FAQ
© 2017 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-62629
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6262/


Remittances, household decisions and microenterprises : empirical evidence from Ecuador and Peru

Rücküberweisungen, Haushaltsentscheidungen und Mikrofirmen : empirische Evidenz aus Ecuador und Peru

Göbel, Kristin

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (757 KB) 


Freie Schlagwörter (Deutsch): Rücküberweisungen , Migration , Gender , Lateinamerika
Freie Schlagwörter (Englisch): Remittances , migration , gender , latin america
Basisklassifikation: 83.11
Institut: Wirtschaftswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Funke, Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.06.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 25.07.2013
Kurzfassung auf Englisch: The main focus of this thesis lies on the impacts of migrant\'s remittances and women\'s empowerment on economic development. It contains four empirical studies from two Latin American countries, Ecuador and Peru.

Although migration is highly restricted, the number of migrants is increasing continually. Migrant\'s remittances sent to family members in the home country are not only a visible consequence of migration. Migration and migrants\' remittances considerably affect migrant households and the dynamics of the whole economy. Improving our understanding about their impacts on development is crucial. The impact on the recipient households is generally positive. Remittances decrease poverty, income volatility, liquidity constraints and vulnerability. Moreover, they can increase household expenditures on education and health, categories which are considered as especially important for economic development. On the other hand, the transfers can undermine the incentives to work according to the neoclassical model of labor-choice and may create dependency.

Promoting gender equality and empowering women is the third goal of the UN millennium development goals. Equality between both genders is not only a desirable aim in itself and addresses the most vulnerable, but the potential implications of women\'s empowerment on development have long been recognized. Household members have distinct preferences that are widely assumed to be gender-specific. If a household contains more than one individual, a household decision depends on these distinct preferences and on the power distribution among household members. Several development approaches such as microcredit programs and conditional cash transfers focus on transferring income to women. The aim, among others, is to improve their economic status and consequently their intra-household bargaining power. The main reason is a broad consensus in the literature: women\'s empowerment seems to enhance expenditures on household well-being, and in particular those on children and food.

The first chapter estimates the impact of workers\' remittances on households\' spending decisions in Ecuador under gender-specific aspects. As remittance receipt is endogenous, we adopt an instrumental variable approach. Applying both parametric and semiparametric techniques, we provide evidence that remittances strongly enhance expenditures on education, health, and housing, and decrease expenditures on food. Remittances might hence result in a stronger human capital accumulation with positive external effects for the rest of the economy as well. Gender-specific impacts are rather modest.

Chapter two focuses on gendered bargaining power in Peru. In contrast to the first chapter, we use two more differentiated measures of female bargaining power, the relative resource position of women and their relative number. Applying both fixed effects estimations and the inclusion of lagged dependent variables to identify causal effects, we find that women\'s empowerment increases expenditures on food, education and health. Higher food expenses are particularly relevant in the case of Peru where child malnutrition is high. The findings provide a rationale for strengthening women\'s negotiation position, which would improve human capital accumulation, and therefore may foster the long-run production possibilities in Peru.

The third chapter analyzes the potentially negative impact of remittances on labor supply in Peru. The inflows can undermine the incentives to work by increasing the recipients\' income. On the other hand, the transfers may alleviate credit constraints for poor households which may spur productive investment and hence self-employment. The findings are another piece of evidence that once endogeneity is appropriately addressed, remittances have only a minor and insignificant impact on labor supply on average. However, remittances are associated with a lower likelihood of wage-employment and a higher likelihood of self-employment. The latter is driven by poor individuals who are much more likely to be self-employed. Moreover, capital stock and profits of poor entrepreneurs increase, and their implicit self-employment wage rises.

To deepen these insights, chapter four chapter provides a more detailed analysis of the microenterprise behavior in Peru. Following the indirect evidence of credit constraints provided in chapter three, this chapter analyzes these constraints in more detail. In cooperation with Michael Grimm and Jann Lay, we investigate the size of returns to capital in Peruvian microenterprises in a first step. The observed high returns hint at credit constraints as one major obstacle to firm growth. The dynamic analysis shows that credit constraints and risk are key factors for explaining low initial capital stocks and slow capital accumulation.
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit hat zwei Schwerpunkte: Rücküberweisungen und die Stärkung der Rolle der Frau und deren Auswirkungen. Die Arbeit ist kumulativ und umfasst vier empirische Studien aus Ecuador und Peru.

Rücküberweisungen sind die Transferzahlungen von Migranten an ihre Familien in den Ursprungsländern. Die Summen sind sehr hoch, so haben Entwicklungsländer im Jahre 2009 310 Mia. USD an Rücküberweisungen erhalten, ein Betrag, der nur geringfügig geringer ist als der von Direktinvestitionen und etwa dreimal so hoch wie offizielle Entwicklungshilfe. Für die Empfängerhaushalte haben Rücküberweisungen sehr positive Auswirkungen. Sie können Armut und Kreditbeschränkungen reduzieren oder auch Einkommensschwankungen. Der Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes aber hängt von ihrer Verwendung ab. Rücküberweisungen können die Haushaltsausgaben für Bildung und Gesundheit erhöhen, was sich positiv auf das Human-Kapital und damit auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum auswirkt. Auf der anderen Seite können die Haushalte das zusätzliche Einkommen aber auch verwenden um weniger zu arbeiten, was den Output senkt und zu Abhängigkeit führen kann.

Die Stärkung der Rolle der Frau ist das dritte Ziel der UN Millenium Entwicklungsziele. Die Gleichstellung und Chancengleichheit für beide Geschlechter ist an für sich schon erstrebenswert. Ein weiterer Aspekt ist allerdings, dass sich hieraus eine positive Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung ergeben kann. Innerhalb eines Haushaltes haben die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Präferenzen und es wird angenommen, dass diese geschlechtsspezifisch sind. In einem Mehrpersonenhaushalt werden dann Entscheidungen aufgrund dieser Präferenzen und der Verhandlungsmacht der einzelnen Mitglieder getroffen. In der Literatur zeigt sich hierbei oft, dass eine stärkere Verhandlungsposition von Frauen zu mehr Haushaltsausgaben für das Wohlergehen der Familie führt, insbesondere die Ausgaben für Kinder und Nahrungsmittel steigen. Die Verhandlungsmacht wird hierbei von Faktoren wie dem individuellen Einkommen bestimmt. Wer mehr zum Haushaltseinkommen beiträgt, hat meist auch mehr Mitspracherecht über dessen Verwendung. Aber auch Migration und Rücküberweisungen können die Verhandlungsmacht beeinflussen. So führt die Migration eines Mannes oft dazu, dass die Frau den Haushalt weiterführt und damit meist eine stärkere Position hat. Oder die Frauen erhalten Rücküberweisungen und tragen damit mehr zum Haushaltseinkommen bei.

In der ersten Studie analysiere ich den Einfluss von Rücküberweisungen auf die Haushaltsausgabenstruktur. Hierbei überprüfe ich unter anderem, ob Rücküberweisungen zu mehr oder weniger Ausgaben in Bildung und Gesundheit führen. In einem zweiten Schritt gehe ich auf geschlechtsspezifische Unterschiede ein, hierbei untersuche ich das Verhalten von Männer und Frauen geführten Haushalten getrennt. In einem letzten Schritt überprüfe ich den Einfluss des Geschlecht des Senders und Empfängers von Rücküberweisungen.

Die zweite Studie befasst sich stärker mit der Verhandlungsmacht der Frau und Haushaltsausgaben. Im Gegensatz zur ersten Studie untersuche ich mir hierbei nicht das Verhalten von Männer und Frauen geführten Haushalten an, sondern messe die Verhandlungsmacht mit zwei differenzierten Variablen.

Wie eingangs angeführt, können Rücküberweisungen dazu führen, dass die Haushaltsmitglieder weniger arbeiten. Allerdings könnten die Individuen das zusätzliche Geld auch nutzen, um es damit eine Firma zu gründen. Diese Möglichkeit ist vor allem dann denkbar, wenn sie sich das vorher nicht leisten konnten, also kreditbeschränkt waren. Da dies eher der Fall bei armen Haushalten sein wird analysiere ich die Auswirkungen von Rücküberweisungen für arme und nicht arme Haushalte getrennt in der dritten Studie.

Die vierte Studie ist in Kooperation mit Michael Grimm und Jann Lay entstanden. Um die ersten Indizien für Kapitalbeschränkungung genau zu überprüfen, befasst sich diese Studie explizit mit dem Mikrofirmensektor in Peru. Frühere Studien zu Mikrofirmen in Entwicklungsländern stellen oft sehr hohe Kapitalerträge fest. Dies ist ein Indiz für Kapitalbeschränkungen, da ansonsten die Unternehmer mehr investieren würden, bis die Kapitalerträge so hoch sind wie die Zinsen. Daher untersuchen wir in Schritt ein, ob wir diese hohen Kapitalerträge feststellen können. In einem zweiten Schritt analysieren wir dann die Kapitalakkumulation. Die Ergebnisse zeigen, dass Risiko und Kapitalbeschränkungen sowohl der Anfangskapitalstock als auch die Kapitalakkumulation reduzieren.






Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende