, ill-treatment and torture, many were put to death. As a consequences of the military dictatorship 30.000 Desaparecidos 'the disappeared' are missing, over 500 of the Desaparecidos children were taken for adoption without the parent's permission and many Identity´s were this way change ore broken. This sociological study ist a contribution to the clarification of Argentinas recent history
Based on 24 narrative interviews carried out with women, who are victims of such a destiny we analyze the „Subject constitution of women in political captivity during the military
regime 1976 – 1983 in Argentina“. By analizing the interviews we get the possibility to recognize the way and mechanism of subject constitution during a repressive dictatorship and its consequences. The analysis of this biographies derives from the idea, that a political prisoner can maintain his agency within a repressive dictatorship.
Michel Foucaults Power knowledge (1994; 1999) and his concept of Biopolitcs (1999) as well asAgambens (2002) explanation of biopolitics provide the theoretical foundation of this study. In his work Foucault describes the process of subject constitution as a “double movement”. He shows how it includes submission and resistance and where the subject get in relation with power. The concept of Biopolitics describes a productive powertechnology (since 18.th century). In this concept population is the most important issues of power and the law ist being replaced by rules. In Biopolitics to save the life is the most important issue of Power. Agamben takes Foucault's concept and expands it with the point of view that „the production of a biopolitical body ist the original capacity of a sovereign power“ (Agamben 2002, 16). With Agambens theory of the exepction we want to examine if the term Homines Sacri, as someone left with only his/her “bare life” can be applied to the political prisoners analy during the military dictatorship in Argentina To answerer this question we analyze the resistance practises of women, who have been political prisoners during that period. The study focusses on the question whether the elements of biopolitics continue to exist under a military dictatorship, by transfering into subversive spaces and hence keep on existing in the society.

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Letzte Änderung: 21.11.13