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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-23586
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2358/


Zur Erfassung des Bindungsverhaltens mit Fragebögen : Die Prüfung der Konvergenz deutschsprachiger Bindungsinventare bei Frauen ohne und mit bulimischer Essstörung.

Self-report measures used to assess adult attachment behavior : examination of the convergence of attachment questionnaires in german language based on data of women without and with bulimic eating disorders

Schützmann, Karsten

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SWD-Schlagwörter: Bindungstheorie <Psychologie> , Affektive Bindung , Psychometrie , Konvergenz , Fragebogen , Bulimie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Bindungsfragebögen, Bindungsskalen, Konvergenzprüfung
Basisklassifikation: 77.70
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Eckert, Jochen (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.12.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 07.03.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Im ersten Teil dieser explorativen Studie wird an einer Stichprobe von jungen Frauen (N = 225) die Konvergenz von insgesamt acht deutschsprachigen Bindungsinventaren untersucht. Dabei wird zwischen Bindungsfragebögen, die im engeren Sinne Aspekte von Bindung in aktuellen Bindungsbeziehungen erfassen, und Bedingungsfragebögen, die Aspekte von Bedingungen für die Entwicklung von Bindungsmustern retrospektiv erheben, unterschieden. Die Konvergenz wird sowohl auf der Ebene der Bindungs- bzw. Bedingungsskalen als auch auf der Ebene von in Clusteranalysen identifizierten Bindungs- bzw. Bedingungsmustern geprüft.
Im zweiten Teil der Studie werden die Ausprägungen in den Bindungs- und Bedingungsskalen und die Verteilungen der Bindungs- und Bedingungsmuster in einer Stichprobe von Frauen mit B.n. (N = 33) mit denen in einer hinsichtlich Alter, Partnersituation und Familienstand parallelisierten Stichprobe von Frauen ohne Essstörungen und Adipositas verglichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Konvergenz zwischen den einzelnen Bindungsfragebögen in Abhängigkeit von ihrer Ausrichtung auf spezifische Bindungsbeziehungen und von den jeweils zugrundeliegenden theoretischen Konzepten zum einen stark variiert und zum anderen insgesamt schwächer ist, als zu erwarten war. Die Höhe der Korrelationen liegt selbst zwischen inhaltlich parallelen Skalen oft nur im mäßigen bis mittleren Bereich. In Faktorenanalysen auf Skalen- und Itemebene können gemeinsame zugrundeliegende Dimensionen von Bindung identifiziert werden. Allerdings erklären diese gemeinsamen Dimensionen lediglich etwas mehr als 1/3 der Gesamtvarianz (Faktorenanalyse auf Itemebene). Für jeden der eingesetzten Fragebögen lassen sich über Clusteranalysen inhaltlich interpretierbare Bindungsmuster identifizieren. Die Konvergenz der Bindungsfragebögen auf Ebene dieser Bindungsmuster ist ebenfalls nur mäßig ausgeprägt.
Die Bedingungsfragebögen konvergieren sowohl auf Skalenebene als auch auf der Ebene der beobachteten Muster stärker als die Bindungsfragebögen miteinander. Auch für die Bedingungsskalen lassen sich über Faktorenanalysen zugrundeliegende Dimensionen und mittels Clusteranalysen übergreifende Muster identifizieren.
Schwache bis mittlere Korrelationen zwischen den mit Fragebögen erhobenen Bindungsmerkmalen und Bindungsbedingungen zeigen, dass sich die auf Selbsteinschätzung beruhenden Bindungsmerkmale und – muster nur zu einem geringen Teil aus den retrospektiven Selbsteinschätzungen hinsichtlich der Bedingungen für die Entwicklung von Bindungsmustern vorhersagen lassen.
Die mit Fragebögen erfassten Bindungsmerkmale und Bindungsbedingungen der Frauen mit B.n. unterscheiden sich in mehreren Dimensionen deutlich von denen der Frauen ohne Essstörungen und Adipositas. Frauen mit B.n. berichten über ein höheres Ausmaß an Angst und weniger Vertrauen und Nähe in aktuellen Bindungsbeziehungen als Frauen ohne Essstörungen. Es lassen sich nur wenig Frauen mit B.n. den sicheren Bindungsmustern zuordnen. Sie berichten häufiger als die Frauen der Vergleichsgruppe über Bindungsmuster, die im starken Ausmaß durch Angst und das Vermeiden von Nähe in Bindungsbeziehungen gekennzeichnet sind.
Hinsichtlich ihrer Bindungsbedingungen berichten die Frauen mit B.n. über weniger elterliche Fürsorge und Wärme und mehr elterliche Kontrolle und Überbehütung während der Kindheit und Jugend als die Frauen der Vergleichsgruppe. Die Unterschiede werden in der retrospektiven Einschätzung der Beziehung zur Mutter deutlicher als in der Beurteilung der Beziehung zum Vater.
Es lassen sich lediglich schwache bis mittlere Korrelationen zwischen den Ausprägungen in den Bindungs- und Bedingungsskalen einerseits und den Ausprägungen in den Skalen für problamatisches Essverhalten andererseits beobachten.

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