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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-27160
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2005/2716/


Gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kleinkindern mit Asthma bronchiale und Neurodermitis constitutionalis im Verlauf einer Rehabilitationsmaßnahme : Die Sicht der Mutter

Wewel, Alexandra Ricarda

Originalveröffentlichung: (2005) Eur Respir J 2004; 24 (Suppl. 48): 520 s
pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Lebensqualität , Rehabilitation , Bronchialasthma , Asthmatiker , Endogenes Ekzem , Atopie , Chronische Krankheit , Schulung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kleinkinder , KINDL-Fragebogen , Child Health Questionnaire
Basisklassifikation: 44.07
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bullinger, Monika (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.09.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 21.11.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Asthma bronchiale und atopisches Ekzem gehören zum Formenkreis der atopischen Erkrankungen. Mit steigender Prävalenz sind 10-15% aller Kinder chronisch erkrankt. Therapeutisch kann nicht Heilung Ziel sein, sondern neu definierte Richtlinien spielen eine Rolle, um ein weitgehend normales Leben den Kindern zu ermöglichen. Die Beurteilung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Qol) hat hierbei einen Stellenwert erlangt. Unter Qol wird ein multidimensionales Konstrukt verstanden, welches mit dem vom Patienten subjektiv selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand gleichzusetzen ist und verschiedene Ebenen (körperliche Verfassung, psychisches Wohlbefinden, soziale und verhaltensbezogene Beziehungen)umfasst. Ein unterstützender Behandlungsaspekt stellt die Rehabilitation dar. Durch Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit und Förderung der Integration in den Alltag ist das Ziel der Rehabilitation eng mit den Dimensionen der Lebensqualität verbunden. Bisherige Untersuchungen zu diesem Thema haben ausschließlich ältere Kinder untersucht. Aufgrund der hohen Prävalenz im Kleinkindesalter für die atopischen Erkrankungen, war es Ziel dieser Untersuchung zu prüfen, wie bei chronisch erkrankten Kleinkindern von 4-7 Jahren die Qol durch die Mutter bewertet wird und ob sich im Verlauf einer Rehamaßnahme neben dem Gesundheitszustand auch die Qol ändert. Bei bestehender Mutter-Kind-Entität in diesem Alter ist die Beurteilung aus Sicht der Mutter (Proxy-Angaben) wichtig.
In einer multizentrischen Längsschnittuntersuchung wurden Mütter mit chronisch erkrankten oder infektanfälligen Kindern im Alter von 4-7 Jahren zu 3 Messzeitpunkten (MZP) – Beginn, Ende und 3 Monate nach Rehabilitation – zum kindlichen Gesundheitszustand und zur Qol befragt. Einsatz fanden die Lebensqualitätsmessinstrumente Child Health Questionnaire (CHQ) und Kiddy-KINDL. Ärztliche Angaben zu Krankheitsschweregrad, Symptomen, Therapiestatus und klinischen Messparametern wurden ebenso festgehalten. 177 Mütter-, 184 Kinder- (33 Asthmatiker, 33 Kinder mit atopischen Ekzem, 14 Kinder mit Asthma und atopischen Ekzem sowie 104 Kinder mit Infektanfälligkeit) und 182 ärztliche Angaben liegen zum ersten MZP vor.
Der allgemeine Gesundheitszustand(aG)der Kinder wurde zu MZP 1 als überwiegend „gut“ / „sehr gut“ beschrieben. Die Ärzte beurteilten den aG der Kinder, die sowohl an Asthma als auch an atopischen Ekzem erkrankt waren, etwas schlechter. Der Schweregrad der Krankheiten wurde durch die Ärzte als leichtgradig eingestuft, die Mütter sahen ihre Kinder als mittelgradig erkrankt an.
Im Verlauf der Reha zeigte sich sowohl in der ärztlichen als auch in der mütterlichen Einschätzung eine signifikante Besserung des aG aller Kinder – unabhängig von ihrer zugrunde liegenden Erkrankung. Dieser Effekt blieb auch im mütterlichen Follow-up nach drei Monaten hochsignifikant nachweisbar. Die ärztliche und mütterliche Beurteilung der krankheitsspezifischen Beschwerden ergab in beiden Gruppen zum MZP 2 ebenfalls eine signifikante Verbesserung. Die Ärzte sahen dabei einen größeren Erfolg bei den Kindern mit atopischen Ekzem, die Mütter beurteilten den Erfolg bei den Asthmatikern höher.
Zum MZP 1 sahen die Mütter eine eingeschränkte Qol ihrer Kinder. Diese fiel umso schlechter aus, je schwerer das Kind erkrankt war, je mehr medikamentöse Therapie benötigt wurde. Unabhängig von der Art der Erkrankung wurde die Qol der Jungen schlechter als die der Mädchen beurteilt, bei älteren Kindern schlechter als bei jüngeren, bei Familien mit niedrigem Nettohaushaltseinkommen schlechter als bei reicheren Familien, bei Kindern von nicht arbeiteten Müttern, schlechter als bei Kindern von berufstätigen Müttern. Zum MZP 2 verbesserte sich aus Sicht der Mutter die Qol bei allen Kindern, unabhängig von der Grunderkrankung und Schweregrad.
Die Ergebnisse zeigen, dass leicht bis mittelgradig chronisch erkrankte Kleinkinder, aus Sicht der Mütter, eine verminderte Lebensqualität haben. Ein signifikanter Unterschied in der Beurteilung nach Art der Krankheit lässt sich nicht zeigen. Kinder mit Infektanfälligkeit sind ebenso aus Sicht der Mütter in ihrer Qol beeinträchtigt wie Kinder mit chronischen Krankheiten Asthma bronchiale und atopischen Ekzem.
Die Mutter-Kind-Reha stellt eine wirksame therapeutische Intervention dar,klinische Verbesserungen im Rehaverlauf führen zu einer Steigerung der Qol. Soziodemographische Faktoren beeinflussen die Qol, erkrankungsabhängige signifikante Unterschiede in der Veränderung der Lebensqualität ergaben sich nicht. Mit evaluierten Messinstrumenten (KINDL, CHQ) lässt sich die Lebensqualität der Kinder aus Sicht der Mütter sensitiv nachweisen. Um jedoch die Angaben der Mütter zu erweitern bzw. zu überprüfen, wäre eine Auswertung der kindlichen Angaben zur selbst wahrgenommen Lebensqualität darüber hinaus wünschenswert.

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