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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-24974
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2497/


Krebserkrankungen bei rechtsmedizinischen Sektionsfällen (Hamburg1994 bis 2001) : Retrospektive Analyse unter forensischen und epidemiologischen Aspekten

Said, Samir

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Krebs , Todesursache , Rechtsmedizin
Basisklassifikation: 44.72
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Püschel, Klaus (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.05.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 14.06.2005
Kurzfassung auf Deutsch: In den Jahren 1995 – 1998 sind im Durchschnitt jährlich 4.932 Hamburger an Krebserkrankungen verstorben. Allerdings wird insgesamt nur ein geringer Teil der Krebstoten überhaupt gerichtsmedizinisch obduziert. Im Untersuchungszeitraum betrug dieser Anteil 0,57% aller verstorbenen Hamburger Krebstoten.
Dies dürfte nicht zuletzt an der Charakteristik der Tumorerkrankungen liegen. Denn ein plötzlicher, unerwarteter Tod durch Tumorerkrankungen ist selten. Zumeist besteht bei Krebskranken eine mehr oder weniger lange Leidensphase und der Tod tritt normalerweise nicht unerwartet ein. Daher besteht auch nur ausnahmsweise der Verdacht eines kriminellen Deliktes oder eine andere forensisch relevante Fragestellung.
Es ist festzustellen, dass im gerichtsmedizinischen Sektionsgut die Feststellung eines Tumors als Todesursache mit zunehmendem Alter seltener wird. Je älter also die Verstorbenen mit einem Tumorbefund waren, desto häufiger war eine andere Todesursache als Krebs zu beobachten. Umgekehrtes gilt für die vor der Sektion unbekannten Krebsfälle, die in höheren Altersgruppen häufiger vorkamen.
Sowohl das jährlich durchschnittliche Auftreten von Krebstoten als auch der Prozentsatz der Krebstoten im Sektionsgut nahmen verglichen mit dem Zeitraum von 1980 bis 1993 deutlich zu. Diese Zunahme der Krebsfälle bei den sezierten Verstorbenen geht mit der allgemein höheren Krebsinzidenz einher.
3,06% aller im Untersuchungszeitraum im IfR Hamburg gerichtsmedizinisch Obduzierten (ausgenommen die Außensektionen) waren Tumortote. Nicht nur im Sektionsgut insgesamt fanden sich mehr Männer, sondern bei Männern wurde auch häufiger durch die Obduktion eine Tumorerkrankung festgestellt. Im Untersuchungsgut wurden 16,97% aller todesursächlichen Krebserkrankungen erst in Rahmen einer forensischen Obduktion aufgedeckt. Die große Mehrheit der bei einer Sektion festgestellten direkt tödlichen Tumorerkrankungen, wurde im Rahmen von Verwaltungssektionen aufgedeckt.
Die Obduktion stellt in diesem Sinne nicht zuletzt eine wichtige Qualitätskontrolle der klinischen Medizin dar. Ergebnisse von Sektionen können schließlich auch für die Morbiditäts- und Mortalitätsstatistik, für die öffentliche Gesundheitspflege und für epidemiologische Studien von großer Bedeutung sein.

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