Kap. 5.4

 

5.5 Vergleich der JFJ-Ergebnisse mit Literaturwerten

In Tab. 14 wurden die Mittelwerte der drei Jungfraujoch-Meßkampagnen nebeneinander aufgeführt. Das Verhältnis FJ92/JFJ93 wurde als Anhaltspunkt für den Konzentrationsunterschied zwischen den Sommermonaten angegeben, in denen ein Austausch mit lokalen Luftmassen stattfindet, und den Wintermonaten, wo keine derartigen Austauschprozesse stattfinden. Es ist erkennbar, daß die Konzentrationen im Sommer etwa 3 bis 8 mal höher sind als im Winter. Mit Ausnahme von NO3- und NH4+ sind die Konzentrationen im Januar/Februar (JFJ91) und Oktober/November (JFJ93) vergleichbar.

Tab.14: Übersicht über die Aerosolkonzentrationsmittelwerte in [ng/m³] bei den Meßkampagnen JFJ91, JFJ92 und JFJ93, der Mittelwert für alle drei Meßkampagnen sowie das Frühjahr/Herbst-Verhältnis

Spezies

JFJ91

JFJ92

JFJ93

Mittel

JFJ92/JFJ93

HNO3

87

185

105

126

1.8

NH3

n.b.

124

21

73

5.9

NO3-

40

191

8

80

24

SO42- *

215

1140

152

502

7.5

NH4+

99

349

43

134

8.1

Na+

7

51

18

38

2.8

K+

13

20

6

13

3.3

Ca2+

61

159

45

89

3.5

S wasserlösliche Salze

425

1939

312

892

6.2

n.b.: nicht bestimmt
*:ohne Wert vom 13.2.91, sonst 326

In Tab. 15 werden die Mittelwerte der drei JFJ-Meßkampagnen Vergleichswerten für Jungfraujoch, Weißfluhjoch (Ostschweiz) und Wank (bei Garmisch-Partenkirchen, Bayern) gegenübergestellt. Damit läßt sich eine Abschätzung über die Richtigkeit der JFJ-Daten in Bezug auf die Probenahme vornehmen. Auf größere systematische Fehler durch Kontamination oder unvollständige Probenahme deutet eine starke Abweichung der JFJ-Daten von den Vergleichswerten hin.

Die Werte von SCHWIKOWSKI et al. (1990) lagen etwas unter den Mittelwerten von JFJ92, was angesichts des Probenahmezeiträume zu erwarten war. Bei den beiden anderen Stationen treten aufgrund der geringeren Höhenlage höhere Belastungen auf. Am Weissfluhjoch lag NO3- zum überwiegenden Teil in Form von HNO3 vor, dieser Effekt war am Jungfraujoch bei den JFJ93-Werten ebenfalls stark ausgeprägt.

Die Wank-Daten waren als 10-Jahres-Mittel auch monatsweise aufgeschlüsselt verfügbar (REITER et al. 1984). In Tab. 15 wurden zum Vergleich daher die Mittelwerte für Januar, April und Oktober aufgenommen.

Tab.15: Vergleichswerte der Aerosolkonzentrationen von HNO3, NO3-, SO42-, NH4+, Na+, K+ und Ca2+ für das Alpengebiet; alle Konzentrationen in ng/m³.

Ort /Höhe

Höhe

Zeitraum

HNO3

NO3-

SO42-

NH4+

Na+

K+

Ca2+

Zitat

Jungfraujoch

3450

3/90

k.A.

140

320

88

22

k.A.

212

1)

Weißfluh-joch

2450

1-3/88

600

31

715

140

k.A.

k.A.

k.A.

2)

Wank

1780

1972-
1982

k.A.

853

2506

1007

48

45

83

3)

Wank

1780

1/1972-1982

k.A.

407

850

301

24

16

19

4)

Wank

1780

4/1972-1982

k.A.

1287

3461

1497

53

51

95

4)

Wank

1780

10/1972-1982

k.A.

608

1557

608

36

36

58

4)

Jungfraujoch

3450

 

126

80

502

164

38

13

89

5)

1):SCHWIKOWSKI et al. 1990

2):BALTENSPERGER et al. 1990

3):SLADKOVIC et al. 1986

4):REITER et al. 1984

5):Tab. 14 dieser Arbeit

Die April-Werte betragen etwa das 1.5-2.5fache der Oktober-Werte. Dieser Unterschied ist kleiner als bei den JFJ-Proben, wobei sich bei den langjährigen Meßreihen einzelne Perioden mit stark abweichenden Konzentrationen weniger stark bemerkbar machen als bei den JFJ-Meßkampagnen mit ihrem kleineren Probenaufkommen.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß sich die im Rahmen der hier besprochenen Meßkampagnen ermittelten Mittelwerte der Aerosolkonzentrationen einiger wasserlöslicher Spezies nicht erheblich von den im Rahmen anderer Meßkampagnen auf Jungfraujoch und Weissfluhjoch unterscheiden. Größere Fehler bei Probenahme und Bestimmung können auf diese Art ausgeschlossen werden. Der saisonale Verlauf entspricht den Beobachtungen am Wank-Observatorium, dort treten jedoch aufgrund der geographischen Lage insgesamt höhere Belastungen auf.

Kap. 5.6

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