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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-24124
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2412/


Karl Schuchardt - Leben und Werk

Karl Schuchardt (1901-1985). The Maxillofacial Surgeon´s Life and Work

Riemer, Silke Katharine

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SWD-Schlagwörter: Zahnmedizin , Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie , Medizin / Geschichte , Biographie , Institutionalisierung , Hamburg , Berlin,
Freie Schlagwörter (Deutsch): Bioergographie , Professionsgeschichte , Intitutionsgeschichte , Zeitraum 1869-1970
Freie Schlagwörter (Englisch): Maxillofacial Surgery , Medical History , Biographie , Institutionalisation ,Gemany , 20. Century
Basisklassifikation: 44.65 , 44.01 , 44.96
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gehrke, Gerd (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.03.2003
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 18.04.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Thema dieser medizinhistorischen Arbeit ist die Bioergografie des Hamburger Ordinarius für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Karl Schuchardt (1901-1985). Dessen 100.Geburtstag im Jahre 2001 gab Anlaß zu dieser Forschungsarbeit, welche unter Anleitung der Medizinhistorikerin Prof. Dr. Ursula Weisser und des Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Prof. Dr. Dr. Gerd Gehrke ausgearbeitet wurde. Schuchardt war nach dem zweiten Weltkrieg über zwei Jahrzehnte leitende Persönlichkeit der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Deutschland und eine internationale Fachgröße. In einer umfassenden historischen Würdigung werden sowohl sein persönlicher Lebensweg als auch seine wissenschaftlichen Leistungen unter Einbeziehung des allgemein- und medizinhistorischen Kontextes behandelt.
Die Untersuchungen zum biografischen Teil nehmen vorrangig auf die 1920er bis 1950er Jahre Bezug. Ihnen liegen bisher
unveröffentlichte schriftliche Quellen aus deutschen Archiven und Interviews mit Zeitzeugen, u. a. seiner Kinder und seines Neffen zugrunde. Berücksichtigung fanden Akten des Bundesarchivs in Berlin, des Staatsarchivs in Hamburg, des Archivs der Humboldt-Universität zu Berlin, des Universitätsarchivs in Freiburg i. Br., des Hamburgischen Architekturarchivs, des Kirchenbucharchivs Itzehoe, des Schularchivs der
Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe, der Archive des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in der Personalabteilung und im Institut für Geschichte der
Medizin in Hamburg sowie graue Literatur aus der Bibliothek für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.
Schuchardts Werdegang wird in Zusammenhang gestellt mit dem Prozeß der zahnärztlichen Professionalisierung 1869-1952 und der Entwicklung des Fachgebietes Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie nach dem ersten Weltkrieg. Näher beleuchtet
werden dabei der in Deutschland erloschene Berufsstand der Dentisten, die Studienbedingungen an den Lehreinrichtungen
für Zahnheilkunde der von Schuchardt besuchten Universitäten in Freiburg i. Br., Kiel und München und
die Arbeitsschwerpunkte an den im zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts gegründeten Berliner Kieferkliniken der Charité
und des Rudolf-Virchow-Krankenhauses, wo er seine wissenschaftliche Laufbahn begann. Breiten Raum nimmt die Darstellung der institutionellen Zusammenführung der Nordwestdeutschen Kieferklinik mit der Hamburger Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (ZMK) nach 1945 unter Schuchardt ein. Besonderes Interesse galt auch seiner Tätigkeit als Sanitätsoffizier der Deutschen Wehrmacht und dem Schicksal seiner Ehefrau Dr. med. Eva Schuchardt geb.
Ries (1900-1995), deren Eltern jüdischer Konfession waren. Wegen des Antisemitismus in Deutschland emigrierte Frau
Schuchardt mit den beiden Kindern des Ehepaares 1939 in die USA. Schließlich wird Schuchardts Verbundenheit mit den
bildenden Künsten, insbesondere seine Freundschaft mit dem Itzehoer Künstler Wenzel Hablik (1881-1934) sowie sein
Grundentwurf für den Neubau der Nordwestdeutschen Kieferklinik 1953, gewürdigt.
Im werkorientierten Teil, dem 165 Veröffentlichungen Schuchardts aus den 1930er bis 1970er Jahren zugrunde liegen,
werden seine wissenschaftlichen Schwerpunkte herausgestellt und seine Leistungen eingeordnet. Es überwiegen Publikationen
über plastische und wiederherstellende Chirurgie im Kiefer-Gesichtsbereich, besonders über Rundstiellappenplastiken.
Hauptwerk ist seine 1944 als Buch erschienene Habilitationsschrift Der Rundstiellappen in der Wiederherstellungschirurgie
des Gesichts-Kieferbereiches. Im Streben nach ästhetisch ausgewogenen Operationsergebnissen verstand er sich als Künstler. Er entwickelte ein Dermatom, Unterlippen-Kinnplastiken, die gestielte Fettplastik, modifizierte die Augenhöhlen-,
Nasen- und Mundvorhofplastiken nach Ganzer, die Ohrmuschelplastik nach Pierce, die Hautschlaufenbildung
nach Rang, die Plastiken bei Mund-Antrumverbindungen nach Rehrmann und nach Kazanjian und die Wangenrotation
nach Esser. Weitere Schwerpunkte waren die Chirurgie der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die Therapie von Frakturen
des Gesichtsschädels, die orthopädische Chirurgie des Gesichtsschädels sowie die Diagnose und Therapie von Tumoren.
Zwecks historischer Einordnung seiner Errungenschaften werden Abrisse der Geschichte der Brückenlappenplastik
bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, der intraoralen dentalen Schienenverbände und der orthopädischen Chirurgie des
Gesichtsschädels gegeben. Zur Abrundung werden eine chronologische und eine thematisch geordnete Bibliografie der
Veröffentlichungen Schuchardts sowie ein Verzeichnis der unter seinem Direktorat an der ZMK angefertigten Dissertationen,
ein Verzeichnis von Jubiläumsartikeln und Nekrologen, die zu seiner Ehrung erschienen und fünf Tabellen zu Lehrveranstaltungen und Lehrenden im Fach Zahnheilkunde an der Universität Hamburg 1946-1970 vorgelegt.
Kurzfassung auf Englisch: The subject of this doctoral dissertation is the bioergography of Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Karl Schuchardt (1901-1985), maxillofacial surgeon and director of the Dental Institute and Clinic at the University of Hamburg from 1945 to 1970, the centenary of whose birth in 2001 prompted an investigation of his work. After the Second World War, Schuchardt became a leading expert in maxillofacial surgery in Germany and was one of the great international specialists. Research for the present work was carried out under the direction of the medical historian Prof. Dr. Ursula Weisser and the maxillofacial surgeon Prof. Dr. Dr. Gerd Gehrke. A critical study will reveal not only the surgeon’s success, but also discusses Schuchardt’s merits in research, academic life and hospital administration. His life history and career are placed in the political, social and medical context of his time. The biographical part concentrates on the three decades between 1920 and 1950. Extensive search in several archives and libraries all over Germany has yielded a multitude of relevant materials mostly unpublished.
Sources from the following institutions have been consulted: Bundesarchiv (Berlin), Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg, Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsarchiv (Freiburg i. Br.), Hamburgisches Architekturarchiv, Kirchenbucharchiv (Itzehoe), Schularchiv der Kaiser-Karl-Schule (Itzehoe), Archiv des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf of the personnel department as well as of the Institut für Geschichte der Medizin (Hamburg) and Bibliothek für Wissenschaftsgeschichte (Berlin). Interviews with Schuchardt’s two children and his nephew helped to shed light on his multifaceted personality. The emigration of his wife, the medical doctor Eva Schuchardt, née Ries (1900-1995), who was of Jewish descent, and his children to the USA in 1939 in order to escape antisemitic persecution was the most tragic episode of his life. The process of dental professionalisation in Germany from 1869 to 1952 played a major role in his father´s career as a non-academic dentist.
Thus, Schuchardt early became familiar with different models of dental education, which later qualified him to promote unification
of the profession on an academic level. Descriptions of the programs of studies at the dental institutes at Kiel, Freiburg i. Br. and Munich elucidate the particulars of Schuchardt’s dental education. Research for a doctoral dissertation in medicine at University at Kiel followed. His training as an oral surgeon is strongly related to the establishment of the first civil clinics of oral surgery at the Rudolf-Virchow-Krankenhaus and at the Charité in Berlin in the second quarter of the 20. century. Entering the speciality of maxillofacial surgery was a result of his mobilisation as military surgeon during the Second World War. After the war, Schuchardt distinguished himself as director of a clinic of oral surgery in Hamburg, Nordwestdeutsche Kieferklinik, which he, after his appointment as full professor of dentistry, united with the Dental Institute of the University of Hamburg. In addition, Schuchardt´s lifelong passion for the visual arts and architecture is acknowledged and exemplified by his friendship with the artist Wenzel Hablik (1881-1934) from Itzehoe and Schuchardt´s designing of a new hospital building for his Clinic of Oral Surgery in Hamburg in 1953. Schuchardt´s ergography contains 165 publications, most of them written in the four decades between 1930 and 1970. In addition, he edited 16 works. Among his publications those on plastic and reconstructive surgery are in the majority, and his studies on tube flap plasty occupy a spesial place. His doctoral thesis, published as monograph "Der Rundstiellappen in der Wiederherstellungschirurgie des Gesichts-Kieferbereiches" in 1944, was his most influential book. In his efforts to achive aesthetic results in plastic surgery, he saw himself as an artist. He invented a dermatome and developed methods for cheilomentoplasty and a tubed lipoflap plasty. He modified Ganzer´s orbitoplasty, nasoplasty and vestibuloplasty, Pierce´s auricoloplasty, Rang´s skin loop plasty attaching auricuolar protheses, Rehrmann´s and Kazanjian´s plasties to close oroantral communication and Esser´s buccorotation. Other major contributions Schuchardt´s concern management of cleft lip and palate, management of facial fractures, orthognatic surgery as well as diagnosis and treatment of facial tumours. The significance of his achievements is emphasized by placing them in the general history of the field with special emphasis on the development of Langenbeck´s palatorrhaphy, of dental splints and arch bars and of orthognatic surgery. Nine appendixes contain his bibliography, presented chronologically as well as by theme, a list of the doctoral dissertations completed during his directorship, a list of anniversery articles and obituaries and finally five tables of university courses on dentistry and oral surgery given at Hamburg University Dental Clinic during his directorship.

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