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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-26767
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2676/


Über das Erinnern in der Hofkunst Alfonso d Estes : Ein kunsthistorischer Versuch zur Theorie des kulturellen Gedächtnisses

About Remembering in the courtial art of Alfonso d'Este : A study in the history of art on the theory of cultural memory

Schmitt, Christoph

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SWD-Schlagwörter: Antike / Rezeption , Ferrara , Alfonso <Ferrara, Herzog, I.> , Dossi , Dosso , Kollektives Gedächtnis , Renaissance / Geschichte 1520-1600
Freie Schlagwörter (Englisch): cultural memory
Basisklassifikation: 20.10 , 20.06 , 21.13 , 20.20
Institut: Kulturgeschichte und Kulturkunde
DDC-Sachgruppe: Malerei
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Schoell-Glass, Charlotte (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.05.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 07.11.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Die Studie widmet sich den mythologisch-allegorischen Bildern, den sogenannten poesie, am Hofe Alfonso I. d’Estes (r. 1505-1535) zu Ferrara. Ausgehend von der Theorie des kulturellen Gedächtnisses (J. Assmann) liegt der methodische Schwerpunkt der Untersuchung auf der Kognitionsleistung des Erinnerns - einem konstruktiven Assoziationsprinzip, das sich an den vorhandenen kulturellen Mustern und Denkformen ausrichtet. Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Erinnerungsprozesse nicht bloß Vergangenes bewahren, sondern selektiv aus den gegenwärtigen Idealen einer Gesellschaft geformt werden.
In Oberitalien stellen die Compagnie della Calza (Strumpfgesellschaften) die dominierende Käuferschicht für allegorisch-mythologische Gemälde. Diesen venezianischen Adelsgesellschaften - Alfonso I. war Mitglied bei den Potenti - oblag die Organisation von Festen. Die festbeschreibende Literatur zu Intermedien (Zwischenspiele) oder zu venezianischen mumarie legt Zeugnis ab von der Vorliebe des Publikums für die originelle Auslegung antiker Mythen. Die Untersuchung erkennt in der Festkultur ein Analogon zu den ikonographischen Rätseln, welche die Ferrareser Gemälde aufgeben.
Es wird dargelegt, daß sich Alfonsos I. Lebensideal in der voluptas honesta manifestiert, dem „ehrbaren Vergnügen“ an vagen Bildern und schönen Gärten. Dazu ist die historische Parallele zum antiken Lebens- und Herrschaftsideal der tryphé (lat. voluptas) mit seinem Protagonisten Bacchus bemerkenswert. Als vorbildhaft für den neuen Kunstgenuß betrachtet die Studie die aufkommende Kultur der Antikengärten, welche die vereinte ästhetische Wahrnehmung von klassischen Texten und antiken Skulpturen an einem locus amoenus ermöglicht - so wie es die Ferrareser Gemälde Dosso Dossis, Bellinis, Tizians und San Pellegrinos transzendieren.
Kurzfassung auf Englisch: The study investigates the mythological paintings, the so-called poesie, at the ferrarese court of Alfonso d Este (1505 -1535). Based on the theory of cultural memory (Jan Assmann) the main focus lays on the cognition of remembering. Remembering is seen as a constructive principle of association that follows the examples of cultural patterns and thoughts. Instead of only preserving the past one s memories are selectively influenced by contemporary ideals.
It is assumed that the most important ideal for Alfonso has been the voluptas honestas. It can be described as the honourable pleasure for vague paintings and beautiful gardens. In analogy to the reception of the antique in the mysteriously paintings the author comes across the interludes (intermezzi). Decisive for the taste of courtial entertainment, including both paintings and interludes, were the compagnie della calza. These were companies of noblemen in which one of them Alfonso has taken part. However, the arising culture of the suburban and urban antique-gardens in the italian renaissance demands the perception of nature, sculptures, and literature in a locus amoenus. And that is shown by the mysteriously paintings by Giovanni Bellini, Titian, Dosso Dossi and San Pellegrino at the ferrarese court.

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