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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-27724
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2772/


Einstellungen von Professionellen im Gesundheitswesen zur Telematik

Stein, Jennifer

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Telemedizin , Medizinisches Personal
Basisklassifikation: 44.07 , 44.17
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Koch-Gromus, Uwe (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.12.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 31.01.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Anwendung von Telemedizin kann der Optimierung von Handlungsabläufen, Unterstützung der Entscheidungsfindungen und der Kommunikation innerhalb des an der Versorgung der Patienten und Dokumentation der Fälle beteiligten Fachpersonals dienen. Die Einführung telemedizinischer Anwendungen bedeutet für das medizinische Fachpersonal eine Veränderung ihrer gewohnten Arbeitsabläufe. In der Einführungsphase von Telemedizin und Gesundheitstelematik sollten insbesondere Fragen nach Veränderungen in Arbeitsabläufen und persönlichen Einstellungen zur Gesundheitstelematik durch das medizinische Fachpersonal untersucht werden, da diese einen bedeutenden Einfluss auf die Umsetzungsmöglichkeiten der Implementation von tele-medizinischen Anwendungen haben könnte. Dieser Aufgabe widmete sich in einem ersten Ansatz die vorliegende Studie. Ziel der Studie war es, Einstellungen, Prozesse und Outcome-Parameter, die von der Einführung von Gesundheitstelematik betroffen sind, auf Seiten der Professionellen zu identifizieren.
Methodik: Phase 1: Instrumententwicklung
Es wurden Interviews transkribiert, die von Mitarbeitern des Gutachtenteams Niemeyer und Stettin im Rahmen des Projektes „Telematik in einem Demonstrationsvorhaben Brust-krebs“ der Hamburger Behörde für Umwelt und Gesundheit mit Vertretern der Krankenkasse, der kassenärztlichen Vereinigung, Ärzten, Krankenschwestern und Patientinnen ge-führt wurden. Aus den Aussagen wurden Items entwickelt, die zur Erstellung eines neuen Fragebogens zur Evaluierung der persönlichen Einstellungen des medizinischen Personals zu telemedizinischen Anwendungen verwendet wurden.
Phase 2: Pilotstudie
Dieser neu entwickelte Fragebogen (TEMP = Telemedizin: Einstellungen des medizinischen Personals) wurde dann in einem zweiten Schritt bei medizinischem Personal getestet. Zur Validierung des eigenen Fragebogens wurden zwei Standardfragebögen hinzugefügt: 1. Fragebogen zur Motivation, Computeranwendungen zu verwenden, erstellt von Davis et al. 1992. 2. Efford-Reward-Questionnaire (ERI; Siegrist et al. 2004). Dieser Fragebogen erhebt Einstellungen zum Arbeitsplatz, insbesondere berufliche Gratifikationskrisen.
Methoden der Pilottestung: Neben deskriptiven Analysen wurden Mittelwertsanalysen sowie statistische Zusammenhangsanalysen (Produkt-Moment-Korrelation nach Pearson, Chi, Phi) durchgeführt. Für die Auswertung der Mittelwertvergleiche (t-Tests), der Produkt-Moment-Korrelation nach Pearson und des Phi-Koeffizienten wurde ein Signifikanzniveau bei p<0.05 gesetzt. In der vorliegenden Arbeit war es weniger von Interesse dezidierte inhaltliche Hypothesen statistisch abzusichern als vielmehr orientierend Hypothesen zu generieren.
Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse der Fragebogenstudie legen nahe, dass die Einstellungen des medizinischen Personals ein relevanter Faktor für die Umsetzung telemedizinischer Technologien in Krankenhäusern sind. Insbesondere lässt sich anhand der in dieser Studie erhobenen Daten und den daraus resultierenden Ergebnissen sagen, dass trotz der Ergebnisse anderer Studien, die her-ausfanden, dass ältere Arbeitnehmer insgesamt einen Nachteil haben, wenn sie mit neuen Technologien arbeiten sollen (Westerman u. Davies 2000), die in dieser Unter-suchung gefundenen Ergebnisse vermuten lassen, dass ältere Arbeitnehmer positiver zu ihrem Arbeitsplatz und zu der Einführung von modernen Teletechnologien stehen als bisher angenommen. Außerdem zeigen die Ergebnisse weiterhin, dass Motivation einen wichtigen Faktor in der Akzeptanz der neuen Technologien darstellt. Wie also aufgrund der Studien-lage vermutet (Dansky et al. 1999), könnte davon ausgegan-gen werden, dass durch den Faktor der Motivation ein Selektionseffekt bezüglich der Einführung von Telemedizin auszugehen scheint. Weiterhin wichtig ist die Erkenntnis, dass die Nutzung an sich die Akzeptanz der Telemedizin fördert, wie es bei dem Beispiel der Befundübermittlung gezeigt werden konnte. Bei der Bewertung der Ergebnisse dieser Studie ist zu beachten, dass nur eine kleine Stichprobe (n=41) untersucht wurde, die zudem örtlich begrenzt (Hamburg) und in sich heterogen ist, sowohl was die verschiedenen Fachbereiche als auch die verschiedenen Berufs- und Altersgruppen angeht. Außerdem betrachtet die Studie die Einstellungen des medizinischen Personals zu Telemedizin nur zum Erhebungszeitpunkt. Studien, die den Implementationsprozess von Telemedizin in Längsschnittuntersuchungen erheben, sollten folgen. Auch sollten die in dieser Studie entwickelten Skalen des TEMP-Fragebogens weiteren Testungen unterzogen und in Evaluationsstudien genutzt und überprüft werden. Insgesamt deuten die dargestellten Ergebnisse darauf hin, dass die persönlichen Einstellungen des medizinischen Personals ein wichtiger Faktor bei der Implementierung von tele-medizinischen Anwendungen sind und somit Grundlage weiterer umfassenderer Studien sein sollten.

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