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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-80670
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/8067/


Der Erwerb von Rhythmus und Intonation in Französisch und Deutsch als Fremdsprache

Seoudy, Jeanette

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SWD-Schlagwörter: Satzmelodie , Fremdsprache , Muttersprache
Basisklassifikation: 18.22 , 17.14 , 17.53 , 18.09 , 17.43
Institut: Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sprache, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gabriel, Christoph (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.02.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 15.09.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Der Erwerb einer Fremdsprache geht mit dem Transfer muttersprachlicher Strukturen in die Zielsprache einher. Als Konsequenz ergibt sich beim Lerner ein fremdsprachlicher Akzent, der insbesondere im Bereich der Phonologie häufig lebenslang erhalten bleibt. Dabei sind meist nicht nur segmentale Abweichungen sondern auch suprasegmentale Unterschiede wahrnehmbar, die sich z. B. in Form eines abweichenden Sprachrhythmus oder einer auffälligen Intonation äußern.
Zur genaueren Beschreibung des Rhythmus und der Intonation des Französischen und Deutschen als Fremdsprache untersucht die Studie beide Erscheinungen, die in beiden Sprachen jeweils unterschiedliche Charakteristika aufweisen: Während der deutsche Sprachrhythmus als akzentzählend gilt, wird dem Französischen ein silbenzählender Rhythmus zugesprochen. Bezüglich der Intonation ist das Deutsche durch eine Ausrichtung des Grundfrequenzverlaufs an betonten Silben charakterisiert, wohingegen sich die französische Sprechmelodie primär an prosodischen Phrasen orientiert.
Als Datengrundlage dient ein Korpus gesprochener Sprache, das Aufzeichnungen gelesener und semi-spontaner Sprache von zehn deutschen und zehn französischen Studierenden in Mutter- und Fremdsprache umfasst und somit ein kontrastives Vorgehen erlaubt.
Im Hinblick auf den Sprachrhythmus bestätigt die Analyse der gelesenen L1-Daten zunächst die Erkenntnisse bisheriger Untersuchungen: Für das Deutsche weisen die Ergebnisse auf einen akzentzählenden, für das Französische auf einen silbenzählenden Rhythmus hin. Diese Unterscheidung bleibt auch bestehen, wenn sich das Material für beide Sprachen hinsichtlich struktureller Eigenschaften und lautlicher Zusammensetzung angleicht. Für die Lerner zeigt sich, dass deren Ergebnisse zwischen denen ihrer Mutter- und Zielsprache liegen, wobei eine gewisse Abhängigkeit vom Material festgestellt werden kann. Eine Erklärung der Ergebnisse findet sich bei genauerer Betrachtung ausgewählter Segmente, die im Deutschen und Französischen mit unterschiedlicher Dauer realisiert werden.
Im Hinblick auf die Intonation zeigt sich, dass die deutschsprachigen Lerner die zielsprachliche Intonation schon sehr sicher realisieren, wohingegen sich im Grundfrequenzverlauf der französischen Lerner Spuren der Muttersprache finden lassen. Im Gegensatz dazu haben die französischen Lerner weniger Probleme, den F0-Verlauf in einen passenden pitch range einzupassen, während die deutschen Lerner hier Schwierigkeiten haben.
Für einen abschließenden Perzeptionstest wurden ausgewählte Aufnahmen der Lerner beider Sprachen dahingehend verändert, dass sie sich im Hinblick auf die suprasegmentalen Erscheinungen Rhythmus und Intonation muttersprachlichen Musteraufnahmen annähern. Die Bewertung durch Muttersprachler zeigt, dass allein eine Verbesserung von Rhythmus und Intonation zur Wahrnehmung eines weniger stark ausgeprägten Akzents führen kann.

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