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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-61265
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6126/


Die Entwicklung des Granatwerfers im Ersten Weltkrieg

Reibert, Tillmann

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Weltkrieg 1914-1918 , Granatwerfer , Stellungskrieg , Rüstungsbegrenzung , Kriegswaffe
Basisklassifikation: 15.23 , 50.01
Institut: Mathematik
DDC-Sachgruppe: Geschichte Europas
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Wolfschmidt, Gudrun (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.03.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 10.04.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Der Granatwerfer, als Teil der Geschichte des Ersten Weltkriegs, bietet sowohl aus historischer, als auch aus technisch / naturwissenschaftlicher Sichtweise Besonder-heiten, die Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind.
Im Rahmen der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzogen sich auch im Militärwesen gravierende Entwicklungssprünge. Dies hatte insbesondere auch Auswirkungen auf die Artillerie, deren Leistung um ein Vielfaches gesteigert werden konnte. Derart gerüstet traten die Armeen der Industrienationen 1914 in den Ersten Weltkrieg ein.
Die schon bald zu verzeichnenden enormen Verlustraten führten zu einem Stellungskrieg, in dem sich die Verteidiger in Grabensystemen verschanzten. Dadurch entstanden taktische Aufgaben, welche die bisher entwickelten Geschütze nicht erfüllen konnten. So war es der Artillerie nicht möglich, punktgenau kleine Ziele, wie z.B. Maschinengewehrstellungen, zu bekämpfen. Es bestand die Notwendigkeit einen neuen Waffentypus zu entwickeln. In diesem Zusammenhang erschienen Konstruktionen, die als Minenwerfer, Granatwerfer bzw. Grabenwerfer / Grabenmörser bezeichnet wurden. Dabei kamen nicht, wie bisher, nur Konstruktionen von staatlichen Stellen und Rüstungsfirmen zum Einsatz, sondern auch eine Vielzahl von Entwürfen der Truppe und von Privatpersonen. Es entstand das Kampfmittel, das nach der Artillerie die zweithöchsten Verluste dieses Konflikts verursachte, was erstmals in der vorliegenden Arbeit dargestellt wird.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Mehrzahl der Konstruktionen nicht mehr weiterverwendet. Nur die britische Entwicklung von Sir Frederick Wilfrid Scott Stokes erfuhr eine Verfeinerung durch den französischen Industriellen Edgar Brandt. Sie wurde ab 1927 zum Granatwerfer in der heute bekannten Form (System Stokes-Brandt) und von Letzterem weltweit verbreitet.
Die vorliegende Arbeit analysiert die Vorgänge und Konstruktionen des Ersten Weltkriegs auf Basis vorhandenen Quellenmaterials. Ein Vergleich, vorrangig der Haupt-Kriegsbeteiligten Deutschland, Frankreich und Großbritannien, zeigt dabei die Vielzahl der Geräte auf. Dabei wird erstmals die Bandbreite deutscher Granatwerfer geschlossen dargestellt. Auf Basis der vorhandenen Entwürfe wird eine objektive und universelle Systematik erarbeitet. Dabei gelangen Methoden der Konstruktionslehre zur Anwendung. Anhand der Auswertung des vorliegenden Quellenmaterials wird belegt, dass Sir Stokes keineswegs, wie bisher angenommen, als der alleinige Erfinder des modernen Granatwerfers gelten kann, sondern bereits bekannte Konstruktionsdetails miteinander kombiniert hat.
Neben den technischen Belangen des Sujets werden auch soziale Aspekte wie z.B. die Erinnerungskultur oder der Einfluss des Granatwerfers auf die damalige Kunst untersucht. Ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen sowie die Thematisierung der Problematik der Rüstungskontrolle schließen die Arbeit ab.

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