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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-23115
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2311/


Der Türkische Islam als politisches und religiöses Weltbild in seinem historischen Kontext von der II. Mesrûtiyyet-Periode bis zur Gegenwart

Bilir, Ünal

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Türkischer Islam, Türkisch-Islamische Synthese, Alevitentum, Fethullah Gülen, Cem-Stiftung
Freie Schlagwörter (Englisch): Turkish Islam, Turkish-Islamic Synthesis, National Turkish Islam Conceptions
Basisklassifikation: 89.22 , 89.54 , 15.08
Institut: Asien-Afrika-Institut
DDC-Sachgruppe: Andere Religionen
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Paul, Ludwig (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.09.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 17.01.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Die Arbeit über das Thema „Der Türkische Islam als politisches und religiöses Weltbild in seinem historischen Kontext von der II. Mesrûtiyyet-Periode bis zur Gegenwart“ übernimmt die Aufgabe, das national und religiös bedingte politische Weltbild des Türkischen Islams der 1990er Jahre in Bezug auf seine historische Entwicklung zu erforschen. Dabei untersucht sie keine konfessionell-theologischen Unterschiede zwischen der türkischen Variante des Islams und den anderen, z.B. den schiitischen oder wahhabitischen Versionen, sondern konzentriert sich auf die nationale, politische und gesellschaftliche Dimension eines spezifischen Islams in der heutigen Türkei sowie auf die durch ihn vermittelte Weltsicht. Um die differenzierte Wahrnehmung dieses Islamverständnisses seitens des alevitischen und des sunnitischen Glaubens erforschen zu können, werden die vorläufige Konzeption des Türkischen Islams, die „Türkisch-Islamische Synthese“ der 1970er und 1980er Jahre, und die Konzeptionen der 1990er Jahre, nämlich der „Türkei Islam“ des pensionierten Predigers Fethullah Gülen und der „Alevitisch-Islamische Glaube“ des alevitischen Geistlichen (Dede) und des Intellektuellen Izzettin Dogan, zum Gegenstand dieser Untersuchung über den Türkischen Islam gemacht.

Um den Türkischen Islam systematisch untersuchen zu können, wird für diese Forschung ein historisch-politischer Diskurs gewählt. Ausgangpunkt dieses Diskurses ist der Zusammenstoß der nationalen und islamischen Identitäten in der türkischen Gesellschaft seit dem 19. Jahrhundert. Vor diesem historisch-politischen Hintergrund wird davon ausgegangen, dass der Türkische Islam der Gegenwart als eine politisch-religiöse Auslegung der türkisch-islamischen Identität das Wertesystem und die Zukunft der Türkei zu dominieren versucht. Beim Hervortreten des Türkischen Islams sind der Zusammenstoß zwischen dem säkularen türkischen Nationalismus und dem Islam einerseits und die Konfrontation der türkischen Nation mit dem Westen anderseits als Ursachen festzulegen. Während die Feindbilder, Mythen über die Islamisierung, die weltpolitische Orientierung sowie kulturspezifische Werte der türkischen Nation für das Weltbild des Türkischen Islams ausschlaggebend sind, tritt gegenüber dem persisch-arabischen Islam bei den untersuchten Konzeptionen des Türkischen Islams eine stark ablehnende Haltung auf. Darüber hinaus ist diese ideologische Identität des Türkischen Islams nicht nur auf die kemalistischen Reformen und deren von oben eingeleitete Strukturmaßnahmen, sondern auch auf das türkisch-islamische Selbstverständnis zurückzuführen. Denn nicht die theologische Auslegung des Islam, sondern das auf ihm und dem türkischen Nationalismus aufbauende Weltbild ist das Kennzeichen dieses Islam.

Aus der fundierten Untersuchung der gewählten Konzeptionen ergibt sich, dass der gegenwärtige Türkische Islam beginnend mit der II. Mesrûtiyyet-Periode in erster Linie nicht auf Grund glaubensspezifisch-theologisch bedingter Umstände, sondern vielmehr auf Grund von politischen Konflikten und Interessen entstanden ist. Das bedeutet aber nicht, dass der Türkische Islam der Gegenwart auf ein politisches Verhaltensmuster reduziert werden kann.

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