Fundort: Steinau, Kr. Fulda (Osthessische Gruppe).
Fundstelle: Im "Grebel", bei Steinau, Grabhügel 1 mit Steinkranz, im Inneren 2 übereinanderliegende Körperbestattungen in Steinkisten.
Bestattung: Untere Steinkiste mit SO (Kopf) - NW orientierte, weibliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Reste von Spiralröllchen einer Halskette (am Hals).
Anhängerfrag mit konzentrischen Rippen um einen Mittelstachel und mitgegossener.
Rückenöse am Ende des Dorns (am Hals).
4 kleine Bernsteinperlen mit großer Durchbohrung (am Hals).
Bruchstücke von 2 Armspiralen (an den Handgelenken) (Holste 1939, S. 155 - 6).
Die Tote (Abb. 44) trug wahrscheinlich eine aus Bernsteinperlen und Spiralröllchen gebildete Halskette, an der vermutlich ein Anhänger mit Mittelstachel und konzentrischen Kreisen hing.
Desweiteren befand sich an den Unterarmen je eine Armspirale. Ein Gewandverschluß in Form einer Nadel wurde nicht beobachtet.
Fundort: Treisbach, Kr. Fulda.
Fundstelle: Grabhügel mit einem Kranz aus 2 Steinschichten, Mantel aus Erde mit Steinen gemischt.
Bestattung: N(Kopf)-S - orientierte, weibliche Körperbestattung in Steinkiste, ohne Steinabdeckung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände:Halskragen, die abgebrochenen Enden nach außen umgebogen, H. 5,0 cm.
Doppelradnadel, runder Radkopf, Raddm. 6,0 cm.
Radnadel, Schem. G, 3 Stielösen, Raddm. 4,9 cm.
Spiralröllchen von einer Halskette.
Stachelscheibe mit Mittelbuckel, Stabaufhänger mit seitl. Durchbohrung, Dm. 4,4 cm.
3 gleiche Stachelscheiben (aus einer Gußform), zungenförmiger Aufhänger mit runder Abschlußscheibe und rückwärtiger Fadenhülse, Dm. ca. 5,0 cm.
Vierkantiger Armring, Dm. 6,3 cm.
Armring, Dm. 6,1 cm.
Flacher Knopf mit ausgebrochener Rückenöse und unterseitiger Öse, gr. Dm. 3,5 cm.
Flach gewölbter Buckel (im Text, S. 79: . Knopf) mit 3 noch erkennbaren Löchern am punktverzierten Rand und unterseitiger Öse, Dorn im Inneren, Gr. Dm. 3,3 cm.
Kleine Scherbe (Holste 1939, S. 156).
Die Tote (Abb. 45) trug einen aufwendigen Halsschmuck bestehend aus einem Halskragen und einer nach Unze (1960, S. 160) 50 cm langen Kette aus Spiralröllchen. Zwischen den Spiralröllchen befanden sich vier Stachelscheiben, von denen drei aus einer Gußform stammen. Vermutlich auf der Brust befanden sich zwei Radnadeln mit den Köpfen auf der jeweiligen Schulterseite. Die beiden Bronzeknöpfe fungierten nach Holste (1939, S. 79) wahrscheinlich als Gewandbesatz. Nähere Angaben sind nicht möglich, da Beobachtungen zur Fundlage dieser Bestandteile nicht vorliegen. Die von Holste (s.o.) aufgeführten Armringe gehören nach Unze (1960, S. 160) nicht zur Bestattung. Sie lagen zwischen den Abdeckschichten des Grabes.
Fundort: Kassel, Kr. Fulda.
Fundstelle: Unterbimbach, Grabhügel 1 mit einer im Ostteil bogenförmigen Mauer, ähnl. Mauerreste befanden sich in der Hügelmitte; am Hügelrand und außerhalb der Mauer waren unregelmäßige Steinlagen, Grab 1.
Bestattung 1: O - W - orientierte, weibliche Bestattung auf Plattenlage mit schwach erkennbarer Steinumsetzung am Südende der Mauer.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände:2>Ring mit schmalbändigem Körper und gegenständigen Endspiralen, Dm. 10,7 cm .
Kleiner Spiralring mit 4 Windungen, Dm. 3,3 cm (nahe dem Kopf).
Brillennadel, L. 15,0 cm (quer auf der Brust).
Drahtklammer mit 2 umgebogenen Enden, L. 8,0 cm (oberhalb der Nadel).
Mehere Spiralröllchen (am Nadelschaft und über den ganzen Körper verstreut).
Bronzeblechstücke mit getriebenen Punkten und Strichmuster, z.T. mit umgelegten Enden (bei den Spiralröllchen).
Henkeltopf (am Fußende).
Reste von einer Armspirale (linke Körperseite) (Holste 1939, S. 156 - 7).
Die Tote (Abb. 46) trug möglicherweise eine Haube bzw. eine Kappe, bei der an der Vorderseite ein Ring mit gegenständigen Spiralen befestigt war. Der Ring hatte einen Durchmesser von 10,7 cm und schmückte daher vermutlich nur die Schädelvorderseite. Desweiteren konnte der Ring auch als Stirnband fungiert haben, wobei an eine der beiden Spiralen ein organischer Faden geknüpft und durch mehrmaliges Umwickeln an der zweiten Spirale befestigt wurde. Eine ähnliche Befundsituation liegt aus Molzbach vor. Dort wurde der Kopfring vermutlich ebenfalls als Stirnband getragen und die Befestigung erfolgte in der zuvor nach Holste (1939, S. 74) beschriebenen Art. Vermutlich am Kopf befand sich desweiteren ein Bronzering, der wahrscheinlich als Lockenring fungierte. Als Gewandverschluß diente eine Brillennadel, die quer auf der Brust lag. Der Halsschmuck bestand vermutlich aus einer mit Spiralröllchen besetzten Kette. Weitere Halssschmuckbestandteile waren möglicherweise verzierte Bronzeblechstücke mit z.T. umgelegten Enden. Sie befanden sich bei den Spiralröllchen, die im Bereich der Brust lagen, aber auch über den ganzen Körper verstreut waren. Oberhalb der Nadel lag eine Drahtklammer mit umgebogenen Enden und einer Länge von 8,0 cm von unbekannter Bestimmung. Auf Grund der Klammerlänge ist es unwahrscheinlich, daß mit dieser die Kette an der Nadel befestigt wurde. Desweiten trug die Bestattete am linken Unterarm eine Armspirale. Als echte Beigabe befand sich am Fußende ein Henkeltopf.
Fundort: Kassel, Kr. Fulda.
">Fundstelle: Unterbimbach, in der Flur "Klingenfeld", Grabhügel 1, Frauengrab.
Bestattung: N - S orientierte, weibliche Bestattung in Steinplattenkiste durch Steine und Erdlagen abgedeckt.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Ringe aus vierkantigem Draht (am Kopf) (nicht aufbewahrt).
Bronzeblechreste mit getriebenen Buckelchen (Brustschmuck).
Spiralröllchen (Brustschmuck).
Große Brillennadel, abgeflachte, verzierte Außenwindung, L. 13,8 cm (auf der Brust).
Doppelradnadel mit rundem Kopf, Raddm. 5,0 cm (im Schoß).
Armspirale (an einem Unterarm).
Fingerring (nicht mehr auffindbar) (linke Hand) (Holste 1939, S. 160).
Die Tote (Abb. 47) trug als Kopfschmuck Drahtringe, weitere Angaben zur Fundlage und Größe liegen nicht vor. Der Halsschmuck bestand wie in den vorherigen Bestattungen, aus Bronzeblechresten mit getriebenen Buckelchen und Spiralröllchen. Angaben über die Anordnung und Anzahl dieser Bestandteile sind auf Grund fehlender Fundbeobachtungen, nicht möglich. Als Gewandverschluß befand sich ebenfalls eine große Brillennadel auf der Brust, außerdem wurde eine zweite Nadel im Schoß der Toten beobachtet. Möglicherweise war die Tote in ihren Umhang bzw. in ein Leichtuch gewickelt, das in Körpermitte mit einer Nadel verschlossen wurde. Es sind jedoch, ohne Gewebereste und mit einer nicht genauen Grabdokumentation, Deutungsversuche anhand dieser Fundlage schwierig. Desweiteren trug die Tote an einem der beiden Unterarme eine Spirale und an einem Finger der linken Hand einen Fingerring.
Fundort: Molzbach, Kr. Hünfeld.
Fundstelle: Grabhügel (Untergrund: dickplattiger Kalk), Grab 8.
Bestattung 8: Weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände:2>Vierspiraliger Halsreif, Dm. 13,3 cm.
Radnadel (rechts neben dem Schädel).
Radnadel (auf der linken Schulter).
Reste dünndrahtiger Ohr)ringe (an der linken Schädelseite).
Spiralringe, Dm. 2,7 und 3,9 cm (beim linken Oberarm).
Tutuli und Reste weiterer Exemplare (zwischen Brust und unterhalb des Gürtelblechs bis zum Oberschenkel unordenlich verteilt).
Gürtelblech mit getriebener Punktverzierung, L. 47,7 cm (unterhalb der Rippen).
Zweispiraliges Armband mit breitem gegossenem Körper, Dm. 9.3 cm (am rechten Ellbogen).
2 Armspiralen, Dm. 6,5 cm (an den Unterarmen).
Fingerspirale, Dm. 2,0 cm (linke Hand).
Fußring mit rundem Körper und gegenständigen Endspiralen, Dm. 9,0 cm (linker Fuß).
Pferdezahn (rechter Oberarm) (Holste/Jorns 1935, S. 7).
Die Tote (Abb. 48) trug einen Halsreif und als Gewandverschluß fungierten zwei Radnadeln, wobei sich auf den Schultern je ein Radnadelkopf befand. Der Kopfschmuck bestand aus Ohrringen an der linken Schädelseite, die möglicherweise auch als Zopfringe dienten. Am linken Oberarm befanden sich Spiralringe. Sie fungierten vermutlich auf Grund ihres Durchmessers als Zopfringe. Zwischen Brust und Oberschenkeln waren 29 Buckelchen und Reste weiterer Exemplare unregelmäßig verteilt. Sie waren auf der Gewandvorderseite befestigt, es konnten jedoch keine Angaben zur Anordnung dieser Bestandteile gemacht werden, da keine Befundbeobachtungen vorliegen. Im Bereich der Hüfte befand sich ein großes Gürtelblech mit getriebenen Buckelchen, daß nach Holste (1939, S. 79) nicht nur als Gewandverzierung, sondern auch als Gürtelverschluß diente. Die Befestigung erfolgte dabei vermutlich ähnlich wie beim Kopfring aus Unterbimbach (Grab 1) durch die Verknüpfung eines org. Fadens mit den beiden Gürtelenden. Desweiteren trug die Tote einen umfangreichen Armschmuck, bestehend aus einer Armspirale und einer Fingerspirale am linken sowie einer Armspirale und einem Oberarmband am rechten Arm. Ferner befand sich am linken Unterschenkel ein Fußring. Möglicherweise wurde ein Rinderzahn als Beigabe mitgegeben, der am linken Oberarm lag.
Fundort: Kassel, Kr. Fulda.
Fundstelle: Unterbimbach, in der Flur "Klingenfeld", Hügel 1, Männergrab.
Bestattung: W - O - orientierte , männliche Körperbestattung in einer Steinkiste auf einer Hügelsohle, von Steinplatten umgeben und abgedeckt.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 2.
Fundgegenstände: Verzierte Nadel mit Petschaftkopf und geschwollenem Hals (auf der Brust).
Randbeil mit geschwungenen Seiten, rundbogiger, kaum angeschliffener Schneide (linke Körperseite).
Kleiner Dolch mit massivem Vollgriff, Klinge mit schwacher Mittelrippe fast ganz abgebrochen,L. noch 5,8 cm (rechte Körperseite).
Armring mit schwach verdickten Enden und leicht gerippter Außenseite, Dm. 6,9 cm (Holste 1939, S. 160).
Der Tote (Abb. 49) trug vermutlich als Gewandverschluß auf der Brust eine verzierte Nadel. Ferner befand sich an einem der beiden Unterarmen ein Armring .und als echte Beigaben lagen an der linken Körperseite ein Randbeil und an der rechten ein kleiner Dolch.
Fundort: Kassel, Kr. Fulda.
Fundstelle: Unterbimbach, in der Flur "Igelsfeld", südwestl. von Unterbimbach. Grabhügel 6, im Inneren ein mauerartiger Steinkranz, Grab 1.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Bestattung 1: O - W - orientierte männliche, Körperbestattung in einer Steinplattenkiste südlich des Mittelpunktes im Hügelinneren des Steinkranzes.
Fundgegenstände: Schwertklinge, große viernietige Griffplatte, L. 48,8 cm (rechte Körperseite).
Möglicherweise Scheidenmund, Ortband (unter dem Schwert).
Dolch, runde Griffplatte, 2 Pflocknieten, L. 7,7 cm ( rechts neben dem Schwert).
Gürtelhaken aus Draht, Enden zurückgebogen und zu Spirallen eingerollt, L. 12,9 cm (nordöstl. vom Schwert).
Bogenförmiger Haken aus flachem Bronzeband, beide Enden umgeschlagen, L. 7,2 cm (bei dem Gürtelhaken).
Nadel mit Petschaftkopf und geschwollenem Hals, Kopf und Hals tragen Horizontalverzierungen, L. 25,2 cm (zwischen den Armknochen).
Randbeil, Nacken leicht bogenförmig ausgeschnitten, Seiten wenig geschwungen, L. 16,6 cm (linke Körperseite).
2 Hutnieten, Zierbeschläge für Holz oder Leder (Gürtel ?), L. 1,2 - 1,3 cm (zwischen den Beinknochen).
Golddrahtspirale, mehrere Windungen (unter dem Kopfstein) (Holste 1939, S. 158 -9).
Zwischen den Armknochen befand sich eine Nadel, die vermutlich als Gewandverschluß diente und dabei auf der Brust des Toten (Abb. 50) lag. Desweiteren trug der Bestattete einen Gürtel, worauf jedenfalls ein Gürtelhaken hin weist. Neben dem Gürtelhaken befand sich ein weiterer bögenförmiger Haken von unbekannter Bestimmung. Zwischen den Beinknochen lagen zwei Hutnieten, die möglicherweise nach Holste (1939, S. 139) Zierbeschläge für einen Ledergürtel oder für Holz darstellen. Auf der rechten Körperseite lag ein Schwert und rechts daneben ein Dolch und auf der linken ein Randbeil. Unter dem Kopfstein befand sich eine Golddrahtspirale mit mehreren Windungen, der möglicherweise im Haar des Toten befestigt war.







 


Fundort: Schwarza, Kr. Suhl (Fulda - Werra Gruppe).

Fundstelle: Grabhügel, "Jagen 119b, B.1", mit Steinkranz und durch Waldbau gestörtem Steinmantel. Der Hügel war vermutlich als Abschluß nochmals mit einer Erdschicht bedeckt, Grab.
Bestattung: O - W - orientierte, männliche Bestattung in einem Holzeinbau möglicherweise ohne Seitenwände, mit Steinpackung, Skelett war in dem kalkarmen Boden vollständig vergangen. Der Tote lag vermutlich ausgestreckt auf dem Rücken (Feustel 1958, S. 60 - 1).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: Randleistenbeil, L. 14.9 cm, Br. 3,2 cm, Dm. 1,0 cm.
Dolch mit zwei Pflocknieten, Griffplatte nicht abgesetzt, rautenförmiger Blattquerschnitt, gerundete Mittelrippe bis zur Spitze durchlaufend, L. 13,7 cm, Br. 2,7 cm.
Nadel, Hals zylinderförmig geschwollen, Hals und Kopf rippenverziert, die z. T. gekerbt sind, L. 18,6 cm.
5 Nägel, davon einer vollständig, L. 1,1 cm.
Spiralscheibe, Dm. 1,5 cm.
Draht mit schlaufenförmig umgebogenem Ende; Querschnitt etwa kreissegment förmig; Draht-Dm. 1,5 cm.
Spirale, sehr dünn.
Kleine Scherbe, nicht gemagert.
Holzrest vom Dolch.
Holzrest von der Beilschäftung (Feustel 1958, S. 61).
Die Nadel lag vermutlich über der linken Brustseite, während das Beil auf der rechten Seite beobachtet wurde. In der Hüftgegend des Toten (Abb. 51) befand sich der Dolch und in der Nähe der Füße wurde eine Spiralscheibe gefunden, die möglicherweise am Schuhwerk befestigt war. Im Bereich des Körpers lagen ohne erkennbare Anordnung verstreut, fünf kleine Nägel, ein Drahtfragment sowie eine dünne Drahtspirale. In Verbindung mit der Dolch- und Beilklinge sind Holzreste von der Scheide bzw. Schäftung erhalten geblieben (Feustel 1958, S.60-1).
Fundort: Schwarza, Kr. Suhl.
Fundstelle: Grabhügel ,"Jagen 130, C1", im Buntsandstein, mit Trockenmauer. Der Hügel war gestört durch Raubgrabungen, davon waren die Bestattungen jedoch nicht betroffen. Die zeitliche Abfolge der Belegungen ließ sich jedoch wegen fehlender Grabgrubenverfärbungen u.a. nur in beschränktem Maße rekonstruieren: Die Bestattungen 1 - 5 dürften gleichzeitig oder doch so kurz hintereinander erfolgt sein, daß die Vegetationsdecke der alten Oberfläche unter dem Hügel einer weiteren Eintiefung noch Widerstand leistete. Eine Orientierung der Toten nach bestimmten Himmelsrichtungen läßt sich nicht erkennen, Grab 1 (Feustel 1958, S. 62 - 3).
Bestattung 1: Weibliche Bestattung in einem Holzsarg. Der Schädel der Toten ruhte 20,0 - 30,0 cm über der alten Landoberfläche, der übrige Körper dagegen auf der alten Humusdecke (Feustel 1958, S. 63).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände Bernsteinkette aus 87 Perlen unterschiedlicher Form und Größe, darunter einige röhrenförmige.
Doppelradnadel, horizontale und vertikale Speichen gekerbt; Rad.Dm. 6.,2 cm (neben dem Kopf).
Doppelradnadel, Netraer Variante (obere Nadel), Rad-Dm. 5,6 und 6,9 cm (neben dem Kopf).
Frag. einer Armspirale.
Fragmente eines dünnen Ringes oder einer Spirale (unter dem Hirnschädel).
Gewebe- und Schnurreste, Holzreste (Feustel 1958, S. 63).
Die Tote (Abb. 52) trug am Hals eine Kette aus 87 Bernsteinperlen. Diese waren meist so angeordnet, daß sich zwischen zwei größeren, doppelkonischen oder walzenförmigen eine kleinere, ringförmige befand. Neben dem Kopf lagen zwei Radnadeln übereinander. Unter, zwischen und auf diesen Nadeln hatten sich verschiedene Stoffreste (Schleiergewebe und Schnurreste) erhalten. Die Tote war vermutlich in ihren Umhang eingewickelt, der durch die beiden Nadeln zusammengehalten wurde. Die Schnurreste stammen dabei von den beiden Nadeln, die zur Befestigung des Umhangs benötigt wurden. Nach Feustel (1958, S. 51) war an den vorhandenen Ösen der Radnadelköpfe jeweils ein Faden geknüpft, der dann an der Spitze der anderen Nadel, durch mehrmaliges Umwickeln der Spitzen- und Radpartie, befestigt wurde. Somit konnte ein Verrutschen der Nadeln verhindert werden und der Umhang konnte nicht von den Schultern der Trägerin gleiten. Desweiteren trug die Tote an einem Arm eine Spirale.
Bestattung 2: Männliche Körperbestattung in einem Holzbehälter. Der Tote lag langgestreckt auf dem Rücken (Feustel 1958, S. 63).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Knopfsichel, zwei Rippen, L. 17,0 cm, Br.: 3,1 cm.
Rollenkopfnadel, Spitze z.T. abgebrochen, L. 15,3 cm.
Armring, oval, Ringkörper viereckig, Enden pufferartig verdickt, Dm. 7,3 und 5,5 cm.
3 Tüllenpfeilspitzen, eine davon sicher mit Widerhaken.
Reste von Pfeilschäften.
Armbügel mit ösenförmig umgebogenen Enden, zwei davon unvollständig, Dm. 6,4 cm.

Ring, unvollständig, Oberseite Schrägkerben.
Kleine Spiralscheibe; Dm. 2,5 cm (Feustel 1958, S. 63 - 4).
Die Rollenkopfnadel lag auf der Brust des Toten (Abb. 53) und fungierte vermutlich als Gewandverschluß. Am rechten Unterarm befanden sich ein massiver vierkantiger Ring sowie ein Ring aus dünnem Draht, der wohl in die Spiralscheibe, die daneben lag, hineinendete. Am linken Unterarm wurden drei Armbügel und etwas höher 3 Pfeilspitzen beobachtet. Neben dem Unterschenkelknochen und inmitten von Holzmulm, lag eine Knopfsichel mit der Knopfseite nach unten (Feustel 1958, S. 63).
Bestattung 7: Weibliche Bestattung mit einer z. T. durch den Waldbau zerstörten Steinpackung. Dabei waren die Beigaben mehr oder weniger verlagert (Feustel 1958, S. 65).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: Radnadel, einfaches Radkreuz, eckige Girlanden (Typ D), dreieckige Öse, Rad-Dm. 5,1cm.
Radnadel, einfaches Radkreuz, Innenring, runde Girlanden (Typ H), Öse abgebrochen, wahrscheinlich rund, Rad-Dm. 4,7 cm.
Brillennadel, 3. Windung von innen schräg gekerbt, Hälfte der äußeren Windung und Oberfläche des Schaftes quer gekerbt, unterhalb der Gabelung zwei Streifen Fischgrätenmuster.
Armspirale, Bruchstücke, Dm. 6,8 cm.
5 Bronzeperlen von unregelmäßiger Gestalt, Zwei-Schalen-Guß, verstreut im Bereich des Oberkörpers.
U-förmig gebogener Draht, L. 20,0 cm (neben dem Kollier und z.T. darunter).
Ringfragmente, Draht dünn, (neben dem Kollier und z.T. darunter).
Spiralröllchen (am Hals, bildeten ein kleines Kollier).
Wollfäden (in den Spiralröllchen), Gewebereste (in der Armspirale) (Feustel 1958, S. 65).
Eine Spiralscheibe wurde bereits schon vorher beim Abdecken der Humusdecke gefunden. Sie gehört zu der Brillennadel, die vermutlich am Hinterkopf der Toten lag und fungierte dort als Verschluß für einen Schleier bzw. ein Kopftuch, wovon keine Gewebereste vorliegen. Am Hals trug die Tote (Abb. 54) ein, aus drei Reihen Spiralröllchen gebildetes, kleines Kollier. Neben dem Kollier und z. T. darunter lagen zwei Stücke eines gebogenen Drahtes, dessen Funktion, auf Grund der Länge (s.o.), schwer zu interpretieren ist. Möglicherweise waren sie ein Bestandteil des Kolliers; jedoch ist es auf Grund ihrer Länge unwahrscheinlich, daß die beiden Exemplare den Halsschmuck an den beiden Seiten mit den Radnadeln befestigten wie es Parallelfunde aus anderen Regionen schon zeigten. Desweiteren trug die Tote an einem Unterarm eine Armspirale, in der sich Stoffreste befanden, die auf eine langärmelige Bluse hindeuten. Den Geweberesten nach zu urteilen, bestand diese vermutlich aus einem Schleiergewebe und hatte als Ärmelabschluß ein festes Bündchen (Schlabow 1958, S. 31 - 2). Die Bronzeperlen waren weit verstreut, konzentrierten sich aber in der Brustgegend und stellen Bestandteile einer Halskette dar. Die beiden Radnadeln befanden sich möglicherweise, wie in anderen weiblichen Bestattung aus dieser Region, auf der linken und rechten Brustseite in Höhe der Schultern, dabei zeigten die Spitzen zu den Füßen.
Bestattung 12: Weibliche Körperbestattung in horizontaler Lage vermutlich in einem Holzsarg.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Oberarmberge,bandförmiger Körper, durch Längslinien und Schrägkerben verziert, Ring-Dm. 9,3 cm (Oberarm).
Halsberge, 3 Gruppen zu je 3 Rippen, die äußeren Rippen jeder Gruppe vertikal oder schräg gekerbt.
Halskette aus Spiralröllchen, Bernsteinperlen, einem Bruchstück eines Bernsteinschiebers und einer Glasperle.
Glasperle, kugelig, mittelblau, leicht grünlich.
Doppelradnadel, ovale Öse, Rad-Dm. 5,3 cm, L. d. Schaftes: 17, 0 cm.
Doppelradnadel, ovale Öse, Rad-Dm. 5,3 cm, L. d. Schaftes: 18,2 cm.
2 Brillenanhänger, sehr klein, Bügel mit Draht umwickelt, im Zentrum der Spiralscheiben je eine Niete bzw. Drahtstifte, Br. 4,6 cm, Dm.
Kollier aus 8 Reihen Spiralröllchen, die miteinander verbunden sind, in der Mittelpartie.
40 Bernsteinperlen unterschiedlicher Größe und Form eingeschaltet.
2 Armspiralen, 18 und 19 Windungen, die beiden äußeren Windungen jeder Spirale kräftig gekerbt, Enden breitgehämmert und umgeschlagen, Dm. 7,2 cm.
Armring, vierkantig, 3 Außenkanten durchgehend gekerbt, Enden rund, Dm. 6,1 und 7,0 cm (linker Unterarm).
Armring, w. o., Kerbung der Ober- und Unterkante in Gruppen aufgelöst, Dm. 6,1 und 7,5 cm.
Spiralröllchen.
Bronzedraht, Dm. 0,2 cm.

Gewebe-, Fäden- (über den Radnadeln; außerhalb der rechten Armspirale; Fädenreste aus den Spiralröllchen des Kolliers) und Lederreste (Innen- und Außenseite der Armberge, Innenwand der rechten Armspirale) (Feustel 1958, S. 68).
Die Tote (Abb. 55) trug einen sehr aufwendigen Halsschmuck bestehend aus einer Halsberge, einer Kette aus Spiralröllchen, Bernsteinperlen sowie einem Bernsteinschieberfragment und einer Glasperle. Desweiteren trug sie ein aufweniges Kollier aus acht miteinander verbundenen Reihen Spiralröllchen, dabei sind in der Mittelpartie 40 Bernsteinperlen unterschiedlicher Größe und Form eingeschaltet. Als Verschluß für das Kollier fungierten die beiden kleinen Brillenspiralen. Daneben trug die Bestattete am rechten Oberarm eine Armberge. Die beiden Doppelradnadeln wurden bei der Bergung an der linken und rechten Schulterseite beobachtet. Die beiden Armspiralen und - ringe lagen jeweils mit einem Exemplar am rechten bzw. linken Unterarm der Toten (Feustel 1958, S. 67 - 8). Auf Grund der unterschiedlichen Gewebefragmente, ist davon auszugehen, daß die Tote zwei übereinander liegende Bekleidungsstücke trug. Eins dieser Fragmente, daß der Bluse mit 16 Kett- und Schußfäden, fand sich oberhalb der Armberge, am Oberarm. Über diese Bluse befand sich wahrscheinlich ein Umhang ebenfalls aus Tuchgewebe, jedoch mit 12 Kett- und Schußfäden auf 2 cm. Darauf deuten jedenfalls Gewebereste hin, die über den Radnadeln und außerhalb der rechten Armspirale beobachtet wurden. Diese Fragmente stellen nach Feustel (1958, S. 51) ein Leichentuch dar. Damit die Oberarmberge und die Armspiralen nicht die Haut der Trägerin wundscheuern konnte, waren sie hier mit weichem Schafleder und Hornblättern gefüttert.
Bestattung 13: Weibliche Körperbestattung in einem Holzsarg. Die Tote lag auf der rechten Seite. Bevor die Bestattung erkannt werden konnte, wurden beim Abgraben einige Fundstücke (Bernsteinschieber, die Lage ist jedoch durch ein abgesplittertes Stück hinreichend gesichert), die sich am Schädel der Toten befanden, mit erfaßt (Feustel 1958, S. 69).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: 2 Doppelradnadeln, Öse spitzoval, aus gleicher Gußform, Rad - Dm. 5,6 cm (in Höhe der Schlüsselbeine).
Viele Spiralröllchen (auf und vereinzelt unter dem Schädel).
Dünne Ringelchen (auf und unter dem Schädel).
Draht, ringförmig zusammengebogen, mit übereinander greifenden Enden, Querschnitt halbrund bis oval, Dm. 2,5cm (unter dem Schädel).
Brillennadel, vierkantiger Draht (auf dem Schädel).
2 Armspiralen mit 10 und 11 Windungen, einige stellenweise gekerbt, Dm. 7,2 cm, (linker und rechter Unterarm).
6 Bernsteinperlen, klein ringförmig, Dm. 0,65 cm (auf dem Schädel).
68 Bernsteinperlen, Größe unterschiedlich (am Hals).
Bernsteinschieber, 11 Durchbohrungen, L. 6,1, Br.: 2,3 cm (auf dem Schädel).
Beutel aus Schafleder (unter den Spiralröllchen am Ende der großen Perlen).
Holztellerrest (über der linken Radnadel).
Schnüre, Tuch- und Schleiergewebe aus Wolle (Feustel 1958, S. 69 - 70).
Die Tote (Abb. 56) trug wie in der vorherigen Bestattung, einen Kopfschleier, der mit einer Brillennadel gehalten wurde. Über diesem Schleier befand sich ein Band aus nebeneinanderliegenden Darmschnüren. Auf den Schnüren waren ein Bernsteinschieber, sechs Bernsteinperlen und Spiralröllchen aufgefädelt (Feustel 1958, S. 52). Es muß jedoch offen bleiben auf Grund der unterschiedlichen Gewebefragmente, ob diese Kopfbedeckung ein selbständiges Stück oder eine Art Kapuze darstellt. Da bei den auf der Brust gefundenen Geweberesten nur 10:10 Fäden auf 2 cm kommen, bei den Fragmenten am Schädel dagegen 20:12. Desweiteren trug die Tote am Hals eine sehr umfangreiche Kette aus z.T. sehr großen Bernsteinperlen. Auf jeder Brustseite, in Höhe der Schlüsselbeine, befand sich je eine Radnadel. Die geborgenen Schnurfragmente an den Radnadeln zeigen, wie schon bei einer der vorherigen Bestattung, daß sie an die Ösen der Radnadelköpfe geknüpft waren. Über der linken Radnadel, vermutlich oberhalb der Schulter, lag der Rest eines Holztellers (?) mit drei dünnen Drahtstiften. Unterhalb des Halses vermutlich auf der Bluse begann ein breites Band aus Spiralröllchen, das etwa in der Taille endete. Dabei befand sich unter den Spiralröllchen, am Ende der großen Bernsteinperlen, ein Beutel aus Schafleder. Vermutlich lag der Lederbeutel unter der Bluse. Desweiteren befand sich an den Unterarmen je eine Armspirale. Die Tote trug nach Gewebeanalysen (s. Schlabow 1958, S. 30 -5; Hundt 1958, S. 38) auf der Brust ein Untergewand (Bluse?) aus leicht gewalktem Wolltuch, auf dem ein Bandgewebe (Gürtel?) unbekannter Bestimmung lag, das mit einem Obergewand (Umhang?) aus Schleiergewebe bedeckt war. Die Gewebe wurden im Gebrauch zu Lebzeiten oder beim späteren Verfall anscheinend diagonal zur Bindung beansprucht und hierdurch leicht verzogen. Nach Feustel (1958, S. 51) war die Tote, wie die in der vorherigen Bestattung, noch zusätzlich in ein Leichentuch gewickelt. Diese Annahme wird durch die Reste von Tuchgewebe über und zwischen dem Kopfschmuck unterstützt. Das Vorhandensein zahlreicher Insektenpuparien läßt auf eine längere Aufbewahrung der Leiche vor der Bestattung schließen (Hundt 1958, S. 38).


 

 





 

 


 

 


Fundort: Gießen, Kr. Gießen (Mittelrheingruppe).
Fundstelle: "Auf dem Trieb", Grabhügel, Grab 1.
Bestattung 1: Rechteckige Packung aus großen Basaltblöcken mit einem Basaltkranz. Enthielt eine W (Kopf ) - O - orientierte, weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 2.
Fundgegenstände: Topf mit Steilrand und 2 Henkeln.
Topf mit abgesetztem Steilrand, am Randansatz 2 große und 2 kleine Noppen.
Knopfsichel mit 2 Rippen, Schneide durch starke Abnutzung und Schleifen gestreckt.
2 Radnadeln mit einfachem Radkreuz.
2 Armspiralen mit je 10 Windungen (Kunkel 1926, S. 91).
Die Tote (Abb. 57) trug als Gewandverschluß zwei Radnadeln, die vermutlch auf der linken und rechten Brustseite lagen. An den beiden Unterarmen befand sich je eine Armspirale. Daneben enthielt die Bestattung als Beigabe eine stark abgenutzte Knopfsichel sowie zwei Töpfe. Angaben zur Fundlage dieser Bestandteile im Grab liegen nicht vor.
Fundort: Wixhausen, Kr. Darmstadt.
Fundstelle: Herrenacker, "Sandhebbel", Grabhügel aus Flugsand (kalkhaltig, unverlehmt), darüber eine kalkarme, dunkelgraue 0,40 - 0,50 m mächtige Verlehmungsdecke, die teilweise trichterförmige Taschen bis in 2,50 m Tiefe ausgebildet hat. In diesen Lehmtaschen wurden die organischen Bestandteile der im Flugsand eingebetteten Gräber zerstört, Grab 7.
Bestattung 7: Weibliche Kinderbestattung (ca. 13 Jahre). Grab war möglicherweise mit Holzbrettern umstellt (Jorns 1953, S. 52).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 2.
Fundgegenstände:7 Blechbuckelchen mit gegüberstehenden Durchbohrungen, teils mit abgescheuerten Kegelspitzen, erhalt. H. 0,6 cm, Dm. 1,4 - 1,6 cm. 6 unverziert, 1 mit am Rand umlaufender Reihe getriebener Buckelchen (auf dem Becken).
Bandförmiger Fingerring mit übereinandergreifenden Enden, Dm. 1,4 cm. (im Bereich der rechten Hand).
Beinring mit Spiralscheiben, Dm. 5,0 - 6,0 cm, Dm. der Scheiben 3,3 cm, rundstabiger Querschnitt (linker Fuß) (Jorns 1953, S. 54).
Die Buckelchen mit gegenüberstehenden Durchbohrungen dienten vermutlich als Kleider- bzw. Gürtelbesatz. Auf Grund der abgescheuerten Kegelspitzen wird angenommen, das darüber ein weiteres Gewand getragen wurde. Über die Orientierung der Buckeln am Körper der Toten (Abb. 58) liegen keine Angaben vor, nach Jorns (1950, S. 185) stellen sie jedoch den Besatz eines Gürtels dar. An einem Finger der rechten Hand trug die Tote einen bandförmigen Fingerring. Am linken Unterschenkel befand sich ein Beinring mit Spiralscheiben.
Bestattung 9: Weibliche Bestattung (ca. 45 - 50 Jahre). Grab war möglicherweise mit Brettern umstellt.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: 2>Bernsteinkette, 3 - 4 große Kugelperlen mit abgeflachten Seiten bildeten den Mittelteil, ihnen schlossen sich kleinere, teils scheiben-, teils kugelförmige Perlen an. Das jeweilige Kettenende bildet je eine ellipsenförmige, längs durchbohrte Perle. Im ganzen Reste von 2 - 3 Dutzend (zwischen den Schlüsselbeinen).
Kleines, aus Bronzeblech zusammengebogenes Röhrchen, möglicherweise Kettenbestandteil. Verband Kette mit der Öse der reich verzierten Radnadel.
Radnadel mit Kreuzspeiche und Dreiecköse, L. 22,1 cm (mit dem Rad auf der linken Schulter).
Radnadel, Kopf mit Mittelspeiche und 2 gleichlaufenden Nebenspeichen. Alle 3 Speichen; durch dreimal gewinkelte Stäbe gekreuzt, Öse fast rund, L. 23,6 cm (am rechten Schultergelenk, Spitzen der beiden Nadeln auf der Brust gekreuzt).
2 Spiralarmringe mit je 16 Windungen aus D-förmigem Draht, Dm. 6,1 cm (an den Unterarmen).
Rundstabiger Beinring mit Spiralenden, Dm. 8,3 - 9,4 cm (linkes Fußgelenk) (Jorns 1953, S. 54)..
Die Tote (Abb. 59) trug eine Kette aus Bernsteinperlen, dabei bildeten 3 - 4 größere Perlen mit abgeflachten Seiten den Kettenmittelteil; an diese schlossen sich kleinere Exemplare von teils scheiben- und teils kugelförmiger Gestalt an. Ein weiteres Kettenbestandteil stellt ein zusammengebogenes Bronzeblechröhrchen dar, das die Kette mit einer der beiden Nadeln verband. Die beiden Radnadeln befanden sich mit dem Radkopf auf der linken und rechten Schulter, wobei sich die Nadelspitzen auf der Brust kreuzten. Desweiteren trug die Tote an den Unterarmen je einen Spiralarmring sowie am linken Unterschenkel einen Beinring mit Spiralenden.
Bestattung 13: Weibliche (ca. 35 Jahre) Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände:Radnadel mit einfacher Felge und Kreuzspeiche, die in einem Mittelring zusammen treffen. In dem Quadranten des Rades rechteckige Verstrebungen, 3 Dreiecksösen (über der linken Brustseite).
2 Armspiralen mit je 19 Windungen, dreieckiger Querschnitt, ein Ende zu einer Öse umgeschlagen und mit einfachen Querstrichen verziert, das andere spitz zulaufend, Dm. 7,0 - 7,4 cm (an den Handgelenken).
5 Brillenanhänger, der dem linken Arm am nächsten gelegene ist um eine Windung kleiner und ist wie die 2 großen Anhänger mit Schrägstrichen verziert, Spiralen-Dm. 3,0 - 7,0 - 4,3 cm (im Becken).
2 Fußbergen aus längsgeripptem Bronzeblech und rückläufigem, rundstabigem Draht und Spiralscheiben, Dm. 8,0 cm (an den Fußgelenken).
8 Spiralröllchen (als Doppelreihe am Hals).
Bronzescheibe (als Doppelreihe am Hals).
5 Bernsteinperlen (als Doppelreihe am Hals) (Jorns 1953, S. 55).
Die Tote (Abb. 60) trug als Gewandverschluß, im Gegensatz zur vorherigen Bestattung, nur eine Radnadel auf der linken Brustseite und an den Unterarmen befand sich je eine Armspirale. Als Gürtel- bzw. Gewandbesatz fungierten fünf Brillenanhänger, dabei war der beim linken Arm beobachtete Anhänger um eine Windung kleiner als der rechts liegende. Sie dienten nach Jorns (1950, S. 179), wie die Buckelchen aus der Kinderbestattung (Bestattung Nr.7), als Gürtelbesatz. Desweiteren trug die Tote an den Unterschenkeln je eine Fußberge mit Spiralscheiben an den Enden, was auf einen knielangen Rock hin deutet. Am Hals befanden sich Spiralröllchen, Bernsteinperlen und eine Bronzescheibe. Sie wurden von der Bestatteten als doppelreihige Halskette getragen.
Bestattung 18: Weibliche (ca. 25 Jahre) Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: Nadel mit nagelförmigem, an der Unterseite verziertem Kopf und geschwollenem, strichverziertem Hals, L. 26,6 cm (rechte Brustseite).
Doppelradnadel mit Kreuzspeiche und großer halbovaler Öse, L. 23,1 cm (linke Brustseite).
2 Spiralarmringe mit 11 - 12 Windungen, D-förmiger Drahtquerschnitt, Dm. 6,5 cm (an den Handgelenken).
Großer Bernsteinschieber mit dachförmiger Oberseite, etwa rechteckig, an den Schmalseiten 6 Durchbohrungen, L. 6,1 cm (auf dem Brustbein im Winkel der Nadelspitzen).
6 frag. Bernsteinperlen einer ehemals umfangreicheren Kette, Dm. 0,7 - 1,0 cm..
Breiter Bronzeblechring mit übereinandergreifenden Enden und doppelter Durchbohrung an den Enden, Dm. 2,4 cm. (neben der Nadel mit Nagelkopf).
Bronzeblechring, ähnlich dem vorigen, Dm. 1,1 - 1,5 cm (am Kopf in Gegend des Scheitels) (Jorns, 1953, S. 55).
Frag. Fußberge aus Bronzeblech mit Mittelrippe und strichverzierten Rändern, Enden in Draht auslaufend, der rückläufig den Blechkörper begleitet und in Spiralscheiben endet.
2 unverzierte Brillenspiralanhänger aus Draht, Spiralscheiben-Dm. 2,1 cm (im Becken) (Jorns, 1950, S. 182).
Die Tote (Abb. 61) trug als Gewandverschluß eine Nadel über der rechten Brustseite sowie eine Radnadel über der linken Seite. An den Unterarmen befand sich je ein Spiralarmring. Desweiteren trug die Bestattete eine ehmals umfangreiche Bernsteinkette, von der vermutlich in der Kettenmitte ein großer Bernsteinschieber hing. Neben der Nadel befand sich ein breiter Bronzeblechring, der möglicherweise die Kette mit der Nadel verband. Ein weiterer Bronzeblechring lag am Kopf in der Gegend des Scheitels. Möglicherweise hatte dieser Ring eine ähnliche Funktion wie der vorherige, jedoch verband er die Bernsteinkette auf der anderen Seite mit der Radnadel und ist durch Verlagerung in diese Fundlage geraten. Im Becken befanden sich zwei Spiralanhänger, die vermutlich als Gürtel- bzw. Kleiderbesatz fungierten. An einem der beiden Unterschenkeln trug die Tote eine Beinberge mit Spiralscheiben.
Fundort: Darmstadt, Kr. Darmstadt.
Fundstelle: "Bessunger Wald", Grabhügel (?), Grab.
Bestattung: Weibliche Körperbestattung, Knochen im Sand völlig aufgelöst, nur kleine mit Kupfervitrol der Bronze getränkte Stücke erhalten geblieben.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände:2 Armbergen als Paar gearbeitet, Verzierung: Spitzovales Muster aus dicht gestellten Rillen mit Zickzacklinien und langgestrecktem Dreiecksmuster, an Rändern und zweimal in der Mitte schmales, schräg gestricheltes Band. Spiralen mit Zickzacklinien und länggestrecktes Dreiecksmuster mit Querriefelung verziert, L. 7,5 cm, Br. 8,0 cm.
3 große Brillenspiralen, größte Breite 14,5 cm, Mittelteil auf der Vorderseite durch eine Reihe schräg gestellter Dreiecke verziert, die beiderseits durch ein einfaches Strichband abgegrenzt sind, Rückseite unverziert.
1 und 1/2 kleine Brillenspiralen aus dünnem Draht ohne Verzierung.
Spiralfingerring, Dm. 2,3 cm.
2 Nadeln mit geschwollenem, undurchlochtem Kopf, flacher Kopfscheibe und Schwellung unterhalb des Kopfes, L. je 44,5 cm. Nadeln als Paar gearbeitet, doch eine erheblich dicker als die andere, Kopf horizontal geriefelt, begrenzt durch einen schmalen, schräg gestrichelten Streifen. Das gleiche Muster wie bei den Armbergen.
2 Radnadeln, L. noch 23,6 bzw. 20,0 cm, beiden fehlt die Spitze. Köpfe verschieden. Achtstrahliges Speichenmuster und Doppelöse. Bei der anderen kronenartiger Aufsatz (Speichenschema Holste D).
Tutuli von flach- und spitzkonischer Form, 11 vollständige, dazu Fragmente von mind. 6 weiteren Exemplaren. Jedes Hütchen 2 Randlöcher zum Aufnähen.
2 kleine Drahtrollen, L. 1,3 bzw. 0,7 cm.
Bernsteinperlen mit Durchbohrung, davon 16 ganz oder teilweise erhalten, dazu mehrere Bruchstücke. Einige flache, jedoch in Mehrzahl doppelkonische Formen.
2 Röhrchen aus dünnem Blech, L. 3,8 bzw. 3,3 cm.
Fragmente aus dünnem Bronzeblech unbekannter Verwendung.
1/2 Knochenperle (Behn, 1940, S. 96 - 98).
Der Gewandverschluß bestand aus zwei Radnadeln sowie aus zwei, als Paar gearbeiteten Nadeln von 44,5 cm Länge, von denen jedoch eine erheblich dicker war als die andere (Abb. 62). Radnadeln und Nadeln befanden sich vermutlich wie in den vorherigen Bestattungen, mit je einer Radnadel und einer Nadel auf der jeweiligen Brustseite. Die beiden Nadeln können m.E. auf Grund ihrer Länge und den daraus resultierenden Probleme (erhöhte Verletzungsgefahr und der vermutlich unbequemen Trageweise) nur als Bestandteil einer Festtagskleidung betrachtet werden. An den Unterarmen vermutlich befanden sich zwei reich verzierte Armbergen, die als Paar gearbeitet sind. Auf Grund der übereinstimmenden Verzierung mit den Nadeln, können sie m.E. ebenfalls als Bestandteil einer Festtatgskleidung betrachtet werden. Die Funktion folgender Gegenstände am Körper der Toten können anhand von Parallelfunden aus diesem Gebiet gedeutet werden. Danach trug die Tote eine Kette aus Bernstein- und Knochenperlen sowie Spiralröllchen. Die beiden Blechröhrchen verbanden die Kette mit der rechten und linken Radnadel. Die fünf Brillenspiralen und die Tutuli fungierten anhand von ähnlichen Befunden als Gürtel- oder/und Kleiderbesatz. Vorstellbar wäre, daß die beiden kleineren Brillenanhänger an der äußersten linken und rechten Vorderseite des Gürtels/Gewandes befestigt waren. Eine anderer Deutungsansatz legt uns Behn (1940, S. 98) vor, nach welchem die Brillenspirallen ein Brustgehänge und die Tutuli waren auf einem Ledergürtel oder einem Gewand aufgenäht. Desweiteren befanden sich im Grab zwei Drahtrollen, die nach Jorns (1953, S. 46) zur der einst umfangreichen Halskette gehörten.
Fundort: Baiserseich, Kr. Darmstadt.
Fundstelle: Hügel 25, Grab 1.
Grab 1: NW - SO - orientierte, weibliche Körperbestattung westlich der Hügelmitte.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.

Fundgegenstände: Kette aus 7 Scheibenanhänger mit Schnurösen auf der Rückseite und 3 Spiralröllchen.
Radnadel, L. 14,0 cm (auf der Brust).
5 Tutuli (Gürtelbesatz).
2 Armspiralen (an den Unterarmen).
Fingerspirale (linke Hand).
Drahtring, in Spiralscheibe endigend (linke Hand).
Knöchelband mit Endspiralen, Dm. 5,1 cm (rechtes Fußgelenk).
Henkeltasse mit Gurtbandverzierung (bei der linken Hand) (Behrens 1916, S. 196).
Die Tote (Abb. 63) trug als Gewandverschluß eine Radnadel auf der Brust. Desweiteren eine vermutlich aus Spiralröllchen besetzte Kette, von der sieben Scheibenanhänger hingen. An den Unterarmen befand sich je eine Armspirale. Daneben lagen an zwei Fingern der linken Hand eine Fingerspirale und ein Drahtring. Als Gürtel- bzw. Kleiderbesatz fungierten fünf Tutuli. Am rechten Fußgelenk befand sich eine Beinberge mit Endspiralen. Als echte Beigabe lag bei der linken Hand eine Henkeltasse.
Fundort: Mannheim, Kr. Mannheim.
Fundstelle: "Auf den Sand und das Ried", Grabhügel (?), Bestattungen in einer etwa von SO nach NW gerichteten Reihe, Grab 3.
Bestattung 3. Männliche, vermutlich O - W - oder W - O - orientierte Bestattung. Zwei Fundgruppen nahe den Handgelenken.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: 1. Gruppe: Von N nach S liegender Griffplattendolch mit scharfem Mittelgrat und abgesetzter Schneide, 2 Pflocknieten und im Ortband dunkle Masse, wohl von der Lederscheide, L. 14,0 cm.
Leicht ovale Stachelscheibe, Dm. 4,2 * 4,8 cm, 5 konzentrische Rippen, beiderseits des Stachels je ein rundes Loch (östl. neben dem Dolch).
Flach gebogene Bronzeblechspange mit umgelegten Enden, längs über das Mittelteil und entlang der Rändern schmales von dünnen Linien begrenztes Band mit senkrechter Strichelung, L. 7,2 cm, Br. bis 1,7 cm (von der Scheibe teilweise bedeckt).
3 kleine Bronzenägel mit rundem Kopf (zwischen Dolch und Scheibe)
Bronzebandspange mit umgelegten Enden, L. 1,8 cm.
2. Gruppe: 1 zu 3/4 erhaltenes Armband aus noch 17 dicht beieinander gelegten Spangen. Die umgebogenen Enden nach innen, Spangen müssen auf einen Lederstreifen aufgezogen gewesen sein. Keine Beobachtung über den Verschluß. Ähnlich dem heutigen Gliederarmband für Uhren, L. 18,0 cm, L. der Spangen 2,5 - 2,7 cm, Querschnitt dachförmig.
Spange mit umgebogenen Enden, L. 5,6 cm, Br. 0,8 cm (neben dem Gliederarmband).
Spange, wie vorherige, jedoch ein Ende spiralig eingerollt, L. 5,2 cm, Br. 0,4 cm, dachförmiger Querschnitt (neben der vorherigen Spange) (Gember, Daube 1958, S. 232 - 3).
An der rechten bzw linken Seite, in Höhe des Armes, befand sich vermutlich quer zum Toten (Abb. 64) ein Dolch, links daneben wurde eine Stachelscheibe mit zwei Randlöchern zum Aufnähen beobachtet. Bei der Scheibe lag eine Bronzeblechspange mit umgelegten Enden, die auf Grund der Größe möglicherweise als Armschmuck fungierte. Zwischen Dolch und Scheibe fanden sich drei kleine Nägelchen, die vermutlich zum Dolch gehörten. Ferner lag dort eine Bronzebandspange mit umgelegten Enden (L. 1,8 cm) von unbekannter Bestimmung. Auf der anderern Körperseite trug der Tote ein Armband aus dicht aneinander gelegten Spangen und das dabei Ähnlichkeiten aufweist mit dem heutigen Gliederarmband für Uhren. Nach Gember/Dauber (1958, S. 233) waren die Spangen auf einem Lederstreifen befestigt. Über den Verschluß liegen keine Befundbeobachtungen vor. Daneben befanden sich zwei weitere, nicht zum Armband dazugehörende Spangen, von unbekannter Bedeutung.
Fundort: Gießen, Kr. Gießen.
Fundstelle "Auf dem Trieb", Grabhügel 1 aus sandigem Lehm, Grab S.
Bestattung S: W - O - orientierte, männliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: Absatzbeil mit geradem Absatz und rundem Nackenausschnitt, Schneide vermutlich nachgeschliffen. Oberhalb des Beils Gewebereste, L. 14,6 cm (linke Körperseite).
Dolchklinge mit abgerundeter Griffplatte, geradem Heftabschluß, 2 Plocknieten und deutlichem Mittelgrat, Klingenseitenkanten und Griffplatte bestoßen, L. 12,6 cm (rechte Körperseite).
Mehrere Bronzenieten (am Griffende des Dolches).
Nadel mit abgesetztem, verdicktem Kopf und abgesetztem, geschwollenem Hals, Kopf und Halsverdickung gleichmäßig geriefelt, L. 22,4 cm.
Bandförmiger Gürtelhaken, beide Enden abgebrochen, Kanten z.T. bestoßen, 7,3 cm (Jorns 1976, S.89).
An der linken Körperseite des Toten (Abb. 65) lag ein Absatzbeil, wobei sich oberhalb des Beils Gewebereste befanden. Möglicherweise zeigte der Beilgriff zum Körper hin und berührte dabei die Kleidung. Gebrauchsspuren zeigten sich in Form der nachgeschliffenen Beilschneide. Vermutlich auf der Brust lag eine Nadel und fungierte als Gewandverschluß. Desweiteren befand sich ein Gürtelhaken mit z.T. bestoßenen Kanten bei dem Toten, der auf Grund dieser Befundsituation vermutlich einen Gürtel trug. An der rechten Körperseite wurde ein Dolch beobachtet, dabei waren die Klingenseitenkanten und die Griffplatte vermutlich durch den Gebrauch bestoßen.

 


 









Fundort: Trailfingen, Gutsbez. Münsingen, Kr. Reutlingen (Württembergische Gruppe).
Fundstelle: Grabhügel zwischen Klammberg und dem Trochtelfinger Stadtwald, Grab 6. Bestattung 6: O - W orientierte, weibliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: 2 frag. Stachelscheiben, H. noch 5,4 und 5,7 cm (auf der Brust).
2 frag., verzierte Lochhalsnadeln, L. noch 16,9 und 17,1 cm (auf der Brust).
Frag. Radnadel, L. 14,6 cm (seitwärts).
Verzierter Armring, Dm. 6,4 cm.
Beinberge, Dm. 7,4 cm (an einem Bein) (Pirling 1980, 7., S. 90).
Die Tote (Abb. 66) trug vermutlich an den Schultern je eine Nadel, dabei befand sich eine dritte Nadel vermutlich seitlich am Körper. Es ist allerdings schwierig die Funktion dieser Nadel anhand der Fundlage zu deuten, da Gewebereste bzw. eine genaue Befundbeobachtung nicht vorliegen. Möglicherweise war die Tote wie auch Bestattungen aus dem Südthüringer Raum zeigen, in ihren Mantel bzw. in ein Leichentuch gewickelt und die Nadel fungierte als Verschluß. Oder die Tote wurde in ihrer Winterkleidung bestattet und hat dafür zusätzliche bzw. andersartige Kleidung benötigt, die einen weiteren Verschluß erforderte. Desweiteren trug die Bestattete eine Halskette, an der zwei Stachelscheiben hingen. Daneben lagen an einem Unterarm ein Armring und an einem Bein eine Beinberge.
Fundort: Mehrstetten, Kr. Reutlingen.
Fundstelle: In der Flur "Böttinger Steigle", Grabhügel, Grab.
Bestattung: S - N - orientierte, weibliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: Stachelscheibe, H. 7,8 cm (am Hals).
Schwalbenschwanzförmiger Anhänger, L. 5,7 cm (auf der Brust).
Spiralröllchen (am Hals).
Bernsteinperle (am Hals).
Cardium - Muschel (am Hals).
2 verzierte Nadeln, L. 28,9 und 29,8 cm (am Kopf oder Hals).
2 tordierte Armringe, Dm 6,4 cm.
Fingerberge, Dm. 2,2 cm.
Zweinietiger Dolch, L. 14,5 cm. (an der linken Körperseite).
2 Beinbergen mit je einer dreigliedrigen Kette (an den Unterschenkeln).
Gürtelhaken, L. 24,0 cm (in der Körpermitte).
Kleines Nägelchen.
Bronzebruchstück (Pirling 1980, 1., S. 77).
Die Frau (Abb. 67) trug vermutlich eine Spiralröllchen besetzte Halskette, mit einer Stachelscheibe, einem schwalbenschwanzförmigen Anhänger, einer Bernsteinperle sowie einer Cardium - Muschel. Über die Anordnung und Anzahl der Kettenbestandteile können auf Grund fehlender Befundbeobachtungen keine bzw. nur ungenaue Angaben gemacht werden. Jedoch können die Bestandteile auf Grund der Fundlage als Halsschmuckteile interpretiert werden. Daneben befanden sich auf der Brust, an jeder Kopf- bzw. Halsseite eine Nadel mit der Spitze vermutlich zu den Füßen weisend (da keine Angaben zur Ausrichtung der Nadel vorliegen). Daneben trug die Tote vermutlich an den Unterarmen je einen Armring und an den Unterschenkeln je eine Beinberge. Ungewöhnlich ist dabei, daß von jeder Berge eine dreigliedrige Kette hing. In einer anderen Bestattung mit ähnlicher Befundsituation waren die Ketten an den Beinbergen miteinander verbunden. Der Armschmuck bestand aus zwei Fingerringen und einer Armberge. Über die Verteilung dieser Schmuckteile können auf Grund fehlender Angaben keine Aussagen gemacht werden. Da in der Körpermitte ein Gürtelhaken beobachtet wurde, ist anzunehmen, das die Bestattete vermutlich in Hüfthöhe einen Gürtel aus organischem Material trug. Desweiteren befand sich an der linken Körperseite ein Dolch.
Fundort: Mehrstetten, Kr. Reutlingen.
Fundstelle: "In der Flur Fleckenhau", Grabhügel 6, Grab 1.
Bestattung 1: S - N - orientierte, weibliche Körperbestattung, Kopf auf einem flachen Stein.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: 2 offene Drahtringe und die Hälfte eines dritten (hinter dem Schädel).
Spiralröllchen (bei den Zähnen).
Bernsteinperle (bei den Zähnen).
2 verzierte Nadeln, L. 23,5 und 47,5 cm (auf der Brust mit den Spitzen zum Gesicht weisend).
Verzierter Armring, Dm. 7,2 cm (rechter Unterarm).
Gürtelhaken, Dm. 3,8 cm (in der Beckengegend).
4 Zierscheiben mit Ziernägeln, Dm 7,0 - 7,4 cm (je 2 in der rechten und linken Beckengegend).
20 Ziernägel, Dm. 1,6 cm (über dem Becken).
Scherbe (nicht auffindbar) (Pirling 1980, 2., S. 78).
Die Tote (Abb. 68) trug auf der Brust mit den Spitzen zum Gesicht zeigend, zwei Nadeln, eine von den beiden Nadeln weist dabei eine Länge von 47,5 cm auf. Die Ausrichtung der Nadeln war für den Alltag sicherlich unbrauchbar, da u.a. eine Verletzungsgefahr für die Trägerin bestand. Eine Nadellänge von 47, 5 cm ist auch bei einer umgekehrten Trageweise für den alltäglichen Gebrauch ungeeignet. Daher war die Nadel m. E. vermutlich eher ein Bestandteil für eine Festtagskleidung gewesen. Desweiteren trug die Bestattete eine vermutlich aus Spiralröllchen bestehende Kette mit einer Bernsteinperle. Am rechten Unterarm lag ein Armring. In Hüfthöhe befand sich ein Gürtel, worauf ein Gürtelhaken hindeutet, der in der Beckengegend beobachtet wurde. Hinter dem Schädel lagen drei offene Drahtringe. Möglicherweise trug die Frau am Hinterkopf des Schädels einen Zopf und die Ringe fungierten dabei als Verschluß. Oder sie dienten als Haarschmuck und umschloßen dabei einzelne Haarbüschel. Als Gürtel- bzw. Kleiderbesatz können die vier Zierscheiben angesehen werden. Dabei befanden sich je zwei Scheiben an der linken und an der rechten Beckenseite der Toten. Daneben lagen über dem Becken 20 Ziernägelchen, die vermutlich auf der Vorderseite des Gürtels bzw. der Kleidung befestigt waren. Eine Unterscheidung zwischen Gürtel- und Kleiderbesatz ist m. E. ohne Gewebereste nicht möglich.
Fundort: Upflamor, Gde. Zwiefalten, Kr. Reutlingen.
Fundstelle: In der Flur "Lautrieb", Grabhügel, Grab 5. Bestattungen (insg. 11) im Grabhügel in 2 Reihen nebeneinanderliegend (1 - 5 am westl. und nordöstl. Hügelrand in O - W - Orientierung und mit 80 - 90 cm Zwischenraum; 6 - 11 am östl. und südl. Rand in S- N - Orientierung).
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Bestattung 5: O - W - orientierte, weibliche Körperbestattung.
Fundgegenstände: Stachelscheibe, H. 6,26 cm (am Hals).
2 verzierte Nadeln, L. 52,6 und 53,0 cm (auf der Brust mit den Spitzen nach oben).
2 Beinbergen, durch eine dreigliedrige Kette miteinander verbunden, Dm. 7,5 cm (an den Knöcheln).
2 tordierte Armringe, D. 6,0 und 6,3 cm (an den Unterarmen).
3 Blechröhrchen (am Hals).
2 Spiralröllchen (am Hals).
3 Bernsteinschieberfrag. (am Hals).
Bernsteinperle (am Hals).
Korallenperle (am Hals) (Pirling 1980, 4., S. 92 - 3).
Die Tote (Abb. 69) trug auf der Brust mit den Spitzen zum Gesicht weisend zwei Nadeln. Beachtenswert dabei ist die Länge der beiden Nadeln von 52,6 und 53,0 cm. Sie waren vermutlich für den Gebrauch, auf Grund der Verletzungsgefahr sowie der unbequemen Trageweise für die Trägerin, während des Alltags ungeeignet. Möglicherweise waren die Nadeln wie in der vorherigen Bestattung Bestandteile einer Festtagskleidung. Desweiteren trug die Bestattete eine Halskette aus Blechröhrchen, Spiralröllchen, Bernsteinschieberfragmenten sowie einer Bernstein- und einer Korallenperle. Ferner befand sich an jedem Unterarm ein Armring. Einen weiteren, ungewöhnlichen Befund stellen die beiden Beinbergen dar, die am rechten und linken Unterschenkel lagen. Sie waren durch eine dreigliedrige Kette miteinander verbunden und waren dadurch ebenso für den Alltagsgebrauch wie die langen Nadeln ungeeignet. Möglicherweise stellen sie ebenfalls einen Bestandteil der Festtagskleidung dar oder sie wurden mit offener Kette getragen.
Fundort: Onstmettingen, Gde. Albstadt (Zollern - Alb - Kreis).
Fundstelle: In der Flur "Gockeler", Grabhügel, Grab 4.
Bestattung 4: NW - SO - orientierte, weibliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Gezackte Nadel, L. 45,0 cm (auf der Brust).
Verzierte Nadel, L. 41,0 cm (auf der Brust).
2 vierkantige, verzierte Armringe, Dm. 6,5 und 6,6 cm (an jedem Arm).
2 tordierte Armringe, Dm 6,0 und 6,3 cm (an jedem Arm).
2 gerippte Armbänder, Dm 6,2 cm (an jedem Arm).
Stachelscheibe, H. 6,3 cm.
Herzanhänger, H. 3,4 cm.
6 Radanhänger, Dm. 5,5 - 6,0 cm (in der Hüftgegend).
4 Zierscheiben mit je 2 Nieten, Dm ca. 7,5 cm.
Frag. Radnadel(?), L. 4,3 cm (in der Hüftgegend).
Gürtelöse (-haken), H. 8,5 cm.
5 Spiralröllchen.
Goldspirale ( bei der linken Hand) (nicht auffindbar).
Bernsteinperle (am Hals) (nicht auffindbar).
2 Gefäßhenkel (beim Kopf) (Pirling 1980, 3., S. 82).
Die Tote (Abb. 70) trug ebenfalls zwei sehr lange Nadeln auf der Brust. Es liegen keine Angaben zur Nadelausrichtung vor, daher zeigten möglicherweise die Spitzen in Richtung der Füße. Sie waren vermutlich auf Grund der schon erwähnten Gründe, Bestandteile einer Festtagskleidung. Der Armschmuck war gegenüber den oben dargestellten Bestattungen sehr aufwendig. Dabei befanden sich an den Unterarmen jeweils ein Armring, ein tordierter Armring und ein Armband. Möglicherweise bestand der Halsschmuck, auf Grund der Fundbeobachtungen aus den bereits besprochenen Gräbern, aus einer Stachelscheibe, einer Bernsteinperle, einem Herzanhänger sowie aus Spiralröllchen. Eine goldene Spirale fungierte vermutlich an der linken Hand als Fingerschmuck. Desweiteren trug die Tote einen Gürtel aus organischem Material, worauf jedenfalls ein Gürtelhaken hindeutet. Daneben befand sich ein reicher Gürtel- oder Schürzenbesatz, bestehend aus 6 Radanhänger und 4 Zierscheiben, in der Hüftgegend. Ebenfalls in der Hüftgegend lag eine fragmentierte Radnadel, wobei nur der Kopf erhalten war. M. E. war die Radnadel schon zu Lebzeiten der Toten zerbrochen und der Radnadelkopf wurde zu einem Radanhänger umfunktioniert. Als echte Beigaben befanden sich in der Bestattung, am Kopf der Toten, zwei Gefäßhenkel.
Fundort: Gönningen, St. Reutlingen (Kr. Reutlingen).
Fundstelle: In der Flur "Mühlwiesen", Flachgrab 4.
Bestattung 4: SSO - NNW - orientiertes, weibliches Körperflachgrab.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände.: 2 verzierte Nadeln, L. 54,0 und 55,0 cm (auf den Schultern mit den Spitzen nach oben,über den Kopf hinausragend).
Ringanhänger, H. 3,2 cm (auf der Brust).
4 verzierte Armringe, Dm. 6,4 und 6,5 cm (2 am linken Arm, 1 am rechten, 1 zwischen den Kniegelenken).
1 geripptes Armband, Dm. 6,0 cm (am rechten Arm).
4 Zierscheiben, Dm. noch 4,0 cm (in der Beckengegend).
22 kleine Ziernägel, Dm. 1,1 cm (in der Beckengegend).
Flacher Bronzering, Dm. 4,0 cm (in Beckengegend).
Radanhänger, Dm. 4,8 cm (in der Beckengegend).
2 verzierte Beinbergen mit rückläufigem Draht, Dm. 7,5 cm (an den Knöcheln).
Kerbschnittverzierter Scherben (rechts vom Schädel).
Weitere Scherben (Pirling 1980, S. 55).
Die Tote (Abb. 71) trug auf den Schultern zwei Nadeln mit einer Länge von 54,0 und 55,0 cm, dabei zeigten die Spitzen nach oben und ragten über den Kopf hinaus. Sie waren vermutlich, auf Grund der Größe und den daraus resultierenden Problemen, Bestandteile einer Festtagskleidung. Der Halsschmuck bestand anhand der Fundlage wahrscheinlich aus einem Ringanhänger. Desweiteren trug die Bestattete am rechten Unterarm einen Armring sowie ein Armband und am linken Unterarm zwei Armringe. Ein vierter Armring befand sich zwischen den Kniegelenken. Eine Deutung dieser Fundlage ist schwierig, da keine Angabe zur Armhaltung der Toten vorliegt. Wie in den beiden vorherigen Bestattungen trug die Tote einen reichen Gürtel- oder Schürzenbesatz, bestehend aus vier Zierscheiben, 22 kleinen Ziernägelchen, einem Radanhänger und einem flachen Bronzering. Diese Bestandteile befanden sich im Bereich des Beckens. An den beiden Unterschenkeln lagen je eine Beinberge. Als echte Beigabe lag rechts vom Schädel ein kerbschnittverzierter Scherben. Weitere Scherben wurden zwar in der Bestattung beobachtet, es liegen jedoch keine Angaben zur Fundlage vor.
Fundort. Ebingen, Gde. Albstadt (Zollern - Alb - Kreis).
Fundstelle: In der Flur "Stählernes Männle", Grabhügel, Grab 4. Enthielt einen kreuzförmigen Steinkern von ca. 4,0 m Durchmesser, darin 4 Bestattungen, auf einer jeweils mit Steinen abgedeckten Lehmbank.
Bestattung 4: Im Nordteil ein 12 - 16jähriges, S - N - orientiertes Mädchen/Frau.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: 2 Radanhänger, H. 3,8 cm (auf der Brust).
Radnadel, L. 23,5 cm (auf der rechten Schulter).
Verzierter Armring, Dm. 5,8 cm (am rechten Arm).
2 Bernsteinschieber (auf der linken Schulter).
Spiralröllchen.
2 Bernsteinperlen (auf der linken Schulter) (nicht auffindbar).
Verzierter, geschlossener Ring, Dm. 9,0 cm (auf der rechten Schulter) (nicht auffindbar).
12 Bronzenägelchen mit Halbkugelköpfen, H. 4,9 cm (auf der rechten Schulter) (nicht auffindbar).
Herzanhänger, H. 4,9 cm (auf der Brust).
1 umwickeltes Stäbchen, an dem d. Anhänger hing (auf der Brust) (nicht auffindbar).
Zweinietiger Dolch, L. 11,4 cm (auf der rechten Beckenseite) (Pirling 1980, 3., S. 50).
Die Tote (Abb. 72) trug auf der rechten Schulterseite eine Radnadel. Der Halsschmuck bestand auf Grund der Fundlagen aus zwei Radanhänger, zwei Bernsteinschiebern, einem Herzanhänger mit umwickeltem Stäbchen sowie aus Spiralröllchen. Ungewöhnliche Halsschmuckbestandteile stellen die beiden Radanhänger dar, die in den vorherigen Bestattungen als Gürtel- bzw Kleiderbesatz fungierten. Die beiden Bernsteinschieber und -perlen wurden auf der linken Schulterseite der Toten beobachtet. Befundbeobachtungen aus den vorherigen Bestattungen zeigen jedoch, daß die Schieber und Perlen als Kettenbestandteil gedeutet werden können. Eine besondere Fundlage weisen die Bronzenägelchen sowie ein geschlossener Ring mit einem Dm. von 9,0 cm auf, da ähnliche Befundbeobachtungen aus diesem Gebiet nicht vor liegen. Sie befanden sich auf der rechten Schulterseite, wo sie möglicherweise als Kleiderbesatz fungiert haben. Oder sie waren an einem Lederriemen befestigt, der für den Dolch benötigt wurde, dabei lag der Dolch auf der rechten Beckenseite. Am rechten Unterarm trug die Tote einen Armring.
Fundort: Ebingen, Gde. Albstadt (Zollern - Alb - Kreis).
Fundstelle: In der Flur "Stählernes Männle", Grabhügel, Grab 1. Enthielt einen kreuzförmigen Steinkern von ca. 4,0 m Durchmesser, darin 4 Bestattungen, auf einer jeweils mit Steinen abgedeckten Lehmbank.
Bestattung 1: Im Südwestteil des Hügels eine SO - NW - orientierte, weibliche (25 - 30 Jahre) Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: 2>Radnadel, L. 22,5 cm (auf der rechten Schulter).
Zweinietiger Dolch, L. 9,2 cm (auf dem rechten Beckenknochen).
3 Drahthaken, L. 4,2, 9,3 und 9,9 cm (Gürtelverschluß ?) (nicht auffindbar).
Fingerring (an der linken Hand) (nicht auffindbar).
Meißel (nicht auffindbar).
Sandsteinplättchen (Schleifstein ?) (über dem linken Becken) (nicht auffindbar).
Scherben eines kerbschnittverzierten Bechers (nicht auffindbar) (Pirling 1980, 3., S. 50).
Die Tote (Abb. 73) trug wie in der vorherigen Bestattung eine Radnadel auf der rechten Schulterseite und ebenfalls auf dem Becken einen Dolch. Im Gegensatz zur vorherigen Bestattung, trug die Bestattete keinen Halsschmuck, desweiteren fehlen mögliche Besatzteile in Form von Bronzeringen und Nägelchen. Jedoch wurden in der Bestattung drei Drahthaken beobachtet, die möglicherweise nach Pirling (1980, S. 50) als Gürtelverschluß fungierten. Dabei war vielleicht der Dolch, im Gegensatz zur vorherigen Bestattung, in der keine Gürtelbestandteile beobachtet wurden, an einem Gürtel befestigt. Desweiteren trug die Tote an einem Finger der linken Hand einen Fingerring. Ferner befand sich über dem linken Becken einen Sandsteinplättchen, das nach Pirling (1980, S. 50) möglicherweise ein Schleifstein darstellt. Als weiteres Werkzeug lag in der Bestattung ein Meißel, es liegen jedoch keine Angaben zur Fundlage vor. Diese beiden Werkzeuge stellen für die Bestattungen aus dieser Region ungewöhnliche Beigaben dar. Daneben befanden sich Scherben eines Bechers als weitere Beigabe im Grab.
Fundort: Hundersingen, Kr. Reutlingen.
Fundstelle: In der Flur "Platte", Grabhügel, Grab 2. Jede Bestattung war von einer Steinsetzung umgegeben, dabei lagen die Skelette auf Steinplatten, Kopf im S, Füße im N (ein Skelett N - S - orientiert).
Bestattung 2: S - N - orientierte, männliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: Zweinietiger Dolch, L. 17,2 cm (an der rechten Seite).
2 Lochhalsnadeln, L. noch 18,4 und 21,1 cm (auf der Brust).
Haken, L. 4,2 cm (auf der Brust).
Lappenbeil, L. 19,8 cm (am Kopf) (nicht auffindbar).
Bronzebruchstück (nicht auffindbar) (Pirling 1980, 15., S. 70 - 1).
Der Tote (Abb. 74) trug im Gegensatz zu den restlichen Männerbestattungen aus dieser Region zwei Nadeln auf der Brust. Ein Rekonstruktionsversuch ist, wie schon in anderen Bestattungen mit ähnlicher Befundsituation erläutert wurde, ohne Gewebereste schwierig. Möglicherweise wurde der Umhang anstelle mit einer, mit zwei Nadeln verschlossen. Oder der Tote wurde in seiner Winterkleidung bzw. Festtagskleidung bestattet, wofür er eine zusätzliche Nadel benötigte. Möglicherweise war der Tote auch in seinen Umhang bzw. in ein Leichentuch gewickelt, das in Brusthöhe mit beiden bzw. mit einer der beiden Nadeln verschlossen wurde. Als weiterer Bestandteil befand sich auf der Brust ein Haken von unbekannter Bestimmung. Als echte Beigabe befand sich am Kopf ein Lappenbeil.
Fundort: Uplamör, Gde. Zwiefalten (Kr. Reutlingen).
Fundstelle: In der Flur "Lautrieb", Grabhügel mit 11 Bestattungen in zwei Reihen nebeneinanderliegend (Gr. 1 - 5 am westl. und nordöstl. Rand in O - W - Orientierung und mit 80 - 90 cm Zwischenraum, Gr. 6 - 11 am östl. und südl. Rand in S - N- Orientierung), Grab 7.
Bestattung: S - N- orientierte, männliche Körperbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Schwert, L. 59,8 cm (linke Seite).
Verzierte Nadel, L. 33,7 cm (auf der Brust mit der Spitze nach oben).
Pinzette, L. 4,9 cm (am Hals).
Gefäßscherben (neben der Bestattung) (nicht auffindbar).
Hundeskelett (unterhalb der Füße) (Pirling 1980, 4., S. 92 - 3).
Der Tote (Abb. 75) trug, wie in einigen anderen Frauenbestattungen, auf der Brust mit der Spitze nach oben zeigend eine Nadel, die wahrscheinlich als Gewandverschluß fungierte. Desweiteren lag am Hals eine Pinzette. Als echte Beigaben befanden sich an der linken Körperseite ein Schwert und unterhalb der Füße wurde ein Hundeskelett beobachtet.


 











Fundort: Deielsberg (Hagenau Gruppe).
Fundstelle: Grabhügel 5, Bestattung.
Bestattung. NO - SW (Kopf) - orientierte, weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: Beinberge mit je einer Spirale am Ende.
2 verzierte Nadeln mit durchlochtem Kopf.
Halskette aus 32 Bernstein- und 2 Glasperlen.
Ohrring aus dünnem Bronzedraht (Schaeffer 1926, 3., S. 20).
Als Gewandverschluß trug die Tote (Abb. 76) zwei Nadeln, die vermutlich auf der rechten und linken Brust lagen. Desweiteren trug die Bestattete eine Halskette aus Bernstein- und Glasperlen. An einem der beiden Unterschenkeln befand sich eine Beinberge. Vermutlich als Haar- bzw Kopfschmuck fungierte ein Ring aus Bronzedraht.
Fundort. Donauberg.
Fundstelle: Grabhügel 13, Grab 1.
Bestattung: 1: S - N- orientierte, weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4.
Fundgegenstände: 2 Nadeln (auf der Brust mit den Köpfen in Brustmitte und die Spitzen zur Schulter weisend).
2 Armspiralen mit je 15 Windungen (an den Unterarmen).
Massiver, verzierter Armring (beim Fußende).
2 Beinbergen mit Endspiralen (an den Unterschenkeln).
Kleine Tasse (an der linken Körperseite) (Schaeffer 1926, 7., S. 70 - 1).
Auf der Brust der Toten (Abb. 77) lagen zwei Nadeln, dabei lagen die beiden Nadelköpfe in Brustmitte und die Spitzen zeigten zu den Schultern. An den Unterarmen befand sich je eine Armspirale und an den Unterschenkeln je eine Beinberge. Der Beinschmuck könnte auf einen kürzeren Rock hindeuten. Am Fußende wurde ein massiver Armring beobachtet. Als echte Beigabe lag an der linken Körperseite eine kleine Tasse.
Fundort: Weissensee - Oberfeld.
Fundstelle: Grabhügel 53, Grab 6.
Bestattung 6: Weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Kollier/Brustgehänge. Kette aus 11 Bernsteinperlen von unterschiedl. Größe (Dm. der größten Perle 0,3 cm) und dazwischenliegenden kleinen Spiralröllchen.
Von der Kette hing ein Brustornament aus 5 Bernsteinplatten/-schieber mit je 6 Durchbohrungen (Ausnahme: 2. Platte mit 7 Durchbohrungen). Durch die Bohrungen jeweils ein Faden, der mit kleinen Bernsteinperlen besetzt war. Dm. der Kette 45 cm.
Mehrere kleine Bronzeringe (beim Kollier).
Nadel mit scheibenförmigem Kopf und durchgehender Verzierung (vom Kopf bis zum Hals), L. 37,0 cm.
2 Armspiralen mit jeweils 22 Windungen (an den Unterarmen).
Kleines zusammengerolltes Bronzeobjekt.
Ringelchen aus Gold (vermutl. zum Kollier gehörend) (Schaeffer 1926, 6., S. 56 - 8).
Die Tote (Abb. 78) trug ein aufwendiges Bernsteinkollier. Es bestand dabei aus 11 Spiralröllchen, fünf durchlochten Bernsteinplättchen, 11 großen und unzähligen kleinen Bernsteinperlen, dabei betrug der Kettendurchmesser 45,0 cm. Nach Schaeffer (s.o.) gehörte ein kleiner, dünner Goldring ebenfalls zum Brustgehänge. Neben dem Kollier befanden sich mehrere kleinere Bronzeringe, die möglicherweise ebenfalls Kettenbestandteile darstellen oder die im Haar der Toten befestigt waren und durch eine Verlagerung in diese Fundposition geraten sind. Außerdem befand sich ein kleines zusammengerolltes Bronzeobjekt in der Bestattung, das möglicherweise, anhand von Parallelfunden u.a. aus dem Osthessischen Raum, die Kette an der Nadel befestigte. Es liegen jedoch keine Befundbeobachtungen von der Nadel und vom zusammengerollten Bronzeblech vor. Die Nadel mit einer Länge von 37,0 cm fungierte vermutlich als Gewandverschluß. Desweiteren trug die Tote an den Unterarmen je eine Armspirale.
Fundort: Königsbrück.
Fundstelle: Grabhügel 15, Grab 1.
Bestattung 1: W(Kopf) - O - orientierte, weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Halskette aus Bernsteinperlen von unterschiedlicher Größe.
2 Armspiralen mit je 12 Windungen (an den Unterarmen).
2 Beinbergen (an den Unterschenkeln).
2 Gewandnadeln.
Krug mit Henkel (Schaeffer 1926, 8., S. 71).
Die Tote (Abb. 79) trug eine Bernsteinperlen besetzte Halskette sowie an den Unterarmen je eine Armspirale. Desweiteren befand sich an den Unterschenkeln je eine Beinberge. Als Gewandverschluß fungierten zwei Nadeln, die anhand der vorherigen Bestattung vermutlich auf der rechten und linken Brustseite lagen. Als weitere Beigabe wurde ein Henkelkrug beobachtet.
Fundort: Donauberg.
Fundstelle: Grabhügel 1, Grab 3.
Bestattung 3: Weibliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Aufwendig verzierter Ledergürtel mit 5 flachen Bronzehaken, Brillenspiralen, langer Gürtelhaken sowie Bronzeknöpfen.
Nadel (Schaeffer 1926, 7., S. 65).
Die Tote war mit einem vermutlich in Hüfthöhe, reich mit Bronzezierat versehenen Ledergürtel bekleidet. Dabei bestand der Bronzezierat aus fünf Bronzehaken, sechs Bronzeknöpfen und diversen Brillenspirallen. Die Anordnung dieser Besatzteile wird anhand der Abbildung 80 erkenntlich. Als Gewandverschluß fungierte wahrscheinlich eine Nadel.
Fundort: Königsbrück.
Fundstelle: Grabhügel 6, Grab 1.
Bestattung 1: Weibliche Kinderbestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 5.
Fundgegenstände: Verzierter, massiver Armring.
Armspirale mit 3 Windungen.
Nadel.
Pinzette.
Bronzehaken.
2 Bronzeringelchen.
Aufwendiger Halsschmuck u.a. aus unterschiedlich großen Bronzespangen und 1Bronzeknopf (Schaeffer 1926, 8., S. 76).
Die Tote trug einen aufwendigen Halsschmuck (Abb. 81) bestehend aus einem Gehänge in Form von untereinander gereihten Bronzezwingen und einem Bronzeknopf als Abschluß. Die Zwingen und der Knopf waren vermutlich auf einer organischen Unterlage bzw. an einem Faden/Riemen befestigt oder aufgereiht. Die Anordnung dieser Bestandteile wird ebenfalls auf der Abbildung 81 ersichtlich. Das Bronzegehänge weist durch die Anordnung der einzelnen Bestandteile, eine Ähnlichkeit mit dem Bernsteinkollier aus Weissensee-Oberfeld auf. Desweiteren befanden sich im Grab ein Armring und eine Armspirale, die möglichweise jeweils an einem der beiden Unterarme lagen. Als Gewandverschluß fungierte vermutlich eine Nadel. Ferner befanden sich im Sarg, ebenfalls ohne Fundangabe, eine Pinzette, einen Bronzehaken, der möglicherweise einen Gürtel verschloß sowie zwei kleine Bronzeringe, die vermutlich im Haar der Toten befestigt waren..
Fundort: Schirrheinweg.
Fundstelle: Grabhügel 84, Grab 2.
Bestattung 2: Männliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 3.
Fundgegenstände: Bronzebeil (linke Körperseite in Brusthöhe).
Bronzedolch mit 2 Nieten, 2 Plocknieten und Mittelgrat (rechte Körperseite in Brusthöhe).
Nadel (im Brustbereich) (Schaeffer 1926, 11., S. 117 - 8).
Der Tote (Abb. 82) trug möglicherweise als Gewandverschluß im Brustbereich eine Nadel. Daneben auf der rechten Körperseite lag ein Bronzedolch und auf der linken Seite in Brusthöhe ein Beil.
Fundort: Fischerhübel und Kurzgeländ.
Fundstelle: Grabhügel 40, Bestattung 3.
Bestattung 3: SW (Kopf) - NO - orientierte, männliche Bestattung.
Zeitl. Einordnung: Zeitgruppe 4..
Fundgegenstände: Nadel.
Beil (auf der rechten Schulter).
Bronzehaken (seitl. vom Dolch, bei den Pfeilspitzen).
Dolch (an der linken Seite).
Kleine Bronzepfeilspitze (beim Dolch) (Schaeffer 1926, 9., S. 93).
Der Tote (Abb. 83) trug vermutlich wie in der vorherigen Bestattung, als Gewandverschluß eine Nadel. Auf der rechten Schulter lag ein Beil, an der linken Körperseite befanden sich ein Dolch, eine kleine Pfeilspitze sowie ein Bronzehaken von unbekannter Bestimmung.

 


 

 

 

Abb. 80: Legergürtel mit reichem Bronzebesatz.

 


 

 

 

 

Abb. 81: Aufwendiger Halsschmuck u.a. in Form von senkrecht aneinandergereihten Bronzespangen.

 








3.3 Zusammenfassung

3.3.1 Nordseeland Gruppe

Zum Nadelschmuck der Frauenbestattungen im Zeithorizont 2 (s. Tab. 2) gehörte selten eine Fibel bzw. eine Nadel. In einer Bestattung wurde eine Bronzefibel mit spitzovalem Bügel in horizontaler Stellung zur Grablängswand offenbar im Bereich der Brust beobachtet. Dabei zeigte die verzierte Platte der Fibel nach oben. In einem weiteren Grab fand sich ein Fibelfragment, jedoch ohne Angabe der Fundlage. In einem anderen Befund befand sich eine Radnadel mit der Spitze in Richtung der linken Schulter im Bereich des Gürtels, über der rechten Brust der Toten wurde eine zweite Nadel geborgen. Dabei handelt es sich hier um eine mit einer Buckelreihe verzierte Scheibennadel. In einer weiteren Bestattung wurde vermutlich im Bereich der rechten Kopfseite ein Fragment eines bandförmigen Fibelbügels in Richtung N - S (Kopf lag im Südosten) beobachtet.

Kopfschmuck wurde anhand eines Befundes in Form von zwei Bronzespiralringen beobachtet. Dabei befand sich jeweils ein Spiralring an jeder Kopfseite.

Halsschmuck kann anhand der Befunde zur regelhaften Schmuckausstattung gezählt werden. Er bestand durchgehend aus einem rippenverzierten Halskragen, dabei waren die Endplatten in einigen Fällen mit Spiralen verziert. Angaben zur Fundlage liegen aus einigen Befunden vor. Danach befand sich der Halskragen funktionsbedingt in der Halsgegend der Bestatteten. In einem Befund steckte ein Halskragen in etwa Grabmitte hochkant im Boden, jedoch ist die Fundlage nicht eindeutig, da das Grab durch eine unsachgemäßige Ausgrabung stark gestört war.

Ebenso ein Bestandteil der regelhaften Schmuckgarnitur war der Gürtelschmuck in Form von meist spiralverzierten Gürtelplatten. Dabei kann man anhand der Befunde von folgender Position der Platten am Körper der Bestatteten ausgehen. Die Gürtelplatten waren meist mit je einem Exemplar in den Gräbern vertreten und befanden sich überwiegend auf der Körpervorderseite in Gürtelhöhe der Toten. Jedoch wurde in einem Grab eine kleine mit einer Buckelreihe verzierte Gürtelplatte auf dem linken Oberarm beobachtet. Daneben enthielt das Grab eine Radnadel, Scheibennadel und am Kopf ein gebuckeltes Stirnband. Parallelfunde liegen aus der Lüneburger Heide vor.

Armschmuck war ein häufiger Bestandteil der Schmuckgarnitur. Er bestand meist aus einem bis zwei Spiralarmringen. Sie wurden unabhängig von der Ringanzahl sowohl beidseitig als auch einseitig getragen. Daneben wurden auch vereinzelt Armringe (einmal), Armbänder (einmal), sowie ein Armband bestehend aus einer Bronzespirale, einer Glas- und zwei Bernsteinperlen beobachtet. Es lag in der Gegend des linken Oberarms. In einem weiteren Grab befanden sich ebenfalls zwei Bernstein- und eine Glasperle, jedoch liegen keine Angaben zur Fundlage dieser Bestandteile vor.

Besatz in Form von Bronzebuckeln konnte häufig und in großer Anzahl in den Bestattungen beobachtet werden. Sie befanden sich meist in Nähe der Gürtelplatte. Es waren kleinere bis größere Bronzebuckel mit halbkugelförmigem Mittelteil und konischer Spitze bzw. Formen von konischer Gestalt und unterschiedlicher Verzierung. Anhand der Befunde wurden folgende Fundlagen beobachtet:

- 3 Buckel von gleicher Form umgaben bzw. überschnitten teilweise eine Gürtelplatte.

- 1 Buckel in Gürtelnähe.

- 8 Bronzebuckel von z. T. ungleicher Form waren im Halbkreis um die Gürtelplatte herum angebracht. Bei einem Buckel befand sich noch ein Lederriemenrest.

- Bei diesem Befund ist die Fundlage nicht eindeutig, da das Grab gestört war. Es befand sich ein kleiner Bronzebuckel an der Dolchspitze oberhalb der Gürtelplatte.

- 11 kleine Buckel befanden sich neben der Gürtelplatte. Sie lagen schräg zur Längsrichtung des Grabes mit der Spitze nach oben.

- An der linken Seite eines Halskragens wurden zwei kleine Buckel beobachtet.

Daneben fanden sich in einigen Frauenbestattungen als weiterer Besatz Bronzespiralröllchen. Sie können auf Grund der Befunde als Besatz eines Rockes gedeutet werden. Dabei liegen folgende Lagebeobachtungen aus den Befunden vor:

- Unter einer Gürtelplatte befanden sich zwei schwachgebogene Reihen aus ca. 125 Bronzeröllchen von je 3,5 cm Länge aus dünnem Bronzeblech. Sie lagen teilweise in zwei Schichten übereinander und waren z. T. aneinander festkorrodiert. Dabei gingen durch jede Hülse zwei Wollfäden eines Fransenrockes, die von einem dünnen Faden umwickelt waren. Die untere Röllchenreihe bedeckte die Gegend der Hüftpartie. Die Röllchen befanden sich nur über der Toten und hatten demnach nur die Vorderseite des Fransenrockes geschmückt.

- Unterhalb einer Gürtelplatte lagen Fragmente von drei schmalen Bronzeröhrchen, in den sich Reste von Wollfäden befanden.

- In zwei weiteren Bestattungen wurden ebenfalls Bronzeröllchen beobachtet. Es liegen jedoch keine Angaben zu den einzelnen Fundlagen vor, da beide Gräber Störungen aufweisen.

Kappen- bzw. Haubenbesatz wurde möglicherweise in einer Bestattung beobachtet. Dort befand sich ein buckelverziertes Bronzeband am Kopf der Bestatteten. Dieser Befund kann möglicherweise den unteren Besatz einer Kopfbedeckung bzw. ein Stirnband darstellen.

Neben den Schmuckbeigaben befanden sich in vielen Frauenbestattungen eine Waffenbeigabe in Form eines Bronzedolches. Anhand der Befunde befand sich der Dolch überwiegend in Nähe bzw. steckte innerhalb der Gürtelplatte. Dabei zeigte die Dolchspitze meist in Richtung der Füße der Toten. In einem Fall war vermutlich ein Schwertfragment als Dolch umgeschächtet worden.

Als weitere Beigabe befand sich in einer Bestattung ein Bronzekamm. Angaben zur Fundlage liegen aus diesem Befund nicht vor.

Bei den Frauenbestattungen des Zeithorizontes 3 bestand die Schmuckgarnitur wie im vorherigen Zeithorizont selten aus einem Gewandverschluß in Form einer Fibel bzw. einer Nadel. Es liegen dabei u.a. folgende Befundbeobachtungen vor. In einem Fall befand sich an der linken Schulter eine Bronzefibel mit Kreuzkopf. Daneben in einer anderen Bestattung wurde in der Grabmitte ein Nadelfragment (möglicherweise von einer Fibel) beobachtet. Desweiteren lagen in einer Bestattung drei fragmentierte Fibeln mit Kreuzkopf neben zahlreichen anderen Beigaben auf einer Fläche von ca. 0,47 cm Dm..

Kopfschmuck konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden.

Halsschmuck bestand wie im Zeithorizont 2 aus einem gerippten Halskragen. Er wurde jedoch im Gegensatz zum vorherigen Horizont in den Gräbern wesentlich seltener beobachtet. Angaben zur Fundlage liegen aus einem Befund vor, demnach befand sich ein Bronzekragen am Hals der Bestatteten.

Im Gegensatz zum vorherigen Zeithorizont bestand der Armschmuck meist aus Bronzeringen und konnte dabei in großer Anzahl (bis zu vier Exemplaren) sowie in vielfältigen Formen und mit unterschiedlichen Verzierungen in den Bestattungen vertreten sein. Es waren u.a. gedrehte bzw. mit Strichgruppen verzierte Ringe mit glatten Enden, verzierte Ringe mit dreikantigem bzw. ovalem Querschnitt und eingezogenen Enden. Die Vergesellschaftung unterschiedlicher Ringformen und -typen konnte in einigen Bestattungen beobachtet werden. Konkrete Angaben zur Fundlage der Armringe liegen anhand der Befunde nicht vor. Daneben waren mit je einem Exemplar Armbänder und Spiralarmringe vertreten. Dabei befand sich ein Armband am rechten Arm der Bestatteten.

Fingerschmuck wurde in Form von Spiralringen beobachtet. Dabei befanden sich in einer Bestattung zwei goldene Spiralringe und in einem weiteren Grab wurde ein Bronzespiralring beobachtet.

Besatz aus Bronzebuckeln wurde in unterschiedlichen Formen und teilweise in großer Anzahl (bis zu 12 Exemplare) in den Bestattungen beobachtet. Es waren Buckel von konischer Form, Formen mit kleinen unterschiedlichen Endplatten und ausgezogenen Spitzen sowie mit einer Rillenverzierung. Eine Vergesellschaftung der unterschiedlichen Formen konnte anhand einiger Befunde beobachtet werden. Dabei wurden folgende Fundlagen beobachtet:

- Ein Bronzebuckel befand sich vermutlich im Gürtelbereich unter einer Bronzeröhrchenreihe.

- In Grabmitte wurden ein Bronzebuckel von konischer Form sowie in einem Abstand von 0,25 m voneinander zwei gleiche Buckel, die Spitzen mit kleiner Endplatte beobachtet.

- Ein Buckel mit ausgezogener Spitze fand sich in Grabmitte.

- Auf einer Fläche von 0,47 m Dm. neben anderen zahlreichen Beigaben, befanden sich 12 auf einem schmalen Lederriemen befestigte Buckel. Dabei sind neun Exemplare von gleicher und zwei von ungleicher Form. Alle Buckel waren mit ausgezogener Spitze, jedoch Form der Endplatte und die Länge der Spitze waren unterschiedlich.

Doppelknöpfe konnten anhand von zwei Bestattungen beobachtet werden. Dabei befanden sich in einer Bestattung zwei gleiche Doppelknöpfe mit Sternmuster und zwei weitere Knöpfe mit ausgezogener Spitze und kleiner Endplatte. Die Doppelknöpfe waren auf einem Lederriemen befestigt. Die Angaben zur Fundlage sind unklar. Sie befanden sich auf einer Flächen von 0,47 m Dm. neben anderen zahlreichen Beigaben. In der zweiten Bestattung lag im Bereich des Gürtels über eine Bronzeröhrchenreihe ein Bronzedoppelknopf.

Bronzeröllchen können wie in im Zeithorizont zuvor, als Besatz eines Schnurrocks oder eines Gürtels gedeutet werden. Dabei liegen folgende Lagebeobachtungen vor:

- In mehreren Schichten übereinander in ganzer Sargbodenbreite befanden sich Bronzeröllchen. Im Innern der Röhrchen fanden sich Reste von Wollschnüren. Zwischen den Röhrchen wurden die organischen Reste von Kleidung und Fell beobachtet. Seitlich der Röhrchen befanden sich große Flecken einer grauen Masse aus Larvenreste einer Fliege (LUCILIA SP.), die in der Leiche gelebt hatten. Der Befund stellt eine Frauenbestattung mit einem vergangenen Schnurrock, dessen Fransen mit Bronzeröhrchen besetzt waren, dar.

- Bei diesem Befund befanden sich vermutlich im Beckenbereich drei untereinanderliegende Reihen von Bronzeröllchen mit vermutlich jeweils 18 Exemplaren, dabei lag eine Reihe fächerförmig auf einem Quast am Gürtel (s. Katlg.-Nr. 145).

Zwei Bestattungen enthielten anstelle eines Dolches, ein Rahmengriffmesser, das jeweils in der Grabmitte beobachtet wurde. In einem Fall befand sich das Messer neben Reste von Wollgewebe und Holz.

Als weitere Beigabe wurde in einer Bestattung eine verzierte Dose mit Falzdeckel beobachtet, wobei die Dose ein schmales Bronzebandfragment enthielt. An weiteren Beigaben befanden sich im Grab ein Pfriem sowie ein Bruchstück von einer Knopfsichel. Das Grab enthielt daneben noch eine umfangreiche Schmuckausstattung (Katlg.-Nr. 147).

In einem weiteren Grab befand sich vermutlich am Fußende eine Holzschale.

 

Männerbestattungen

Zur regelhaften Schmuckausstattung der Männerbestattungen im Zeithorizont 2b (vergl. dazu Tab. 2) gehörte im Gegensatz zu den Frauenbestattungen meist eine Fibel mit Endspiralen bzw. mit geripptem Kopf. Selten wurde anstelle einer Fibel eine Nadel mit ins Grab gegeben. Eine Kombination Nadel und Fibel bzw. Fibel und Fibel wurde anhand einiger Befunde beobachtet. Die überwiegende Position der einzelnen Nadeln bzw. Fibeln war die Brust- bzw. Halsgegend an der rechten oder linken Körperseite. Eine weitere Position war auf dem Körper des Bestatteten. Seltenere Fundlagen waren im Bereich des Magens und an der rechten Kopfseite. Die Position am Körper der paarig vorhandenen Fibeln bzw. Nadeln waren folgende:

- Fibel und Nadel befanden sich an der rechten Körperseite in Brusthöhe, dabei war die Fibel senkrecht zur Längswand des Grabes ausgerichtet.

- Fibel wurde an der rechten Kopfseite beobachtet und die Nadel fand sich an der rechten Brustseite.

- 2 Fibeln wurden vermutlich an der rechten Körperseite in Hals- bzw. Kopfhöhe beobachtet.

Daneben wurden Nadeln auch als Verschluß u.a. für Taschen (Katlg.-Nr.: 155) verwandt. Fibeln oder -fragmente wurden auch in organischen Behälter (Katlg.-Nr.: 137) beobachtet.

Halsschmuck konnte in Form eines meißelförmigen Anhängers aus Schiefer im Halsbereich beobachtet werden.

Armschmuck wurde in den Gräbern selten beobachtet und dann in Form eines Bronzearmrings (Angabe zur Fundlage fehlt) sowie möglicherweise eines Armbands. Das Armband bestand aus einer tonnen- und einer scheibenförmigen Bernsteinperle sowie aus zwei Spiralröllchen in alternierender Reihenfolge. Dabei befand es sich vermutlich am linken Arm des Toten.

Ferner wurde ein Goldring ohne Angabe der Fundlage in einem Grab beobachtet. Es handelt sich hier auf Grund der Größe vermutlich um einen Fingerring.

Ungewöhnliche Schmuckbestandteile liegen aus folgenden Befunden vor:

- Goldscheibe (auch Sonnenscheibe genannt) fand sich auf einer Bronzeunterlage in der Sargmitte. Unter der Scheibe wurden eine Schwertklinge, dicht dabei ein Gürtelhaken und vier Bronzebuckel beobachtet.

- Zwei doppelaxtförmige Bronzeschmuckstücke.

- Schmuck aus Golddraht in Form von aufgerollten Spiralen in einer Ledertasche mit zwei Fächer. Daneben enthielt die Tasche eine Bronzepinzette, ein Bronzerasiermesser, im zweiten Fach der bereits erwähnte Goldschmuck, ein Feuerschlagstein und eine Bügelplatte einer Bronzefibel.

Die regelhafte Waffenausstattung bestand aus einem Dolch bzw. aus einem Schwert. In einem Fall wurde sowohl ein Dolch als auch ein Schwert mitgegeben. Meist befand sich die mitgegebene Waffe auf der linken Seite des Oberkörpers, dabei zeigte der Griff zum Kopf hin. Weitere seltenere Fundlagen waren auf der Brust schräg bzw. parallel zum Arm, in der Gürtelgegend unter einer Goldscheibe, wie oben bereits erwähnt wurde, sowie auf einem Holzsarg. Aus einer Bestattung wurde ein Schwert mit goldbelegtem Griff und Knauf geborgen. Dabei befand es sich vermutlich auf der linken Körperseite mit dem Griff auf der Brust bzw. im Bereich der Oberarme. Daneben enthielt das Grab einen Gürtelhaken mit Goldblech belegter Platte.

Neben der regelhaften Waffenausstattung wurde in einigen Bestattungen ein Bronzeabsatzbeil mitgegeben. Die überwiegende Fundlage war wie beim Dolch bzw. Schwert, die linke Körperseite in Höhe des Halses bzw. Kopfes. Daneben wurde in einem Fall ein Beil unterhalb des Kiefers beobachtet. Eine weitere Fundlage war vermutlich im Bereich der Brust quer zur Längsrichtung des Grabes mit der Schneide nach Norden hin zeigend (Kopf lag im Osten).

Besatz in Form von Bronzebuckeln wurde selten beobachtet. Sie waren dann meist mit einem oder zwei Exemplaren vertreten. In einem Fall befanden sich vier Bronzebuckel in der Grabmitte unter einer Goldscheibe. Sie lagen dicht beieinander, z. T. übereinander liegend, mit der Spitze nach oben oder unten gerichtet. Es waren sowohl Bronzebuckel mit kegelförmig gewölbter Mitte als auch konische Formen vertreten. Die kegelförmigen Buckel wurden überwiegend im Bereich des Oberkörpers (zweimal in der Kiefergegend, einmal im Bereich des linken Oberarms) beobachtet. Dagegen befanden sich die konischen Formen in der Gürtelgegend (einmal in Grabmitte unter einer Scheibe, einmal an der linken Hüfte). Eine Kombination beider Formen konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden.

Desweiteren wurde in einer Bestattung zwei konische Bernsteinknöpfe mit V-Bohrung im Bereich des Oberkörpers beobachtet.

Doppelknöpfe waren relativ selten in den Gräbern vertreten und dann jeweils mit einem Exemplar. Ein Bronzedoppelknopf enthielt eine eingelegte Bernsteinscheibe und befand sich im Beckenbereich. Der zweite befand sich in einem Holz- bzw. Lederbehälter.

Gürtelhaken wurden in den Gräbern relativ häufig beobachtet. Es waren meist Bronzehaken mit spiralverzierter Platte. Sie befanden sich anhand der Befunde überwiegend im Becken- Hüftbereich. In einem Fall wurde ein Haken wahrscheinlich in einem Behälter beobachtet. Gürtelhaken wurden auch aus Bestattungen ohne Waffenbeigaben geborgen.

Toilettenbestecke in Form von Rasiermesser und Pinzetten waren anhand der Befunde in den Bestattungen sehr häufig vertreten. Sie wurden dann jeweils mit einem Exemplar beobachtet. Eine Kombination der beiden Gegenstände konnte in einigen Befunden ebenfalls beobachtet werden. Dabei wurden folgende Fundlagen beobachtet:

- Rasiermesser und Pinzette waren zwischen dem rechten Unterarm und dem Becken dicht beieinander. Sie befanden sich vermutlich ehemals in einem Futteral aus organischem Material.

- Rasiermesser und Pinzette lagen in der Gürtelgegend.

- Rasiermesser und Pinzette befanden sich vermutlich in einem organischen Behälter (anhand des Befundes nicht eindeutig erkennbar) an der rechten Lende dicht beieinander.

- Rasiermesser und Pinzette lagen in einem org. Behälter (zweimal anhand der Befunde). Die Fundlage der einzelnen Behälter sind nach den Befunden nicht eindeutig.

 

Die Fundangaben für die Pinzetten waren sehr unterschiedlich. Sie wurden an der linken Hüfte, in der Grabmitte, allgemein an der linken Körperseite und im Bereich der Brust beobachtet. Dagegen liegen Angaben zur Position der Rasiermesser nur aus wenigen Befunden vor. So befand sich ein Rasiermesser an der rechten Kopfseite bzw. in einer Tasche.

Eine weitere häufige Beigabe in den Bestattungen war ein Feuerschlagstein. Er befand sich u.a. an der linken bzw. rechten Hüfte, an der linken Körperseite des Toten und wurde viermal in einem organischen Behälter beobachtet.

Daneben wurden Bronzesägen, Pfrieme, Angelhaken, Messer, Tüllenmeißeln, Tongefäße, Bernstein- und Glasperlen in den Gräbern mitgegeben. Sie waren jedoch meist nur mit einem, seltener mit zwei Exemplaren in den Gräber vertreten. Dabei befanden sie sich, wenn Angaben zur Fundlage vorliegen, an der rechten bzw. linken Körperseite des Toten. Eine bevorzugte Beigabenkombination wurde anhand der Befunde nicht festgestellt.

Folgende Fundansammlungen wurden in den Bestattungen beobachtet:

- In der Gürtelgegend: Feuerschlagstein, Bronzespirale, 4 Bernsteinstücke, Rasiermesser und Pinzette.

- Dicht beieinander an der rechten Lende: Unvollständige Bronzesäge, 2 Pfrieme, Angelhaken, Stück Bernstein, Rasiermesser und Pinzette. Sie waren anhand der Fundumstände vermutlich in einem org. Behälter.

- Feuerschlagstein, Goldschmuck in Form von Spiralen, Rasiermesser und Pinzette in einer Ledertasche.

 

- Bronzeangelhaken mit umwickelter Schnur, Feuerschlagstein, Bronzemesser, Rasiermesser, Pinzette, Schnurrolle und eine geflochtene Schnur lagen dicht beieinander vermutlich in einem organischen Futteral.

 

Wie im Horizont 2b, bestand die regelhafte Schmuckausstattung im Zeithorizont 3 (Tab. 2) aus einer Fibel. Es waren vorwiegend Fibeln mit Kreuzkopf. Von zwei Befunden liegen Angaben zur Fundlage vor. Nach der Fundskizze befand sich eine Fibel in senkrechter Stellung zur Längswand des Grabes in der Lendengegend des Bestatteten und die Fibel im zweiten Befund wurde im Bereich der Brust beobachtet. In drei weiteren Bestattungen wurde jeweils eine Nadel beobachtet. Dabei befand sich eine der Nadeln neben einer Fibel in einem organischen Behälter, die weiteren zwei fungierten in einem Fall in Verbindung mit Ösenklammern jeweils als Verschluß eines Lederetuis.

Armschmuck wurde wie im vorherigen Zeithorizont selten beobachtet. In zwei Befunden wurde jeweils am linken Arm ein goldener Armring bzw. im zweiten Befund ein Bronzearmband beobachtet. Daneben befanden sich im zweiten Befund ebenfalls am linken Arm verschieden große Bronzeringfragmente von mindestens zwei Ringen.

Kopfschmuck war wahrscheinlich in Form eines Bronzerings, der sich am Kopf des Toten befand, vertreten.

Die regelhafte Waffenausrüstung bestand im Gegensatz zum vorherigen Horizont, überwiegend aus einem Schwert. Die Waffenbeigabe in Form eines Dolches konnte anhand einiger Befunde beobachtet werden. Die bevorzugte Schwertlage war anhand der Befunde im Bereich der Brust bzw. des Oberkörpers zur Längsrichtung des Grabes, dabei zeigte der Griff zum Kopf des Toten hin.

Seltener wurde ein Schwert an der linken oder rechten Körperseite des Bestatteten beobachtet. Die Trageweise eines Dolches am Körper des Toten ist aus zwei Befunden bekannt. So befand sich in einer Bestattungen an der rechten Körperseite und im zweiten Grab auf dem linken Oberarm des Bestatteten jeweils ein Dolch.

Aus einem Grab wurde wie im vorherigen Zeithorizont, ein Schwert mit goldbelegtem Griff und Heft geborgen.

Verschluß in Form von Doppelknöpfen wurde im Gegensatz des Zeithorizontes 2b im Horizont 3 aus vielen Männerbestattungen geborgen. Es waren überwiegend Doppelknöpfe mit eingetieftem Sternmuster mit meist einem bzw. seltener mit zwei Exemplaren pro Grab. In einer Bestattung befanden sich zwei Doppelknöpfe mit eingetieftem Sternmuster am linken Oberarm in Nähe eines Schwertes, einen dritten radförmigen Knopf wurde in der Gürtelgegend (befand sich möglicherweise in einem org. Behälter) beobachtet.

Aus einer Bestattung konnte ein Bronzegürtelhaken geborgen werden. Er befand sich zwischen zwei Röhrenknochen (vermutlich zwei Oberschenkelknochen, jedoch ist die Fundlage anhand der Fundskizze nicht genau erkennbar).

Besatz in Form von Bronzebuckeln konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden. In einem Grab fand sich ein konischer Bernsteinknopf mit vier Durchlochungen vermutlich in der Gegend der Oberschenkel in schräger Stellung.

Wie im Zeithorizont zuvor, wurde auch im Zeithorizont 3 Fundansammlungen in den Bestattungen beobachtet:

- In der Gürtelgegend des Toten fanden sich ein Bronzerasiermesser mit Pferdekopfgriff, eine Bronzepinzette, das radförmige Unterteil eines Bronzedoppelknopfes, ein Bronzevollgriffmesser und ein Feuerschlagstein. Möglicherweise wurden diese Gegenstände in einem org. Behälter niedergelegt.

- An der rechten Körperseite im Lendenbereich des Toten: Bronzemesser, Goldblech, Doppelknopf, dicke Bronzenadel. Die Gegenstände lagen möglicherweise in einem Holzbehälter.

- Vermutlich im Bereich der Oberschenkel (nach der Fundskizze nicht eindeutig): Überreste einer Ledertasche mit Bronzeösenklammern und Bronzenadel als Verschluß. Die Tasche enthielt bzw. in ihrer Nähe lagen ein Feuerschlagstein in Form einer Flintklinge und die Spitze eines Flintdolches.

Toilettenbesteck in Form von Rasiermessern mit stilisierten Pferdeköpfen und einfachen Pinzetten wurde im Gegensatz zum vorherigen Zeithorizont selten beobachtet. Angaben zur Fundlage dieser Gegenstände liegen aus einem Befund vor. Danach befanden sich das Rasiermesser und die Pinzette in der Gürtelgegend des Toten vermutlich in einem org. Behälter. In den Bestattungen waren Messer und Pinzette meist mit je einem Exemplar vergesellschaftet. Angaben zur Fundlage dieser Bestandteile liegen aus weiteren Befunden (Fundbeschreibung z. T. sehr unklar) nicht vor.

Nordseeland Gruppe

Katl.-Nr

Ge.

Hori.

Nadel

Fibel

go-Spiralr.

br-Spiralr.

Kragen

B-perl.

G-perl.

Rohr.

Br-Spiralr.

Go-Ring

Br-Ring

Band

Scheibe

Buckel

D-Knopf

Haken

Dolch/Schwert

Sonstiges

123

W

2

 

 

 

 

1(B)

 

 

 

1(?A)

 

 

 

1(GM)

4(X)

 

 

 

 

127

W

2

 

 

 

2(KS)

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

167

W

2

 

1(?B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

 

 

 

 

152

W

2

 

 

 

 

1(X)

 

 

 

2(SA)

 

 

 

1(GM)

1(GM)

 

 

 

 

130

W

2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

1(X)

 

 

 

 

124

W

2

 

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

1(?)

8(?)

 

 

 

Br.Kamm

150

W

2

 

 

 

 

1(?GM)

2(?)

1(?)

X

(?GM)

 

 

 

 

1(?GM)

2(?GM)

 

 

1(?GM)

 

133

W

2

 

 

 

 

1(?B)

 

 

 

 

 

 

1(?A)

1(GM)

11(GM)

 

 

 

 

143

W

2

 

1(?)

 

1(?HA)

1(B)

 

 

 

1(?A)

 

 

 

1(GM)

3(?)

 

 

1(ROB)

 

156

W

2

1(H)

1(RB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LOA)

 

 

 

 

Br.Band(K)

140

W

2

 

1(RK)

 

2(GM HA)

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

 

 

1(GM)

 

142

W

2

 

 

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

131

W

3

 

1(LB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

 

 

 

 

 

H.Gefäß(F)

168

W

3

 

 

2(?HA)

 

 

 

 

X(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Messer(?)

145

W

3

 

 

 

 

 

 

 

X(GM)

 

 

 

 

 

1(GM)

1(GM)

 

 

 

128

W

3

 

1?(GM)

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

1(GM)

2(X)

 

 

 

 

129

W

3

 

 

 

 

1(B?)

 

 

 

 

 

3(GMA)

1(KA)

 

 

1(GM)

 

 

 

Messer(GM)

147

W

3

 

3(?)

 

1(?HA)

1(?)

 

 

 

2?(?A)

 

3(?A)

 

 

12(?)

4(?)

 

 

Dose

Pfriem(DO)

Sichel(DO)

Br.Band(DO)

134

M

2b

 

 

 

2(?)

 

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?)

 

 

1(LSe)

 

139

M

2b

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(X)

2Br.Gegenst.

160

M

2b

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(X)

 

 

1(X)

Feuers.(X)

Pinz.(X)

138

M

2b

 

2(H)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LK)

1(H)

 

1(LA)

Rasier(H)

Pinz.(H)

Angelh.(H)

Go.Blech(H)

Feuers. (H)

148

M

2b

 

1(X)

 

1(GM)

 

STÜCK

4(GM)

 

 

 

 

 

 

 

2(LOA)

 

 

1(LOA)

Feuers.(GM)

Rasierm.(GM)

Pinz.(GM)

Br.Frag.(GM)

135

M

2b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1Gold

(GM)

4(GM)

 

1(GM)

1(GM)

Pfriem(LSe)

Meißel(RSe)

Gefäß(F)

Beil (GM)

125

M

2b

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

1(?)

Gold

1(X)

1(X)

Pfriem

Messer

141

M

2b

 

2(?)

 

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

1(?)

Feuers.

2axtför.Stücke

Rasierm.

Br.Gegenst.

(Nadel, Pinz.)

Katl.-Nr.

Ge.

Hori.

Nadel

Fibel

go-

Spiralr.

br-Spiralr.

Kragen

B-perl.

G-perl.

Rohr.

Br-

Spiralr.

Go-

Ring

Br-

Ring

Band

Scheibe

Buckel

D-

Knopf

Haken

Dolch/Schwert

Sonstiges

159

M

2b

1(LH)

 

 

 

 

2(LA)

 

 

 

 

 

 

 

1(LH)

 

 

 

Pfriem.(RS)

Feuers.(LH)

Pinz.(LH)

137

M

2b

 

1(Ta)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

Rasierm.(Ta)

Pinz.(Ta)

Sichel(GM)

Feuers.(Ta)

Go.Spiralen(Ta)

146

M

2b

1(RSe)

1(RSe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RSe)

1(GM)

Feuers.(F)

Beil(LSe)

Pinz.(RSe)

Lederfrag.(F)

163

M

2b

X(LB)

1(LK)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LB)

 

136

M

2b

1(Ver)

(GM)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

Feuers.(Ta)

Rasierm.(Ta)

121

M

2b

 

1(RH)

 

 

 

STÜCK

1(RH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RB)

Säge(RH)

2Pfriem(RH)

Angelh.(RH)

Rasierm.(RH)

Pinz.(RH)

158

M

2b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

1(?)

 

 

 

 

 

1(?) / 1(?)

Rasierm.(?)

Pinz.(?)

Beil(?)

157

M

2b

 

1(LK)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(Sarg)

Rasierm.(RK)

166

M

2b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RH)

 

Pinz.(LSe)

Beil(LB)

Feuers.(RH)

Pfriem.(LSe)

Säge(RB)

126

M

2b

 

 

 

 

 

Knöpfe

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LAO)

Rasierm.(?)

Br.Gegenst.(?)

(Mess./Rasierm)

153

M

2b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

Pinz.(B)

Anhänger(B)

151

M

2b

1(LB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

1(LB)

Beil(K)

162

M

2b

 

1(GM)

1(Ta?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(Ta?)

 

Pinz.(Ta?)

Rasierm..(Ta?)

Beil(K)

Feuers.(Ta?)

Pfriem.(Ta?)

164

M

3

 

 

 

1(K)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

169

M

3

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

149

M

3

1(Ta)

1(GM)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(Ta?)

 

1(B)

Messer(Ta?)

Go.Blech(Ta?)

144

M

3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

X(LSE)

1(LA)

 

 

 

 

1(B)

 

122

M

3

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(X)

 

1(B)

H.Gefäß

165

M

3

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

 

1(GM)

 

170

M

3

 

1(H)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 (?)

 

1(LOA)

Pinz.(?)

Messer(G)

154

M

3

 

1(GM)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

1(GM)

 

161

M

3

 

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(H)

 

1(LOA)

Messer(H)

Rasierm.(H)Pinz.(H)Feuers.(H)

132

M

3

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(X)

 

 

Messer

Rasiem.

155

M

3

1(Ve)

 

 

 

 

Knopf

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

1(H)

1(RA)

F.Klinge

Ösenklam.(Ve)

Tab. 2: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - beim Kopf: O - beim Ohr; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; Se - Seite.


3.3.2 Haderslev - Å benrå Gruppe

Im Zeithorizont 2 (vergl. dazu Tab. 3) bestand der Gewandverschluß bei den Frauenbestattungen meist aus einer Fibel. In einem Fall wurde eine Nadel mitgegeben. Sie befand sich auf der Brust der Toten. Desweiteren wurde in einem Grab zwei Fibeln beobachtet. Sie lagen übereinander vermutlich an der linken Körperseite der Toten in Höhe der Grabmitte. Weitere Angaben zur Fundlagen der Fibeln sind nur aus wenigen Befunden bekannt, wobei sie z. T. sehr unterschiedlich waren. Sie wurden im Halsbereich, oberhalb des Kopfes beobachtet. In einem Fall lag die Fibel waagerecht zur Längsseite des Grabes im Bereich des Scheitels, wobei die verzierte Seite nach unten gewandt war. Es waren Fibeln mit rundem Nadelkopf und einem bandförmigen, seitlich eingezogenen und mit konzentrischen Kreisen verzierten Bügel (bekannt aus zwei Bestattungen) und eine weitere, häufigere Form mit flachem, am Rand mit je eine Perlschnurreihe verzierten Bügel (bekannt aus vier Bestattungen).

Kopfschmuck wurde in Form von Ringen und Spiralringen aus Gold oder Bronze getragen. Er war meist mit zwei Exemplaren in den Bestattungen vertreten, dabei lag an jeder Kopfseite (meist an den Schläfen) der Bestatteten ein Ring bzw. Spiralring. In einem Fall lag bei der Bestatteten an jeder Schädelseite im Bereich der Ohren ein goldener Spiralring. Der auf der rechten Seite liegende umschloß dabei eine Haarlocke, der auf der linken Seite geborgene Ring war nicht am Haar befestigt.

Ohrschmuck wurde anhand eines Befundes beobachtet und zwar in Form eines Bronzedrahtrings am linken Ohr.

Halsschmuck wurde in den Gräbern selten beobachtet. In einem Grab befand sich ein gerippter Halskragen mit stark abschmalenden, in Ösen auslaufenden Enden. Bei der Bergung des Kragens zeigte die verzierte Seite nach oben. Nach der Fundskizze lag der Kragen am Hals der Toten. Im zweiten Befund wurde neben einem dünnen, gedrehten Halsring, eine Halskette aus mehreren Perlen innerhalb des Ringes geborgen. Die Kette bestand aus drei Bernstein-, zwei blaue Glasperlen und an den Enden lag jeweils eine dünne Bronzespirale. Beide Bestandteile befanden sich nach der Fundskizze funktionsbedingt am Hals.

Armschmuck war relativ häufig in den Bestattungen vertreten und bestand meist aus beidseitig getragenen Ringen bzw. Bänder aus Bronze. In einem Fall wurde neben einem Ring eine Armspirale mitgegeben. Die Anzahl der Armschmuckbestandteile beschränkte sich häufig auf zwei Exemplare, dabei konnte eine Vergesellschaftung der beiden Ringformen beobachtet werden. Jedoch überwiegte anhand der Befunde die Kombination gleicher Formen. Es waren unverzierte Ringe bzw. Formen mit Querstrichbündeln verziert und einem runden bzw. rhombischen Querschnitt, sowie meist geraden Enden.

Die Armbänder waren meist bandförmig mit einem spitz auslaufendem Ende bzw. gerippte Formen mit abschmalenden in einem Draht auslaufenden Enden, die ineinander gehakt waren. Desweiteren wurden Bänder mit aufgerollten Drahtenden in den Gräbern beobachtet, dabei konnten die einzelnen Enden in gleicher bzw. unterschiedlicher (nach oben und unten) Richtung zeigen. Die hier aufgeführten Armbandformen waren jedoch nur sehr selten vertreten.

Fingerschmuck war selten in den Gräbern anzutreffen und dann in Form von Spiralringen aus Bronze. Dabei befand sich in einem Fall ein Spiralring an der linken Körperseite und im zweiten Befund lag an der rechten und linken Hand jeweils ein Ring.

Besatz war in Form von Bronzebuckeln, Spiralröllchen und Gürtelplatten bekannt, jedoch wurden solche Bestandteile in den Bestattungen relativ selten beobachtet.

Bronzegürtelplatten wurden aus drei Bestattungen geborgen. In allen Fällen befand sich jeweils ein Exemplar in der Grabmitte. Dabei wurde in einer Bestattung die Platte auf der Vorderseite eines Wollgürtels befestigt. In einem anderen Grab war die spiralverzierte Seite der Platte nach oben gerichtet.

Bronzebuckel wurden in einer Bestattung beobachtet. Dort wurden Fragmente eines Buckels mit gewölbter Oberseite im Bereich des rechten Arms geborgen.

In einer weiteren Bestattung in Grabmitte unterhalb einer Gürtelplatte fanden sich in nächster Nähe ca. 11 Spiralröllchen. Die Röllchen fungierten möglicherweise als Besatz eines Wollgürtels oder eines Schnurrocks.

Doppelknöpfe konnten anhand eines Befundes beobachtet werden. Und zwar befand sich ein großer Doppelknopf mit spiralverzierter Scheibe und rillenverziertem Rand an der rechten Kopfseite.

 

Fußschmuck wurde in einer Bestattung in Form eines unverzierten Ringes aus Bronze beobachtet.

Neben den Schmuckbeigaben wurden in relativ vielen Gräbern eine Waffen- bzw. Werkzeugbeigabe in Form eines Dolches mitgegeben. Aus einigen Befunden ist die Position am Körper der Dolche bekannt. Demnach befand sich der Dolch überwiegend in der Grabmitte bzw. Gürtelgegend. Aus einem Befund ist die Ausrichtung des Dolches im Grab bekannt, dabei zeigte die Dolchspitze zu den Füßen der Toten.

An weiteren Beigaben wurden in zwei Fällen jeweils ein Kamm aus Horn mitgegeben. Beide Kämme waren ähnlich verziert. Sie besaßen drei bogenförmige Ausschnitte. Bei einem Kamm wurde zusätzlich unterhalb der Ausschnitte und auf dem Bügel Zickzacklinien mit Harzeinlage geschnitzt. Dieser Kamm wurde mit einem Faden an einem Ende eines Wollgürtels festgebunden. Der zweite Kamm lag teilweise unter einer Gürtelplatte und war ebenfalls an einem Wollgürtel befestigt. Daneben enthielt das Grab als weitere Beigabe zwei Spanschachteln. Eine der beiden Schachteln lag neben dem Schädel der Toten und enthielt verbrannte Knochen eines Kindes, eine Pfriemnadel und eine 2,40 m lange gedrehte Wollschnur. Am Fußende stand die zweite Schachtel aus Birkenrinde und hatte ein metartiges Getränk enthalten.

In einer weiteren Bestattung wurde oberhalb des Schädels ein Holzgefäß, das wahrscheinlich mit Zinnägel verziert war, geborgen. Desweiteren wurde in einem Grab als einzige, zusätzliche Beigabe an der linken Körperseite der Toten eine Pfriemnadel mitgegeben.

 

Die Frauenbestattungen des Zeithorizontes 3 (Tab. 3) enthielten jeweils eine Fibel mit Kreuzkopf bzw. Scheibenkopf und rillenverziertem Bügel. In einem Fall befanden sich an der rechten Schulter zwei Fibeln. Eine weitere Fundlage war im Bereich des Halses der Toten.

Kopfschmuck ist möglicherweise anhand einer Bestattung bekannt und zwar in Form eines Spiralringes aus Golddraht. Da keine Angaben zur Fundlage des Ringes vorliegen, ist eine Deutung relativ schwierig.

Fingerschmuck ist aus einem Grab bekannt. Dort wurde ein goldener Spiralring geborgen.

Bestandteile des Armschmucks waren Ringe und Spiralen. Die Vergesellschaftung beider Formen wurde anhand eines Befundes beobachtet. Angaben zur Fundlagen liegen nur aus einer Bestattung vor. Dort befanden sich zwei Armringe im Bereich der Arme.

Besatz wurde in Form von Bronzebuckeln beobachtet. Dabei liegen folgende Befundbeobachtungen aus den beiden Bestattungen vor. Zwei kleine Bronzebuckel mit konischem, geripptem Mittelteil und Mittelstange, auf der Unterseite jeweils ein Querriegel befanden sich an der rechten Schulter der Toten. Daneben in der Grabmitte lag ein großer Buckel mit hoher ausgezogener Spitze und Endplatte, verziert mit sternförmigem Muster aus Punkten, das Mittelteil war mit Fischgrätenmuster und Perlschnurreihen verziert.

In der zweiten Bestattung lag ebenfalls in der Grabmitte, in der Gegend des Gürtels, ein großer Bronzebuckel mit ausgezogener Spitze; die Verzierung des Mittelteils bestand aus einem Tannenzweigmuster.

Halsschmuck wurde möglicherweise anhand eines Befundes beobachtet. Und zwar befanden sich im Bereich des Halses drei durchlochte Bernstein- und zwei grüne, ebenfalls durchlochte Glasperlen.

Fußschmuck wurde wie im vorherigen Zeithorizont, anhand eines Befundes in Form eines unverzierten Bronzerings beobachtet.

Als Waffenbeigabe wurde anstelle eines Dolches ein Rahmengriffmesser mitgegeben. Es befand sich in der Gegend der Arme.


Männerbestattungen

Für den Zeithorizont 1 konnten keine Männerbestattungen herangezogen werden.

Die Nadelschmuckausstattung der Männerbestattungen im Zeithorizont 2a (s. dazu Tab. 3) bestand aus einer Fibel bzw. einer Nadel. In einem Fall wurden zwei Fibeln mitgegeben. Die beiden Fibeln waren von ungleicher Form und befanden sich vermutlich an der rechten Körperseite 1,05 m vom Kopfende entfernt. Zwischen den beiden Fibeln wurden große Fragmente von Wollgewebe beobachtet. Es waren Fibeln mit spitzovalem Bügel und einer Verzierung durch konzentrischen Kreisgruppen sowie Formen mit gedrehtem Bügel und rundem Kopf vertreten. Die Bronzenadel mit geripptem Kopf befand sich vermutlich an der rechten Seite des Toten parallel zur Schwertklinge.

Armschmuck wurde anhand eines Befundes in Form von zwei Spiralringen aus Golddraht beobachtet.

Halsschmuck war möglicherweise in einem Grab vertreten, jedoch, auf Grund der unklaren Befundbeobachtungen, ist eine Deutung relativ schwierig. In dem Befund befanden sich ca. 0,50 m vom Kopfende zwei durchlochte Bernstein- (dunkelrot/bernsteingelb) sowie zwei durchlochte, kleine, dunkelgrüne Glasperlen. Nahe dabei lagen zwei Spiralfingerringe. Auf Grund der Fundlage können die Perlen möglicherweise auch Bestandteile eines Armbandes darstellen. In einem weiteren Grab wurden ebenfalls zwei durchlochte Bernsteinperlen (eine davon war von zwei Seiten durchbohrt) geborgen. Jedoch liegen keine Angaben zur Fundlage vor, daher ist eine Deutung der Funktion dieser Perlen schwierig.

Fingerschmuck war anhand eines Befundes in Form von zwei Spiralringen vertreten. Sie befanden sich 0,50 m vom Kopfende an der rechten Seite des Bestatteten.

Zur Waffenausstattung in den Männerbestattungen gehörte jeweils ein Schwert. Befundbeobachtungen liegen dabei aus zwei Bestattungen vor. In einem Fall befand sich das Schwert an der linken Körperseite des Toten vermutlich in Höhe des Kopfes. Im zweiten Befund lag die Waffenbeigabe wahrscheinlich an der rechten Körperseite des Bestatteten.

Daneben wurden als weitere Beigaben in einer Bestattung eine Pfriemnadel und ein Tongefäß (am Kopfende des Toten) mitgegeben. In dem Gefäß befand sich ein kleiner Tonbecher. In einer weiteren Bestattung wurde neben dem Schwert ein verziertes Absatzbeil beobachtet. Es befand sich vermutlich an der linken Körperseite etwa in Höhe der Grabmitte.

 

Die Männerbestattung im Zeithorizont 2b enthielt eine Fibel mit einer Endspirale. Daneben als Waffenbeigabe wurde wie im vorherigen Zeithorizont, ein Schwert mitgegeben. Als weitere Beigabe befand sich im Grab ein Tonbecher. Angaben zur Fundlage der Bestandteile fehlen.

 

Im Zeithorizont 3 wurde Nadelschmuck in Form von Fibeln bzw. Nadeln in den Männerbestattungen selten angetroffen. Dabei wurde in einer Bestattung ein Nadelfragment beobachtet. Es befand sich vermutlich in Höhe des Kopfes an der rechten Körperseite. In einem weiteren Befund wurde eine Fibel mit zwei Endspiralen beobachtet.

Kopfschmuck wurde im Gegensatz zum vorherigen Zeithorizont relativ häufig in den Bestattungen beobachtet. Anhand der Befundbeobachtungen war die Fundlage in den Gräbern meist übereinstimmend und zwar lag an jeder Kopfseite in Höhe der Schläfen ein goldener Ring.

Fingerschmuck liegt aus einer Bestattung vor und zwar in Form eines Spiralringes aus Gold. Er lag in der Grabmitte senkrecht im Boden.

Besatz in Form eines Bronzebuckels wurde anhand einer Bestattung beobachtet. Der Buckel mit eingezogenem Mittelteil und kurzem Mitteldorn sowie einem Querriegel auf der Unterseite lag in Grabmitte.

Haderselev -Abenrå Gruppe

Kat

Nr.

Ge.

Horiz.

Nadel

Fibel

go-

spiralr.

br-

spiralr.

Kragen

Ring

B-perl.

G-perl.

Rohr.

Go-

Spiral

Br-

Spiral.

Br-

Ring

Band

Scheibe

Buckel

D-

Knopf

Dolch/Schwert

Sonstiges

64

W

2

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

1(XA)

1(XA)

 

 

2(X)

 

1(X)

 

60

W

2

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(XA)

 

 

 

 

 

 

61

W

2

1(B)

 

 

2(KS))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(G)

Pfriemn.(LS)

68

W

2

 

1(B)

 

1(?HA)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

1(XA)

 

 

 

1(X)

 

69

W

2

 

2(LS)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

65

W

2

 

1(K)

 

 

 

1(B)

3(B)

1(G)

1(B)

2(B)

 

 

1(RA)

 

1(GM)

1(X)

 

 

 

66

W

2

 

1(K)

2(SK)

 

1(B)

 

 

 

11(GM)

 

1(?HA)

1(RHA)

1(XF)

2(SA)

1(GM)

11(GM)

 

1(H)

H.Gefäß(K)

54

W

2

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(X)

1(RSe)

 

55

W

3

 

2(RB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(RB)

1(GM)

 

 

 

57

W

3

 

1(B)

 

 

 

 

3(B)

2(B)

 

 

 

2(?A)

1(XF)

 

1(GM)

1(Gm)

 

 

Messer(?A)

59

M

2a

1(RSe)

 

 

 

 

 

2(X)

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

1(RSe)

 

63

M

2a

 

 

2(?HA)

 

 

 

2(X)

2(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LSe)

Pfriemn.

Gefäß

Becher

67

M

2a

 

2(LSe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(X)

Beil

Gewebereste

58

M

2b

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(X)

Becher(X)

53

M

3

 

 

1(XHA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

Gefäß(F)

Br.Gegenst.

Messer(F)

62

M

3

 

 

1(LK)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LSe)

 

52

M

3

1(K)

 

2(SK)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LSe)

 

70

M

3

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

1(X)

 

1(X)

 

Tab. 3: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - beim Kopf: O - beim Ohr; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; Se - Seite.

 


3.3.3 Schleswig - Holsteiner Gruppe

Die Frauenbestattungen im Zeithorizont 2-3a enthielten als Nadelschmuckbestandteile eine Fibel bzw. eine Nadel (vergl. dabei Tab. 4). Dabei befand sich eine der Fibeln im Bereich des unteren Kiefers mit der Ausrichtung NW - SO (Schädel lag im Norden). Eine weitere Fibel und eine Nadel lagen jeweils quer auf der Brust der Toten. Es waren Fibeln mit Kreuzkopf und einer bzw. zwei Endspiralen. Die Nadel hatte ein geripptes Oberteil, der in einem Kolbenkopf auslief.

Kopfschmuck war in Form von Spiralringen aus Golddraht mit jeweils zwei Exemplaren in den Bestattungen vertreten. Die überwiegende Fundlage der Ringe war anhand der Befunde am Schädel der Toten, dabei befand sich je ein Ring an jeder Seite.

Halsschmuck konnte in einer Bestattung beobachtet werden und zwar in Form einer Halskette bestehend aus 25 kleinen Bernsteinperlen.

Eine einheitliche Armschmuckausstattung konnte anhand der Befunde nicht beoachtet werden. Armschmuckbestandteile waren Ringe, Spiralringe aus Bronze und Bänder aus Perlen. In einem Fall trug die Tote am linken Arm ein Armband aus Spiralröllchen, neun Bernsteinperlen und 13 Glasperlen. Angaben zur Anordnung dieser Bestandteile liegen nicht vor. Daneben an der rechten Schulter in Nähe eines Dolches lag eine durchlochte Glasperle. Sie ist möglicherweise ebenfalls ein Bestandteil des Armbandes.

Finger- und Beinschmuck konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden.

Besatz lag in den Bestattungen in Form einer Gürtelplatte und zwei Bronzebuckeln vor. Dabei hatte einer von den beiden Buckeln ein gewölbtes Mittelteil und einen Querriegel auf der Unterseite. Der andere Buckel war von konischer Form und das Mittelteil war rippenverziert. In einem weiteren Befund lag in der Gegend des rechten Knies eine stark fragmentierte Bronzescheibe mit kleinen Buckelchen in der Mitte und einem Rillenbündel am Rand. Auf Grund der Fundlage und der schlechten Erhaltung der Scheibe ist eine Deutung m. E. relativ schwierig.

Zur regelhaften Ausstattung der Frauenbestattungen gehörte jeweils eine Waffenbeigabe in Form eines Dolches (in einem Fall wurden zwei Dolche mitgegeben). Eine einheitliche Position konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden.

Bei einer der beiden Frauenbestattungen des Zeithorizontes 3b (s. dazu Tab. 4) lag offenbar oberhalb des Schädels eine Fibel vermutlich mit Kreuzkopf und steckte in einer Haube bzw. Kappe. Über der Fibel vermutlich im Haar der Toten wurde eine Nadel mit doppelkonischem Kopf und durchgehender Verzierung des Oberteils beobachtet. Die Verzierung bestand aus Zickzacklinien und Rillenbündeln in alternierender Reihenfolge. Bei dem zweiten Befund wurde ein Gewandverschluß in Form einer Fibel bzw. Nadel nicht beobachtet.

Kopfschmuck war möglicherweise in Form einer Nadel (s. o.) vertreten. Daneben wurde in einer weiteren Bestattung an der rechten Seite der Toten vermutlich in Höhe des Oberarms (anhand der Fundskizze nicht genau erkennbar) zwei Goldspiralen, darunter ein goldener Spiralring, beobachtet. Ferner lag in einem Grab in der Mitte des Grabraumes eine Goldspirale. Eine Deutung ist auf Grund der Fundlage nicht eindeutig. Sie könnte möglicherweise ein Bestandteil des Fingerschmucks gewesen sein.

Halsschmuck ist aus einer Bestattung bekannt und zwar in Form eines Halsringes aus Bronze mit schrägstrichgefüllten Dreiecken auf der Oberseite.

Armschmuck wurde in einer Bestattung beobachtet. Dort lag an der rechten Seite der Toten in Höhe des Oberarms ein strichverzierter Bronzearmring und ein längsgeripptes Armband aus Bronze sowie ein Armband aus sechs blauen Glasperlen und Bruchstücke von Spiralröllchen.

Fingerschmuck ist als tragener Schmuckteil (mögliche Ausnahme s. Kopfschmuck) nicht bekannt. Jedoch in einer Bestattung befanden sich in einer Dose zwei goldene Spiralfingerringe.

Besatz/Verschluß wurde anhand eines Bronzebuckels mit geripptem Mittelteil und ausgezogener Spitze und kleiner Endplatte beobachtet. Er befand sich in der Grabmitte, vermutlich im Bereich der Brust.

Fußschmuck war in Form eines Bronzeringes mit Rillenbündeln und schrägstrichgefüllten Dreiecken auf der Oberseite bekannt.

Als Waffenbeigaben wurden in einem Fall ein Dolch und im anderen Befund ein Messer mitgegeben. Dabei lag der Dolch in der Gegend des linken Arms.

Eine weitere Beigabe war eine Gürteldose mit zwei abgebrochenen Henkelösen und einem Kreuzmuster auf dem Boden. Desweiteren war die Dose seitlich mit umlaufenden Punzreihen verziert. Der flache Deckel wurde bei der Bergung zerstört. Die Dose befand sich in der Mitte des Grabraumes an der südlichen Längswand (Schädellage der Toten ist unbekannt) nahe dem Bronzemesser. Sie enthielt zwei Spiralfingerringe aus Gold und zwei verbogene Goldspiralringe.

 

Männerbestattungen

Die Männerbestattungen des Zeithorizontes 1 (Tab. 4) enthielten meist eine Rollennadel. Die Fundlage der Nadeln in den Gräbern war jedoch unterschiedlich. In einem Grab lag sie vermutlich auf der Brust; daneben wurde sie auch an der rechten Hüftseite des Bestatteten beobachtet.

Kopfschmuck wurde anhand der Befunde nicht beobachtet.

Halsschmuck bestand in den Bestattungen aus einem durchlochten, meißelförmigen Schieferanhänger (in einem Fall aus Bernstein). Die Lage des Anhängers war in den jeweiligen Gräbern unterschiedlich. So befand sich ein Anhänger in der Grabmitte in Nähe eines Dolches, eine weitere Fundlage war im Bereich der rechten Hüfte. Ferner wurde ein Anhänger in der Gegend der Brust des Toten beobachtet.

Daneben wurde in einer Bestattung eine durchlochte Hälfte einer halbmondförmigen Bernsteinperle geborgen. Sie befand sich ebenfalls wie der Anhänger, in der Mitte des Grabraumes und wurde vermutlich als Fragment getragen.

Waffenausrüstung bestand überwiegend aus einem Dolch. Dabei wurden ebenfalls unterschiedliche Fundlagen in den Bestattungen beobachtet. So lag in einem Fall der Dolch in der Grabmitte. Eine weitere Fundlage war zwischen den Unterschenkeln des Toten, dabei zeigte die Dolchspitze zu den Füßen. Anstelle eines Dolches wurde in einer Bestattung ein Randbeil und eine Lanzenspitze mitgegeben. Dabei lag das Beil mit der Schneide etwa zu den Füßen zeigend, am rechten Knie; die Lanzenspitze befand sich an der rechten Schulter, dabei zeigte die Spitze zum Kopf hin.

Daneben als weitere Beigabe wurde in einer Bestattung ein Tongefäß beobachtet. Es befand sich oberhalb des Kopfes.

Nadeln bzw. Fibeln wurden in den Männerbestattungen des Zeithorizontes 2a (vergl. dazu Tab. 4) im Gegensatz zum vorherigen Zeithorizont selten angetroffen. So wurde in einem Grab eine durchlochte Nadel mit doppelkonischem Kopf beobachtet.

Kopfschmuck konnte gegenüber des Zeithorizontes 1 in den Gräbern beobachtet werden und zwar in Form von zwei Spiralringen aus Golddraht. Jedoch liegen nur aus einer Bestattung Angaben zur Fundlage vor. Dort lagen zwei Ringe dicht beieinander nahe dem Westende in der Grabmitte. Nach den Autoren (Kersten/Aner 1978, S. 121 ff.) hatten sie an der linken Seite des Schädels gelegen. Ungewöhnlich ist dabei, daß die Ringe in der Mitte aufgeschnitten und dann ineinander gehakt waren.

Halsschmuck ist anhand der Befunde nicht eindeutig erkennbar. So wurden in einer Bestattung zwei durchlochte doppelkonische Perlen in Nähe einer Nadel beobachtet. Sie befanden sich nahe dem Fußende.

Armschmuck wurde in einer Bestattung beobachtet und zwar in Form eines gedrehten Bronzeringes am rechten Arm des Toten. In einer weiteren Bestattung wurden stark zerbröckelte Bernsteinreste (vermutlich von einer Perle) geborgen. Sie befanden sich an der linken Seite unterhalb einer Schwertspitze. Möglicherweise war die Perle am Handgelenk des Toten befestigt (anhand der Fundskizze möglich).

Besatz wurde in Form von zwei Bronzebuckeln aus einer Bestattung angetroffen. Es waren Buckel mit jeweils gewölbtem Mittelteil, einer umlaufenden Bogenreihe auf der Randseite und einem Querriegel auf der Unterseite. Angaben zur Fundlage liegen nicht vor.

Die Waffenausstattung bestand meist aus einem Schwert bzw. seltener aus einem Dolch. Dabei lag das Schwert überwiegend an der linken Seite des Toten. Der Dolch lag in einer Bestattung an der rechten Hüfte des Toten. In einem Fall war die Waffenausstattung gegenüber den restlichen Bestattungen sehr umfangreich. So wurde neben einem Dolch ein Schwert, eine Lanzenspitze sowie ein Absatzbeil mitgegeben.

Neben der Waffenausstattung wurden in einigen Bestattungen weitere Beigaben, wie Flintdolch, Pinzette, Tonbecher und Pfriemnadel, beobachtet. Jedoch waren diese Bestandteile nur selten vertreten. Die überwiegende Fundlage war dabei das Fuß- bzw. Kopfende.

Das Männergrab des Zeithorizontes 2b enthielt an Schmuckbestandteile eine Fibel mit Endspiralen. Sie lag nach der Fundskizze an der rechten Seite (möglicherweise auch auf der Leiche) in Höhe der Oberarme.

Die Waffenausstattung des Mannes bestand aus einem Schwert und einem Absatzbeil. Das Schwert lag am linken Arm des Toten. Das Beil wurde neben der Fibel an der rechten Seite in Höhe der Oberarme beobachtet, dabei zeigte die Schneide in Richtung des Körpers. Eine weitere Beigabe war eine Pinzette mit ausladenden Wangen und verdickten Lippen an der rechten Seite in Nähe der Fibel und des Beils.

 

In den Männerbestattungen des Zeithorizontes 3a-3b (Tab. 4) bestand die Schmuckausstattung häufig aus einer Fibel. Die Befundbeobachtungen waren in den einzelnen Bestattungen relativ übereinstimmmend, jedoch waren die Angaben z. T. sehr ungenau. So befand sich eine Fibel an der linken Seite des Toten, vermutlich in Höhe des Oberkörpers. Eine weitere Fundlage war ebenfalls an der linken Seite (wahrscheinlich auf dem Körper) in Höhe des Arms. Ferner wurde eine Fibel in der Grabmitte beobachtet, dabei befand sie sich vermutlich auf der Brust des Bestatteten. Es waren überwiegend Kreuzkopffibeln.

Kopf-, Hals- und Armschmuck wurden anhand der Befunde in dieser Region nicht beobachtet.

Fingerschmuck wurde im Gegensatz zum vorherigen Zeithorizont relativ häufig in den Bestattungen angetroffen. Es waren Spiralringe aus Golddraht, die jeweils mit einem Exemplar in den Gräbern vertreten waren. Angaben zur Fundlage liegen aus einigen Bestattungen vor. Danach befand sich in einem Fall ein Ring an der rechten Hand, in zwei weiteren Bestattungen wurde er vermutlich jeweils am linken Arm beobachtet. In beiden Fällen befand sich der Ring unter einer Schwertklinge. In einer weiteren Bestattung wurde ebenfalls ein goldener Spiralring an der linken Seite des Bestatteten geborgen. Die Position am Körper ist anhand der Fundbeschreibung, sowie der Fundskizze unklar, jedoch könnte er möglicherweise einen Fingerring darstellen.

Besatz/Verschluß in Form von Doppelknöpfen wurde, wie Fingerschmuck und Fibeln, sehr häufig in den Bestattungen angetroffen. Es waren überwiegend Doppelknöpfe mit gewölbter Platte und unterschiedlicher Verzierung. Sie waren mit einem bzw. zwei Exemplaren in den Bestattungen vertreten, dabei waren die doppelten Knöpfe vom gleichen Typ. Eine einheitliche Fundlage konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden. Dabei liegen folgende Befundbeobachtungen vor:

- Nahe dem Fußende in Nähe eines Rasiermessers befand sich ein Doppelknopf mit profilierter Platte.

- Auf der Brust lagen zwei gleiche Doppelknöpfe relativ dicht beieinander; die Knöpfe waren aufwendig gestaltet. Beide hatten eine gewölbte, inkrustierte Mittelplatte und einen reich verzierten Rand.

- Auf beiden Seiten eines Schwertes an der linken Seite des Toten wurde jeweils ein Doppelknopf vom gleichen Typ beobachtet. Beide Knöpfe waren auf Leder befestigt, das nach den Autoren (Aner/Kersten 1978, S. 165 ff.) möglicherweise von einem Gürtel bzw. Schwertriemen herrührte. Beide Knöpfe waren sehr aufwendig gestaltet. Sie hatten eine gewölbte Mittelplatte mit inkrustiertem Sternmuster und Goldbelag.

 

Die regelhafte Waffenausstattung bestand aus einem Schwert. Die überwiegende Position war anhand der Befunde die linke Körperseite nahe dem Kopfende, dabei zeigte der Griff in Richtung des Schädels. In einem Fall lag das Schwert vermutlich auf dem Oberkörper des Toten, dabei war es von Fell und feinem Gewebe bedeckt. An einem Schwert wurden Gebrauchsspuren beobachtet und zwar waren die Ränder der Knaufplatte stark abgeschliessen.

In zwei Bestattungen wurden neben dem Schwert zusätzlich als Beigabe ein bzw. zwei Messer mitgegeben.

Toilettenbesteck wurde in einer Bestattung beobachtet und zwar in Form eines Rasiermessers, dessen Griffende nicht erhalten blieb. Es fand sich nahe dem Fußende neben einem Doppelknopf.

An der linken Körperseite des Toten nahe einer Schwertklinge befanden sich als weitere Beigaben ein Feuerschlagstein aus Flint, daneben ein kleines Stück Schwefelkies und eine blattförmige Säge. Diese Gegenstände dürften nach der Fundskizze auf dem Körper und zwar in der Gürtelgegend gelegen haben. Möglicherweise waren sie in einem organischen Behälter, der am Gürtel befestigt war. Daneben ohne Fundangaben wurde ein Bronzefragment (vermutlich von einer Pfriemnadel) beobachtet. In einer weiteren Bestattung wurden ohne Fundangabe ebenfalls ein Feuerschlagstein aus Flint mit abgenutzten Enden und ein Stück Schwefelkies geborgen. Daneben befanden zwei gerade Stücke Goldblech von jeweils 4,0 cm Länge.

Im Gegensatz zum vorherigen Zeithorizont wurden in den Gräbern des Zeithorizontes 3b Nadelschmuckbestandteile selten beobachtet. In einem Befund wurde dem Toten eine Kreuzkopffibel mitgegeben. Sie lag nach der Fundskizze vermutlich am bzw. auf dem Körper des Toten. In einer weiteren Bestattung lag neben anderen Beigaben an der linken Körperseite vermutlich in Höhe des Kopfes eine Nadel mit doppelkonischem Kopf und durchgehender Verzierung von Kopf bis zum Hals aus umlaufenden Rillenbündeln und Zickzacklinien in alternierender Reihenfolge. In einem weiteren Fall wurde ohne Fundangabe neben einer Nadel mit gerippten Kolbenkopf eine fragmentarische Fibel beobachtet.

Kopfschmuck konnte nicht beobachtet werden.

Armschmuck wurde anhand einer Armspirale aus Golddraht am rechten Arm des Toten beobachtet.

Fingerschmuck ist möglicherweise anhand von zwei Befunden belegt. In einem Fall fand sich nach der Fundskizze vermutlich an bzw. auf der linken Körperseite des Toten in Höhe der Oberschenkeln ein Spiralring aus Golddraht. Die Größe des Ringes, ebenso die Fundlage, sprechen für die Funktion eines Fingerringes. In der zweiten Bestattung lag ein Spiralring aus Golddraht vermutlich an der linken Hand neben einem Schwert.

Besatz/Verschluß konnte in Form von zwei gleichen Doppelknöpfen mit eingetieftem Sternmuster auf der oberen Platte beobachtet werden. Sie befanden sich vermutlich an der linken Seite des Toten in Höhe der Oberschenkeln.

In zwei Bestattungen konnten Beigabenansammlungen beobachtet werden. Beide befanden sich an bzw. auf der linken Körperseite in Höhe der Oberschenkeln bzw. Hüfte.

Die erste Ansammlung bestand aus einem goldenen Spiralring, einer Fibel, zwei Doppelknöpfen. Die zweite aus einem Feuerschlagstein aus Flint mit abgenutzten Schmalenden, darauf ein Rahmengriffmesser, ein Rasiermesser mit stilisiertem Pferdekopf.

 

Wie im Zeithorizont 3a-3b, wurde als Waffenbeigabe ein Schwert mitgegeben. In einem Fall wurde anstelle des Schwertes ein Dolch beobachtet. Die Fundlagen waren anhand der Befunde sehr unterschiedlich. So befand sich das Schwert u.a. an der rechten Körperseite, in der Grabmitte (wohl auf dem Körper) sowie am linken Arm des Toten, dabei zeigte der Griff überwiegend zum Schädel des Bestatteten. Bei einem Schwert befanden sich die Überreste des Eichensargs und Fragmente eines Wollgewebes, die vermutlich von der Bekleidung des Toten herrührten. Der Dolch fand sich an der rechten Hüfte mit der Spitze anhand der Fundskizze zu den Füßen gewandt.

Toilettenbesteck in Form eines Rasiermessers mit stilisiertem Pferdekopf und einer Pinzette wurden jeweils getrennt in einer Bestattung beobachtet. Das Rasiermesser befand sich in der zweiten Ansammlung an der linken Körperseite in Höhe der Hüfte. Die Pinzette lag vermutlich an der linken Seite des Toten in Höhe des Kopfes. Daneben fand sich eine zerbrochene Nadel sowie ein Bruchstück eines Bronzemessers (ist jedoch nicht eindeutig identifizierbar, könnte möglicherweise ein Rasiermesser darstellen).

Schleswig - Flensburger Gruppe

Katl-Nr.

Ge.

Horizont

Nadel

Fibel

go-

spiral

Anhäng.

Ring

B-perl.

G-perl.

Rohr.

Go-Spiral

Br-Ring

Band

Scheibe

Buckel

D-Knop

Dolch/Schwert

Sonstiges

192

W

2-3a

 

1(B)

2(B)

 

 

25(B)

 

 

 

 

 

 

2(H)

 

1(H)

 

187

W

2-3a

1(B)

 

2(SK)

 

 

 

 

 

 

1(LA)

2(RA)

 

1(RW)

 

 

1(RW)

1(LA)

 

198

W

2-3a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

 

 

1(?)

BR.Spiralring

207

W

2-3a

 

1(B)

2(KS)

 

 

9(LA)

13(LA)

2(LB)

X(LA)

 

 

 

 

 

 

1(LB)

 

201

W

3b

1(K)

1(K)

4(RA)

 

 

 

6(RA)

X(RA)

 

1(RA)

1(RA)

 

1(RA)

 

1(LA)

 

193

W

3b

 

 

 

 

1(?B)

 

 

 

 

1(?F)

 

 

 

 

 

Messer(GM)

Go.Spiralring (DO)

Gü.dose(GM)

202

M

1

1(B)

 

 

1(GM)

 

1(GM)

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

196

M

1

1(RH)

 

 

1(RH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

L.Spitze(RB)

Beil(RW)

Gefäß(K)

203

M

1

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefäß(K)

188

M

2a-b

1(?)

 

 

 

 

2(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feuers.(?)

Pinz.(?)

205

M

2a-b

 

 

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(X)

 

1(?)/1(?)

Beil(?)

L.Spitze(?)

206

M

2a-b

 

 

2(K)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LS)

Gefäß(F)

190

M

2a-b

 

 

 

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LS)

 

197

M

2a-b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

 

 

 

 

1(RH)

Pfriem.(K)

195

M

2b

 

1(ROA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LA)

Beil(ROA)

194

M

3a-b

 

1(LS)

1(RHA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LS)

Br.Frag. (F)

204

M

3a-b

 

1(LSe)

1(LSe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

1(LA)

 

208

M

3a-b

 

1(GM)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(F)

1(GM)

Rasierm.(F)

209

M

3a-b

 

 

1(LSe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(B)

1(LSe)

Feuers.(B)

Säge(Se)

Pfriem.(B)

210

M

3a-b

 

1(B)

1(LSe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(LSe)

1(LSe)

2Messer(F)

Go.Draht(B)

Feuers.(?)

191

M

3b

1(?)

1(?)

 

 

 

 

 

 

1(RA)

 

 

 

 

 

1(RA)

 

199

M

3b

 

1(RH)

1(RH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(RH)

1(RH)

Feuers.(RH)

Messer(RH)

Rasierm.(RH)

200

M

3b

1(LB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

Messer(LB)

Rasierm.(LB)

Pinz.(LB)

189

M

3b

 

 

1(LHA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LA)

 

Tab. 4.: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - beim Kopf: O - beim Ohr; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; Se - Seite; W- Kniebereich.

 


3.3.4 Dithmarscher Gruppe

Eine der beiden Frauenbestattungen des Zeithorizontes 2 (Tab. 5) enthielt schräg auf der Brust eine Radnadel vom Ilmenautyp mit flacher Unterseite und drei Ösen am Rand des Radkreuzes. Desweiteren bestand die Schmuckausstattung in diesem Grab aus einem gerippten Halskragen, der sich funktionsbedingt im Halsbereich befand; einem Bronzeband mit zwei Reihen kleiner Buckelchen an den Rändern und einer zickzackförmigen Reihe kleiner Buckel auf der Innenseite. Es befand sich im Bereich des Kopfes und war wahrscheinlich an einer Mütze bzw. Kappe befestigt. Weiter befand sich an der rechten Hand vermutlich ein Armband bestehend aus drei Glasperlen.

Besatz wurde in den beiden Gräbern in Form eines Bronzebuckels und einer Gürtelplatte beobachtet.

Der Bronzebuckel befand sich an der rechten Hand der Toten neben den Glasperlen. In der zweiten Bestattung lag in der Grabmitte in Nähe eines Dolches eine Gürtelplatte aus Bronze mit Spiralverzierung und einer kleinen Öse auf der Unterseite.

In den beiden Bestattungen wurde als Waffenbeigabe jeweils ein Dolch mitgegeben. Dabei befand sich in einem Fall der Dolch mit der Heftplatte zum Schädel zeigend, in der Grabmitte nahe der Gürtelplatte. In der zweiten Bestattung wurde im Bereich der linken Hand ein Dolch beobachtet.

 

Für den Zeithorizont 3 konnten keine weiblichen Körperbestattungen beobachtet werden.

 

Männerbestattungen

Das Männergrab im Zeithorizont 1 enthielt als Schmuckbestandteil Kopfschmuck in Form von zwei Goldspiralringen am Schädel.

Waffenbeigaben waren in Form eines Flintdolches und einer herzförmigen Pfeilspitze aus Flint vertreten. Dabei lag der Dolch mit der Spitze nach der linken Längsseite des Grabes gerichtet in der Grabmitte; die Pfeilspitze wurde in Nähe des Dolches beobachtet.

An weiteren Beigaben wurde dem Toten ein Feuerschlagstein aus einer Flintklinge mit Abnutzungsspuren an einem Ende mitgegeben.

 

Für den Zeithorizont 2a konnten keine männlichen Körperbestattungen herangezogen werden.

 

Die Männerbestattungen im Zeithorizont 2a - b (Tab. 5) enthielten selten Nadelschmuck in Form einer Fibel bzw. einer Nadel. In einem Grab wurde eine Fibelnadel aus Bronze im Bereich des rechten Unterarms beobachtet.

Armschmuck war anhand eines Befundes vertreten und zwar in Form von zwei goldenen Armbänder. Sie waren auf Grund der Armbandlänge (ca. 27,0 cm) sicherlich mehrmals (2 bis 3 mal) um die Arme gewickelt.

Ein interessanter Befund liegt aus Glüsing vor. Dort befand sich in einem Grab der Goldbelag einer fragmentarischen Sonnenscheibe u.a. mit einem sechsstrahligen Sternmuster in der Mitte. Auf der Unterseite des Goldbelags fanden sich die Reste einer bronzenen Scheibe.

Besatz/Verschluß wurde in Form von zwei Buckeln aus Gold und einem Gürtelhaken beobachtet. Beide waren von runder flachkonischer Form, die Ränder waren nach innen umgebörtelt. Ein Buckel fand sich in gestörter Lage in einem Tiergang, jedoch noch in Nähe des zweiten Buckels und war mit einem Loch in der Mitte versehen. Sie haben jeweils vermutlich den Belag eines Buckels aus organischem Material gebildet.

In einer weiteren Bestattung lag vermutlich im Bereich des rechten (anhand der Fundskizze nicht eindeutig) Oberarms neben einer Pinzette ein Gürtelhaken mit Spiralverzierung auf der runden Platte und einem Seitenhaken auf dem unteren Bügel. Eine Deutung ist auf Grund der Fundlage schwierig. Möglicherweise stellt der Haken eine reine Beigabe ohne Funktion dar oder er ist durch Verlagerung in diese Position geraten.

Zur regelhaften Waffenausrüstung gehörte anhand der Befunde jeweils ein Schwert. Aus zwei Bestattungen liegen Befundbeobachtungen vor. Dabei lag ein Schwert an der linken Seite und das zweite, mit der Spitze nach NNW (zur Schädellage wurden keine Angaben gemacht) gerichtet. Es befand sich offenbar schräg auf der Brust des Toten. Unterhalb des Schwerts fanden sich Überreste eines feinen Wollgewebes vermutlich von der Bekleidung des Toten.

An weiteren Waffenbeigaben wurde in einem Grab an der linken Seite des Toten eine Lanzenspitze beobachtet. Daneben lag quer über dem Schwertknauf ein verziertes nordisches Absatzbeil. Über und unter dem Beil wurden Fragmente von Leder und Gewebe geborgen, die vermutlich von der Fellauskleidung des Sarges und von der Bekleidung des Toten herrührten. In einer weiteren Bestattung wurden ohne Fundangabe ein unverziertes sowie ein verziertes nordisches Absatzbeil und eine Dolchklinge geborgen.

Als weitere Beigabe wurde in zwei Bestattungen je ein Flintdolch mitgegeben. Beide fungierten vermutlich ehemals als "Feuererzeug", wie Schwefelkies- bzw. Pyritspuren zeigen.

Toilettenbesteck in Form einer Pinzette wurde anhand eines Befundes beobachtet. Sie befand sich im Bereich des rechten Unterarms des Toten.

 

Die Männerbestattung des Zeithorizontes 2b enthielt an Armschmuck einen gedrehten, goldenen Armring, der vermutlich am linken Arm lag. Der Halsschmuck bestand aus einem meißelförmigen Anhänger (Angaben zum Material liegen nicht vor), der zwischen den Steinen an der Längswand beobachtet wurde. Die Zugehörigkeit ist fraglich, da er zwar im Bericht erwähnt, jedoch im Katalog nicht aufgeführt wurde.

Die Waffenausstattung bestand aus einem Schwert, das an der linken Seite des Toten lag. Daneben ebenfalls an der linken Seite befand sich eine unverzierte Lanzenspitze. Als weitere Beigabe wurde in der Grabmitte 0,50 m vom Kopfende entfernt, eine verzierte Pinzette beobachtet.

 

Im Zeithorizont 3 bestand der Nadelschmuck vor allem aus einer Kreuzkopfnadel, dabei lag sie in einem Fall an der linken Körperseite.

Armschmuck wurde anhand eines Befundes beobachtet und zwar in Form eines verzierten Ringes aus Bronze am linken Arm des Toten.

Fingerschmuck wurde in einer Bestattung angetroffen. Dort befand sich an der rechten Seite des Bestatteten ein Spiralfingerring aus Golddraht. In einem weiteren Grab wurde in der Grabmitte ein Spiralring aus Golddraht beobachtet. Die Deutung ist zwar auf Grund der Fundlage nicht eindeutig; der Ring könnte jedoch anhand der Größe als Fingerschmuck interpretiert werden.

Besatz bestehend aus sechs dünnen, feinen Spiralröllchen aus Golddraht wurde in einer Bestattung beobachtet. Sie lagen zwischen den Steinen des Bodenplasters im Bereich der rechten Hand und des Schwertgriffs. Sie haben möglicherweise als Besatz des Gewandes oder des Gürtels gedient.

Doppelknöpfe wurden in zwei Bestattungen beobachtet. Es waren unverzierte Knöpfe bzw. Formen mit eingetieftem Sternmuster in der oberen Platte. Beide Formen lagen in Nähe eines Schwertes. Sie waren vermutlich überwiegend auf einem Schwertriemen befestigt.

Waffenbeigaben wurden in Form von Schwerter und Messer beobachtet. Dabei liegen aus den Gräbern folgende Angaben zur Fundlage vor. In einer Bestattung befand sich ein Schwert an der rechten Seite und ein zweites auf der linken Brustseite des Bestatteten. In einem weiteren Grab wurde in der Mitte ein Schwert beobachtet. Desweiteren wurde anstelle eines Schwertes ein Messer mitgegeben. Es lag 0,50 m vom Kopfende entfernt.

Dithmarscher Gruppe

Katl..-Nr.

Ge.

Horizont

Nadel

Fibel

go-spiralr.

Kragen

Anhänger

G-perl.

Rohr.

Go-Ring

Br-Ring

Band

Scheibe

Buckel

D-Knopf

Haken

Dolch/Schwert

Sonstiges

33

W

2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

 

 

1(GM)

 

31

W

2

1(B)

 

 

1(B/K)

 

3(RA)

 

 

 

 

 

1(RA)

 

 

1(LA)

Br.Band(K)

34

W

3

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

 

 

 

 

 

37

M

1

 

 

2(K)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

F.Dolch(GM)

Pfeilsp.(GM)

Feuers.(GM)

36

M

2a-b

 

1(RA)

 

 

 

 

 

 

 

Gold

2(SA)

 

 

 

1(RA)

1(LS)

Lanzensp.(LS)

Beil(LS)

Pinz. (RA)

F.Dolch(RH)

Lederreste

Gewebereste

39

M

2a-b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gold

2(GM)

 

 

1(B)

F.Dolch(?)

Gewebereste

35

M

2b

 

 

 

 

1?(X)

 

 

1(LS)

 

 

 

 

 

 

1(LS)

Lanzensp.(LS)

Pinz.(GM)

Lederreste

Gewebereste

32

M

3

 

 

1(X)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(GM)

 

1(GM)

 

38

M

3

 

1(X)

1?(X)

1(RHA)

 

 

 

Gold:

6(RA)

 

 

 

 

 

2(RB)

 

1(RSe

1(RB)

Fellrest

Geweberest

Tab. 5:.: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - Kopfbereich; O - Ohrbereich; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; W - Knie; Se - Seite.

 


3.3.5 Lüneburger Gruppe

Nach den archäologischen Befunden sind bis zur Zeitgruppe 4 nur Männerbestattungen nachweisbar. Erst in der Zeitgruppe 5 sind Frauenbestattungen archäologisch greifbar. In dieser Zeitgruppe kommt es auch zu einer Gliederung in zwei lokale Gruppen (Ziegert 1963, S. 21 - 22).

Für die Männerbestattungen der Lüneburger Gruppe, die in den Sögeler Horizont gehören sowie die Bestattungen der Zeitgruppen 1, 2 und 3 können auf Grund der wenigen Befunde nur allgemeine Tendenzen dargestellt werden (s. dabei Tab. 6).

Im Sögeler Horizont bestand die Männerausstattung aus sechs Pfeilspitzen, einem Kurzschwert und einem Randleistenbeil sowie aus einer Lockenspirale. Dabei befanden sich die Spirale und das Beil nebeneinander an der linken Körperseite. Das Schwert mit der Spitze nach Westen zeigend wurde ebenfalls an der linken Körperseite des Bestatteten beobachtet.

In der Zeitgruppe 1 wurde bei der Männerbestattung als Gewandverschluß eine Nadel mit Kegelkopf und seitlich verdicktem durchlochten Hals beobachtet. Die Verzierung am Nadelhals bestand aus mehreren Strichgruppen und am Schaft aus Punkten.

Daneben enthielt das Grab als Waffenbeigaben ein Kurzschwert, ein Dolch und 17 Feuersteinpfeilspitzen sowie eine Flintspeerspitze. Als weitere Beigaben befanden sich in der Bestattung zwei Feuerschlagsteine. Dabei wurde das Schwert wie in der vorherigen Gruppe, an der linken Körperseite in Höhe der Hüften des Toten beobachtet. Die Nadel befand sich in Nähe des Schwertes. Im Bereich des rechten Ellenbogen lagen die Pfeilspitzen. Die beiden Feuerschlagsteine wurden in Nähe der Pfeilspitzen beobachtet. Seitlich beim linken Unterschenkel wurde die Speerspitze geborgen.

 

Wie in der Zeitgruppe 1, bestand der Gewandverschluß im Männergrab der Zeitgruppe 2 aus einer Nadel mit geschwollenem durchlochten Hals.

Als weitere Beigaben befanden sich ein Absatzbeil, ein Feuersteinschaber sowie Fragmente von einem Gefäß. Über die Position der Beigaben am Körper des Toten liegen keine Angaben vor.

 

In der Zeitgruppe 3 bestand die Schmuckausstattung aus einer Nadel und in einem Fall wurde ein Armring mitgegeben. Form und Verzierung der Nadel waren in allen Fällen unterschiedlich. Es wurden Nadeln mit leicht geschwollenem Kopf und Rillenverzierung an Hals und Kopf beobachtet. Daneben waren Nagelkopfnadeln mit kleiner Kopfscheibe und einer Halsverzierung durch Kerbung sowie Rollennadeln vertreten.

Ähnlich wie die Schmuckausstattung stellt die Zusammensetzung der Waffenbeigaben ein homogenes Bild dar. Die Männergräber enthielten in allen Fällen als Waffenbeigaben Pfeilspitzen zwischen zwei bis vier Exemplaren und jeweils ein Dolch.

 

Im Gegensatz zur Gruppe 3 wurden bei den Befunden der Zeitgruppe 4 als Gewandverschluß überwiegend eine Lüneburger Fibel mit langem spitzovalen Bügel und unverziertem Mittelteil beobachtet. Daneben waren Nagelkopfnadeln mit Rillenverzierung unterhalb der Kopfscheibe und auf dem Hals bzw. mit profiliertem Kopf und geripptem Hals sowie Rollennadeln mit jeweils einem Exemplar in den Gräbern vertreten. In zwei Fällen liegen Angaben über die Position des Gewandverschlusses am Körper des Bestatteten vor. Dabei befand sich im ersten Fall eine Lüneburger Fibel auf der Brust des Toten und im zweiten lag eine Nadel unter einem Dolch auf dem Körper des Bestatteten.

Neben einer Nadel/Fibel bestand die regelhafte Ausstattung des Bestatteten im Gegensatz zur vorherigen Gruppe aus einem Armring. Es waren überwiegend kantige Ringe mit konvex - konkavem Querschnitt. Die Verzierung bestand meist aus horizontalen Strichgruppen.

Kopfschmuck in Form einer bzw. zwei Lockenspiralen aus Gold wurde häufig in den Männerbestattungen beobachtet.

Fingerschmuck wurde selten angetroffen. In zwei Gräbern wurden jeweils ein Bronzering an der rechten bzw. linken Hand geborgen.

Waffenausstattung bestand wie in der Zeitgruppe 3, aus Pfeilspitzen und einem Dolch. Dabei schwankt die Anzahl der Spitzen zwischen fünf und elf Exemplaren. Desweiteren wurde in einem Grab neben einem Dolch ein Absatzbeil geborgen. In einem Fall wurde als weitere Beigabe ein Tongefäß mitgegeben


3.3.6 Frauengräber der Allergruppe

Die Frauengräber der Zeitgruppe 5 enthielten als Gewandverschluß eine Radnadel (vergl. dazu Tab. 7). Dabei waren es überwiegend lüneburgische Radnadeln der Var. a mit einer bis drei spitzen bzw. runden Ösen. Daneben wurden, jedoch selten, Scheibennadeln, Doppelradnadeln sowie Radnadeln mit Kronenaufsatz in den Bestattungen beobachtet. Die Verzierung der Scheibennadeln bestand aus getriebenen Buckeln und konzentrischen Rillengruppen. Die Lage der Nadeln waren überwiegend funktionsbedingt im Brust-, Hals- oder Schulterbereich.

Armschmuck bestand überwiegend aus beidseitig getragenen Bändern bzw. Spiralen. Armringe wurden relativ selten beobachtet und dann meist in Kombination mit Armspiralen bzw. Armbändern. In einem Fall waren die Oberarme der Toten mit je einer Berge geschmückt.

Beinschmuck war überwiegend in Form von Bergen und Ringen in den Gräbern vertreten. Er wurde sowohl einseitig als auch beidseitig getragen. Eine Kombination beider Formen konnte relativ häufig in den Bestattungen beobachtet werden. Dabei waren die Beinringe überwiegend unverziert oder mit vertikalen Strichbündeln und/oder Wolfszähnen ornamentiert. In zwei Fällen war der Beinschmuck sehr umfangreich. Er bestand aus einem Satz unverzierter Ringe und Bergen bzw. Spiralen und Bergen.

Kopfschmuck wurde in dieser Region häufig in den Frauenbestattungen beobachtet und war dabei z. T. sehr formenreich und aufwendig. In vielen Bestattungen befanden sich in der Kopfregion Bronzeblechröhrchen, kegelförmige Hüttchen und Spiralröllchen. Daneben wurden, jedoch seltener, ebenfalls im Bereich des Kopfes papierdünne, meist gebuckelte Bronzeblechstreifen in unterschiedlicher Länge und Form und in einem Fall eine Spiralkopfnadel beobachtet. Wobei in diesen Befunden dann aufwendiger Bronzezierat fehlte. Hinter diesen Befunden werden sicherlich verschiedenartige Kopfbedeckungen stehen. Leider sind in diesem Zusammenhang kaum organische Reste erhalten geblieben.

In Wardböhmen, Kr. Celle, befanden sich in einer Frauenbestattung beiderseits des Kopfes in Reihen angeordnet kegelförmige Hütchen, Blechröhrchen und Spiralröllchen. Nach Piesker (1958, S. 32 (Nr. 101)) handelt es sich hier um einen Hängeschmuck an der rechten und linken Haubenseite. Die beiden Enden des Bronzezierates wurden durch eine aus Spiralröllchen zusammengesetzte Kette miteinander verbunden, die nach dem Befund auf dem Rücken herabhing. Bei einem ähnlichen zweiten Befund aus Wardböhmen, Kr. Celle, Hengstbergruppe (Piesker 1958, S. 31 (Nr. 93)), trug die Frau eine mit Hüttchen besetzte Filzkappe oder Haube, von der einige org. Reste geborgen werden konnten. Leider wurde der größte Teil der Kappe durch die Ausgrabung vernichtet.

Einen weiteren, entsprechenden Befund wurde in Bleckmar, Kr. Celle, Kahlberggruppe (Piesker 1958, S. 25 (Nr. 12)) beobachtet. Neben aufwendigem Bronzezierat befand sich am Hinterkopf der Bestatteten eine Lüneburger Fibel, dabei zeigten die Spiralen nach oben. Nach Piesker (1958, S. 20) und Laux (1971, S. 32 ff.) wurde die Fibel an einem Haarknoten befestigt.

Bronzene Besatzstücke, die in wenigen Gräbern beobachtet wurden, waren möglicherweise auf Grund ihrer Fundlage am unteren Rand einer Kopfbedeckung befestigt. Dabei wurde weiterer Bronzezierat nicht beobachtet. Folgende Befunde können in dieser Richtung interpretiert werden. So z. B. wurde in einem Frauengrab aus Wardböhmen, Kr. Celle, Schafstallberg (Piesker 1958, S. 32 (Nr. 102)), ein buckelverziertes Diadem mit aufgerollten Enden/Ösen geborgen. Es lag an der linken Seite des Hinterkopfes und besaß eine Länge von 53,0 cm und eine Breite von 2,9 cm. Die Brüchigkeit des Materials spricht dafür, daß es ehemals auf einer org. Unterlage befestigt war.

Bei einem weiteren Befund lag in Kopfhöhe eine Spiralkopfnadel. Analoge Befunde finden sich im südthüringischen Raum. Dort wurden Brillennadeln an der linken Kopfseite der Toten beobachtet, z. T. in Verbindung mit zarten Geweberesten. Dieser Umstand deutet nach Feustel (1958, S. 51) daraufhin, daß mit der Brillennadel ein Schleier oder ein Tuch an der Kappe festgesteckt wurde. Möglicherweise hatte die Spiralkopfnadel eine ähnliche Funktion wie die Brillennadel.

Weitere Bestandteile des Kopfschmucks waren Ohr- oder Lockenspiralen aus Bronze und in einem Fall aus Gold. Sie wurden häufig in den Gräbern angetroffen und auch im Zusammenhang mit reichen Kappenzierat. Sie haben möglicherweise überwiegend als "Zopfbänder" (Laux 1971, S. 38) gedient, dabei lag die Anzahl der Spiralen zwischen einem und vier Exemplaren.

Halsschmuck wurde häufig in den Gräbern angetroffen. Dabei waren Halsringe mit gegenständigen Spiralen und gerippte Halskragen mit eingerollten Enden ein häufiger Bestandteil. Wesentliche Bestandteile der selteren Halsketten waren vor allem Spiralröllchen. Buckelanhänger, Stachelscheiben, Blechröhrchen sowie Hütchen waren in der Regel selten Kettenbestandteile. Der Befund aus Wardböhmen, Kr. Celle, Hengstberg (Piesker 1958, S. 32 (Nr. 94)), enthielt einen sehr aufwendigen Halsschmuck. Er bestand aus einer dreifach zusammengesetzten Kette, die aus einem Wechsel von Röhrchen und Hütchen gebildet war. Von dieser Kette hing eine zweite , aus Spiralröllchen bestehende Kette herab. Nach Piesker (1958, S. 20) erinnert die Anordnung der Blechröhrchen und Hütchen an die Längsrippung der Halskragen. Zwei weitere Befunde aus Wardböhmen, Kr. Celle, Hengstberg, enthielten ebenfalls einen sehr aufwendigen Halsschmuck bestehend aus einer Spiralröllchen gebildeten Kette, von der eine große spiralverzierte Bronzescheibe mit Mittelbuckel und unterseitiger Öse auf die Brust herabhing. Die zweite Kette bestand aus abwechselnd aufgereihten, kleinen Spiralröllchen und sechs gußgleichen Buckelanhängern mit starkem Mitteldorn. Als Gewandverschluß und zum Festhalten der großen Spiralkette diente eine buckelverzierte Scheibennadel der Var. b mit elliptischer Kopfscheibe.

Bei dem zweiten Befund aus dem gleichen Grabhügel bestand der Halsschmuck aus einem längsgerippten und mit konzentrischen Kreisen verzierten Halskragen, einem unverzierten Halsring mit Hakenenden und aus einer aus Spiralröllchen zusammengesetzte Halskette, an der eine mit zwei Spiralreihen und drei konzentrischen Kreisgruppen verzierte Bronzescheibe mit Mittelbuckel und unterseitiger Öse herabhing. Die Kette wurde vermutlich wie im vorherigen Befund, durch eine große, spiralverzierte Scheibennadel festgehalten.

Bestandteile des Kleiderbesatzes waren überwiegend und in großer Anzahl kegelförmige Hütchen, Bronzescheiben und sehr selten Bronzeknöpfe. Dabei befanden sich die Hütchen in allen Befunden im Brustbereich auf der Vorderseite des Gewandes. In zwei Bestattungen reichte der Kleiderbesatz vom Brustbereich bis zur Schulter bzw. bis zu den Oberarmen. Ebenfalls in zwei Gräbern war zusätzlich die Rückseite des Gewandes mit Hütchen besetzt.

Daneben wurden in zwei Befunden als weiterer Kleiderbesatz Bronzescheiben verwandt. Dabei ist nur von einem Befund die Fundlage der Scheiben bekannt. In diesem Grab befanden sich an der rechten und linken Schulter dicht beieinander jeweils zwei Bronzescheiben und eine auf der Brust. In dem anderen Fall wurde eine flache, unverzierte Scheibe als Kleiderbesatz beobachtet, jedoch liegen keine Angaben zur Fundlage vor.

In einem anderen Grab wurde neben den Hütchen als Kleiderbesatz ein Spiralring, zwei in der Ebene zusammengedrehte Spiralen und ein kleiner Bronzeknopf beobachtet. Diese Bestandteile befanden sich auf der linken Schulter. An der rechten Schulter wurde ein größerer Bronzeknopf beobachtet. Nach Piesker (1958, S. 31) haben die Bronzeknöpfe zum Verschnürren des Umhangs gedient. Der Umstand, daß keine Gewandnadel in dieser Bestattung beobachtet wurde, unterstützt m. E. diese Deutung.

In einem anderen Befund konnten drei buckelverzierte Bronzescheiben als Besatz eines Untergewandes gedeutet werden. Sie waren von dem mit Hütchen verzierten Umhang bedeckt und unter den Scheiben fanden sich umgekehrt liegend die Hütchen, die auf der Rückseite des Umhangs befestigt waren (Piesker 1958, S. 32 (Nr. 102)). Dabei befanden die Bronzescheiben anhand der Rekonstruktion von Piesker (1958, Taf. 66, 3) vermutlich im Brustbereich der Toten.

 

Männergräber der Allergruppe

Schmuckausstattung der Männergräber der Zeitgruppe 5 bestand wie in den vorherigen Zeitgruppen der Lüneburger Gruppe, aus einer Nadel (Tab. 7). Form und Verzierung der Nadeln waren meist unterschiedlich. Es wurden Nadeln mit vierkantigem Kopfteil und kleiner Kopfscheibe, Kugelkopfnadeln mit stark geripptem Hals und unverzierte Nagelkopfnadeln sowie Scheibenkopfnadeln mit Rollenöse und konzentrischer Rillenverzierung in den Gräbern beobachtet. In zwei Bestattungen wurde als Gewandverschluß jeweils eine Lüneburger Fibel mit langem spitzovalen Bügel verwandt. Das Bügelmittelfeld war mit laufenden Spiralen verziert. Über die Position der Nadeln am Körper des Bestatteten liegen keine Angaben vor.

 

Zusätzlich neben der Nadelausstattung wurde in einem Grab ein gedrehter Halsring mit Hakenenden, ein Armring mit schrägem Leiterbandmuster als Verzierung am linken Arm sowie ein Beinring mit Strichgruppenverzierung beobachtet.

Kopfschmuck wurde in zwei Bestattungen und zwar in Form von zwei Bronzelockenspiralen und einer Goldspirale beobachtet.

Als weitere Beigabe wurden aus zwei Gräbern ein Henkelgefäß und ein Gefäßunterteil geborgen.

Waffenausstattung bestand ähnlich wie in der Zeitgruppe 4 aus einem Dolch. Dagegen wurden Pfeilspitzen nur in einem Fall beobachtet. Häufig wurde als zusätzliche Waffenbeigabe ein Absatzbeil mitgegeben.


3.3.7 Niederelbe Gruppe

Die Frauengräber der Niederelbe Gruppe enthielten im Gegensatz zu den Frauenbestattungen der Allergruppe als Gewandverschluß überwiegend eine Spiralplattenfibel mit drahtförmigem Bügel und kleinen Scheibenenden. Angaben zur Position dieser Nadel wurde in einem Fall gemacht. In dieser Bestattung befand sie sich in der Brustregion der Toten. Selten wurden Rollennadeln und Lüneburger Fibeln in den Gräbern beobachtet. Die Rollennadel wurde im Bereich des Bauches beobachtet (vergl. dazu Tab. 8).

Armschmuck bestand häufig aus einer Garnitur von vier Ringen. Dabei konnte der Satz aus vier gleichen Ringen oder aus drei gleichen und einem ungleichen Ring bestehen. Ferner konnte der Armschmuck aus einem bis drei Ringen bzw. Spiralringen bestehen. Eine Kombination ungleicher Ringformen wurde häufiger in den Bestattungen beobachtet. Die Verzierung der Armringe bestand u.a. aus vertikalen und horizontalen Strichgruppen bzw. mit dazwischen liegenden Tannenzweigmustern.

Im Gegensatz zum Armschmuck bestand der Beinschmuck überwiegend aus einem Satz von vier gleichen Ringen. Dabei bestand die Verzierung häufig aus senkrechten Strichgruppen mit dazwischen liegenden Fischblasenornamenten. In einem Fall bestand der Beinschmuck aus einem Ring mit einer Endspirale.

Hauben- bzw. Kappenschmuck konnte im Gegensatz zur Allergruppe in den Gräbern nicht beobachtet werden.

Kopfschmuck in den Frauenbestattungen der Niederelbe Gruppe beschränkte sich auf goldene Lockenspiralen und Lüneburger Fibeln mit kurzem spitzovalen Bügel. Die Verzierung am Rand der Scheibe bestand aus Rillen und Strichelbändern. Angaben zur Fundlage der Fibeln liegen in einem Fall vor. In diesem Befund befand sie sich unter der rechten Seite des Hinterkopfes der Bestatteten, dabei zeigten die Spiralen nach oben. Sie war vermutlich wie in der Allergruppe, an einem Haarknoten befestigt. In zwei Bestattungen wurden goldene Lockenspiralen geborgen. Dabei befand sich in einer Bestattung an jeder Kopfseite jeweils ein goldener Lockenring. Im zweiten Fall wurden zwei goldene Lockenringe in der Kopfregion der Toten beobachtet.

Ebenso wie der Kopfschmuck, war der Halsschmuck gegenüber der Allergruppe weniger aufwendig. Ein häufiger Bestandteil waren Halsringe mit spitzen Enden. Die Verzierung bestand meist aus einem schrägen Leiterband mit dazwischen liegenden Schrägstrichgruppen. Sie befanden sich überwiegend mit einem Exemplar in den Gräbern. In einem Fall trug die Frau zwei Halsringe, dabei lag der kleinere über dem etwas größeren Ring. Ebenso häufig wurden Halsketten mitgegeben. Häufigere Bestandteile der Ketten waren Spiralröllchen und Glasperlen. Selten wurden Schneckengehäuse und Bernsteinperlen in den Gräbern beobachtet. In einem Fall bestand die Kette aus 20 Glasperlen.

Fingerschmuck wurde in Form eines Spiralringes an der rechten Hand der Toten beobachtet.

Kleiderbesatz ist anhand der Befunde nicht eindeutig erkennbar. So befanden sich in einem Grab zwei Bronzeknöpfe. Leider liegen keine Angaben zur Fundlage vor. In einer anderen Bestattung wurde auf der unteren linken Brustseite eine Gürtelplatte mit zwei Reihen umlaufender Spiralen beobachtet. Teilweise unter der Platte auf der Brust befand sich ein Dolch. In einem weiteren Grab wurde ein Dolch mit Vollgriff in der Gürtelregion beobachtet.

Allergruppe

Katl-Nr.

Ge.

Zeit

gr.

Rad-nad.

Nadel

Fibel

go-spir.

br-spir.

Kragen

Ring

Rohr.

B-Per.

G-Perl.

Br-

Spiralr.

Br-Ring

Band

Berge

Scheibe

Buckel

Br.-Knopf

Dolch

Sonstiges

5

W

Z.5

1(?)

 

1(K)

 

4(K/O)

1(?)

 

X(K)

 

 

2(SA)

 

 

1(?F)

 

200(K)

 

 

 

4

W

Z.5

1(B)

 

 

 

2(K/O)

 

1(B)

 

 

 

2(RHA)

1(RB)

2(SA)

2(SOA)

1(RB)

1(LHA)

7Z(B)

100(B)

 

 

 

9

W

Z.5

 

Fibeln.

1(B)

 

 

2(K/O)

 

 

X(K)

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

4(K)

 

Br.

Plättchen(K)

10

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

1(?HA)

 

 

 

 

 

 

 

11

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

2(?B)

25(?B)

8(?B)

2(SHA)

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

12

W

Z.5

1(?)

 

 

 

1(K)

1(RK)

1(LO)

2(?)

 

1(B)

 

 

 

 

1(?F)

1(?A)

 

 

X(K)

 

 

2Gegenst. aus

Br.Band(K)

Gefäß

13

W

Z.5

1(?)

1?(K)

 

 

1(K)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

Gefäßfrag.

15

W

Z.5

 

1(B)

 

 

1(K)

 

 

X(B)

 

 

 

1(?A)

2(?F)

1(?A)

 

 

X(B)

 

 

 

18

W

Z.5

1(?)

1(K)

 

2(K)

 

 

 

 

 

 

 

1(?F)

2(?A)

 

 

 

 

 

 

19

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

 

 

8

W

Z.5

1(?)

 

 

 

2(?K)

 

 

X(B)

 

 

 

2(SA)

1(?F)

 

 

 

 

 

 

Br.Frag.(K)

7Buckelanh.(B)

29

W

Z.5

 

 

 

 

2(O)

 

 

 

 

 

 

1(?F)

2(?A)

 

G(?)

 

 

 

Bronzefrag.(K)

30

W

Z.5

1(?)

 

 

 

2(K/O)

1(?)

1(B)

6(H)

 

 

 

1(LA)

1(?F)

1(RA)

 

 

70(B)

 

 

Br.Stirnblech(K)

Br.Blechfrag.(K)

Gefäß(LF)

Br.Haken(K)

27

W

Z.5

1(B)

 

 

 

3(LK)

 

 

 

 

 

2(SHA)

2(SF)

1(LHA)

 

 

 

 

2(B)

 

 

25

W

Z.5

 

 

 

 

4(2SK)

 

1(B)

42(K)

X(SK)

 

 

2(?A)

 

 

 

 

36(K)

 

 

2Br.Spiralen(B)

26

W

Z.5

1(B)

 

 

 

2(O)

1(B)

 

 

 

 

1(RA)

1(LA)

1(LF)

 

2(SF)

1Z(LK)

4Z(OB)

150(OB)

15(H)

1(H)

 

Br.Diadem(K)

2Br.Spiralen(F)

23

W

Z.5

1(?)

 

 

 

X(K)

 

 

18(B)

 

 

1(LA)

1(RA)

 

 

 

15(B)

 

 

 

22

W

Z.5

 

1(K)

 

 

 

 

 

X(B)

 

 

2(SA)

2(RHA)

1(LHA)

1(LF)

 

1(LHA)

1(RF)

1Z(B)

 

 

 

Scheibennad.(B)

6Buckelanh.(B)

Gü.Haken(H)

24

W

Z.5

 

 

 

 

X(K/O)

1(B)

1(B)

X(B)

 

 

2(SA)

1(LHA)

 

2(SF)

1Z(B)

X(K)

 

 

Scheibennad.(B?)

20

W

Z.5

1(?)

1(K)

 

 

2(K)

 

 

 

 

 

2(SA)

1(?F)

 

 

 

 

 

 

Gefäß(F)

21

W

Z.5

 

 

 

 

2(B)

 

 

6(SK)

 

 

2(SA)

1(LB)

 

 

 

1Z(H)

150(B)

2(SB)

 

Bronzefrag.(F)

1

W

Z.5

1(?)

 

 

 

1(K)

 

1(B)

 

 

 

1(?A)

 

 

 

 

 

 

 

 

2

W

Z.5

 

 

 

 

2(O)

 

1(B)

 

 

 

 

1(?A)

2(?F)

2(?A)

 

 

 

 

 

BR.Plättchen(K)

17

W

Z.5

1(?)

 

 

 

X(RK)

1(LO)

 

1(B)

X(K)

 

 

1(?A)

1(?HA)

 

 

 

X(K)

 

 

2Br.hakenförm.Frag.

Gefäß

10

W

Z.5

 

 

1(?)

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

1(?HA)

 

 

 

 

 

 

 

11

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

25(B)

8(B)

2(SHA)

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

12

W

Z:5

1(?)

 

 

 

X(RK)

O(LK)

1(?K)

 

1(B)

 

 

 

 

1(?F)

1(?A)

 

 

 

 

 

Napf(?)

2Br.Spiralen

2Br.Bandfrag.(K)

13

W

Z.5

 

1(K)

1(?)

 

1(?K)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

Schalenfrag.

15

W

Z.5

 

 

 

 

1(?K)

 

 

X(B)

 

 

 

2(?F)

1(?A)

1(?A)

 

 

 

 

 

Scheibenn.(B)

Lederreste

18

W

Z.5

1(?)

1(K)

 

2(?K)

 

 

 

 

 

 

 

1(?F)

2(?A)

 

 

 

 

 

 

19

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

 

 

14

M

Z. 5

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

 

16

M

Z. 5

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

 

3

M

Z. 5

 

1(?)

 

2(?)

 

 

1(B)

 

 

 

 

1(LA)

1(?B)

 

 

 

 

 

1(?)

Henkelgefäß(LK)

28

M

Z. 5

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

Absatzbeil (?)

2 F..Pfeilspitzen(?)

7

M

Z. 5

 

1(?)

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

Absatzbeil(?)

6

M

Z. 5

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(?)

Absatzbeil(?)

Tab. 7: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - Kopfbereich; O - Ohrbereich; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; W - Knie; Se - Seite.


Niederelbe Gruppe

Kat.-Nr.

Ge.

Zeitgr.

Nadel

Fibel

go-

spiralr.

G-Perlen

Ring

B-perlen

Rohr.

Br-Spiralr.

Br-Ring

Band

Scheibe

Dolch

Sonstiges

118

W

Z.5

 

1(?K)

Spiralpl.

1(?)

2(?K)

 

2(?B)

 

X(B)

 

4(?A)

2(?A)

 

 

2Br.

Knöpfe

119

W

Z.5

 

Spiralpl.

1(?)

 

25

 

 

 

 

4(?A)

2(?F)

 

 

 

 

120

W

Z.5

1(H)

1(RK)

2(SK)

 

(?B)

 

 

 

2(SA)

2(SF)

 

 

 

 

115

W

Z.5

 

1(?K)

 

 

 

 

 

1(RA)

1(RHA)

1(LA)

2(SF)

 

 

1(H)

 

116

W

Z.5

 

 

 

 

 

2(B)

X(B)

2(SA)

1(RA)

 

 

 

 

117

W

Z.5

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

1(LF)

 

1(LB)

1(LB)

 

Tab. 8: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - Kopfbereich; O - Ohrbereich; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S -beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; W - Knie; Se - Seite.


Lüneburger Gruppe

Katl.-Nr.

Ge.

Zeitgr.

Nadel

Fibel

g-spiralr.

b-spiralr.

B-Ring

Haken

Dolch/Schwert

Sonstiges

74

M

Sög.Hor.

 

 

 

1(LK)

 

 

1(LS)

Beil(LK)

6Pfeilspitz..

71

M

Z.1

1(LH)

 

 

 

 

 

1(?) 1(LH)

F.Speerspitz.(LB)

2F.Schlagst.

17F.Pfeilspitz..(RA)

72

M

Z.2

1(?)

 

 

 

 

 

 

BEIL

F.Schaber

Gefäß

79

M

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

1(?)

2F.Pfeilspitz.

80

M

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

1(?)

3F..Pfeilspitz.

77

M

Z.4

1(B)

 

2(?K)

 

 

 

1(B)

 

78

M

Z.4

 

1(B)

 

 

1(RA)

1(RHA)

1(K)

1(RHA)

10F..Pfeilspitz.(F)

76

M

Z.4

 

1(?)

2(?K)

 

1(RA)

 

1(?)

 

75

M

Z.4

1(?)

 

1(?)

 

1(?A)

 

1(?)

5F..Pfeilspitz.

73

M

Z.4

 

1(?)

1(?)

 

1(?A)

1(F?)

 

 

11F..Pfeilspitz.

81

M

Z.4

1(?)

 

 

 

1(?A)

1(LHA)

 

1(?)

Beil

Gefäß

Tab. 6: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich;K - beim Kopf: O - beim Ohr; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper;H - Hüftbereich; Se - Seite.

 


3.3.8 Osthessische Gruppe

Die Frauengräber der Osthessischen Gruppe sind auf Grund der vorliegenden Befunde erst in der Zeitgruppe 4 nachweisbar. Dagegen sind Männerbestattungen seit der Zeitgruppe 2 bekannt. Über die Entwicklung der männlichen und weiblichen Schmuckausstattungen können wegen den wenigen, eindeutigen Befunden nur Tendenzen dargestellt werden.

Die Frauengräber der Zeitgruppe 4 enthielten als Gewandverschluß zwei Nadeln. Dabei konnten es Nadeln von gleicher bzw. ungleicher From sein (vergl. dazu Tab. 9). Es wurden Nadeln mit abgesetztem Petschaftkopf und z. T. leicht geschwollenem Hals, Nadeln mit Nagelkopf neben Radnadeln mit leicht ovalem großen Rad und Bogenöse bzw. Ringöse vergesellschaftet. Radnadeln mit einfachem Speichenkreuz und Bogenöse wurde in einer Bestattung in Zweizahl getragen. Anhand der Befunde befanden sich die Nadeln auf der Brust bzw. in zwei Befunden auf der linken und rechten Schulter der Toten.

Armschmuck wurde in Form von zwei Armbändern beobachtet, dabei wurde er beidseitig getragen.

Beinschmuck wurde ebenfalls beidseitig getragen und konnte in Form von zwei Beinspiralen beobachtet werden.

Kopfschmuck lag in Form von zwei Ohrringen und Fragmenten von Lockenringen aus einer Bestattung vor. In einem weiteren Befund befanden sich Spiralröllchen über dem Schädel der Toten. Die Funktion der Spiralröllchen ist trotz der Lagebeobachtung unklar. Sie können möglicherweise Hauben- bzw. Kappenbesatz darstellen. Allerdings fehlt für diese Deutung analoge Befunde aus diesem Gebiet. Vielleicht stellen sie nur eine reine Mitgabe dar.

Halsschmuck lag möglicherweise in Form von Spiralröllchen vor. Sie lagen am Hals der Toten.

Nadelschmuck der Frauenbestattungen in der Zeitgruppe 5 (Tab. 9) wurde wie in der vorherigen Gruppe, in Zweizahl getragen, seltener bestand der Gewandverschluß aus einer Nadel. Dabei wurden gleiche, als auch (überwiegend) ungleiche Nadelformen bzw. -typen verwandt. Neben großen Doppelradnadeln mit großem, rundem Rad und Öse waren verzierte Brillennadeln mit schraffierten Dreiecken und schrägem Leiterband vergesellschaftet. Daneben waren Radnadeln mit langovalem Rad und Öse sowie Radnadeln mit Kronenaufsatz bzw. Stielösen verbreitet. Die Ein-Nadel-Ausstattung konnte sowohl aus einer Radnadel sowie einer Brillennadel bestehen. Die Lage der Nadeln am Körper der Bestatteten waren überwiegend funktionsbedingt. Dabei wurden folgende Fundlagen beobachtet:

- In einem Fall befand sich auf jeder Schulterseite der Toten eine Radnadel.

- In einem weiteren Grab wurde eine Brillennadel auf der rechten Schulter und auf der Brust eine Radnadel beobachtet.

- Bei einer Ein-Nadel-Ausstattung befand sich ein einem Fall auf der Brust der Toten eine Brillennadel.

- Bei der Vergesellschaftung von zwei ungleichen Nadelformen wurde auf der Brust eine Brillennadel und im Schoß eine Doppelradnadel beobachtet.

Armschmuck bestand wie in der Gruppe 4, überwiegend aus beidseitig getragenen Armspiralen. Seltener wurden Armringe beobachtet. In einem Fall bestand der Armschmuck aus zwei Spiralen und zusätzlich einer Berge am rechten Ellenbogen.

Halsschmuck war gegenüber der Zeitgruppe 4 z. T. sehr aufwendig. Wesentliche Bestandteile waren dabei Spiralröllchen. Daneben wurden Halskragen, Halsringe, Stachelscheiben und Bernsteinperlen als Bestandteile des Halsschmuckes beobachtet. Diese Schmuckstücke sind jedoch selten vertreten. Bei einem Befund bestand der Halsschmuck aus einer Spiralröllchen besetzten Kette mit vier Stachelscheiben sowie einem Halskragen.

Kopfschmuck war selten in den Gräbern vertreten und dann u. a. in Form von dünndrahtigen Ringen. Diese Ringe wurden an der linken Schädelseite der Toten beobachtet und stellen nach dem Autor (Holste 1939, S. 157ff.) Ohringe dar. In einem anderen Befund befanden sich ein Kopfring mit gegenständigen Endspiralen sowie ein kleiner Spiralring nahe dem Schädel. Desweiteren wurden auch vereinzelt "Lockenringe" in den Bestattungen beobachtet (s. u.a. Ktlg.-Nr. 181).

Kleider- bzw. Gürtelbesatz wurde selten in den Bestattungen beobachtet und kann anhand meist fehlender Befundbeobachtungen selten rekonstruiert werden. So befanden sich in einem Grab ein flacher Bronzeknopf mit ausgebrochener Rückenöse sowie ein flachgewölbter Bronzebuckel mit drei noch erkennbaren Löchern am Rand. Es liegen keine Lagebeobachtungen vor. In einem anderen Befund wurden zwischen Brust und Oberschenkel 29 Bronzebuckelchen, z. T. gegossen und Reste weiterer, beobachtet. Daneben befand sich unterhalb der Rippen ein ovales Gürtelblech.

Fingerschmuck in Form einer Spirale und einem Ring wurde sehr selten beobachtet.

 

Fußschmuck konnte anhand von zwei Befunden festgestellt werden. Dabei befand sich in einer Bestattung ein Fußring mit gegenständigen Endspiralen am linken Fußgelenk. In einem weiteren Grab wurden zwei Spiralen, die vermutlich beidseitig getragen wurden, beobachtet.

 

Männergräber

Das Männergrab der Zeitgruppe 2 (s. dazu Tab. 9) enthielt als Gewandverschluß eine Nadel mit geschwollenem, durchlochtem Hals, dabei durchgehende Verzierung vom Kopf bis zum Hals. Die Waffenausstattung bestand aus einem Dolch und einem Randbeil. Lagebeobachtungen von den einzelnen Fundstücken liegen nicht vor.

Wie in der Zeitgruppe 2 bestand der Nadelschmuck in der Zeitgruppe 3 (Tab. 9) aus einer Nadel. In einem Fall wurden zwei Nadeln beobachtet. Es waren Nadeln mit leicht geschwollenem Hals und Petschaftkopf und einer Rillenverzierung an Kopf und Hals sowie Rollennadeln. Die beiden Nadeln befanden sich jeweils an der rechten und an der linken Schulter. In einem anderen Fall befand sich die Nadel zwischen den Armknochen.

Waffenausstattung bestand in den beiden Fällen aus einem Beil und einem Dolch. Daneben wurde in einer Bestattung zusätzlich ein Schwert mitgegeben. Das Beil befand sich in den beiden Fällen an der linken Körperseite des Bestatteten. Dolch und Schwert wurden an der rechten Seite nebeneinander beobachtet. Als weitere Beigaben wurden in einem Fall ein Gürtelhaken und ein bogenförmiger Haken mitgegeben. Sie befanden sich in Nähe des Schwertes. Daneben wurden eine Goldspirale und ein Feuersteinspan unter dem Kopfstein beobachtet. In den Erdschichten über dem Toten wurde eine Drahtspirale und ein vierkantiger Pfriem geborgen. Sie werden auf Grund der Fundlage nicht als Beigabe zu dieser Bestattung gezählt.

Schmuckausstattung bestand bei den beiden Gräbern der Zeitgruppe 4 aus einer Nadel mit gerippter Halsschwellung und Petschaftkopf. Angaben zur Position der Nadeln am Körper des Toten liegen nicht vor.

Waffenausstattung bestand in beiden Gräbern aus einem Randbeil.

 

Das Männergrab der Zeitgruppe 5 enthielt als Gewandverschluß wie in den Zeitgruppen zuvor, eine Nadel mit leicht geschwollenem, rillenverziertem Hals und abgesetztem, rillenverziertem Kopf. Die Waffenausstattung bestand aus einem Langdolch und einem Absatzbeil.


 

3.3.9 Fulda-Werra Gruppe

Die Fulda-Werra Gruppe gehört zwar ebenfalls zum gleichen Formenkreis (Ziegert 1965, S. 18) wie die Osthessische Gruppe, wird aber u.a. auf Grund der Unterschiede in der Trachtsitte gesondert behandelt.

Bei den Frauengräber der Zeitgruppe 4 (vergl. dazu Tab. 10) bestand der Nadelschmuck aus zwei Radnadeln und einer Brillennadel. Dabei waren die Radnadeln überwiegend von gleicher Form. Seltener wurden ungleiche Radnadeln als Gewandverschluß verwandt. Es waren, ähnlich wie in der Osthessischen Gruppe, Doppelradnadeln mit leicht ovalem großen Rad und Bogenöse sowie Radnadeln mit Winkelkreuz und Dreiecköse. Sie befanden sich auf der Brust, die Köpfe lagen jeweils im Bereich der rechten und linken Schulter. Die Brillennadeln wurden in zwei Fällen am Schädel der Toten beobachtet. Nach Piesker (1958, S. 51) wurde mit der Brillennadel eine Kopfbedeckung aus Schleiergewebe (s. dazu Kap. 2.3) befestigt. Dabei muß jedoch offen bleiben, ob der Umhang und die Kopfbedeckung aus einem Stück oder getrennt waren. Brillennadeln wurden wie die Radnadeln, in einigen Fällen für die Befestigung von Leichentüchern benutzt.

 

Kopfschmuck der Frauen war nach den Befunden z. T. sehr aufwendig. Dabei waren Spiralröllchen in großer Anzahl und Tutuli wesentliche Bestandteile des Kopfschmuckes. Daneben wurden Bernsteinperlen und Bersteinschieber beobachtet. Dabei trug eine Frau anhand der Befundbeobachtungen über dem Schleier ein Band bestehend aus nebeneinanderliegenden Darmschnüren. Auf diesem Stirnband waren ein Bernsteinschieber, Bernsteinperlen und Spiralröllchen aufgezogen.

Daneben trug eine weitere Frau aus dieser Region eine Kordel aus gewebtem Band und drei eingenähten Schnüren mit aufgesetzten Tutuli. Als weiterer Kopfzierat wurden aufgefädelte Spiralröllchen beobachtet, die auf der Kordel befestigt waren.

Halsschmuck war in Form von Ketten und Brustgehängen bekannt. Dabei beschränkten sich die Bestandteile meist auf Bernsteinperlen und Spiralröllchen. In einem Grab trug die Frau ein kleines Kollier aus drei Reihen Spiralröllchen, in denen sich noch der Faden erhalten hatte. In einer weiteren Bestattung bestand die Halskette aus 68 Bernsteinperlen von unterschiedlicher Größe und Form. Aber auch Halsschmuck aus organischem Material wurde beobachtet. So trug eine Frau auf der Brust unter der Bluse einen Lederbeutel, der nach Piesker (1958, S. 52) vermutlich mit apotropäischem Material gefüllt war.

Armschmuck wurde in Form von beidseitig getragenen Armspiralen beobachtet. In einer Spirale befanden sich noch Stoffreste.

Kleiderbesatz wurde anhand von zwei Befunden in Form von Spiralröllchen beobachtet. In einer Bestattung waren zahlreiche Spiralröllchen über die ganze obere Grabhälfte und in unterschiedlicher Höhe verteilt. Sie waren dabei vermutlich an der Kopfbedeckung und am Gewand befestigt. In einem weiteren Grab wurde unterhalb des Halses ein breites Band aus Spiralröllchen beobachtet, daß bis zur Taille der Toten reichte. Dabei entspricht die Länge des Bandes entweder der Blusenlänge oder die Bluse steckte im Rock/Untergewand und war entsprechend nicht weiter verziert (Piesker, 1958, S. 50).

 

In der Zeitgruppe 5 (s. dazu Tab. 10) bestand der Gewandverschluß wie in der vorherigen Gruppe, aus zwei Radnadeln von gleicher bzw. ungleicher Form. Brillenspiralen konnten anhand der Befunde nicht beobachtet werden. Es waren Doppelradnadeln mit rundem bzw. ovalem Rad und runder oder ovaler Öse. In einem Fall waren die horizontalen und vertikalen Speichen einer Doppelradnadel gekerbt. Aus zwei Befunden liegen Lagebeobachtungen vor. So befanden sich in einer Bestattung beide Radnadeln neben dem Kopf übereinander. Unter, zwischen und auf den Nadeln befanden sich verschiedene Stoffreste. Nach Piesker (1958, S. 52) wurden mit den beiden Radnadeln ein Leichentuch befestigt. In dem zweiten Befund befanden sich beide Radnadeln auf der Brust mit dem Köpfen auf der jeweiligen Schulterseite.

Halsschmuck war nach den Befunden z. T. sehr aufwendig. Wesentliche Bestandteile waren dabei wie in der Zeitgruppe zuvor, Bernsteinperlen und Spiralröllchen. Daneben wurden Bernsteinschieber, Glasperlen und Halsbergen beobachtet. Diese Bestandteile waren jedoch sehr selten vertreten. Dabei konnte der Halsschmuck aus ein- oder mehrgliedrigen Ketten sowie aus mehreren unterschiedlichen Bestandteile bestehen. Dabei liegen folgende Lagebeobachtungen aus den Befunden vor:

- Kette aus 87 Bernsteinperlen von unterschiedlicher Form und Größe.

- Kette aus Spiralröllchen, Bernsteinperlen, Bernsteinschieber und einer Glasperle.

- Kollier aus acht Reihen Spiralröllchen, die miteinander verbunden waren. In der Mittelpartie befanden sich 40 Bernsteinperlen in unterschiedlicher Form und Größe. An den beiden Enden des Kolliers befanden sich je eine kleine Brillenspirale. Die Befestigung erfolgte möglicherweise an einem Band.

- Halsberge.

Kopfschmuck wurde in Form eines dünnen Ringes od. einer Spirale unter dem Schädel der Toten beobachtet.

Armschmuck war in den beiden Befunden sehr unterschiedlich. So befand sich in einer Bestattung eine Armspirale. Dagegen bestand der Armschmuck im zweiten Befund aus zwei Spiralen, zwei Ringen und einer Berge am Oberarm. An den beiden Spiralen befanden sich außen Stoffreste. Innerhalb der Spiralen wurden u.a. Schafleder und Hornblätter beobachtet, durch diese Fütterung sollte ein Wundscheuern der Haut verhindert werden.

 

Männergräber

Bei den beiden Männergräbern der Zeitgruppe 4 (Tab. 10) bestand die Schmuckausstattung aus einer Nadel oder einem Armring mit ösenförmig aufgerollten Enden. Die Nadel mit leicht geschwollenem und rillenverziertem Hals und Petschaftkopf befand sich über der linken Brustseite.

In den beiden Befunden bestand die Waffenausstattung aus einem Dolch. Daneben wurde in einem Fall zusätzlich ein Randleistenbeil mitgegeben. Aus einem Befund liegen Lagebeobachtungen von den Waffenbeigaben vor. So befand sich der Dolch in der Hüftgegend und das Beil auf der rechten Brustseite des Toten. Ferner wurde in Nähe der Füße eine kleine Spiralscheibe (Schuhbesatz?) beobachtet. Daneben befanden sich fünf kleine Nägel, ein Drahtfragment mit schlaufenförmig umgebogenem Ende, eine kleine sehr dünne Spirale sowie ein Keramikbruchstück. Diese Bestandteile befanden sich im Bereich des Körpers regellos verstreut.

Die Schmuckausstattung der Männergräber in der Zeitgruppe 5 (vergl. dazu Tab. 10) bestand überwiegend aus einer Rollenkopfnadel und einem Armring. Aus einem Befund liegen Angaben zur Position der Nadel am Körper des Toten vor. Sie befand sich auf der Brust. Es waren überwiegend Armringe mit innenseitig gewölbtem dreieckigen bzw. quadratischen Querschnitt und runden Stollenenden. Die Verzierung bestand in einem Fall aus einer Vertikalstrichelung der Außenseite, Ober- und Unterkante waren mit schrägen Kerben verziert. Zusätzlich wurde in einem Fall drei Armbügel mit ösenförmig umgebogenen Enden am linken Unterarm geborgen. Am rechten Arm konnte ein Ringfragment, das vermutlich in einer Spiralscheibe endigte, neben einem zweiten Ring beobachtet werden.

Waffen- bzw. Werkzeugausstattung war in den Gräbern sehr unterschiedlich. In einem Fall befand sich ein Messer. In dem anderen Befund wurden drei Pfeilspitzen und eine Knopfsichel beobachtet. Ein weiterer Befund enthielt neben der Schmuckausstattung keine weiteren Beigaben.

Osthessische Gruppe

Katl.-Nr.

Ge

Zeitgr

Nadel

Radnadel

Brillenn.

br-spiral

Kragen

Ring

B-perl.

Rohr.

Anhäng.

Br-Spiralr.

Br-Ring

Berge

Band

Buckel

Dolch/Schwert

Sonstiges

175

W

Z.4

 

 

1(?)

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

176

W

Z.4

 

2(B)

 

 

 

 

 

X(K)

 

 

 

2(SF)

 

 

 

 

181

W

Z.4

1?(?)

1(B)

 

2(O)

X(K)

 

 

 

X(B)

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

171

W

Z.4

1(B)

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

178

W

Z.5

 

 

 

 

 

 

4(B)

X(B)

1S?(B)

2(SA)

 

 

 

 

 

 

179

W

Z.5

 

2(?)

 

 

1(?)

 

 

X(B)

4S(?)

1(?)

 

2(?A)

 

 

1(?)

 

Br.Knopf

Scherbe

186

W

Z.5

 

 

1(B)

1(K)

 

 

 

X(K-F)

 

X(LK)

 

 

 

 

 

Br.Ring(K)

Drahtkl.(B)

Br.Blech(K-F)

Topf(F)

174

W

Z.5

 

1(B)

1(RB)

X(K)

 

 

 

X(B)

1(B)

2(SA)

2(SF)

 

 

 

 

 

 

177

W

Z.5

 

2(SB)

 

X(LO)

2?(LOA)

 

1(B)

 

 

 

2(SA)

1(LHA)

1(RA)

1(?F)

 

X(B)

X(H)

 

Gü.Blech

Zahn (ROA)

185

W

Z.5

 

1(H)

1(B)

X(K)

 

 

 

X(B)

 

2(SA)

1(LHA)

 

 

 

 

Br.Blechreste(B)

184

M

Z.2

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

 

 

 

1(RS)

Beil(LS)

173

M

Z.3

2(LB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

Beil(LS)

182

M

Z.3

1(OB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RSe) 1(RSe)

Gü.Haken

Br.Haken

Beil(LS)

Go.Draht(K)

183

M

Z.4

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil

180

M

Z.4

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil

172

M

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

Beil

Tab.9: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - Kopfbereich; O - Ohrbereich; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; W - Knie; Se - Seite.


 

Fulda - Werra Gruppe

Katl.-Nr.

Ge.

Zeitgr.

Nadel

Radnadel

Brillenn.

br-spiralr.

Kragen

Br.perl.

B-perl.

Rohr.

Anhänger

Br-Spiralr.

Br-Ring

Berge

Buckel

Dolch

Sonstiges

48

W

Z.4

 

2(?)

1(?)

 

 

5(B)

 

X(B)

 

1(?)

X(?A)

 

 

 

Gewebereste

2U-förm.Frag.

49

W

Z.4

 

2(SB)

1(K)

1(RO)

 

 

1(K)

1(?)

X(OB)

 

2(SA)

1(?)

 

24(K)

 

Drahtfrag.(K)

44

W

Z.4

 

2(SB)

1(K)

 

 

 

6(K)

68(B)

X(K)

X(B-H)

 

2(SA)

X(K)

 

 

 

H.Teller(LB)

B.Schieber(K)

L.Beutel(B)

Schnüre

Tuchfrag.

Gewebereste

40

W

Z.4

1(?)

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

1?(?)

 

 

 

 

 

41

W

Z.4

 

2(?)

1(?)

 

 

 

 

6(?)

 

2(?A)

 

 

 

 

 

51

W

Z.5

 

2(K)

 

1(K)

 

 

87(B)

 

 

1(?A)

 

 

 

 

Gewebereste

Schnurreste

43

W

Z.5

 

2(SB)

 

 

1(B)

 

40(B)

X(B)

2B(B)

2(SA)

2(SA)

1(ROA)

 

 

G.Perle(B)

B.Schieber(B)

Gewebereste(SA)

Schafleder(SA)

Hornblätter(SA)

42

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(H)

Beil(RB)

Spiralscheibe(F)

5Nägel(OB)

Draht(OB)

46

M

Z.4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

1(?)

 

47

M

Z.5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

1(?)

 

 

 

Messer

50

M

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

 

 

45

M

Z.5

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

Bügel:

3(LA)

 

 

 

3Pfeilsp.(ROA)

K.Sichel

Tab.10: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - beim Kopf: O - beim Ohr; L - links; R - rechts; H - Hüfte;S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; Se - Seite.

 


3.3.10 Mittelrheingruppe

Die regelhafte Schmuckausstattung der Frauengräber während der Zeitgruppe 2 (Tab. 11) bestand aus zwei gleichen Radnadeln und zwei Bronzearmspiralen. Dabei waren es Radnadeln mit einfachem Speichenkreuz und Dreiecköse. Über die Position der Nadeln am Körper der Toten liegen keine Fundbeobachtungen vor.

Ferner wurde in einigen Bestattungen Beinschmuck in Form von einseitig getragenen drahtförmigen Beinbergen beobachtet.

Weiter konnte zur Schmuckausstattung der Frauen Gürtel- bzw. Kleiderbesatz gehören. So wurden aus einer Bestattung (13jähriges Individuum) sieben Blechbuckelchen mit gegenüberstehenden Durchbohrungen und teils mit abgescheuerter Kegelspitze geborgen.

Weitere Beigaben in den Bestattungen konnten Keramikgefäße in Form von Töpfen und Schalen darstellen. Dabei liegen aus einem Befund Lagebeobachtungen vor. So befanden sich rechts vom Becken der Toten Scherben einer Schale und neben dem linken Fuß eine kleine Schale. Aus einem anderen Grab wurde eine Knopfsichel mit zwei Rippen geborgen. Die Schneide war durch starke Abnutzung und häufiges Schleifen gestreckt.

 

In der Zeitgruppe 3 (s. dazu Tab. 11) bestand die Schmuckausstattung im Gegensatz zur vorherigen Zeitgruppe sowohl aus zwei ungleichen als auch zwei gleichen Radnadeln. Neben Radnadeln mit einfachem Speichenkreuz und Dreiecköse waren 'Niederrheinische' Radnadeln mit gewinkelten Querstreben sowie Doppelradnadeln mit kleinem runden Rad und Ringöse vergesellschaftet. Radnadeln mit einfachem Radkreuz und Bögenösen wurden in Zweizahl getragen. Dabei liegen aus drei Bestattungen Lagebeobachtungen vor. Bei einem Befund befanden sich die beiden Radnadelköpfe jeweile auf der linken und rechten Schulter, dabei haben sich die Nadelspitzen auf der Brust gekreuzt. In dem anderen Befund haben sich die Nadeln in Brusthöhe gekreuzt. Möglicherweise hatten sie eine ähnliche Position wie im vorherigen Befund. In der dritten Bestattung lagen die beiden Radnadeln dicht beieinander.

Armschmuck bestand wie in der Zeitgruppe 2, aus beidseitig getragenen Armspiralen. Zusätzlich wurde in einer Bestattung ein Armring mit Strichgruppen und Tannenzweigmuster beobachtet.

Beinschmuck in Form von einseitig getragenen drahtförmigen Bergen wurde gegenüber der vorherigen Zeitgruppe nur selten in den Bestattungen beobachtet.

Halsschmuck war in den Bestattungen in Form von Bernsteinketten vertreten. Dabei waren die Perlen von unterschiedlicher Form und Größe.

Weitere Beigaben wurden in den Bestattungen nicht beobachtet.

 

Wie in der Zeitgruppe 3, konnte der Gewandverschluß in der Zeitgruppe 4 (Tab. 11) aus zwei gleichen oder ungleichen Radnadeln bestehen. Dabei wurden häufig Doppelradnadeln mit großem runden Rad und Öse sowie Radnadeln mit einfachem Speichenkreuz und drei Dreieckösen verwandt. Daneben befanden sich auch Radnadeln mit Winkelkreuz und drei Dreieckösen und Radnadeln mit Doppelfelge und einfachem Speichenkreuz in den Gräbern. Allerdings wurden diese Exemplare nur vereinzelt beobachtet. Eine Kombination Radnadel und Nadel mit leicht geschwollenem Hals und abgesetztem Petschaftkopf wurde in einem Fall beobachtet. Hals und Kopf der Nadel waren rillenverziert. Angaben zur Fundlage der Nadeln liegen aus zwei Befunden vor. In einem Fall befand sich eine Radnadel über der linken Brust. In der zweiten Bestattung wurde die Nadel rechts und die Radnadel links über der Brust beobachtet.

Desweiteren gehörte Armschmuck zur Regelausstattung der Frau und zwar meist in Form von zwei Bronzearmspiralen, die wahrscheinlich beidseitig getragen wurden.

Beinschmuck wurde wieder häufiger in den Gräbern beobachtet, dabei wurde er sowohl einseitig als auch beidseitig getragen. Es waren überwiegend bandförmige Bergen mit gegenständigen oder rückläufigen Endspiralen. Selten wurden drahtförmige Beinbergen verwandt.

Halsschmuck konnte im Gegensatz zur vorherigen Gruppe sehr aufwendig sein. Wesentliche Bestandteile der Halsketten waren dabei Spiralröllchen und Bernsteinperlen. Seltener wurden Bronzescheiben, Scheibenanhänger und Bernsteinschieber als Bestandteile der Ketten beobachtet.

Gürtelschmuck wurde in Form eines Bronzehakens beobachtet.

Kleider- bzw. Gürtelbesatz stellt sich vermutlich in Form von Brillenanhängern dar. Sie wurden in zwei Bestattungen im Bereich des Beckens beobachtet.

Fingerschmuck wurde in Form eines Rings und eines Spiralrings aus einer Bestattung beobachtet.

 

Im Gegensatz zu den vorherigen Zeitgruppen konnte der Gewandverschluß in der Zeitgruppe 5 (Tab. 11) aus einer bis zu vier Nadeln bestehen. Es waren sowohl Radnadeln mit Kronenaufsatz sowie lange Nadeln mit leicht geschwollenem Hals und abgesetztem Petschaftkopf. Schaft und Kopf waren mit Rillen verziert. In einer Bestattung bestand die Nadelausstattung aus zwei Radnadeln und zwei langen Nadeln.

Armschmuck bestand aus Spiralen und massiven Ringen. Er wurde überwiegend paarig getragen. Die Armringe hatten überwiegend einen runden Querschnitt und waren mit Strichgruppen verziert.

Beinschmuck wurde wie in der Zeitgruppe 4, einseitig als auch beidseitig getragen. Es waren bandförmige verzierte Beinbergen mit gegenständigen Endspiralen. Die Verzierung bestand aus Strichelbändern und schraffierten Dreiecken.

 

Bestandteile des Halsschmuckes waren ähnlich wie in der vorherigen Gruppe Spiralröllchen, Bernsteinperlen und Scheibenanhänger. Eine Kombination aller Bestandteile wurde anhand der Befunde nicht beobachtet. In einem Grab bestand die Kette aus sieben Scheibenanhängern mit Schnurösen (davon sechs aus der gleichen Gußform) und drei Spiralröllchen.

Gürtelbesatz wurde in einem Befund in Form von fünf Tutuli beobachtet. In zwei weiteren Befunden wurden ebenfalls Bronzetutuli beobachtet. Leider liegen keine Fundbeobachtungen vor. In allen Fällen jedoch hatte jeder Tutulus zwei Randlöcher. Ein Befund enthielt eine relativ große Anzahl Tutuli von flach- und spitzkonischer Form, davon waren 11 vollständig und ca. 6 in Bruchstücken erhalten geblieben. Zusätzlich enthielt das Grab drei große Brillenspiralen (Spiralen-Dm. 14,5 cm) mit reicher Verzierung durch Strichelbänder und schraffierten Dreiecken. Daneben wurde eine und eine halbe Brillenspirale beobachtet. Angaben zur Fundlage der Brillenspiralen liegen nicht vor. Dabei können möglicherweise die gemachten Beobachtungen in der Zeitgruppe 4 aus dem Grabhügel von Wixhausen, Kr. Darmstadt, Aufschluß über die Verwendung der Brillenspiralen geben. Dort lagen, wie schon oben erwähnt wurde, fünf Brillenspiralen im Bereich des Beckens, dabei befand sich ein kleinerer Anhänger gegenüber den übrigen an der äußersten linken Seite. Möglicherweise befanden sich hier ebenfalls die beiden kleinen Brillenanhänger auf der äußersten linken und rechten Vorderseite des Gewandes und dazwischen die drei größeren Anhänger.

Fingerschmuck wurde in Form von Spiralringen und Ringen beobachtet.

 

Männergräber

Das Männergrab der Zeitgruppe 2 enthielt als Gewandverschluß eine Nadel mit geschwollenem durchlochten Hals und einer durchgehenden Rillen- und Schrägstrichgruppenverzierung vom Kopf bis zum Hals.

Waffenaustattung bestand aus einem Randbeil.

In der Zeitgruppe 3 (Tab. 11) wurde ebenfalls als Gewandverschluß eine Nadel verwandt. Dabei waren es durchgehend Nadeln mit leicht geschwollenem Hals und Petschaftkopf und einer Rillenverzierung an Kopf und Hals. Aus einem Befund liegen Angaben zur Fundlage der Nadel vor. Sie befand sich dort auf der Brust.

Daneben wurden in zwei Bestattungen Armschmuck beobachtet. So befand sich ein Armring am rechten und ein Bronzebügel mit einwärts eingeschlagenen Enden, davon eins mit kleiner Endspirale am linken Unterarm (laut Gember/Dauber (1958, S. 231 ff.) wahrscheinlich ein Fragment von einem Spiralarmband). Ein ungewöhnlicher Befund stammt aus dem Grabhügel von Mannheim, Stadtkr. Walstadt. Diese Bestattung enthielt ein Armband aus dicht aneinander gelegten Bronzespangen, die vermutlich auf einem Lederstreifen aufgezogen waren.

Gürtelschmuck wurde in Form von zwei Bronzehaken aus einer Bestattung beobachtet.

Waffenausstattung bestand aus jeweils einem Absatzbeil oder/und einem Dolch.

 

Die Männergräber der Zeitgruppe 4 (Tab. 11) enthielten als Gewandverschluß eine Nadel. Dabei waren es Nadeln mit stark abgesetzter Halsschwellung und abgesetztem Petschaftkopf, Rillenverzierung an Kopf und Hals sowie Ösenkopfnadeln.

Armschmuck wurde in den Gräbern nicht beobachtet.

Waffenausstattung bestand wie in den vorherigen Gruppen, aus einem Absatzbeil und/oder einem Dolch.

 

Schmuckausstattung der Zeitgruppe 5 (Tab. 11) bestand wie in der Zeitgruppe 4, überwiegend aus einer Nadel. In einem Fall befanden sich zwei Nadeln im Grab. Es waren überwiegend Nadeln mit leichter Halsschwellung und abgesetztem Petschaftkopf. Die Verzierung bestand aus Schrägstrichzonen mit dazwischenliegenden Rillengruppen. Daneben wurde in einem Fall ein Armring mitgegeben.

Waffenausstattung bestand wie in den Gruppen zuvor, aus einem Absatzbeil und/oder einem Dolch.

Mittelrheingruppe

Kat.-Nr.

Ge..

Zeitgr.

Nadel

Radnadel

br-spiralr.

B-Schieber

B-perl

Rohr.

Anhäng.

Br-Spiralr.

Br-Ring

Berge

Buckel

Bügel

Dolch/Schwert

Sonstiges

113

W

Z.2

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RF)

1(LF)

7(?)

 

 

 

93

W

Z.2

 

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

1?(?)

 

 

 

2Schalen(RH;LF)

98

W

Z.2

 

2(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

95

W

Z.2

 

2(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

1(?)

1(?)

 

 

 

91

W

Z.2

 

2(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

Sichel(?);2Töpfe(?)

105

W

Z.3

 

2(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

1(?A)

 

 

 

 

 

114

W

Z.3

 

2(B)

 

 

9(?B)

 

 

2(SA)

 

1(LF)

 

 

 

Br.Blechröhr.

107

W

Z.3

 

1(B)

1(RK)

1(RHA)

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

90

W

Z.3

 

2(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

104

W

Z.3

 

2(B)

 

 

42(?)

 

 

2(?A)

1?(?)

 

 

 

 

 

86

W

Z.4

 

2(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

87

W?

Z.4?

 

 

 

 

25(B)

6(?)

25(B)

7B(?)

2(SA)

2(SA)

1(?F)

22(?)

 

 

 

108

W

Z.4

 

1(B)

 

 

5(B)

8(B)

5B(H)

2(SA)

 

2(SF)

 

 

 

 

106

W

Z.4

 

2(?)

1(?HA)

 

 

 

6S(?)

1(?A)

 

1(?F)

 

 

 

 

110

W

Z.4

1(RB)

1(LB)

Blechring

1(K)

1(B)

1(B)

6(?)

 

2B(H)

 

 

1(?F)

 

 

 

 

109

W

Z.4

 

 

1(?HA)

 

 

 

 

 

1(?HA)

1(?A)

1(?F)

 

 

 

Gü.Haken

103

W

Z.4

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

1(?A)

 

 

 

 

 

100

W

Z.4

 

1(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

101

W

Z.4

 

1(?)

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

85

W

Z.5

 

1(B)

1(LHA)

 

 

3(B)

7S(B)

2(SA)

1(LHA)

1(RF)

5(H)

 

 

Tasse(RA)

82

W

Z.5

 

 

 

 

 

 

2S(?)

1(?A)

 

 

 

 

 

Gefäßfrag.

94

W

Z.5

1(?)

 

2(?HA)

 

 

3?(?)

 

2(?A)

2(?A)

 

 

 

 

2Br.Knöpfe

div. Br.Spiralen

88

W

Z.5

2(?)

2(?)

1(?HA)

 

16?(?)

2(?)

4 1/2B(?)

 

 

2(?A)

17?(?)

 

 

2BrBlechrohr.

84

M

Z.2

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil

92

M

Z.3

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(?)

 

97

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

1(LA)

1(RA)

 

 

 

 

 

96

M

Z.3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17(?A)

(?)

4Br.Blechsp.

S.Scheibe

102

M

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(?)

Beil

112

M

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil

89

M

Z.4

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(RS)

Beil(LS)

Gü.Haken

99

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(LH)

 

83

M

Z.5(?)

1(?)

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

 

 

(?)

2Pfeilspitz.

Beil

111

M

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

 

(?)

 

Tab. 11: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - beim Kopf: O - beim Ohr; L - links; R - rechts; H - Hüfte;S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; Se - Seite.

 


3.3.11 Württembergische Gruppe

Die Frauengräber der Zeitgruppe 2 (Tab. 12) enthielten als Gewandverschluß überwiegend paarig getragene Nadeln vom gleichen Typ. Dabei waren es überwiegend Kolbenkopfnadeln mit Schaftdurchlochung. Kopf und Hals waren durchgehend mit Strichgruppen und Zickzacklinien verziert. Seltener waren Petschaftnadeln mit Schaftdurchlochung und Sanduhrmuster in den Gräbern anzutreffen. Neben den paarig getragenen Nadeln vom gleichen Typ wurden auch einzelne bzw. paarig getragene Nadeln von ungleicher Form und Verzierung in den Bestattungen beobachtet. Die Lage der Nadel am Körper der Bestatteten war überwiegend funktionsbeding im Brust-, Hals- und Schulterbereich. In einem Grab wurden neben zwei Petschaftnadeln eine Brillennadel geborgen.

Armschmuck bestand überwiegend aus beidseitig getragenen Armringen vom gleichen Typ. Dabei waren es überwiegend Ringe mit spitzen Enden und ovalem Querschnitt. Die Verzierung bestand aus Strichgruppen und Zickzacklinien. Seltener wurden tordierte Ringe sowie Armbänder in den Bestattungen beobachtet.

Halsschmuck war in den Gräbern sehr selten anzutreffen. Halskettenbestandteile waren dabei Bernsteinperlen, Zierscheiben, Spiralröllchen sowie Glasperlen und Bernsteinschieber. Eine gemeinsame Vergesellschaftung dieser Bestandteile wurde nicht beobachtet.

Kopfschmuck wurde nicht beobachtet.

Kleiderbesatz konnte in einem Grab beobachtet werden. Dieser Befund bestand aus mehreren 100 Bernsteinperlen und mindestens 35 Bernsteinschiebern von unterschiedlicher Gestalt. Sie reichten vom Kopf bis zur Knöchelgegend der Toten. Dabei befanden sich die dreieckigen und die konischen Exemplare vor allem in der Beckengegend.

Fingerschmuck konnte in einem Fall beobachtet werden und zwar in Form einer Fingerberge.

Gürtelschmuck lag möglicherweise in Form von neun Bronzenägelchen vor. Jedoch liegen von diesem Befund keine Lagebeobachtungen vor. Parallelfunde stammen aus den Zeitgruppen 4 und 5. Dort befanden sich in einigen Frauenbestattungen Ziernägelchen neben teilweise anderen Gürtelteile im Bereich des Beckens.

Beinschmuck war in den auswertbaren Gräbern der Zeitgruppe 2 der Albgruppe nicht vertreten.

 

Die Frauengräber der Zeitgruppe 3 (vergl. dazu Tab. 12) stellen im Gegensatz der vorherigen Zeitgruppe ein überwiegend einheitliches Bild in der Zusammensetzung der Schmuckausstattung dar. Dabei bestand der Nadelschmuck meist aus paarig getragenen Petschaftnadeln mit meist tiefsitzender durchlochter Halsschwellung. Die Schwellung war verziert mit einem Sanduhrmotiv. Seltener waren Petschaftnadeln mit Rillenverzierung und Strichelbänder am Hals sowie Nadeln mit Rillenverzierung an Kopf und Hals in den Gräbern vertreten. Radnadeln wurden in zwei Gräbern mit jeweils einem Exemplar beobachtet. In einem Fall befand sich eine Radnadel neben zwei weiteren Nadeln, die auf der Brust der Bestatteten lagen. Über die Position der Radnadel am Körper der Toten liegen keine Angaben vor. Wie in der Zeitgruppe 2, befanden sich die Nadeln überwiegend im Brust-, Hals- und Schulterbereich. Eine Kombination mit Petschaftnadel und einer anderen Nadel wurde in den herangezogenen Gräbern nicht beobachtet.

Armschmuck bestand aus paarig getragenen Ringen, dabei wurden zwei Typen bevorzugt. Ringe mit gerade abgeschnittenen Enden und rundem Querschnitt und tordierte Ringe mit abgeschnittenen Enden. Die Verzierung des ersten Ringtyps bestand meist aus Strichgruppen und Zickzacklinien. Eine Kombination der beiden Typen konnte anhand der Befunde nicht festgestellt werden. Seltener wurden in den Bestattungen meist einseitig getragene Armbänder geborgen. Im Gegensatz zur vorherigen Zeitgruppe ist eine Regelausstattung aus zwei gleichen Nadeln und zwei gleichen Armringen anhand der Befunde erkennbar.

Halsschmuck bestand wesentlich aus Stachelscheiben, Spiralscheiben, Spiralröllchen und Bernsteinperlen. Daneben traten Bernsteinschieber, Glasperlen, Cardium-Muscheln, Spiralgehänge und Metallanhänger (Schwalbenschwanz-, Ringanhänger) hinzu, oder wurden anstelle der anderen Bestandteile getragen. Sie waren jedoch sehr selten vertreten. Anhand der Befunde wurden Halsketten aus Spiralröllchen bzw. Stachelscheiben, Ketten aus Bernstein- und Bronzeschmuck (vor allem Stachelscheiben, seltener Spiral- und Zierscheiben und Metallanhänger) beobachtet. Die Position der einzelnen Kettenbestandteile war überwiegend der Hals- und Kopfbereich.

Fingerschmuck wurde in den Gräbern selten angetroffen und dann meist in Form von Bergen und Ringen. Sie wurden meist einzeln getragen. In zwei Gräbern bestand der Fingerschmuck aus jeweils zwei Ringen und einmal aus einer Berge und einem Ring.

Gürtelschmuck in Form von Haken befanden sich in zwei Gräbern, davon einmal im Bauchbereich. Neben einem Haken befanden sich in dem Grab kleine Nägelchen, jedoch ist eine Deutung schwierig, da keine Angaben zur Lage dieser Exemplare vorliegen. Weitere Bestandteile konnten anhand der herangezogenen Befunde nicht beobachtet werden.

Beinschmuck war wie der Gürtel- und der Fingerschmuck selten in den Gräbern anzutreffen und dann in Form von Bergen. Beinschmuck kam entweder beidseitig (aus zwei Gräbern bekannt) oder einseitig (aus einem Grab) vor. Bei einem Befund waren beide Beinbergen durch eine dreigliedrige Kette miteinander verbunden.

 

Für die Zeitgruppe 4 (Tab. 12) können auf Grund der wenigen Befunde nur Tendenzen dargestellt werden.

In den Gräbern wurden sowohl paarig als auch einzeln getragene Nadeln beobachtet. Dabei war die Nadel wie in den vorherigen Zeitgruppen, funktionsbedingt im Brust-, Schulter- und Halsbereich. Im Gegensatz zur Zeitgruppe 3 weisen die paarig getragenen Nadeln eine unterschiedliche Verzierung und/oder eine ungleiche Form auf. Ferner waren sie meist ohne Durchlochung und die Verzierung (vor allem Rippenverzierung) beschränkte sich auf Kopf und Hals. In zwei Gräbern befanden sich jeweils eine Radnadel mit doppelten Speichenrad und dreieckiger Öse.

Armschmuck war gegenüber den vorherigen Zeitgruppen formenreicher und bestand häufig aus zwei ungleichen Ringtypen. In den Gräbern wurden tordierte Armringe, verzierte Ringe mit rautenförmigen Querschnitt sowie verzierte Ringe, deren Enden in Spiralen auslaufen beobachtet.

Bestandteile des Halsschmucks waren wie in den Zeitgruppen zuvor, vor allem Spiralröllchen, Stachelscheiben und Bernsteinperlen. Bronzeanhänger konnten anhand der Befunde nicht beobachtet werden. In einem Grab wurden fünf Bronzeknöpfe am Hals geborgen. In einem weiteren Grab befand sich im Halsbereich eine bandförmige Spirale.

In zwei Gräbern konnte Kopfschmuck (Haarring oder Ohrring) in Form von Drahtringen geborgen werden.

Fingerschmuck war in Form einer Berge und einem Ring vertreten.

Beinschmuck bestand aus einseitig oder beidseitig getragenen Bergen. In einem Fall war eine Berge verziert. In einem Grab wurden zwei Bergen (Durchmesser 7,8 cm) geborgen. Jedoch liegen keine Angaben zur Fundlage vor.

Gürtelschmuck konnte durch einen Befund dokumentiert werden. Im dem Grab befand sich ein Gürtelhaken am Becken der Toten. An der linken und an der rechten Beckenseite wurden je zwei Zierscheiben mit Ziernägeln beobachtet. Und vor dem Becken lagen 20 Bronzeziernägel.

In der Zeitgruppe 5 (Tab. 12) bestand die Regelausstattung überwiegend aus zwei gleichen Nadeln, seltener aus einer Nadel. Dabei waren es überwiegend Nadeln mit leicht geschwollenem gerippten Hals und geripptem Kolbenkopf. Die Nadellänge in den Gräbern war häufig über 30 cm und konnte bis 55,0 cm lang sein. In einem Fall befanden sich drei Nadeln in einem Grab. Dabei lagen zwei Nadeln auf der Brust und eine im Bereich des Beckens. Auf Grund der Fundlage der dritten Nadel kann sie als Verschluß für ein Leichentuch bzw. einen Umhang, in dem die Bestattete eingewickelt war, gedient haben. Radnadeln mit Winkelkreuz und Kronenaufsatz bzw. Doppelradnadeln mit rundem Rad und Ringöse wurden als einzige Gewandverschlußmöglichkeit mit je einem Exemplar jeweils in einem Grab beobachtet.

Armschmuck war gegenüber den vorherigen Zeitgruppen, selten in den Frauengräbern vertreten und konnte aus einem bis zu vier Ringen bestehen. In einer Bestattung wurden neben vier Ringen (zwei an jedem Arm), zwei Armbänder (ein Exemplar an jedem Arm) beobachtet. Es waren überwiegend Armringe mit quadratischem Querschnitt. Die Verzierung war durchgehend und bestand überwiegend aus Strichelzonen und Schräggruppen. Als neue Armringform in dieser Zeitgruppe wurde in einem Fall ein Ring mit Lippenstück beobachtet

 

Die Bestandteile des Halsschmucks waren wie in den vorherigen Zeitgruppen, überwiegend beschränkt auf Spiralröllchen, Stachelscheiben, Bernsteinperlen, seltener waren Glasperlen und Bernsteinschieber vertreten. Dagegen waren die Metallanhänger formenreicher als in den Zeitgruppen zuvor. Neue zusätzliche Bestandteile waren Rad- und Herzanhänger sowie Halsringe (aus zwei Gräbern bekannt). Wie in den anderen Zeitgruppen, waren alle aufgeführten Bestandteile nie gemeinsam in einem Grab. Die Ketten konnten aus Spiralröllchen, Bernsteinperlen, -schieber und Metallanhängern bestehen. Als Ersatz für einen Anhänger konnte auch eine Stachelscheibe verwendet worden sein.

Gürtelschmuck war in Form von Haken, Zierscheiben und Radanhängern vertreten. In einem Grab wurden drei Haken geborgen, jedoch liegen keine Lagebeobachtungen von diesem Befund vor. In einem weiteren Grab befanden sich in der Hüftgegend sechs Radanhänger und vermutlich vier Zierscheiben (ohne Fundangabe) mit je zwei Nieten und eine Gürtelöse. In einem anderen Befund befanden sich zwei Zierscheiben, 17 Ziernägelchen und ein Gürtelhaken. Lagebeobachtungen der einzelnen Bestandteile liegen von diesem Befund nicht vor. Ziernägelchen konnten auch neben Bestandteil des Gürtelschmucks in anderer Verwendung als Besatz getragen worden sein. So befanden sich in einem nicht datierbaren Grab 12 Nägel mit Halbkugelköpfen auf der rechten Schulter des Bestatteten.

Beinschmuck war in zwei Gräbern in Form von breitbandförmigen Bergen vertreten. Die Verzierung der Bergen bestand aus einem Mittelgrat und randständigen schraffierten Dreiecken. Die Bergen wurden mit je einem Exemplar an beiden Beinen getragen.

Fingerschmuck ist bekannt aus einer Bestattung und zwar in Form eines Ringes.

Frauengräber, bei denen zur Ausstattung ein Dolch gehörte, waren mit einer Ausnahme reich ausgestattet. Dabei stammt ein Befund aus der Zeitgruppe 2, zwei Befunde jeweils aus den Zeitgruppen 3 und 5. Die beiden Frauenbestattungen aus der Zeitgruppe 5 enthielten u.a. neben dem Dolch als Gewandverschluß eine Radnadel. In den beiden Fällen befand sich der Dolch auf der rechten Körperseite. Die anthropologische Untersuchung zeigte, daß es sich bei den beiden Gräbern um ein weibliches 20 - 30jähriges und um ein 12 - 16jähriges Individuum handelt. In der Zeitgruppe 3 befand sich der Dolch in einer Bestattung auf der linken Körperseite der Toten. Vom zweiten Befund liegen keine Lagebeobachtungen vor. Auffallend dabei ist, daß vier von den fünf Frauenbestattungen zum Alb-Zollern-Kreis gehören. Allerdings können auf Grund dieser wenigen Befunde keine Verallgemeinerungen gemacht werden.

Zusammenfassend kann für die Frauengräber gesagt werden, daß anhand der Fundorte keine regionale Schwerpunktbildung beobachtet werden konnte. Die Gräber der Zeitgruppen 2, 3, 4 und 5 verteilen sich relativ gleichmäßig über das gesamte Arbeitsgebiet. Gewisse regionale Schwerpunktbildungen, wie mit den Dolchgräbern, können auf Grund der geringen Anzahl der Befunde zustande gekommen sein.

 

Männergräber

Für die Männerbestattungen der Albgruppe (Tab. 12) können auf Grund der wenigen chronologisch bestimmbaren Befunde nur allgemeine Tendenzen für die jeweilige Zeitgruppe dargestellt werden.

Die Entwicklung der Nadelformen und Verzierung ist ähnlich wie bei den Frauenbestattungen. In der Zeitgruppe 2 sind Nadeln mit tiefsitzender Schaftdurchlochung zu beobachten, dabei ist der Kopf und der Hals durchgehend verziert. Beide Männergräber enthielten neben der Nadel als Waffenbeigabe einen Dolch. In einem Fall wurde zusätzlich noch ein Schwert beobachtet. Als weitere Beigaben befand sich in einem Grab ein durchlochter Metallanhänger in Form eines Metallstiftes, Pfriem und ein Bronzerasiermesser.

 

In der Zeitgruppe 3 bestand die Schmuckausstattung aus einer Nadel und als Waffenbeigabe wurde ein Dolch mitgegeben. Form und Verzierung der Nadeln waren in allen Fällen unterschiedlich. Es wurden Petschaftnadeln mit rillenverzierter durchlochter Halsschwellung sowie mit Sanduhrmotiv beobachtet. Daneben waren Nadeln ohne Durchlochung und mit einfacher bzw. doppelter gerillter Halsschwellung vertreten. Die Nadeln befanden sich wie in der vorherigen Zeitgruppe, überwiegend im Brustbereich und in drei Fällen zeigte die Nadelspitze zum Kopf hin. In einem Fall wurde ein Meißel als Werkzeug mitgegeben.

Gürtelschmuck war in Form eines Hakens vertreten.

 

Die Zeitgruppe 4 (s. dazu Tab. 12) stellt ein ähnliches Bild dar. Die Schmuckausstattung bestand aus einer Nadel und als Waffenbeigabe wurde ein Dolch mitgegeben. In einem Fall wurde als weitere Beigabe ein Schwert beobachtet.

Wie in der Zeitgruppe 3, waren die Nadeln von unterschiedlicher Form. Dabei waren die Nadeln überwiegend ohne Durchlochung und entweder mit rillenverziertem Kopf und Hals bzw. nur der Kopf war gerippt.

Gürtelschmuck wurde in zwei Gräbern in Form eines Hakens mit zwei Spiralen an einem Ende dokumentiert.

In einem Fall wurde als weitere Beigabe eine Pinzette mitgegeben.

 

Die Gräber der Zeitgruppe 5 enthielten jeweils eine Nadel (Tab. 12) mit leicht gerippter Halsschwellung und geripptem Kolbenkopf. Sie befanden sich wie in den Zeitgruppen zuvor, überwiegend im Brustbereich. Über die Position der Nadel am Körper des Toten liegen aus zwei Befunden Lagebeobachtungen vor. In beiden Fällen zeigte die Nadelspitze zum Kopf hin.

Als Waffenbeigabe wurden in den beiden Gräbern jeweils ein Schwert mitgegeben. Als zusätzliche Beigabe wie in den vorherigen Zeitgruppen, befand sich in einem Grab eine Pinzette.

Württemberische Gruppe

Kat.-Nr.

Ge.

Zeitgr.

Nadel

Radnadel

Anhäng.

B-schieber

B-perl.

G-perl.

Rohr.

Band

Br-Ring

Berge

Scheibe

Buckel

Haken

Dolch/Schwert

Sonstiges

246

W

Z.2

2(?)

 

 

 

1?(?)

1(?)

 

 

2(?A)

1(?HA)

 

 

 

 

 

284

W

Z.2

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steinbeil

Brillennadel

285

W

Z.2

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

280

W

Z.2

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

262

W

Z.2

2(B)

 

 

35(K-F)

X100(K-F)

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

Tasse(LK)

252

W

Z.2

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LA)

 

 

 

 

 

Gefäß

Scherben

251

W

Z.2

2(B)

 

 

 

 

 

X(B)

2(SA)

 

 

3Z(B)

 

 

 

 

247

W

Z.2

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

234

W

Z.2

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

235

W

Z.2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(?B)

 

 

?Gü(?)

 

 

229

W

Z.2

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1S(B)

 

 

 

Topf(K)

228

W

Z.2

 

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

Scherben(K)

212

W

Z.2

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

1(LHA)

 

 

 

 

 

 

216

W

Z.2

2(B)

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

 

215

W

Z.2

 

 

 

 

 

 

 

1(LA)

 

 

 

 

 

 

 

297

W

Z.3

2(B)

 

 

1(B)

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

2Steine(B)

Tasse(K)

299

W

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

Gefäß(RK)

294

W

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefäß(K)

296

W

Z.3

 

 

 

 

 

 

 

 

2(S)

 

1S(?)

 

 

 

Tasse(F)

295

W

Z.3

 

 

1Rad.(B)

 

 

 

 

 

1(LA)

 

 

 

 

 

Tonscheibe

Gefäß(K)

Spirale

291

W

Z.3

2(B)

1(?)

 

 

 

 

 

 

1(?A)

1(?F)

2S(B)

 

 

 

 

290

W

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

 

 

 

 

 

 

286

W

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

1(LA)

 

 

 

 

 

 

 

287

W

Z.3

 

 

 

 

 

 

 

 

2(LA)

1(RA)

 

 

 

 

 

 

288

W

Z.3

2(?)

 

 

X(?)

X(?)

 

2(?)

 

2(?A)

 

1Z(?)

 

 

1(?)

Rasierm.

Niete

9Nägelchen

278

W

Z.3

2(B)

 

1(B)

 

1(B)

 

4(B)

 

2(?A)

1(?HA)

2(SF)

1S(B)

 

1Gü(H)

1(LK)

Muschel(B)

Nägel.

269

W

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

1(RA)

Tasse(K)

264

W

Z.3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2Spialgeh.(B)

263

W

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

1(KA)

 

 

 

 

 

 

257

W

Z.3

2(B)

 

1Ring(B)

 

X(B)

 

X(B)

2(SA)

 

2(SHA)

 

3(B)

 

 

Gefäß

261

W

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

X(B)

 

2(SA)

 

1S?(B)

 

 

 

 

272

W

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

271

W

Z.3

2(B)

 

 

 

10(B)

1(?)

X(B)

 

2(SA)

 

2S(B)

 

 

 

Ziernäg.

258

W

Z.3

2(B)

 

 

 

5(B)

1(B)

6(B)

 

2(SA)

 

1S(B)

 

 

 

Gefäß

268

W

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

Gefäß(K)

267

W

Z.3

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefäß(K?)

249

W

Z.3

 

1(B)

 

1(B)

 

 

 

1(RA)

1(KHA)

1(KHA)

 

 

 

 

2Z.Bleche(B)

Spirale(B)

250

W

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

1S(B)

 

 

 

 

244

W

Z.3

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

2(?HA)

 

 

 

 

1(?)

Niete

Scherben

245

W

Z.3

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

Scherben(K)

238

W

Z.3

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

Br.Spirale(?HA)

240

W

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

1S(B)

 

 

 

 

223

W

Z.3

 

 

 

 

 

 

 

1(LA)

1(RA)

 

1S(B)

 

 

 

 

221

W

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

 

 

 

 

 

 

214

W

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

 

217

W

Z.3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

 

 

 

 

 

259

W

Z.3

 

 

 

2(B)

18(B)

 

 

 

2(SA)

1(RHA)

 

 

 

 

 

Scherben(K)

277

W

Z.4

2(B)

 

 

 

1(B)

 

X(B)

 

1(RA)

3(K)

 

4Z(SH)

 

1Gü(H)

 

20Ziernäg.(H)

Scherben

253

W

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

X(B)

 

1?(?A)

1(RF)

1S(B)

 

 

 

Br.Knopf(H)

3Blechröhr.

248

W

Z.4

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

1(?A)

2(?F?)

1(?HA)

 

 

 

 

Pinz.(K)

241

W

Z.4

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(SA)

2(SF)

1S(B)

 

 

 

 

227

W

Z.4

 

1(B)

 

 

 

 

 

 

2(SA)

1(RHA)

1(RO)

 

 

 

 

 

Sichel(K)

5Br.Knöpfe(B)

Br.Blechspir.

Triangeln.?(B)

220

W

Z.4

 

1(LB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

219

W

Z.4

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

1(LHA)

 

 

 

 

 

293

W

Z.5

2(B)

 

 

3(B)

1(B)

 

2(B)

 

2(SA)

2(SF)

1S(B)

 

 

 

Korallenp.(B)

3Blechröhr.

292

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

 

283

W

Z.5

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

281

W

Z.5

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

1(LHA)

1(?F)

1S(?)

 

 

 

 

282

W

Z.5

2(B)

1(H)

1Herz(?)

6Rad(H)

 

1(B)

 

5(?)

2(SA)

4(SA)

 

1S(?)

4Z(?)

 

 

 

Gü.Öse

Go.Spirale(LHA)

2Gefäßhenkel(K)

275

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

1(?)

 

2Z(?)

 

1Gü(?)

 

17Ziernägel.

2Gefäße

276

W

Z.5

1(?)

 

 

 

2(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

243

W

Z.5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(SOA)

 

 

 

 

Seeigel(B)

239

W

Z.5

2(B)

 

1Ring(B)

1Rad(H)

 

 

 

 

1(RA)

2(LA)

1(RA)

1(WA)

1(H)

2(SF)

4Z(H)

 

 

 

22Ziernägel(H)

Scherben(RK)

Scherben

236

W

Z.5

 

 

1Herz(B)

1Ring(B)

 

 

 

X(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

237

W

Z.5

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

2(?A)

2(SF)

 

 

 

 

 

232

W

Z.5

 

1(B)

2Rad(B)

1Herz(B)

2(LB)

2(B)

 

X(?)

 

1(RA)

1(RB)

 

 

 

 

1(RH)

12Nägel(RB)

231

W

Z.5

 

 

2Herz(B)

 

 

 

X(LB)

 

1(RA)

 

1S(B)

 

 

 

Gefäß

230

W

Z.5

 

1(RB)

 

 

 

 

 

 

1(LHA)

 

 

 

3(?)

1(RH)

Meißel

Sandst.plätt.(LH)

Scherben

226

W

Z.5

1(K)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Scherben

225

W

Z.5

2(B)

 

1Herz?(B)

 

X(B)

 

 

 

1(B)

X(B)

2(SA)

 

 

 

 

 

2Pfeilspitz.(RA)

Br.Frag.(K/B)

218

W

Z.5

 

 

 

 

 

 

 

1(RA)

 

 

 

 

 

 

 

274

M

Z.2

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RB) 1(?)

 

279

M

Z.2

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2(K)

Rasierm.(K)

Pfriemn.(K)

Säge(K)

256

M

Z.3

2(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(B)

1(RSe)

Beil(K)

Br.Frag.

224

M

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefäß(F)

222

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil(RK)

266

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(K)

 

265

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LH)

 

254

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(B)

1(RSe)

 

242

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RH)

 

270

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(K-A)

9Nieten

260

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(ROA)

Pinz.(LB)

233

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1Gü(RH)

1(RH) 1(LSe)

 

211

M

Z.4

1?(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1Gü(B)

1(K)

Scherben

255

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(K)

 

289

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LH)

Wetzstein(K)

298

M

Z.5

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LA)

Pinz.(B)

Scherben

Hundeskelett(F)

213

M

Z.5

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

273

M

Z.5

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(RSe)

Hirschgew.(RSe)

Tab.12: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - Kopfbereich; O - Ohrbereich; L - links; R - rechts; H - Hüfte; S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; W - Knie; Se - Seite.

 


3.3.12 Hagenauer Gruppe

Für die Frauen- und Männerbestattungen der Hagenauer Gruppe können anhand der wenigen chronologisch bestimmbaren Befunde nur allgemeine Tendenzen für die jeweilige Zeitgruppe dargestellt werden.

Die Frauengräber der Zeitgruppe 3 (vergl. dazu Tab. 13) enthielten als Gewandverschluß überwiegend paarig getragene Nadeln, meist von gleicher Form und Verzierung. Dabei waren es überwiegend Lochhalsnadeln. Kopf und Hals waren mit Rillengruppen verziert, die teilweise durch ein schmales Sanduhrmuster verbunden waren. Daneben waren auch Petschaftnadeln mit durchlochter, leichter Halsschwellung und Rillenverzierung an Kopf und Hals in den Bestattungen vertreten. Über die Position der Nadeln in den Bestattungen liegen keine Angaben vor.

Armschmuck bestand meist aus beidseitig getragenen Armringen oder Armspiralen vom gleichen Typ. Die Verzierung der Ringe bestand aus Strichgruppen. In einem Fall wurden zwei Armspiralen mit eingerollten Ösen geborgen.

Beinschmuck bestand aus paarig bzw. einzeln getragenen drahtförmigen Beinbergen.

Halsschmuck war in den Gräbern häufig anzutreffen. Dabei beschränkten sich die Bestandteile der Ketten auf Bernsteinperlen und Glasperlen. Bernsteinperlen konnten in großer Anzahl in den Gräbern vorliegen. So befanden sich in einer Bestattung 32 und in einem weiteren Befund 14 Perlen. Im Gegensatz zu den Bernsteinperlen waren die Glasperlen meist nur mit einem oder zwei Exemplaren vertreten. Über die Position der beiden Kettenbestandteile liegen keine Angaben vor.

Finger- und Gürtelschmuck sowie Kleiderbesatz konnten anhand der Befunde nicht beobachtet werden.

Als Beigabe wurde in zwei Fällen Keramik in Form eines Bechers und einer Tasse mitgegeben. Dabei befand sich der Becher am Kopf und die Tasse nahe der linken Schulter der Bestatteten.

 

Die Frauengräber der Zeitgruppe 4 (Tab. 13) enthielten im Gegensatz zur vorherigen Zeitgruppe selten Nadeln. In einem Fall befanden sich zwei Petschaftnadeln mit Tannenzweigmuster zwischen den Rillengruppen in der Bestattung. In einem anderen Grab wurden zwei Doppelradnadeln mit jeweils großem runden Rad und Bogenöse geborgen.

Armschmuck bestand wie in der Zeitgruppe 3 aus Ringen und Spiralen, dabei wurden die Ringe sowohl einzeln als auch paarig getragen. Die paarig getragenen Armringe konnten von ungleicher Form und Verzierung sein. In den Bestattungen wurden unverzierte Ringe mit einem leicht dreieckigen Querschnitt sowie verzierte (Strichgruppen) Ringe mit "innenseitig gewölbtem dreieckigen Querschnitt" (H. Ziegert 1963, S. 13,) angetroffen. Dagegen wurden Armspiralen überwiegend paarig getragen. Eine Kombination der beiden Typen konnte anhand eines Befundes beobachtet werden.

Im Gegensatz zur Zeitgruppe 3 konnten anhand der Befunde keine Halsschmuckbestandteile beobachtet werden.

Dagegen war der Beinschmuck gegenüber der vorherigen Zeitgruppe formenreicher. Neben drahtförmigen Beinbergen wurden bandförmige unverzierte Beinbergen mit Mittelgrat und einfachen Endspiralen getragen. Beide Formen wurden sowohl einseitig als auch beidseitig getragen. Sie wurden jedoch anhand der Befunde nie gemeinsam in einer Bestattung angetroffen.

Keramik wurde im Gegensatz zur Zeitgruppe 3 häufig in den Gräbern angetroffen, dabei meist in Form von Tassen und seltener Krüge. Die Keramikanzahl beschränkte sich dabei auf ein Exemplar. Eine bevorzugte Fundlage konnte anhand der Befunde nicht beobachtet werden. Die Keramikbeigaben befanden sich an den Füßen, an der linken Körperseite in Höhe der Schulter und am Kopf. In einer Doppelbestattung befand sich an der linken Seite des einen und an der rechten Seite des anderen Bestatteten eine Tasse.

Gürtel-, Finger- und Kopfschmuck konnten wie zuvor in der Zeitgruppe 3, anhand der Befunde nicht beobachtet werden.

In der Zeitgruppe 5 wurde im Gegensatz zur vorherigen Gruppe Nadelschmuck häufig in den Gräbern beobachtet. Dabei wurden die Nadeln meist einzeln getragen. Es waren Nadeln mit geschwollenem gerippten Hals und geripptem Kopf. Seltener waren Scheibenkopfnadeln mit einer Verzierung durch Strichelbänder und dazwischen liegenden Rillengruppen sowie Nadeln mit durchgehender Rillenverzierung vom Hals bis zum Kopf.

Armschmuck bestand wie in den Zeitgruppen zuvor, aus Ringen und vor allem aus beidseitig oder einseitig getragenen Spiralen. Ringe wurden in einer Bestattung beobachtet und zwar in Form von zwei Ringen mit gerundet D-förmigem Querschnitt und abgeschnitteten Enden. Die Verzierung bestand aus Strichgruppen sowie einem Ringfragment mit schrägem Leiterband als Verzierung.

Im Gegensatz zur vorherigen Gruppe wurde der Beinschmuck in der Zeitgruppe 5 meist beidseitig getragen. Dabei waren es bandförmige Beinbergen mit Mittelrippe und rückläufigen Endspiralen. Die Verzierung bestand aus randständigen schraffierten Dreiecken und/oder Strichgruppen an den Blechenden. In einem Befund war neben einer verzierten Berge, eine unverzierte ebenfalls bandförmige Beinberge mit einfachen Endspiralen vergesellschaftet. Drahtförmige Beinbergen wurden anhand der Befunde nicht mehr in den Bestattungen beobachtet.

Halsschmuck war im Gegensatz zur Zeitgruppe 4 wieder in den Gräbern vertreten. Dabei waren wie in der Zeitgruppe 3, wesentliche Bestandteile des Halsschmucks Bernsteinperlen. Glasperlen konnten anhand der Befunde nicht mehr beobachtet werden. In einem Grab wurde ein aufwendiges Bernsteinkollier geborgen (Katlg.-Nr. 326). In einem anderen Fall bestand der Halsschmuck aus einem Gehänge in Form von aneinander gereihten Blechzwingen und einem Bronzeknopf (Katlg.-Nr. 317).

Gürtelschmuck bestand nach Tabelle 13 überwiegend aus Bronzehaken. Seltener waren Bronzespiralen und Bronzeknöpfe als Gürtelbestandteile in den Gräbern vertreten. In einem Fall bestand der Gürtelschmuck aus fünf Bronzehaken, sechs Bronzeknöpfen und diversen Brillenspiralen.

 

Kopfschmuck wurde vermutlich in einem Grab in Form von zwei kleinen Bronzeringen beobachtet. Es liegen jedoch keine Angaben zur Fundlage dieser Bestandteile sowie keine Parallelfunde aus den vorherigen Zeitgruppen vor.

Fingerschmuck und Kleiderbesatz wurden wie in den vorherigen Zeitgruppen nicht beobachtet.

Keramikbeigaben, überwiegend in Form von Tassen und seltener Krüge, wurden jeweils mit einem Exemplar in den Gräbern angetroffen. Angaben zur Fundlage liegen nur in einem Fall vor. Und dabei befand sich eine Tasse im Bereich des Kopfes der Bestatteten. Auffallend dabei ist, daß Gräber mit aufwendigem Halsschmuck (wie Katlg-Nr. 317 und 326) sowie Gräber mit reichem Gürtelbesatz (wie Katlg.-Nr. 303) keine Keramikbeigaben enthielten. Ein ähnlicher Befund liegt in der Zeitgruppe 3 vor, in der auffallend viele Frauenbestattungen Halsschmuck enthielten, jedoch wurden in diesen Gräbern ebenfalls keine Keramikbeigaben beobachtet.

Weitere echte Beigaben waren Pinzetten und Dolche, die jedoch sehr selten in den Bestattungen beobachtet wurden.

 

Männerbestattungen

In den Männerbestattungen der Zeitgruppe 3 (s. dazu Tab. 13) wurde anhand der Befunde eine Nadel mit leicht geschwollenem Hals und Kopfscheibe mit kegelförmiger Spitze beobachtet, dabei beschränkte sich die Verzierung auf Kopf und Hals. Daneben war eine Nadel mit durchgehender Verzierung vom Kopf bis zum Hals durch Rillengruppen mit dazwischenliegendem Sanduhrmuster vertreten.

Beide Bestattungen enthielten neben der Gewandnadel als Waffenbeigabe ein Dolch. Zusätzlich wurde in einem Grab ein Bronzebeil beobachtet. Dabei befanden sich das Beil und der Dolch an der linken bzw. an der rechten Körperseite in Höhe der Brust. Die Gewandnadel aus dieser Bestattung wurde im Bereich der Brust beobachtet.

Als weitere Beigabe befand sich in diesem Grab eine Tasse.

In der Zeitgruppe 4 (Tab. 13) bestand die Ausstattung der beiden Männergräber aus jeweils einer Gewandnadel. Es waren Nadeln mit rillenverziertem Kopf und rillenverzierter abgesetzter Halsschwellung. Eine Nadel befand sich wie in der vorherigen Gruppe, im Brustbereich des Bestatteten.

Als Waffenbeigabe wurden in einem Fall ein Beil und im anderen Grab ein Dolch mitgegeben.

Zusätzlich als weitere echte Beigabe wurde in einem Grab ein Krug beobachtet.

Die Ausstattung der Zeitgruppe 5 (vergl. dazu Tab. 13) war ähnlich wie in den vorherigen Gruppen. Sie bestand aus einer Gewandnadel mit gerippter hochsitzender Schwellung und spitz zulaufendem Kopf und als Waffenbeigabe wurden ein Dolch und ein Beil mitgegeben. Das Männergrab enthielt als weitere Beigabe bei den Füßen eine Schale.

Hagenau-Gruppe

Katl..-Nr.

Ge.

Zeitgr.

Nadel

Radnadel

Br.-ring

Br-Spiralr.

Berge

Band

Röll.

B.-Perl.

G.-Perl.

B.-Schieber

Haken

Knöpfe

Brill.spir.

Keramik

Sonstiges

301

W

Z.3

2(?)

 

1(?O)

 

1(?F)

 

 

32(?B)

2(?B)

 

 

 

 

 

 

302

W

Z.3

1(?)

 

1(?A)

 

2(?F)

 

 

2(?)

1(?)

 

 

 

 

 

 

312

W

Z.3

2(?)

 

 

2(?A)

 

 

 

14(?B)

1(?B)

 

1(?)

 

 

 

 

300

W

Z.3

2(?)

 

2(?A)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Becher(K)

 

322

W

Z.3

2(?)

 

 

2(?A)

1(?F)

 

 

2(?)

 

 

 

 

 

Tasse(LB)

 

313

W

Z.4

 

1(?)

 

1(?HA)

1(?F)

2(?A)

 

 

 

 

 

 

 

 

Zahn

314

W

Z.4

 

 

 

2(?A)

1(?F)

 

 

 

 

 

 

 

 

Krug

 

324

W

Z.4

1(?)

 

2(?A)

 

2(?F)

 

 

 

 

 

 

 

 

Krug

 

304

W

Z.4

2(B)

 

 

2(SA)

1(FA)

2(SF)

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse(LSe)

 

316

W

Z.4

 

 

1(?A)

1(?F)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

321

W

Z.4

 

 

 

1(?A)

2(?F)

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse

 

309

W

Z.4

 

2(?)

 

2(?A)

1(?B)

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse(F)

Dolch(LA)

305

W

Z.5

 

 

 

 

2(SF)

 

 

 

 

 

 

 

 

Krug(LSe)

 

306

W

Z.5

 

 

 

 

2(SF)

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse(RSe)

 

326

W

Z.5

1(?)

 

X(B)

 

 

 

X(B)

11(B)

X(B)

Platten

5(B)

 

 

 

 

 

 

Br.blechobjekt

Go-Ring(B)

311

W

Z.5

2(?)

 

 

2(SA)

2(SF)

 

 

X(B)

 

 

 

 

 

Krug

 

315

W

Z.5

 

 

 

1(?A)

2(?F)

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse(K)

Eberskelett(K)

310

W

Z.5

 

 

3(?A)

 

 

 

 

 

 

 

1(?)

 

 

Tasse

Dolch

318

W

Z.5

 

 

2(?A)

 

2(?F)

2(?A)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

303

W

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

X(?Gü)

X(?Gü)

X(?Gü)

 

Ledergürtel

308

W

Z.5

1(?)

 

 

 

2(?F)

 

 

 

 

 

 

 

 

Tongefäß

Tasse

 

317

W

Z.5

1(?)

 

1(?A)

2(?)

1(?A)

 

 

 

 

 

 

X?(?)

1(?B)

 

 

Pinz.

Br.Spangen (?B)

319

M

Z.3

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dolch

323

M

Z.3

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil(LSe)

Dolch(RSe)

325

M

Z.4

1(B)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beil(B)

320

M

Z.4

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse

Dolch

307

M

Z.4

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1(LSe)

 

 

 

Beil(RSe)

Dolch(LSe)

BrPfeils.(LSe)

327

M

Z.5

1(?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schale(F)

Beil

Dolch

Tab.13: Kombinationstabelle der Frauen- und Männergräber mit Fundlage der einzelnen Schmuckbestandteile. B - Brust-, Hals- + Schulterbereich; K - Kopfbereich; O - Ohrbereich; L - links; R - rechts; H - Hüfte;S - beidseitig; A - Arm; HA - Finger; F - Beinbereich; OA - Oberarm; OB - Oberkörper; H - Hüftbereich; W - Knie; Se - Seite.4. Einzeluntersuchungen>/A>