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URN: urn:nbn:de:gbv:18-80510
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8051/


Pflegemanagement im Fernstudium : eine Evaluationsstudie zum Qualifikationsprofil des Diplomstudienganges Pflegemanagement an der Hamburger Fern-Hochschule (HFH)

Rosenthal, Thomas

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SWD-Schlagwörter: Evaluation , Pflegemanagement , Fernstudium , Diplomstudiengang , Qualifikation
Basisklassifikation: 71.04 , 70.04
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Oppolzer, Alfred (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.07.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 06.09.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Der Diplomstudiengang Pflegemanagement an der Hamburger Fern-Hochschule bereitet die Studierenden im Fernstudium theoretisch und praktisch auf die vielfältigen komplexen Managementaufgaben in Organisationen mit Pflegebezug vor. Der grundständige Studiengang Pflegemanagement bietet vor allem berufserfahrenen Pflegekräften die Möglichkeit, das damit verbundene notwendige Wissen sowie die entsprechenden Kompetenzen und Qualifikationen berufsbegleitend zu erwerben. Der grundständige Studiengang Pflegemanagement ordnet sich in die Studienstruktur und in das Studienkonzept der Hamburger Fern-Hochschule ein. Er besteht aus einem eher theoriebezogenen Grundstudium sowie einem stärker anwendungsorientierten Hauptstudium mit individuellen Wahlmöglichkeiten und tätigkeitsbezogenen Akzentsetzungen bzw. arbeitsfeldorientierten Differenzierungsmöglichkeiten.

Im Rahmen eines synoptischen Vergleichs der Studienordnungen und Prüfungsordnungen aller 29 grundständigen Studiengänge in Deutschland zum Bereich Pflegemanagement (seit den 1990er Jahren bis zur Umstellung der Studienstrukturen an den Hochschulen) kann der grundständige Studiengang Pflegemanagement der Hamburger Fern-Hochschule in die managementorientierten und bereichsspezifischen Studiengänge eingruppiert werden. Diese
Diplomstudiengänge bereiten die Studierenden akademisch auf Leitungs- und Führungsaufgaben der (vertikalen) mittleren und oberen Managementebenen vor. Im Vergleich zu den anderen Diplomstudiengängen in dieser Gruppe betont der grundständige Studiengang Pflegemanagement an der Hamburger Fern-Hochschule besonders eine betriebswirtschaftliche und managementorientierte Qualifikation – beispielsweise durch die Wahlpflichtfächer Personalmanagement, Qualitätsmanagement, Organisationsmanagement.

Der grundständige Studiengang Pflegemanagement an der Hamburger Fern-Hochschule bietet als ein besonderes Kennzeichen das Studienfach Pflegemanagement an (St. Galler Managementansatz) – damit ist im Studium eine Reflexion über das Pflegemanagement und eine Konzeptualisierung von Pflegemanagement unter einer ganzheitlichen Perspektive gegeben.

Die Präsenzveranstaltungen sind methodisch vielfältig angelegt – Methoden wie die Zukunftswerkstatt sind integraler Bestandteil der akademischen Qualifizierung. Die Zukunftswerkstatt wird insgesamt sehr positiv bewertet. Eine Inhaltsanalyse der Präsenzphase auf der Basis eines entwickelten Kategorienschemas weist dies nach. Allerdings wird das ursprünglich im Curriculum ausgewiesene interdisziplinäre Planspiel in der Präsenzphase nicht angeboten – ein fächerübergreifend (ganzheitlich) angelegtes Planspiel für die akademische Managementausbildung im Pflegebereich wird für sinnvoll erachtet.

Die Potenziale der methodischen Vermittlungsmöglichkeiten in einem präsenzgestützten, managementorientierten Studiengang an der Hamburger Fern-Hochschule werden im Diplomstudiengang Pflegemanagement für (zukünftige) Führungskräfte nicht voll entfaltet. Beim Transfer von Inhalten werden zwar Methoden wie Fallbeispiel, Anwendung oder Bewertung als Formen „auf die Praxis“ in der Präsenzlehre eingesetzt, aber der Transfer von Inhalten „aus der Praxis“ wie Problem, Anforderung oder Projekt wird zu wenig systematisch in der Präsenzlehre berücksichtigt.

Weiteres Kennzeichen des grundständigen Studienganges ist der nach didaktischen Kriterien gestaltete Studienaufbau und nach deduktiven Prinzipien geformte Studienablauf.

Anlage und Ergebnis der Studie
Die vorliegende Studie fragt dabei grundsätzlich nach der Umsetzung bzw. Ausgestaltung der Bewertungskriterien im grundständigen Studiengang Pflegemanagement im Zusammenhang mit dem Hamburger Fernstudienmodell.

Die Dissertation versucht, Aspekte der allgemeinen Managementlehre und spezifische Facetten einer Konzeption von Pflegemanagement sowie Ergebnisse empirischer Studien zu den Qualifikationsanforderungen zum Pflegemanagement auf den Diplomstudiengang Pflegemanagement an der Hamburger Fern-Hochschule zu beziehen.

Zur Evaluation des grundständigen Studienganges Pflegemanagement werden die Bewertungskriterien herangezogen zur Struktur des Selbststudiums (didaktischer Aufbau und Abfolge des Studienganges und der Studienfächer, Gewichtung und Bedeutung der Studienfächer und Studieninhalte, didaktische Strukturierung der Studienmaterialien, Praxisrelevanz und Anwendungsbezug) und zur Struktur der Präsenzphase (Gewichtung und Bedeutung der Studienfächer und Studieninhalte, methodische Vielfalt und Medieneinsatz im Studiengang und im Studienfach, didaktische Strukturierung der Präsenzlehre, Praxisrelevanz und Anwendungsbezug). Darüber hinaus beziehen sich die Evaluationskriterien auf das Verhältnis Selbststudium – Präsenzphase (quantitative Relation, inhaltliche Verzahnung, ausgewogenes Verhältnis) und auf das Verhältnis Berufliche Tätigkeit – Fernstudium (eigenständige Erarbeitung von Problemlösungen, theoretisches Wissen in der beruflichen Tätigkeit anwenden, aus der beruflichen Tätigkeit wissenschaftliche Fragestellungen ableiten). Studierbarkeit (zeitlicher Aufwand) und Zufriedenheit mit dem grundständigen Studiengang Pflegemanagement im Hinblick einerseits auf die Qualität der Lehre (Studierendenbefragung) und andererseits auf die Qualität des Studiums (Absolventenbefragung) sind weitere Kriterien.

Die vorliegende Studie analysiert einerseits sekundäranalytisch die zur Verfügung gestellten internen Rohdaten der Hamburger Fern-Hochschule zum grundständigen Studiengang Pflegemanagement (im Hinblick auf die Bewertungskriterien Qualität der Lehre und Qualität des Studiums) und andererseits inhaltsanalytisch die vorliegenden Materialien und Dokumente zum grundständigen Studiengang Pflegemanagement (von 1998 bis 2014) im Hinblick auf die Bewertungskriterien Struktur des Selbststudiums, Struktur der Präsenzphase und zum Verhältnis von Selbststudium zur Präsenzphase sowie zur Studierbarkeit.

Methodischer Kern und inhaltlicher Fokus der Dissertation ist die Inhaltsanalyse der Hausarbeitstitel der drei im grundständigen Studiengang Pflegemanagement abzuleistenden schriftlichen (freigewählten) Hausarbeiten – dazu wird ein allgemein anwendbares Kategorienschema induktiv entwickelt und auf 2.450 Hausarbeitsthemen deduktiv angewandt und nach Begriffen bzw. Begriffspaaren in Haupt- und Nebenkategorien quantitativ im Hinblick auf das Bewertungskriterium Verhältnis der beruflichen Tätigkeit zum Fernstudium ausgewertet.

Die Ergebnisse der Studierendenbefragung zur Qualität der Lehre (Einschätzung der Qualität des Studienmaterials, Zufriedenheit mit der Präsenzlehre und mit dem Studium insgesamt) und der Absolventenbefragung zur Qualität des Studiums (Studienerfolg im Hinblick auf die Vermittlung beruflicher Kompetenzen) sind durchweg positiv.

Der grundständige Studiengang Pflegemanagement zeichnet sich sowohl durch ein ausgewogenes Verhältnis der beiden zentralen Studienfächer Allgemeine und Spezielle Betriebswirtschaftslehre sowie Pflegewissenschaft als auch durch eine starke Managementorientierung aus; insbesondere mit den Studienschwerpunkten Personalmanagement, Qualitätsmanagement und Organisationsmanagement sowie dem Studienfach Projektmanagement werden spezifische (praxisrelevante) Managementqualifikationen ausgebildet – darüber hinaus wird durch eine arbeitsfeldorientierte Differenzierungsmöglichkeit im Studium (Stationäre Krankenversorgung, Stationäre Altenhilfe, Ambulante Dienste) den besonderen Anforderungen und Herausforderungen im Managen dieser Einrichtungen Rechnung getragen.

Es zeigt sich zunächst exemplarisch und bei den Universitätskliniken eine Tendenz, dass zunehmend vielfältigere Managementaufgaben wie Organisationsaufgaben, Steuerungsaufgaben oder Koordinationsaufgaben auf die untere Managementebene (Stationsleitung) verlagert werden – damit sollen die höheren Führungseben nicht nur entlastet werden, sondern sich auch zunehmend mehr auf strategische Aufgaben konzentrieren können. In diesem Zusammenhang gewinnen strategische Aufgaben für die akademische Qualifizierung (obere Managementfunktionen in der Führungspyramide) an Bedeutung.

Das Thema Strategie bzw. strategisches Management spielt im grundständigen Studiengang Pflegemanagement (Analyse der Studieninhalte) kaum eine Rolle (wird aber auch in der Managementlehre betont). Da die akademische Qualifikation sich auf das mittlere und vor allem auf das obere Pflegemanagement bezieht, wird diesem Themenbereich im Studium zu wenig Bedeutung beigemessen. Darüber hinaus fehlt in Anlehnung an die Erfolgsprinzipien wirksamer Führung das Thema Entscheidung im grundständigen Studiengang Pflegemanagement (Entscheidungstheorie; organisatorische Entscheidungsprozesse, psychologische Aspekte der Entscheidungsfindung).

Die vorliegende Studie konzeptualisiert auf der theoretischen Ebene das Pflegemanagement als ethisch, ethnisch und sozial orientiertes Management in Organisationen mit Pflegebezug. Die Themen der Ethik und Ethnizität werden im Diplomstudiengang Pflegemanagement im Kontext des Studienfaches Pflegewissenschaft behandelt – thematisch finden sie aber keinen Niederschlag weder in den managementorientierten Studienfächern (Ethik und Management, Führungsverantwortung) noch in den Diplomarbeitsthemen der Studierenden. Insgesamt könnte dem Thema Personalführung bzw. Mitarbeiterführung mehr Bedeutung beigemessen werden. Das Studienfach Arbeitswissenschaft hat im Kontext der sozialen Orientierung des Pflegemanagements (gesundheitliche Arbeitsgestaltung, menschengerechte Arbeitsorganisation) einen hohen Stellenwert im Studiengang. Der Bedeutung der Organisationskultur in neueren Managementansätzen und der Organisationsentwicklung in der verhaltenswissenschaftlichen Managementlehre wird im gemeinsamen Studieninhalt und im Wahlpflichtfach Organisationsmanagement Rechnung getragen.

Die Diplomarbeiten werden überwiegend zum Thema Pflege und Pflegwissenschaft geschrieben (berufliche Orientierung); allerdings beziehen sich insgesamt 45 % der Diplomarbeiten auf die Bereiche Betriebswirtschaft und Management, Personal und Führung sowie Organisation und Organisationsentwicklung – einerseits analysieren und reflektieren die Studierenden relevante Aspekte aus der Pflege und andererseits zeigt sich die deutliche Managementorientierung des grundständigen Studienganges (Qualifikationsprofil) auch in den Diplomarbeiten (Themenprofil).

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