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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-80359
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8035/


Generische Nominalphrasen bei deutsch-französischer Zweisprachigkeit : Zur Verwendung des Definitartikels bei erwachsenen Herkunftssprechern

Generic noun phrases in German-French bilinguals : On the use of the definite article in adult heritage speakers

Barton, Dagmar

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SWD-Schlagwörter: Zweisprachigkeit , Spracherwerb , Deutsch , Französisch , Definitheit , Determinator , Artikel , Generizität , Nominalphrase , Plural , Referenz
Freie Schlagwörter (Deutsch): Herkunftssprecher , Spracheneinfluss , unvollständiger Erwerb , Spracherosion , Artikelsemantik
Freie Schlagwörter (Englisch): heritage speakers , generic noun phrase , definite article , German , French
Basisklassifikation: 18.22 , 17.23 , 17.42 , 17.31 , 18.09
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sprache, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kupisch, Tanja (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.09.2015
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 12.08.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Arbeit untersucht erwachsene bilinguale Sprecher mit Blick auf ihre Fähigkeiten im Gebrauch des Definitartikels in generischen Äußerungen, etwa Die Pferde haben vier Beine vs. Pferde haben vier Beine. Es handelt sich aufgrund der Nicht-Vergleichbarkeit mit englischsprachigen Sprechern um Grundlagenforschung zum Gebrauch im Deutschen durch verschiedene Sprechergruppen: L1-Sprecher, bilinguale Herkunftssprecher und bilinguale Umgebungssprecher. Zusätzlich wurde dasselbe Phänomen in der französischen Kontaktsprache der Bilingualen untersucht. Neben vier erwachsenen Sprechergruppen wurde auch eine Gruppe bilingualer Kinder mit Deutsch als Herkunftssprache (F2L1_Kin) untersucht. Alle 2L1-Sprecher zeichneten sich durch eine hohe Kompetenz in ihren beiden Muttersprachen aus. Anhand dieser Daten sollte die Forschungsfrage bearbeitet werden, wie anfällig für Abweichungen der Gebrauch des Definitartikels bei unterschiedlichen Spracherwerbsbiographien ist. Mit eigens für die Studie konzipierten Tests zur Verwendung und Interpretation von Definitartikeln in generischen Äußerungen wurden a) der Gebrauch des Definitartikels bei L1-Sprechern (Deutsch/Französisch) untersucht, b) der Status des Deutschen und Französischen jeweils als Herkunfts- oder Umgebungssprache bei simultan bilingualen Sprechern sowie c) Entwicklungsaspekte in der Semantik des Definitartikels bei erwachsenen vs. kindlichen Sprechern des Deutschen als Herkunftssprache. Während das Englische bei generischer Referenz keinen Definitartikel erlaubt und das Französische diesen verlangt, wurde im Deutschen mehrfach eine optionale Verwendung des Artikels diskutiert, die bislang nicht hinreichend erforscht ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Deutsche bei generischen Äußerungen eine starke Variation des Artikelgebrauchs aufweist. Es zeigte sich, dass eine unterschiedliche interpretative Herangehensweise in Bezug auf den herkunftssprachlichen Gebrauch von Definitartikeln bei Sprechern des Englischen und des Deutschen vonnöten ist. Bei den bilingualen Sprechern zeigten sich leichte Schwierigkeiten in der Herkunftssprache im Französischen (Überakzeptanz nichtangemessener Null- und Indefinitartikel in generischen Sätzen), aber nicht im Deutschen. In den deutschen Tests war besonders ein hyperkorrigierendes Verhalten der Bilingualen auffällig – allerdings nur in der Umgebungs-, nicht in der Herkunftssprache. Der für L1-Sprecher in hohem Maße akzeptable Definitartikel wurde von 2L1-Sprechern häufig abgelehnt.
Schließlich sprechen die Ergebnisse des deutschen Tests mit bilingualen Kindern für ein „romanisches Stadium“ der Überverwendung des Definitartikels, welche sich zum Erwachsenenalter hin wieder verliert.
Diese Arbeit liefert wichtige neue Hinweise auf die Verwendung und Semantik des Definitartikels im Gegenwartsdeutschen und -französischen und bietet Anknüpfungspunkte in Bezug auf Fragestellungen zu dem Konzept der Muttersprachlichkeit bei Mono- und Bilingualen, zu Variation in der Zielsprache und Artikelgrammatikalisierung.
Kurzfassung auf Englisch: This work surveyed adult bilingual speakers in regards to their proficiencies in the use of the definite article in generic utterances. Due to the incomparability with speakers of the English language, this work constitutes fundamental research of the usage of the definite article in German by different groups of speakers: L1-speakers, bilingual heritage speakers, and bilingual majority language speakers. In addition to the four adult groups of speakers, a survey of a group of bilingual children with German as their heritage language (F2L1_Kin) was conducted. All 2L1 distinguished themselves by their great expertise in their two mother tongues (German and French) from heritage speakers in many previous studies. Based on these data, the following research question shall be answered: How susceptible to divergences is the usage of the definite article in different cases of language acquisition? By means of several tests for the usage and interpretation of definite articles in generic utterances which were designed specifically for this research study, the following phenomena were examined: a) the usage of the definite article by L1 speakers (German/French); b) the status of German and French as heritage and majority language, respectively, in the case of simultaneous bilingual speakers; and c) aspects of the development in the semantics of the definite article in the case of adult vs. child speakers of German as heritage language. While English does not allow a definite article in a generic plural noun phrase, and French requires one, for the German language an optional usage of the definite article was discussed which has hitherto not been sufficiently examined.
In summary, German features a relatively wide optionality in its usage of the definite
article in generic utterances. It has become obvious that a different method of interpretation is necessary for the examination of the usage of definite articles in the heritage language when comparing speakers of English and German. In the case of bilingual speakers, faint difficulties became apparent in French as heritage language (over-acceptance of non-appropriate null articles and indefinite articles in generic sentences), but not in German. In the German tests, a hypercorrecting behavior of the bilingual participants was particularly noticeable – however, only in the majority language, not in the heritage language. These 2L1 speakers often rejected the definite article, which is highly acceptable to L1 speakers. Finally, the results of the German test of bilingual children indicate a “romance-like stage” of overuse of the definite article that vanishes in adulthood.

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