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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-25012
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2501/


Untersuchung der zeitlichen und räumlich-hemisphäriellen Wortverarbeitung bei Mutter- und Fremdsprachlern mittels Magnetenzephalographie

Temporal and hemispharical word processing in native and nonnative speakers : a MEG studies

Zöllner, Christof

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SWD-Schlagwörter: Sprachverarbeitung , Deutsch / Fremdsprache , Magnetoencephalographie
Basisklassifikation: 44.90
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Weiller, Cornelius (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.05.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 02.07.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Bislang wurde die Wortverarbeitung der Muttersprache in verschiedenen Zeitabschnitten vor allem in der sprachdominanten linken Hemisphäre beschrieben. Bezüglich des zeitlichen Ablaufes und der kortikalen Repräsentation der Fremdsprachenverarbeitung lagen nur wenige Daten mit kontroversen Ergebnissen vor. In dieser Arbeit sollte die zeitliche und räumliche Auflösung der Magnetenzephalographie (MEG) genutzt werden, um zeitliche und strukturell-anatomische Unterschiede in der Verarbeitung von Mutter- und Fremdsprache darzustellen. Das rechtshändige Probandenkollektiv setzte sich aus je einer Gruppe von zehn deutschen Muttersprachlern und fünf Probanden mit Fremdsprache Deutsch zusammen. Einsilbige Worte und invertierte Worte wurden monoaural präsentiert, die entstehenden Potentiale kontralateral mittels MEG abgeleitet und verglichen. Die sprachspezifische Verarbeitung von Worten der Mutter- und Fremdsprache beginnt mit einer frühen akustischen Komponente bei 100 ms, im Sinne eines bihemisphäriellen, zeitlich und räumlich parallel ablaufenden Prozesses. Sie setzt sich bei der Muttersprache gleichermaßen bihemisphäriell bis zirka 250 ms fort. In diesem Zeitabschnitt erfolgt bei der Fremdsprachenverarbeitung bereits eine Lateralisierung zur sprachdominanten linken Hemisphäre, welche bis zum Abschluss des Verarbeitungsprozesses um 400 ms beibehalten wird. Eine solche Lateralisierung zur linken Hemisphäre findet bei der Muttersprache erst auf semantischer Ebene bei 400 ms statt. Anschließend erfolgt um 1000 ms erneut eine zeitlich parallele, bihemisphärielle Interaktion, im Sinne einer Assoziationsbildung.
Die Verarbeitung von Worten in Mutter- und Fremdsprache erfolgt demnach in einem vergleichbaren zeitlichen Ablauf in den kortikalen Arealen der linken Hemisphäre. Die Fremdsprachenverarbeitung ist jedoch um die späte Assoziationskomponente verkürzt. Das räumlich-kortikale Netzwerk der Muttersprache ist deutlich weiter verzweigt als bei der Fremdsprache und beteiligt die rechte Hemisphäre im Sinne einer bihemisphäriell parallelen Interaktion. Linkshemisphärisch sind die involvierten anatomischen Areale für Mutter- und Fremdsprache weitgehend identisch, so dass von einem gemeinsamen, linkshemisphärischen kortikalen Netzwerk ausgegangen werden kann.

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