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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-88917
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2017/8891/


Inzidenz und klinisches Outcome bei Intensivpatienten mit schwerer Sepsis und septischem Schock

Ladewig, Linn

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Basisklassifikation: 44.69
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Kluge, Stefan (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.11.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 21.12.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Weltweit erkranken pro Jahr ca. 31,5 Mio. Menschen an einer Sepsis, von denen 5,3 Mio. versterben. Die durchgeführte prospektive Studie konnte zeigen, dass die schwere Sepsis weiterhin eine häufige und lebensbedrohliche Erkrankung auch in der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf darstellt. Anders als in anderen internationalen Studien konnte keine Zunahme der Inzidenz festgestellt werden. Im Vergleich zur deutschen Prävalenzstudie aus dem Jahre 2003 ist die Mortalität der schweren Sepsis zudem leicht gefallen, ist aber weiterhin alarmierend hoch. Bei der Mehrzahl der Erkrankungsfälle handelt es sich um nosokomiale Infektionen. Es ist also nötig, weitere Maßnahmen zur Vermeidung solcher Infektionen zu ergreifen. Auffällig ist, dass es auch in dieser Untersuchung nur einen geringen Anteil positiver Blutkulturen gab. Erhöhte Infektionsparameter waren nachweisbar, allerdings hatten die untersuchten Biomarker keine gute Vorhersagekraft für die Mortalität. Biomarker, wie insbesondere das Procalcitonin, können bei der Diagnosestellung hilfreich sein, eignen sich jedoch nicht als Goldstandard. Der intensivmedizinische „SAPS-II-Score“ war bei Patienten mit schwerer Sepsis im Vergleich zu nicht-septischen Patienten signifikant erhöht. Auch eine gute Vorhersagekraft für die Mortalität konnte gezeigt werden. Ebenfalls eine gute Prognosefähigkeit besitzt in dieser Erhebung der „SOFA-Score“. Ein Großteil der Patienten mit schwerer Sepsis litt an mehreren Organdysfunktionen, hierbei waren Oxygenierungsstörungen und Hypotension am häufigsten.
Im Vergleich zur nationalen INSEP-Studie war die Inzidenzrate für eine schwere Sepsis in der Untersuchungspopulation des Universitätsklinikum Eppendorfs deutlich geringer als in der Gesamtstudie. Ein weiterer relevanter Unterschied zeigte sich bei den nosokomialen Infektionen. In der Gesamtstudie wurde ein Großteil der Infektionen auf der Intensivstation erworben, während diese im Patientenkollektiv des UKEs nur einen geringen Anteil der nosokomialen Infektionen ausmachte. Im Hinblick auf die Laborparameter, die Prävalenz, die Mortalität sowie die Erregerdiagnostik ergaben sich keine größeren Unterschiede zwischen der Untersuchungsgruppe am UKE und der Population der INSEP-Studie.
Die Datenerhebung zeigt also, dass die Sepsis nach wie vor eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt, die einer größeren Aufmerksamkeit bedarf als bisher. Es sollten deshalb weitere große epidemiologische Studien durchgeführt werden, um mögliche Veränderungen in der Inzidenz und Mortalität in den kommenden Jahren dokumentieren und entsprechend handeln zu können.
Kurzfassung auf Englisch: On a world-wide scale there are about 31,5 Mio. cases of sepsis annually, out of which 5,3 Mio are fatal. This prospective study was able to show that severe sepsis is still a common and life-threatening illness in the intensive care unit at the University Medical Center Hamburg-Eppendorf. Contrary to the results of other international studies, no increase in cases was found. In comparison with the 2003 German study on prevalence, mortality of severe sepsis has slightly decreased. However, it is still alarmingly high. In the majority of the cases sepsis was caused by nosocomial infections. Accordingly, further measures to prevent such infections need to be taken. It is conspicuous that in this study there was again only a marginal number of positive blood cultures. Elevated infection parameters were detectable. However, the predictive power of the studied biomarkers was disappointingly low. Biomarkers, especially Procalcitonin, can be helpful for diagnosis, but they do not sufficiently characterize patients at risk for later mortality. The "SAPS-II-Score" was significantly elevated in patients with severe sepsis compared to non-septic patients. A good predictive capability for mortality could be demonstrated. In this study the "SOFA-Score" offered good indications. A large part of patients with severe sepsis was suffering from multiple organ dysfunctions, most frequently from oxygenation disorders and hypotension.
The incidence rate for severe sepsis in the UKE (University Medical Center Hamburg-Eppendorf) study group was much smaller than that reported in the national “INSEP-survey”. Additionally, most of the nosocomial infections reported in the INSEP-survey were acquired in the intensive care unit (ICU). In the UKE only a small fraction of the nosocomial infections were acquired in the intensive care units. There are no relevant differences regarding the prevalence, mortality, and laboratory parameters between the two studies. The study shows that sepsis is still a life-threatening illness which demands great attention. Further big epidemiological studies should be conducted in order to document possible changes in incidence and mortality in the coming years.

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