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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-69353
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6935/


Orientierungen älterer Pflegekräfte in Bezug auf berufliche Weiterbildung – eine explorative Studie : Handlungsfelder von Arbeitsgestaltung, Personal- und Organisationsentwicklung.

Arians, Falk

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SWD-Schlagwörter: Weiterbildung , Altenpflege , Personalentwicklung , Demographie
Basisklassifikation: 81.92 , 81.91
Institut: Erziehungswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Faulstich, Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.07.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 21.08.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Die Studie zielt auf die Identifikation und Rekonstruktion von Lerngründen und Lernwiderständen bei älteren Pflegekräften in Bezug auf die berufsspezifische Fort- und Weiterbildung. Über die Identifikation und Rekonstruktion dieser Orientierungen hinaus geht es auch um deren Entstehung; aus diesem Grund wird der Blick ebenso auf die unterschiedlichen Arbeits- und Rahmenbedingungen in der ambulanten und stationären Altenpflege in Deutschland gelenkt als auch nach möglichen Zusammenhängen von Orientierungen und soziodemografischen Merkmalen der älteren Pflegekräfte gesucht. Zur Beantwortung der Fragestellungen dieser Studie wurden Gruppendiskussionen und nachfolgend Leitfadeninterviews mit Altenpflegekräften im Alter von 45 bis 62 Jahren geführt. Aus den so gewonnenen Daten wurden mithilfe der dokumentarischen Methode vier Orientierungstypiken rekonstruiert, deren Auftreten sich dem ambulanten und stationären Pflegebereich zuordnen lassen. Es handelt sich um die Orientierungstypiken „Berufliche Weiterentwicklung“, „Rückzug mit sicherer Grundhaltung“, „Hierarchiefokussierung“ und „Rückzug mit unsicherer Grundhaltung“. Die Orientierungstypiken beinhalten übergreifend folgende Themenbereiche, in denen sie sich unterscheiden und die sie charakterisieren: die subjektive Bedeutung von Fort- und Weiterbildung, die Gründe für die Bildungsteilnahme, die Umsetzung von Neuerungen in den Arbeitsalltag, das subjektive Berufsbild und das Verhältnis zu benachbarten Professionen, die Einstellung zur Leitungsebene, die Verwendung und Verwertung von Fort- und Weiterbildung, die eigene Rolle in Seminarsituationen, das subjektive Alternsbild, der Stellenwert beruflicher Erfahrung und die Haltung zum EDV-Einsatz in der Pflege. Die Orientierungstypik „Berufliche Weiterentwicklung“ findet sich ausschließlich in ambulanten Pflegediensten, die Orientierungstypiken „Rückzug mit sicherer Grundhaltung“ und „Hierarchiefokussierung“ dagegen nur in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Orientierungstypik „Rückzug mit unsicherer Grundhaltung“ findet sich in ambulanten und stationären Einrichtungen. Keine Auffälligkeiten in soziogenetischer Hinsicht zeigen sich dagegen beim Vergleich der Orientierungen der männlichen und weiblichen Pflegekräfte, der Altersgruppen innerhalb des Samples, deren Schulbildung, Ausbildungen, Beschäftigungsform in Voll- oder Teilzeit, der (subjektiv angegebenen) berufsbedingten Erkrankungen, der Bildung der Eltern, des Familienstandes, der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Anzahl der besuchten Fort- und Weiterbildungen in den drei Jahren vor der Erhebung.
Das unterschiedliche Auftreten der Orientierungstypiken kann in Zusammenhang mit den unterschiedlich lern- und persönlichkeitsförderlichen Arbeitsbedingungen und der Arbeitsorganisation in der ambulanten und stationären Altenpflege gebracht werden. Diese Bedingungen werden von den Pflegekräften subjektiv aufgenommen und verarbeitet. Hier spielen auch individuelle Prädispositionen eine Rolle. Anhaltspunkt für den Einfluss dieser unterschiedlichen individuellen Prädispositionen ist das Auftreten der Orientierungstypik „Rückzug mit unsicherer Grundhaltung“ sowohl im ambulanten als auch dem stationären Pflegebereich.
Die Erkenntnisse aus der Typologie zu den subjektiven Lernbegründungen und deren Entstehungsbedingungen weisen den Weg zu pädagogischen Handlungsfeldern. Daher werden in dieser Studie Handlungsfelder im Bereich der Kompetenzentwicklung sowie der Arbeits- und Organisationsgestaltung beschrieben, die Verbesserungsmöglichkeiten und methodische Ansätze beinhalten. Diese Vorschläge sind als Ergänzungshinweise für die bereits bestehenden Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen in der Altenpflege zu verstehen, die bedingt durch die bisher fehlenden Erkenntnisse zu Lerngründen und Lernwiderständen von älteren Pflegekräften noch keine spezifische Ausrichtung auf die wachsende Zielgruppe bieten konnten. Bei diesen Handlungsfeldern geht es inhaltlich um die Aufklärung der Pflegekräfte über die Zusammenhänge aktiver Arbeitsgestaltung und Alternsprozesse, die Förderung der Auseinandersetzung der Pflegekräfte mit den Problemen in der Pflege und das Erkennen der eigenen Handlungsspielräume, die Förderung der Kompetenz zum selbstbestimmten Lernen und dessen organisatorische Ermöglichung, die Verbesserung der Bildungsorganisation, die alternsgerechte Gestaltung der EDV-Entwicklung und -nutzung sowie weitere Anpassungen bei der Personal- und Organisationsentwicklung. Zum Abschluss der Arbeit werden offene Fragestellungen und Forschungsdesiderata aufgezeigt, ein Fazit der Studie gezogen und ein Ausblick in die Zukunft unternommen.
Kurzfassung auf Englisch: The present study aims at the identification and reconstruction of learning reasons and learning resistors of elderly caregivers in terms of profession-specific further education. Beneath the identification and reconstruction of these orientations, it is also about their context of origin. For this reason, the view is also drawn to the different working conditions in the outpatient and inpatient care for the elderly in Germany as also looking for possible correlations of orientations and socio-demographic characteristics of the older nurses. To answer the questions of this study group discussions and subsequently structured interviews were conducted with elderly caregivers aged 45-62 years. From the data thus obtained four orientation types were found by using the documentary method. The occurrence of the orientation types can be assigned to the outpatient and inpatient care area. The four orientation types are "Professional development", "Retreat with safe attitude", "Hierarchy focusing" and "Retreat with an uncertain attitude". The orientation types include the following topics in which they differ: the perceived importance of further education, the reasons for the participation in further education, the implementation of innovations into everyday work, the relationship with neighboring professions, the setting to management level, the use and exploitation of further education, the own role in seminar situations, the personal importance of professional experience and the attitude to the use of IT in nursing. The orientation type "Professional development" can be found exclusively in home care services, the orientation types "Retreat with safe attitude" and "Hierarchy focusing", however, only in inpatient care facilities. The orientation type "Retreat with an uncertain attitude" can be found both in outpatient and inpatient facilities. No abnormalities in socio-genetic ways show contrast, when comparing the orientations of male and female nurses, the age groups within the sample, employment form in full or part-time, the (subjectively defined) occupational diseases, education of parents, marital status, length of service and the number of visited further education in three years preceding the survey.
The different appearance of the orientation types may be associated with the different learning and personality conducive working conditions and work organization in the outpatient and inpatient care for the elderly. These conditions are subjectively recorded and processed by the nurses. Here, individual predispositions play a role. Indication of the influence of these different individual predispositions is the occurrence of the orientation type "Retreat with an uncertain attitude" in both the outpatient and the inpatient care area. The findings from the typology to the subjective learning justifications and their formation conditions show the way to educational fields of action. Therefore, in this study, fields of action are described in the area of skills development as well as the working and organizational design, include the improvement and methodological approaches. These proposals are designed to complement advice for existing personnel and organizational development interventions in the elderly, which could conditionally offer no specific focus on the growing target group through the previously missing evidence on learning reasons and learning resistors of older caregivers.
Therefore, in this study, fields of action are described in the area of skills development as well as the working and organizational design, include the improvement and methodological approaches. In these fields of action, it is content to educate nurses about the links active job design and aging processes, promoting the discussion of nurses with the problems in the care and knowing one's possibilities of action, promoting competency for self-directed learning and its organizational enabling, improving education organization, the age-appropriate design of the IT development and use, and further adjustments in the human resources and organizational development. To complete the work, open questions and research desiderata are presented, and also a conclusion of the dissertation and an outlook for the future .

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