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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-25595
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2559/


Neurotrophine als Wachstumsmodulatoren von epithelial-mesenchymal-neuroektodermalen Interaktionssystemen am Modell des humanen Haarfollikels

Hansen, Marit Gunild

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: BDNF, NGF
Freie Schlagwörter (Deutsch): Haarfollikel , Neurotrophine , Kultur , Regression , humane Kopfhaut
Basisklassifikation: 44.93
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Paus, Ralf (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 01.08.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Zusammenfassung
Die biologischen Effekte der Neurotrophine reichen weit über das Nervensystem hinaus. Wie
bereits Studien an C57BL/6 Mäusen gezeigt haben, werden Neurotrophine und ihre
Rezeptoren im Haarfollikel exprimiert und zeigen wachstumsmodulatorische Effekte im Sinne
einer Katageninduktion. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob Neurotrophine in
humanen Skalphaut-Follikeln exprimiert werden und ob sie eine
haarwachstumsmodulatorische Rolle im humanen System innehaben.
Mittels RT-PCR soll die mRNA-Expression und mittels immunhistologischer Analyse die
Expressionsmuster von NGF und BDNF und ihrer Rezeptoren TrkA, TrkB und p75NTR in
humaner Kopfhaut gezeigt werden. Humane Anagen-Haarfollikel werden unter Einfluss von
NGF und BDNF kultiviert und anschließend die Haarzyklus-Stadien der kultivierten
Haarfollikel bestimmt, um wachstumsmodulatorische Effekte der Neurotrophine zu eruieren.
Zum Schluss wird anhand von immunhistologischen Färbungen untersucht, inwiefern sich
die Keratinozyten im Haarbulbus nach der Neurotrophin-Kultur in Proliferation oder Apoptose
befinden.
Im experimentellen Teil der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, dass RNA- und
Proteinexpression von Neurotrophinliganden und -rezeptoren in humanen Skalphaut-
Follikeln existiert. Die Expression von NGF- und TrkA-Protein dominiert im epithelialen
Kompartiment von humanen Anagen-Haarfollikeln. BDNF-Protein wird vorrangig im
mesenchymalen, TrkB-Protein im epithelialen Kompartiment exprimiert. Die Expression von
p75NTR-Protein dominiert in der äußeren Wurzelscheide. In den Haarfollikel-Kulturen führen
hohe Konzentrationen an NGF und BDNF signifikant zur Inhibition der Haarschaft-
Elongation, niedrige Konzentrationen zur Förderung der Haarschaft-Elongation. Die Analyse
der Haarzyklusstadien der kultivierten Haarfollikel zeigt, dass die mit hohen Konzentrationen
an NGF und BDNF behandelten Haarfollikel frühzeitig in ein katagen-ähnliches Stadium
eingetreten sind. Diese Katageninduktion ist verbunden mit einer Zunahme der
apoptotischen Keratinozyten und einer Abnahme der proliferierenden Keratinozyten im
Haarbulbus. Neurotrophine spielen somit eine Rolle in der humanen Haarwuchskontrolle,
indem sie konzentrationsabhängig das Haarwachstum hemmen bzw. fördern. Vor dem
Hintergrund der Literatur implizieren diese Ergebnisse, dass der humane Haarfollikel Quelle
und Zielorgan von Neurotrophinen ist und diese ihre Effekte in vivo über auto-/ parakrine
Wirkmechanismen und mesenchymal-epitheliale Wechselwirkungen innerhalb der
Haarfollikelkompartimente vermitteln. Die haarwachstumsmodulatorische Wirkung von
Neurotrophinen in vitro impliziert, dass Neurotrophine und Neurotrophin-Antagonisten zu
wirksamen pharmakologischen Substanzen in der Behandlung von Alopezien und
Hypertrichosen werden können.

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