FAQ
© 2017 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute10.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-86979
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8697/


Differential Effectiveness of a Brief Motivational Intervention for Children and Adolescents Following Acute Alcohol Intoxication in the Emergency Department

Differentielle Wirksamkeit einer motivierenden Kurzintervention für Kinder und Jugendliche nach akuter Alkoholintoxikation im Notfallsetting

Diestelkamp, Silke

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (4.075 KB) 


SWD-Schlagwörter: Alkohol , Jugend , Intervention , Krankenhaus
Freie Schlagwörter (Deutsch): Motivierende Kurzintervention , Adoleszenz , Notfallsetting
Freie Schlagwörter (Englisch): Brief Motivational Intervention , Children , Adolescents , Alcohol Intoxication , Emergency Department
Basisklassifikation: 44.11 , 44.07 , 77.53 , 77.56 , 77.55
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Härter, Martin (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.07.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 01.09.2017
Kurzfassung auf Englisch: Background. Brief interventions (BI) in the emergency department (ED) provide an opportunity to motivate children and adolescents with risky alcohol use to reduce consumption. However, evidence of effectiveness of this approach is inconclusive. Against the theoretical background of motivational interviewing and the dual process framework of adolescent risk behaviour, this cumulative dissertation examined effectiveness and differential effectiveness of a brief motivational intervention (BMI) delivered in the presumed teachable moment potentially associated with medical treatment as a result of an acute alcohol intoxication (AAI).
Method. The methodological, conceptual, and empirical background for investigation of this research question were elaborated in a study protocol for a randomized controlled trial (RCT) testing the effectiveness of this approach, a systematic review on effectiveness of alcohol BIs for adolescent ED patients and an intervention manual for the delivery of a BMI for children and adolescents following an AAI. Characteristics of the target population with regard to habitual drinking and associated psychosocial problems were investigated using latent class analysis. Effectiveness of the BMI was tested in a RCT against treatment as usual (TAU), which comprised an information leaflet on alcohol-associated risks. Patient variables, counsellor variables and intervention content were examined as potential moderators of intervention effectiveness.
Results. N = 316 ED patients aged 12 to 17 years participated in the RCT. Latent class analysis of habitual drinking identified 5 distinct classes with 61.2% habitually consuming at low-risk. At-risk and high-risk drinking classes showed heterogeneous patterns of habitual drinking with high-risk drinking being most strongly associated with psychosocial problems. Mixed-effects analysis of covariance of data from the RCT revealed that participants who received the BMI did not reduce alcohol consumption and alcohol-related problems statistically significant stronger than participants who received TAU. Among the potential moderators analysed, multiple regression analyses revealed that perceived counsellors' positive affirmation was associated with greater readiness to change alcohol use after the BMI as was younger age of study participants and finishing the BMI with a goal setting agreement.
Conclusion. Superiority of the BMI over TAU in reducing alcohol consumption and related problems in adolescent AAI patients was not found in this study. However, analysis of habitual drinking and moderator analyses hold implications for further developments of the BMI in order to potentially enhance effectiveness of support for this target population.
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund. Kurzinterventionen im Notfallsetting sind eine Möglichkeit, riskant Alkohol konsumierende Kinder und Jugendliche zu einer Reduktion des Konsums zu motivieren. Die Evidenz zur Wirksamkeit dieses Ansatzes ist jedoch uneinheitlich. Vor dem theoretischen Hintergrund der motivierenden Gesprächsführung und des dualen Prozessmodells jugendlichen Risikoverhaltens wurde in dieser kumulativen Dissertation die Wirksamkeit und differentielle Wirksamkeit einer motivierenden Kurzintervention untersucht, die in dem theoretisch angenommenen Moment erhöhter Lernbereitschaft durchgeführt wird, der mit einer Behandlung aufgrund einer akuten Alkoholintoxikation potentiell assoziiert ist.
Methode. Der methodische, konzeptuelle und empirische Hintergrund für die Untersuchung dieser Forschungsfrage wurde in dem Studienprotokoll einer randomisiert kontrollierten Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit dieses Ansatzes ausgearbeitet, sowie anhand einer systematischen Literaturübersicht zur Wirksamkeit von Kurzinterventionen bei Jugendlichen, die aufgrund eines alkoholbedingten Vorfalls notfallmedizinisch behandelt werden und einem Interventionsmanual für die Durchführung einer motivierenden Kurzintervention mit Kindern und Jugendlichen nach einer Alkoholintoxikation. Charakteristika der Zielpopulation im Hinblick auf habituellen Alkoholkonsum und assoziierte psychosoziale Probleme wurden anhand einer latenten Klassenanalyse untersucht. Die Wirksamkeit einer motivierenden Kurzintervention wurde im Vergleich zur Standardbehandlung (Informationsbroschüre zu alkoholbezognene Risiken) in einer randomisiert kontrollierten Studie getestet. Patientenvariablen, Beratervariablen und Inhalt der Intervention wurden als potentielle Moderatoren der Wirksamkeit untersucht.
Ergebnisse. N = 316 Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren nahmen an der Studie teil. Die latente Klassenanalyse der habituellen Trinkmuster identifizierte 5 distinkte Klassen, worunter 61.2% habituell wenig riskant konsumierten. Die riskant und hoch-riskant konsumierenden Klassen zeigten heterogene Muster habituellen Alkoholkonsums, wobei hoch-riskantes Trinken am stärksten mit psychosozialen Problemen assoziiert war. Die Analyse der Daten der randomisiert kontrollierten Studie mittels gemischter Modelle zeigte, dass Studienteilnehmer, die die motivierende Kurzintervention erhalten hatten ihren Alkoholkonsum und alkoholbezogene Probleme nicht signifikant stärker reduzierten als Teilnehmer, die die Standardbehandlung erhalten hatten. Unter den untersuchten Moderatoren zeigte die multiple regressionsanalytische Auswertung, dass eine stärker wahrgenommene Wertschätzung durch den Berater mit einer größeren Bereitschaft zur Veränderung des Alkoholkonsums nach der Intervention einherging. Jüngeres Alter der Studienteilnehmer sowie das Beenden der Intervention mit einer Zielvereinbarung waren ausserdem mit einer höheren Veränderungsbereitschaft assoziiert.
Schlussfolgerung. Eine Überlegenheit der motivierenden Kurzintervention gegenüber der Standardbehandlung in Bezug auf eine Reduktion des Alkoholkonsums und alkoholbezogener Probleme wurde in dieser Studie nicht gefunden. Die Analyse der habituellen Trinkmuster und die Moderatorenanalyse liefern jedoch Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung der Intervention, um eine mögliche Verbesserung der Wirksamkeit eines Beratungsangebotes für diese Zielgruppe zu erreichen.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende