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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-27686
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2768/


Bedeutung von 3,4-Methylendioxymethamphetamin ("Ecstasy") als Triggersubstanz der Malignen Hyperthermie

The meaning of 3,4-methylenedioxymethamphetamine ("ecstasy") as trigger of malignant hyperthermia

Menge, Melanie

Originalveröffentlichung: (2005) Induction of malignant hyperthermia in susceptible swine by 3,4-methylenedioxymethamphetamine ("ecstasy").Comment in: Anesthesiology. 2004 Jul;101(1):263; author reply 264.
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SWD-Schlagwörter: Ecstasy , Maligne Hyperthermie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Triggersubstanz , Schwein , Mensch , MH-Disposition
Freie Schlagwörter (Englisch): trigger , porcine , human
Basisklassifikation: 44.66 , 44.39 , 44.80
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Strate, Tim Gerrit (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.11.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 18.01.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Maligne Hyperthermie ist eine in der Anästhesie gefürchtete akut eintretende Komplikation, welche durch bestimmte Triggersubstanzen ausgelöst werden kann. Vor dem Hintergrund zahlreicher Literaturangaben kann spekuliert werden, dass auch 3,4-Methylendioxymethamphetamin („Ecstasy“) ein Auslöser der Malignen Hyperthermie ist. Für diese Hypothese gibt es mehrere klinische und experimentelle Anhaltspunkte:
1. Der Verlauf des klinischen Erscheinungsbildes einer MDMA-Intoxikation ähnelt sehr der Symptomatik einer MH-Krise.
2. Das MH-spezifische Antidot Dantrolen wurde auch bei der Therapie der durch MDMA-Intoxikation hervorgerufenen Hyperthermie erfolgreich eingesetzt.
3. Bei Betrachtung des pathophysiologischen Mechanismus der MH wurde belegt, dass durch Überstimulation des Serotoninsystems eine MH-Krise ausgelöst werden kann. Ecstasy bewirkt ebenso eine serotonerge Überstimulation und kommt somit als Auslöser einer MH in Frage.
4. Es konnte eine direkte Wirkung von Ecstasy am humanen Skelettmuskel nachgewiesen werden. Dabei führte die alleinige Gabe von Ecstasy bei MHS-Muskeln zu einer ausgeprägten Kontrakturentwicklung, wohingegen bei MHN-Muskeln keine Kontraktur auslösbar war. Der Effekt war daher mit anderen Triggersubstanzen vergleichbar.
Aufgrund der vorliegenden klinischen Beobachtungen und Untersuchungsergebnisse stellen wir die Hypothese auf, dass es sich bei Ecstasy um eine Triggersubstanz der MH handelt. Ziel dieser Arbeit war daher für Ecstasy die MH-Triggerpotenz zu klären und eine mögliche Kontraindikation bei MH-Disposition zu belegen oder auszuschließen.
Zur Prüfung dieser Hypothese wurde in einem in-vivo Versuch MHS- und MHN–Schweinen MDMA in ansteigender Dosis appliziert und die Reaktion des Organismus im Hinblick auf die Entwicklung einer MH-Krise registriert.
Es wurden die folgenden Ergebnisse gewonnen:
1. „Ecstasy“ ist ein Trigger der Malignen Hyperthermie beim suszeptiblen Schwein. Die in dieser Untersuchung verwendeten kumulativen Ecstasy-Konzentrationen waren mit denen von Menschen eingenommene Konzentrationen vergleichbar. Somit besteht der Verdacht, das „Ecstasy“ auch bei MH-suszeptiblen Menschen eine Maligne Hyperthermie triggern könnte. Ein Konsum von Ecstasy ist daher für MHS-Patienten absolut kontraindiziert.
2. Die Therapie des „Ecstasy“-induzierten Hyperthermiesyndroms mittels der Gabe von Dantrolen verlief in diesem Experiment erfolgreich. Als Fazit für die Praxis folgt daraus, dass bei Patienten mit MDMA-Intoxikation ein Therapieversuch mit Dantrolen indiziert ist.
3. Zur Verbesserung der Sicherheit von MH-disponierten Patienten sollte sich dieser Personenkreis nach MDMA-induziertem hypermetabolischem Syndrom einer MH-Diagnostik mit dem Halothan-und Koffein-in-vitro Kontrakturtest unterziehen.
4. Die MHN-Schweine reagierten ebenfalls mit einer hypermetabolen Stoffwechselentgleisung auf die Ecstasy-Applikation, die jedoch deutlich milder verlief. Es wurden keine MH-typischen Kriterien im Sinne einer MH-Krise erfüllt.


Kurzfassung auf Englisch: 3,4-Methylenedioxymethamphetamine (MDMA, "ecstasy") can mediate acute toxic effects such as muscle rigidity, metabolic acidosis, and hyperthermia. Because of close clinical similarities, an association between MDMA intoxication and malignant hyperthermia (MH) was suggested. The aim of this study was to investigate whether MDMA is a trigger of MH in susceptible swine. METHODS: MH-nontriggering general anesthesia was performed in six MH-susceptible (MHS) and six MH-normal swine. The animals were exposed to MDMA in cumulative doses of 0.5, 1, 2, 4, 8, and 12 mg/kg. The clinical occurrence of MH was defined by achievement of two of three conditions: central venous Pco2 >/=75 mmHg, central venous pH /= 2.0 degrees C. Once MH occurred, a standardized therapy with dantrolene, sodium bicarbonate, and hyperventilation with 100% oxygen was initialized. RESULTS: Administration of 8 mg/kg MDMA triggered MH in all MHS swine. The MH-normal swine also developed clinical signs of hypermetabolism, but even after administration of 12 mg/kg MDMA, changes were moderate compared with the MHS swine. Dantrolene therapy of MDMA-induced MH crisis in the MHS swine partially counteracted the clinical signs of MH immediately.
CONCLUSIONS: MDMA induces MH in genetically susceptible swine in relevant doses. Therefore, MHS patients should avoid use of MDMA or related drugs. Patients with a personal or family history of MDMA-induced hyperthermia should be tested for a diagnosis of MH susceptibility. Dantrolene is effective in therapy of MDMA-induced porcine MH.

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