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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-87967
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8796/


Brazil-Turkey Relations : a role theoretical analysis of emerging powers

Brasilien-Türkei Beziehungen : eine rollentheoretische Analyse aufstrebender Mächte

Güzeldere, Ekrem Eddy

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SWD-Schlagwörter: Türkei , Brasilien , Rollentheorie , Außenpolitik , Internationale Politik
Freie Schlagwörter (Englisch): Turkey , Brazil , role theory , emerging powers , international relations
Basisklassifikation: 89.70 , 89.00 , 89.90
Institut: Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Politik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Nolte, Detlef (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.10.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 03.11.2017
Kurzfassung auf Englisch: The present Ph.D. thesis deals with the Brazil-Turkey relations, especially its intensification since 2004. Although the bilateral relations officially already exist since 1858, they only have really intensified during the AKP/PT governments/presidencies. In particular in the period 2004-2010, the political relations saw an until then unknown intensity, which in 2010 led to the joint effort to mediate in the Iranian nuclear program and the signing of a comprehensive Strategic Partnership. In the same period, the trade volume increased eight times to almost three billion USD. Besides the political and economic relations, the academic and cultural relations remained on a low level. This has also to do with the fact that so far very few citi¬zens live in the other’s country.

Since 2011 both the political and economic relations have been losing intensity. This is by and large due to the domestic problems in Brazil and the wars in Turkey’s Southern neigh¬bors. Both had as a consequence that the two countries concentrate more on domestic issues or the immediate neighborhood. Since it cannot be expected any time soon that the economic situation in Brazil will improve or the war in Syria will end, it cannot be expected either that the bilateral relations will gain in intensity in the foreseeable future.

The thesis is divided into two parts and several sub-chapters. In the first part the theoretic frame is explained and relevant aspects of the foreign policies of both countries. The second part is dedicated to several aspects of the bilateral relations.
The theoretic frame of the thesis is role theory, which has been used in foreign policy analysis since 1970. Brazil and Turkey are categorized as emerging powers whose foreign policy roles include the intensification of relations with other emerging powers outside their home regions. For this, there are two main motivations: firstly, to increase the status in the global hierarchy and secondly to find new markets for the national economies. Both countries fulfill the objective criteria of emerging powers. They dominate according to military, economic, demographic and soft power criteria their neighborhood. Beyond that their politicians voice role conceptions of an emerging or regional power. Both states after the end of the Cold War developed a more active and global foreign policy.

Brazil and Turkey in the period from 2003 to 2011 acted according to the role of emerging powers, but with the appearance of domestic problems could not sustain it. For the near future no major changes of the relations are to be expected. A re-intensification in particular depends on the economic situation in Brazil and the developments in Turkey’s neighborhood. Since the role conception has not change, it can be expected that after overcoming those problems, the two countries will try to return to the intensive phase until 2011.
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Doktorarbeit behandelt die Brasilien-Türkei Beziehungen, vor allem deren Intensivierung seit 2004. Obwohl die bilateralen Beziehungen offiziell bereits seit 1858 bestehen, haben sie sich erst unter den AKP/PT Regierungen/Präsidentschaften wirklich intensiviert. Vor allem in der Zeitspanne 2004 bis 2011 erlebten die politischen Beziehungen eine nie dagewesene Intensität, die 2010 in dem gemeinsamen Versuch, im iranischen Nukle-arprogramm zu vermitteln, mündeten und in der Unterzeichnung einer umfassenden Strategi-schen Partnerschaft. Das Handelsvolumen konnte in der gleichen Periode um das Achtfache auf fast drei Milliarden USD gesteigert werden. Neben den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, sind die akademischen und kulturellen Beziehungen auf niedrigem Niveau geblieben. Dies hängt auch damit zusammen, dass nur sehr wenige Staatsbürger im jeweils anderen Land leben.
Seit 2011 haben jedoch sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen Beziehungen an Intensität verloren. Dies hängt vor allem mit innenpolitischen Problemen in Brasilien zusam-men und den Kriegen in den südlichen Nachbarländern der Türkei. Beides hat zur Folge, dass sich die Länder mehr auf sich und die nähere Umgebung konzentrieren. Da nicht erwartet werden kann, dass sich die wirtschaftliche Lage in Brasilien schnell verbessert und der Krieg in Syrien bald endet, kann auch nicht erwartet werden, dass die bilateralen Beziehungen auf absehbare Zeit wieder an Intensität gewinnen.

Die Arbeit teilt sich grob in zwei Teile und mehrere Unterkapitel. Im ersten Teil wird der theoretische Rahmen dargelegt und relevante Aspekte der Außenpolitiken der beiden Länder behandelt. Im zweiten Teil werden mehrere Aspekte der bilateralen Beziehungen dargestellt und analysiert.
Der theoretische Rahmen der Arbeit ist die Rollentheorie, die seit 1970 in der Außenpolitik-forschung Anwendung findet. Brasilien und die Türkei werden als aufstrebende Mächte defi-niert, zu deren außenpolitischen Rollen die Intensivierung der Beziehungen mit anderen auf-strebenden Mächten außerhalb der Heimatregionen gehört. Dafür gibt es vor allem zwei Beweggründe: erstens, den Status in der globalen Staatenhierarchie zu steigern und zweitens, neue Absatzmärkte für die heimische Wirtschaft zu erschließen. Beide Länder erfüllen die objektiven Kriterien, um als aufstrebende Mächte zu gelten, sie dominieren nach militäri¬schen, wirtschaftlichen, demographischen und soft power Kriterien ihre Nachbarschaft. Ihre führenden Politiker äußern darüber hinaus die Rollenkonzeption einer aufstrebenden Macht bzw. einer Regionalmacht. Beide Länder entwickelten nach dem Ende des Kalten Krieges eine aktivere und globale Außenpolitik.

Brasilien und die Türkei haben sich in der Zeit von 2003 bis 2011 durchaus der Rolle als auf-strebende Macht verhalten, konnten dies aber mit Eintreten innenpolitischer Probleme nicht aufrecht erhalten. Für die nahe Zukunft ist keine Änderung der Beziehungen zu erwarten, eine Re-Intensivierung hängt vor allem von der wirtschaftlichen Situation in Brasilien und der Situation in der Nachbarschaft der Türkei zusammen. Da sich die Rollenkonzeption nicht verändert, kann erwartet werden, dass nach Überkommen der Probleme auch wieder an der intensiven Phase bis 2011 angeknüpft wird.

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