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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-69951
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2014/6995/


Konfuzianismus in Aktion : Der Kreismagistrat Li Laizhang und sein Programm zur ‚Zivilisierung‘ der Bapai-Yao, 1704–1709

Textor, Christian

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SWD-Schlagwörter: China , Geschichte , Politik , Qingdynastie , Indigenes Volk , Minderheit , Verwaltung , Unterdrückung , Kolonialismus
Freie Schlagwörter (Deutsch): Qing , Li Laizhang , Yao , Bapai-Yao , interne Kolonisation
Freie Schlagwörter (Englisch): Chinese history , Qing dynasty , Li Laizhang , Bapai Yao , internal colonization
Basisklassifikation: 15.79 , 73.97
Institut: Asien-Afrika-Institut
DDC-Sachgruppe: Geschichte Asiens
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Friedrich, Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.11.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 02.10.2014
Kurzfassung auf Deutsch: Im 18. Jahrhundert erlebte China unter der Herrschaft der Qing (1644–1911) eine Phase der staatlichen Stärke und militärischen Überlegenheit. Während dieser Zeit kam es in den Randgebieten des Reiches nicht nur zu territorialer Expansion, sondern auch zu einer stärkeren Integration von Gebieten, die bisher nur schwach in das chinesische Reich integriert waren. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch ein schnelles Wachstum der chinesischen Bevölkerung, die vermehrt in die von nicht-chinesischen Bevölkerungsgruppen bewohnten Gebiete einwanderte. Besonders betroffen war davon der Südwesten des Qing-Reiches, insbesondere Regionen in den heutigen Provinzen Yunnan, Guizhou und Guangxi, aber auch Teile von Sichuan, Hunan und Guangdong.

Im Gebiet Lianyang in der Provinz Guangdong lebten zu dieser Zeit die Bapai-Yao, die sich der Integration in das chinesische Reich hartnäckig widersetzten und von den Chinesen als wild, zanksüchtig und kulturell rückständig bezeichnet wurden. In den ersten sechzig Jahren der Qing-Dynastie lebten sie relativ unabhängig und wurden erst 1702 von einem Großaufgebot militärischer Truppen unterworfen. Solche Demonstrationen militärischer Macht waren jedoch nur eine Seite der Politik der Qing gegenüber den Yao. Auf der anderen Seite versuchten sie, die Yao durch politisches Entgegenkommen für ihr Reich zu gewinnen. Diese Politik verkörperte der Beamte Li Laizhang als Kreismagistrat im Yao-Gebiet von 1704 bis 1709. Er zeigte sich überzeugt, die Yao zu freiwilligen Untertanen des chinesischen Reiches „zivilisieren“ zu können. Als Voraussetzung dafür erachtete er jedoch, das Vertrauen der Yao zu gewinnen. Dies meinte er erreichen zu können, indem er sie vor dem Gesetz gleichberechtigt mit den Chinesen behandelte, sie mit staatlichen Mitteln bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen unterstützte und sie vor Missbrauch jedweder Seite in Schutz nahm. Li verkörperte damit eine optimistische Position der Assimilation, die stark von konfuzianischen Einflüssen und Gedanken der Fürsorge geprägt war und zu jener Zeit unter der Beamtenschaft weit verbreitet war. Obwohl diese Position für das Verständnis der chinesischen Expansion und ihrer ideologischen Legitimation von einiger Bedeutung ist, wurde sie bisher noch kaum untersucht – wie überhaupt die staatliche Expansion der Qing-Zeit trotz ihrer großen Relevanz für das heutige China noch immer relativ wenig erforscht ist.

Die vorliegende Arbeit ist als Fallstudie der Politik von Li Laizhang gegenüber den Yao konzipiert. Ihr Ziel ist es, über den Einzelfall von Li Laizhang genauere Kenntnisse über die politische Position der Assimilation und das innere Wirken der staatlichen Expansion der Qing-Zeit zu gewinnen. Als Grundlage für eine umfassende Analyse von Lis politischem Programm wird im ersten Teil der Arbeit zunächst sein persönlicher Hintergrund als wichtiger Einflussfaktor für sein Wirken untersucht. In Teil zwei folgt eine Analyse der geschichtlichen Ereignisse in Lianyang und der Unterwerfung der Bapai-Yao im 17. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf der Politik der Qing-Regierung vor Lis Ankunft 1704. Auf Basis der Erkenntnisse von Teil eins und zwei wird im dritten Teil Lis politisches Programm analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Fragen, welche konkreten praktischen Maßnahmen Li Laizhang vorschlug, ob und wie diese Maßnahmen von den administrativen Vorgaben für einen regulären chinesischen Kreis abwichen, welche Rolle bei seinem Ansatz konfuzianische Ideale spielten, inwieweit er sein Programm tatsächlich umsetzen konnte und wie seine Position in der Diskussion der Beamtenschaft einzuordnen ist.

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