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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-25258
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2525/


Der Einfluss der kontinuierlichen veno-venösen Hämofiltration auf die Entwicklung und den Verlauf der experimentell induzierten, hämorrhagisch-nekrotisierenden Pankreatitis am Schweinemodell

The Influence of Continuous Veno-Venuous Hemofiltration on the Developement and Course of Experimentally Induced Acute Necrotizing Pancreatitis in a Pig Model

Treede, Hendrik

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SWD-Schlagwörter: Sepsis , Hämofiltration , Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung , Organversagen
Freie Schlagwörter (Deutsch): Multi-Organ-Versagen , Mediatorelimination
Basisklassifikation: 44.65
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Yekebas, Emre (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.06.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 05.07.2005
Kurzfassung auf Deutsch: In der hier vorgestellten experimentellen Forschungsarbeit wurde untersucht, ob eine kontinuierliche veno-venöse Hämofiltration durch Elimination von Entzündungsmediatoren bei Versuchstieren mit schwerer systemischer Inflammation zu einer Verzögerung des konsekutiven Multi-Organ-Versagens führen kann.
Dazu wurden Schweine der deutschen Landrasse in drei Versuchsgruppen eingeteilt. Bei allen Tieren wurden unter Narkose- und Beatmungsbedingungen chirurgisch, durch Injektion von Gallensalzen in den Ductus pancreaticus, eine schwere nekrotisierende Pankreatitis induziert. Bei Tieren der Gruppe 1 wurde der Spontanverlauf des resultierenden sepsisbedingten Multiorganversagens dokumentiert. Tiere der Gruppe 2 wurden nach einem Abfall des mittleren arteriellen Druckes um >20% „therapeutisch“ hämofiltriert. In Gruppe 3 erfolgte die Hämofiltration „prophylaktisch“ bereits zeitgleich mit der Induktion der Pankreatitis.
Neben der kontinuierlichen Aufzeichnung der wichtigen hämodynamischen Parameter wurden die Überlebenszeiten in den einzelnen Versuchsgruppen dokumentiert. In definierten Zeitabständen wurden Abnahmen zur laborchemische Bestimmungen von Pankreasenzymen (Lipase, PLA2, TAP) und Mediatoren (Kinin, CRP, LNPI) in Blut, Ascites und Urin durchgeführt.
Die nicht hämofiltrierten Tiere der Kontrollgruppe entwickelten innerhalb von Stunden ein Multiorganversagen, das nach durchschnittlich 7 Stunden zum Tod der Versuchstiere führte. Sowohl Tiere die spät („therapeutisch“) als auch früh („prophylaktisch“) hämofiltriert wurden, zeigten eine signifikant verlängerte Überlebenszeit im Vergleich zur Kontrollgruppe. Im Vergleich der Hämofiltrationsgruppen untereinander profitierten die Tiere, die früh bereits mit dem Start der Pankreatitisinduktion filtriert wurden. Dies drückte sich auch in den Messungen der hämodynamischen Werte sowie des Oxygenierungsindex aus. Die Bestimmung der Plasma-Lipase sowie der Urin-TAP Konzentrationen zeigte bei allen Tieren stark erhöhte Werte als Ausdruck der massiven Pankreasschädigung nach Induktion der Pankreatitis. Das auf Grund seiner Molekülgröße filtrierbare PLA2 zeigte zwar ähnliche Ascites-Konzentrationen bei allen Versuchstieren, allerdings niedrigere Werte im Plasma der hämofiltrierten Tiere. Ähnliches konnte auch für Kinin als wichtigen filtergängigen Entzündungsmediator nachgewiesen werden. Ein reduzierender Effekt der Hämofiltration auf die Mediatorkonzentration konnte also nachgewiesen werden. Allerdings zeigte sich, dass im weiteren zeitlichen Verlauf nach Start der CVVHF eine Reduktion der Hämofiltrationsleistung in Bezug auf die Mediatorelimination zu verzeichnen war. Dies lässt sich unter anderem durch eine mögliche zunehmende Verstopfung der Filtermembran durch Makromoleküle und Albumine erklären.
Die durchgeführten Experimente lassen den Schluss zu, dass eine möglichst frühzeitig eingesetzte Hämofiltration in der Lage ist, den kaskadenhaften Anstieg von proinflammatorischen Mediatoren im Rahmen eines SIRS oder einer Sepsis durch Elimination der filtergängigen Mediatoren zumindest zeitweise relevant zu verringern. Durch veränderte Modalitäten der Filtration (häufiger Filterwechsel, höherer Filtratumsatz) könnte dieser Effekt vermutlich noch gesteigert werden. Der damit erzielte Nutzen liegt in einer Verzögerung oder bestenfalls Verhinderung des konsekutiven Multiorganversagens, das bei septischen oder Sepsis-ähnlichen Krankheitsbildern nach wie vor mit einer hohen Letalität einher geht.

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