FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-24661
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2466/


Quantitative MEG-Analyse der Effekte von Ketamin auf den sekundär somatosensorischen Kortex

Titze, Ulf

pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (6.904 KB) 


SWD-Schlagwörter: Magnetencephalogramm , Sekundär somatosensorischer Kortex , Ketamin
Basisklassifikation: 44.37
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bromm, Burkhart (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.05.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 31.05.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Mit der Magnetenzephalographie können kortikale Aktivitätszentren mit Methoden der modernen Dipolrekonstruktion lokalisiert werden. Durch wiederholte Applikation spezifischer Reize können Aktivitäten einzelner Nervensysteme induziert und intravital in ihrer Funktion untersucht werden. So wird die Aktivität schmerzrelevanter Kortexareale, besonders SII und Gyrus cinguli, durch Applikation spezieller Schmerzreize untersucht, und darauf basierend die Wirkung von Anästhetika und Narkotika beurteilt.

In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss des Kurznarkotikums Ketamin auf die schmerzevozierte Aktivität des sekundär somatosensorischen Kortex untersucht. Durch Applikation intrakutaner Schmerzreize wurden die schmerzrelevanten Kortexareale stimuliert. Die schmerzevozierte SII-Aktivität wurde mit dem MEG aufgezeichnet, parallel die Schmerzhaftigkeit der erhaltenen Reize in einer standardisierten Skala protokolliert. An jedem Versuchstag wurden mehrere Reizblöcke mit jeweils 60 Reizen aufgezeichnet, der erste Block ohne Medikation, im zweiten Block startete die Ketamininjektion nach einer Minute. An verschiedenen Versuchstagen wurde jeweils das gebräuchliche Ketamin-Razemat und das gereinigte S(+)-Enantionmer injiziert.

Die schmerzvozierte Aktivität trat mit 90 ? 120 ms Latenz auf. In unseren Daten konnten bezüglich der zugehörigen Quellen tendenziell zwischen einer zeitlich früher auftretenden Komponente am inselnahen Operculum und einer späteren Komponente in oberflächlichen Kortexanteilen unterschieden werden. Solcherlei zeitlich überlappende Koaktivierungen wurden gelegentlich in der Literatur beschrieben, derzeit wird über eine aktive Mitbeteiligung von SI an der Schmerzverarbeitung diskutiert. Insgesamt waren die gefundenen Lokalisationen gut mit der in der Literatur beschriebenen Positionen vereinbar.

Es zeigte sich ein nahezu simultaner Wirkungseintritt mit Beginn der Injektion. In den magnetischen Daten einiger Probanden zeigten sich deutliche Reduktionen der schmerzevozierten SII-Aktivität, die Ausprägung der Effekte varriierte jedoch deutlich. Die Wirkdauer war bei allen Probanden auf einen Reizblock beschränkt, variierte interindividuell aber stark. Unterschiede zwischen den beiden Aufbereitungen konnten nicht dargestellt werden. Da der zusätzliche Anteil an R(-) im razemischen Gemisch (bei äquivalenter Menge des S(+)) keinerlei Effekt zeigte, scheint das S(+)-Enantiomer die alleinig wirksame Substanz zu sein.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende