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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-75353
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/7535/


Psychosoziale Arbeitsbelastungen, Burnout und Versorgungsqualität : eine bundesweite Befragung von Chirurgen

Psychosocial stress at work, burnout and perceived quality of care among german clinicians in surgery

Klein, Jens

Originalveröffentlichung: (2013) Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie, Das Gesundheitswesen, International Journal for Quality in Health Care, BMC Health Services Research, Report Versorgungsforschung. Perspektiven junger Ärztinnen und Ärzte in der Patientenversorgung
pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Arbeitsbelastung , Burn-out-Syndrom , Chirurg , Medizinische Versorgung , Arzt
Freie Schlagwörter (Deutsch): Psychosoziale Stressbelastung , Burnout , Versorgungsqualität , Präsentismus , Krankenhausärzte
Freie Schlagwörter (Englisch): Psychosocial stress at work , Burnout , Quality of care , Presenteeism , Surgeons
Basisklassifikation: 71.41 , 44.17 , 44.04
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Drobnič, Sonja (Prof. PhD)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.09.2014
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 10.09.2015
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Dissertation besteht aus fünf in Erst- oder Alleinautorenschaft publizierten Beiträgen, die im Rahmen des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojektes „Psychosoziale Arbeitsbelastungen und Patientenversorgung“ (PAP) entstanden sind und in diese Arbeit eingebettet sind. Im Rahmen dieses Projektes wurden bundesweit 1311 chirurgisch tätige Krankenhausärzte unter anderem zu psychosozialen Arbeitsbelastungen, Burnout, Präsentismus und der Qualität ihrer geleisteten Arbeit befragt. Die verfassten Beiträge werden in der vorliegenden Arbeit durch ein Rahmenpapier ergänzt, um näher auf theoretische und methodische Aspekte einzugehen, den Forschungsstand zu ergänzen und zu aktualisieren sowie die abgeleiteten Schlussfolgerungen zu diskutieren.
Der Wandel von Erwerbsarbeit und Arbeitsorganisation in den vergangenen drei Jahrzehnten hat auch Veränderungen der Arbeitsbelastungen zur Folge. Psychomentale und sozioemotionale Stressbelastungen haben sich inzwischen zu dominanten Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz entwickelt. Die Relevanz psychosozialer Krankheitsbilder hat in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht zugenommen. Auch die Berufsgruppe der Chirurgen sieht sich mit veränderten Arbeitsbedingungen und Berufsrollen konfrontiert, das Ausmaß an Belastungen und die Zusammenhänge mit der Qualität der geleisteten Arbeit ist jedoch nur unzureichend erforscht.
Die vorliegende Arbeit untersuchte anhand zwei etablierter Modelle psychosozialer Arbeitsbelastungen (das Anforderungs-Kontroll-Modell von Robert Karasek sowie das Modell beruflicher Gratifikationskrisen von Johannes Siegrist) die berufliche Stressbelastung von chirurgisch tätigen Krankenhausärzten in Deutschland. Des Weiteren wurden für diese Arbeit Burnout nach dem Copenhagen Burnout Inventory, Präsentismus – bekannt als das Phänomen, trotz Erkrankung zu arbeiten – sowie die Absicht, den Beruf aufzugeben oder berufsbedingt zu emigrieren, erfragt. Ein weiterer zentraler Punkt war die Erfassung der von den Ärzten subjektiv wahrgenommenen Qualität der Patientenversorgung.
Im Mittelpunkt der Analysen standen neben den deskriptiven Statistiken insbesondere die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Arbeitsbelastungen, inklusive ihrer unterschiedlichen Subkomponenten, und Burnout, Präsentismus, Berufsabsichten und Versorgungsqualität. Zusätzlich wurden Zusammenhangsanalysen hinsichtlich Burnout und Qualität der Versorgung durchgeführt.
Die Ergebnisse der Querschnittsanalysen lassen erkennen, dass psychosoziale Arbeitsbelastungen signifikant mit Burnout, Präsentismus, Berufsaufgabe und beruflicher Emigration sowie Aspekten der subjektiv erhobenen Versorgungsqualität assoziiert sind. Auch konnte ein Zusammenhang zwischen Burnout und der Qualität der Patientenversorgung nachgewiesen werden. Bei den Analysen wurden ebenso die einzelnen Subkomponenten der Arbeitsbelas-tungsmodelle (Verausgabung, Anforderung, Wertschätzung, Gehalt, beruflicher Aufstieg, Arbeitsplatzsicherheit, Kontrollmöglichkeiten und eine übersteigerte berufliche Verausgabungsneigung) hinsichtlich der untersuchten Zielvariablen berücksichtigt, um genauere Informationen über die beobachteten Zusammenhänge zu erhalten. Je nach untersuchter Zielvariable und Modellkomponente unterscheiden sich Stärke sowie Art und Weise der Assoziationen. Dies gilt ebenso für die durchgeführten geschlechts- und positionsspezifischen Analysen.
Es lässt sich grob zusammenfassen, dass psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz inzwischen eine bedeutende Rolle spielen und die hier untersuchte Population der stationär tätigen Chirurgen im Vergleich zur allgemeinen Erwerbsbevölkerung als hoch belastet gelten kann. Dabei sind tendenziell Frauen und die meist jüngeren Assistenzärzte stärkeren Belastungen ausgesetzt. Des Weiteren wird deutlich, dass erhöhte psychosoziale Arbeitsbelastungen und Burnout nicht nur mit erhöhten gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder der Tatsache, trotz Erkrankung zu arbeiten, zusammenhängen, sondern diese Belastungen maßgeblich mit einer verminderten Versorgungsqualität bzw. Patientensicherheit assoziiert sind. Verschiedene verhaltens- und verhältnisorientierte Interventionsmaßnahmen können auf unterschiedlichen Ebenen zur Reduzierung von gesundheitsgefährdenden Arbeitsbelastungen und Burnout beitragen und die gesundheitliche Versorgung im Krankenhaus deutlich verbessern.
Kurzfassung auf Englisch: This doctoral thesis consists of five publications that are based on the research project “Psychosocial stress at work and quality of patient care” (PAP) and embedded in this work as original reprints. 1311 German clinicians in surgery were surveyed in terms of psychosocial stress at work, burnout, presenteeism and self-perceived quality of care. Additionally, a framework document is added to illustrate the theoretical and methodical approach, to complete and update the current state of research and to discuss potential implications.
As the nature of work has undergone vast changes during recent decades, today a lot more jobs are determined by mental and emotional demands than physical ones. Furthermore, ill health and sickness absence due to psychosocial strains have become more dominant. Concentrating on the group of medical surgeons, they too have faced changing work conditions and professional roles, but about the amount of stress, its health effects and its associations with care quality little is known so far.
To identify the adverse health effects of surgeon’s stressful psychosocial work environments two established theoretical models (Robert Karasek’s demand-control model and Johannes Siegrist’s effort-reward imbalance model) were applied. Moreover, burnout according to the Copenhagen Burnout Inventory, presenteeism, the intention to leave the job and work-related emigration was surveyed. A further central aspect was the assessment of the self-perceived quality of care.
A focus of the analyses was to assess the associations between psychosocial work stress including its components, and burnout, presenteeism, job prospects and care quality. Additionally, associations between burnout and quality of care were calculated. The results show that psychosocial stress at work is significantly associated with burnout, presenteeism, the intention to leave the job, emigration and the self-perceived quality of care. Furthermore, an association between burnout and care quality is also evident. Regarding the analysis the different stress model’s subcomponents (effort, demand, esteem, salary, job promotion, job security decision latitude and overcommitment) are considered to give more detailed information about the observed associations. Depending on the outcome variable and the model’s component, the strength and the pattern of the associations differ. The same is true with the gender- and position-specific calculations.
It can be summarised that psychosocial stress at work plays an important role, and that the observed population of hospital doctors in surgical specialties in Germany are subject to increased psychosocial stress compared to the general working population. Women and residents are exposed to more strain by trend. Furthermore, the results indicate that different aspects of psychosocial work stress and burnout are not only associated with health impairment and working while feeling ill but also with a reduced quality of care and patient safety respectively. Different intervention programs aiming at individual and organisational related work factors can potentially decrease harmful work stress and burnout and obviously improve the quality of health care.

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