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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-86715
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8671/


Macroeconomic imbalances in the process of European integration : theoretical considerations and empirical evidence

Makroökonomische Ungleichgewichte im Europäischen Integrationsprozess : theoretische Überlegungen und empirische Belege

Lyncker-Ehrenkrook, Konrad Nikolaus von

Originalveröffentlichung: (2016) Chapter 6 is published as: Lyncker, K. v. and Thoennessen, R. (2017). Regional Club Convergence in the EU: Evidence from a Panel Data Analysis. Empirical Economics, 52(2):525–553.
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SWD-Schlagwörter: Europäische Integration , Wirtschaftliche Integration , Makroökonomie , Regionalwirtschaft , Eurozone , Währungsunion
Freie Schlagwörter (Deutsch): Saldenmechanik , Einkommensidentitäten , Walters Critique , log t Regressionstest , Klub-Konvergenz
Freie Schlagwörter (Englisch): balances mechanics , income accounting , Walters Critique , log t regression test , club convergence
Basisklassifikation: 83.40 , 83.31 , 83.03 , 83.10 , 83.44
Institut: Wirtschaftswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Straubhaar, Thomas (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.07.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 15.08.2017
Kurzfassung auf Englisch: This dissertation has a twofold agenda: first, macroeconomic imbalances within the Eurozone are assessed from a theoretical perspective; secondly, regional per capita income growth patterns within the EU are investigated using empirical methods.

Chapter 2–3 examine the effect of a negative real interest rate shock on macroeconomic variables, in particular on the current and capital accounts. In Chapter 2 it is argued that the allocation mechanism for interest-bearing capital in a monetary union differs from that in a regime with monetarily autonomous states. Since the demand for capital is driven by real values and the supply by nominal values (real costs vs. nominal returns), capital does not allocate efficiently. Moreover, given equal nominal interest rates across a monetary union, capital demand is the only effective driver of allocation and causes self-enforcing, pro-cyclical, and ultimately inefficient flows. Chapter 3 illustrates how in light of a demand-driven capital allocation a negative real interest rate shock affects various macroeconomic variables. The incorporation of a microeconomic model into a system of income accounting reveals that various developments observable in the Eurozone can be explained by a real interest rate shock on a static system, thereby questioning the assertion that irresponsible behavioral changes have caused the emergence of macroeconomic imbalances.

Chapter 4–6 investigate regional per capita income growth patterns within the European Union and examine whether the observed clusters can be explained by the club convergence hypothesis. In this respect, Chapter 4 provides a methodological contribution. Monte-Carlo simulations are employed to assess the improvement in clustering precision if the Phillips and Sul (2007) clustering algorithm is followed by a club merging algorithm instead of a club merging rule (Phillips and Sul, 2009). Moreover, this extended clustering procedure is compared to a novel hierarchical clustering algorithm. Results reveal that both new methods considerably improve the precision of clustering. In Chapter 5 the previous methods as well as a novel club core identification procedure are applied to a panel of 68 NUTS-1 regions. The study in Chapter 6 extends the Phillips and Sul (2007) algorithm by two post-clustering algorithms and uses these methods and an ordered logit model to assess club convergence in per capital income across 194 NUTS-2 regions. The results in Chapter 5 indicate that heterogeneity across European regions has been growing in the past 13 years, thereby strengthening the importance of the club convergence hypothesis. The latter is explicitly confirmed in Chapter 6.

Overall findings indicate that the European integration process has in parts failed to achieve its own objectives. The key policy challenges are to adjust the pace of integration to its natural limitations and to find a sensitive way to handle a multi-speed Europe.

Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Dissertation hat zwei Schwerpunkte: zum einen werden makroökonomische Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone aus einer theoretischen Perspektive beleuchtet, zum anderen werden regionale Wachstumsmuster des pro-Kopf Einkommens innerhalb der EU mit Hilfe empirischer Methoden untersucht.

Die Kapitel 2–3 befassen sich mit den Effekten eines negativen Realzins-Schocks auf makroökonomische Variablen, insbesondere auf die Leistungs- und Kapitalbilanz. In Kapitel 2 wird postuliert, dass in einer Währungsunion der Allokationsmechanismus für zinsvergütetes Kapital anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt als in einem Regime mit monetär autonomen Staaten. Da die Kapitalnachfrage von realen, das Kapitalangebot hingegen von nominalen Variablen abhängt (reale Kosten ggü. nominalen Erträgen), ist die Kapitalallokation nicht effizient. Ferner ist in Anbetracht gleicher nominaler Zinsen innerhalb einer Währungsunion nur die Kapitalnachfrage ein wirksamer Allokationstreiber, was zu selbstverstärkenden, prozyklischen und letztlich ineffizienten Kapitalflüssen führt. Kapitel 3 veranschaulicht, wie sich im Lichte einer nachfragebedingten Kapitalallokation ein negativer Realzinsschock auf verschiedene makroökonomische Variablen auswirkt. Die Einbettung eines mikroökonomischen Modells in ein System aus Einkommensidentitäten zeigt auf, dass verschiedene Entwicklungen, die in der Eurozone zu beobachten waren, mit einem Realzins-Schock auf ein statisches System erklärt werden können. Dieses Ergebnis stellt die Behauptung, dass verantwortungslose Verhaltensänderungen das Entstehen makroökonomischer Ungleichgewichte verursacht haben, in Frage.

In den Kapiteln 4–6 werden regionale Wachstumsmuster des pro-Kopf Einkommens innerhalb der Europäischen Union untersucht. Ferner wird analysiert, ob die zu beobachtenden Cluster mit Hilfe der Klub-Konvergenz Hypothese erklärt werden können. Zu diesem Zweck liefert Kapitel 4 zunächst einen methodischen Beitrag. Es kommen Monte-Carlo-Simulationen zum Einsatz, um Cluster-Verbesserungen für den Fall zu bewerten, in welchem der Phillips–Sul (2007) Clusteralgorithmus durch einen Klub-Fusionsalgorithmus anstatt durch eine einfache Fusionsregel (Phillips und Sul, 2009) komplementiert wird. Zudem wird diese erweiterte Methode mit einem neuen hierarchischen Clusteralgorithmus verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass beide neu vorgeschlagenen Verfahren die Güte der Clusterbildung erheblich verbessern. In Kapitel 5 kommen die neuen Methoden sowie ein innovatives Verfahren, welches die Kernregionen der Klubs identifiziert, bei der Untersuchung eines 68 NUTS-1-Regionen umfassenden Panels zum Einsatz. Die Studie in Kapitel 6 erweitert den Phillips–Sul (2007)-Clusteralgorithmus um zwei nachgelagerte Algorithmen. Anschließend werden diese Methodik sowie eine logit-Regression angewandt, um zu überprüfen, ob die Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens in 194 NUTS-2-Regionen durch Klub-Konvergenz bedingt ist. Die Ergebnisse in Kapitel 5 deuten darauf hin, dass die Heterogenität zwischen Europäischen Regionen in den letzten 13 Jahren gewachsen ist. Dieses Ergebnis veranschaulicht die steigende Relevanz der Klub-Konvergenz-Hypothese, die in Kapitel 6 explizit bestätigt werden kann.

In der Gesamtschau finden sich Hinweise, dass der Europäische Einigungsprozess in Teilen an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. Die sich ergebenden politischen Herausforderungen beinhalten insbesondere eine stärkere Orientierung der Integrationsgeschwindigkeit an den natürlichen Integrationsgrenzen sowie politisch weitsichtiges Handeln in Anbetracht eines Europas der multiplen Geschwindigkeiten.

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