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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-24901
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2490/


Längsschnitt-Untersuchung der Neurotoxizität von MDMA

Geck, Johann-Ulrich

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SWD-Schlagwörter: Ecstasy , Neurotoxizität , Nuklearmedizin , Positronen-Emissions-Tomographie
Basisklassifikation: 44.64
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Mester, Janos (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.05.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 07.06.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Zusammenfassung:

In den Industriestaaten besitzt Ecstasy (3,4 Methylendioxymetamphetamin, MDMA) unter den Partydrogen seit mehreren Jahren in der jungen Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund sind in der Vergangenheit mehrfach Untersuchungen durchgeführt worden, in welchen zunächst an Versuchstieren und später an Menschen gezeigt wurde, daß Ecstasykonsum zu protrahierten Veränderungen des serotonergen Systems führt. Nun stellte sich die Frage, ob es sich bei diesen Veränderungen um reversible oder irreversible Prozesse handelt. Ergebnisse einiger Studien mit aktuellen und ehemaligen Ecstasykonsumenten, in welchen funktionelle, bildgebende Verfahren angewendet wurden, wiesen darauf hin, daß es sich bei den ecstasyinduzierten Beeinträchtigungen um reversible Prozesse handeln könnte. Die hierzu veröffentlichten Studien waren bisher als Einmalerhebung angelegt, so daß Effekte der Probandenselektion nicht ausgeschlossen werden konnten.
Zur Klärung der Frage nach der Entwicklung von Veränderungen im serotonergen System durch Ecstasy wurde die vorliegende Arbeit als Längsschnittstudie angelegt. Fünfzehn aktuelle und neun ehemalige Ecstasykonsumenten aus einer Vorstudie wurden 2 zusätzlichen PET-Verlaufsuntersuchungen mit dem Serotonin-Transporter (SERT)-Liganden [11C](+)McN5652 im Abstand von jeweils ca. einem Jahr unterzogen. Die zu überprüfende Hypothese war: Bei Ecstasyabstinenz nähert sich die Serotonin-Transporterverfügbarkeit normalen Werten, bei weiterem Konsum nimmt die Verfügbarkeit weiter ab oder bleibt auf niedrigem Niveau konstant. Es wurden jeweils PET-Aufnahmen von 90 Minuten Dauer durchgeführt, die Bilder wurden rekonstruiert, bewegungskorrigiert, normalisiert und anhand von vorher definierten Volume of interests (VOI) und der Referenzgewebemethode nach Ichise et al. analysiert. Gemessen wurde das distribution volume ratio (DVR, „Verteilungsraumverhältnis“) als Maß für die SERT-Verfügbarkeit. Die Auswertung wurde auf das Mesencephalon beschränkt, da dieser Bereich in der Literatur als serotoninreich beschrieben wurde und zudem in der Erstuntersuchung lediglich im Mesencephalon eine signifikante Reduktion der SERT-Verfügbarkeit bei aktuellen Ecstasykonsumenten im Vergleich mit Kontrollgruppen feststellbar war. Als Referenzgewebe diente das Cerebellum. Intensität des Ecstasykonsums, Tage der Abstinenz vor PET-Untersuchung, Beikonsum anderer Drogen wie Alkohol, Nikotin, Cannabis, Amphetamine und Kokain wurden in der Studie als Kovariaten berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigten bei den aktuellen Ecstasykonsumenten eine Zunahme der SERT-Verfügbarkeit im Verlauf der Untersuchungen, verbunden mit einer Abnahme der Ecstasykonsumintensität. Ein Einfluß des Konsums anderer Drogen auf die SERT-Verfügbarkeit konnte nicht festgestellt werden. Bei ehemaligen Ecstasykonsumenten war im Verlauf der Untersuchungen keine Änderung der SERT-Verfügbarkeit feststellbar, sie blieb auf normalen Werten (im Vergleich mit drogennaiven Kontrollen bei Erstuntersuchung) konstant. Die Ergebnisse lassen den Schluß zu, daß die Verfügbarkeit der Serotonin-Transporter zeitnah mit dem Ecstasykonsum verknüpft ist. Ecstasykonsum kann zu einer Verminderung der Verfügbarkeit der SERT führen, die bei nachlassender Konsumintensität im Verlauf von mehreren Monaten rückläufig ist. Diese Beobachtungen beziehen sich lediglich auf das hier angewendete funktionell-bildgebende Verfahren.

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