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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-28271
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2827/


Gebrauchstaugliche didaktische Software : Entwicklungsprozess, Didaktik, Gestaltungsprinzipien

Janneck, Michael

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Softwareergonomie , Computerunterstütztes Lernen , Unterrichtsplanung , Software Engineering
Freie Schlagwörter (Deutsch): Gebrauchstauglichkeit , CommSy , Vernetzte Lernprojekte
Basisklassifikation: 54.89
Institut: Informatik
DDC-Sachgruppe: Informatik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Oberquelle, Horst (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.02.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 14.03.2006
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser Arbeit wird eine auffällige Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim Einsatz der sogenannten „Neuen Medien“ im Unterricht konstatiert: Während einerseits eine neue Lernkultur postuliert wird, in der Lernende eigenverantwortlich und selbstbestimmt ihre Lerninteressen verfolgen, orientiert sich andererseits existierende didaktische Software an den traditionellen Mustern der universitären Lehre, die aus pädagogischer Sicht nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Dort, wo in Lehrveranstaltungen eine neue Lernkultur vorherrscht, hat Softwareunterstützung nur selten eine Bedeutung, obwohl es durchaus Potenziale dafür gäbe.

Als eine Ursache für diese Defizite wird angenommen, dass in Software- und Hochschulentwicklungsprozessen die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Software und Nutzungskontexten nicht angemessen berücksichtigt werden. Aus dieser Annahme leitet sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit ab, wie innovative Unterrichtskonzepte mit gebrauchstauglicher didaktischer Software unterstützt werden können. Diese Frage wird auf drei Ebenen beantwortet.

Vorgestellt wird zum einen ein Vorgehensmodell zur koevolutionären Entwicklung von didaktischer Software und Unterrichtskonzepten, in dem die Besonderheiten des Nutzungskontextes „Unterricht“ in den Blick genommen werden: der übergang von der Arbeitswissenschaft zur Didaktik als Partnerwissenschaft im Entwicklungsprozess, die zeitliche Begrenztheit und hohe Dynamik von Unterricht sowie die Rollenverteilung zwischen Lernenden und Lehrenden. Die Kernidee des koevolutionären Vorgehens ist die Orientierung an Unterrichtskonzepten als abstrakten Nutzungskontexten im Gestaltungsprozess.

Hergeleitet werden zudem vier Grundsätze einer menschengerechten Didaktik: persönliche Bedeutsamkeit, Eigenverantwortlichkeit, Ganzheitlichkeit und Gemeinschaftlichkeit. Diese Grundsätze dienen analog zu den Grundsätzen menschengerechter Arbeit bei der Gestaltung von Bürosoftware als unverzichtbare Voraussetzung für die Gestaltung von Unterricht, in dem gebrauchstaugliche Software eingesetzt wird. Sie bilden damit auch eine Grundlage für die Diskussion von Gestaltungsprinzipien für didaktische Software.

Drei Gestaltungsprinzipien für gebrauchstaugliche didaktische Software werden aus den Besonderheiten des Nutzungskontextes Unterricht und den Grundsätzen einer menschgerechten Didaktik hergeleitet und bilden die dritte Ebene, auf der die Fragestellung beantwortet wird: Einfachheit, soziale Durchschaubarkeit und Offenheit. Diese Gestaltungsprinzipien sind als Ergänzung und Konkretisierung zu den Grundsätzen der Dialoggestaltung aus der ISO 9241-10 und zentralen Herausforderungen bei der Gestaltung von Groupware zu verstehen.

Diese Ergebnisse werden zum einen aus dem jeweiligen theoretischen Hintergrund begründet, zum anderen anhand eines empirischen Beispiels überprüft. Grundlage bildet die koevolutionäre Entwicklung von CommSy, einer didaktischen Software zur Unterstützung projektorientierter Lehre, und vernetzten Lernprojekten, einem pro jektorientierten Unterrichtskonzept, das eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht und in dem Softwareunterstützung konsequent einbezogen ist.
Kurzfassung auf Englisch: This thesis reflects upon a striking difference between the claims that accompany the educational use of so-called “new media” and its actual implementation: On the one hand, many authors in the field stress the importance of responsible and self-directed learning. On the other hand, however, existing e-learning software is usually geared to traditional patterns of higher education that are outdated from a pedagogical point of view. In essentially progressive educational settings software support is seldom used, despite of its potential.

Assumably, one reason for this is that the mutual dependencies between software development processes and changes in the educational context of use are not taken into account. Therefore, the pivotal research question is how to support innovative educational settings with usable didactical software. This question is answered with respect to three different aspects.

First of all, a model for the co-evolutionary development of didactical software and didactical concepts is presented. This model accounts for the characteristics of educational contexts of use, namely their temporary and highly dynamic nature, the allocation of roles between students and teachers, and a reference to didactics rather than ergonomics in HCI design. In this approach, didactical concepts are used as conceptual context of use to inform software design.

Secondly, four principles of human-centered didactics are described: personal significance, responsibility, collaboration, and holistic view. These principles guide the design of educational settings supported by software, analogous to the use of ergonomic principles of human-centered work for office software design.

Thirdly, three design principles for usable didactical software are derived from the characteristics of educational contexts of use and the principles of human-centered didactics: ease of use, social transparency, and openness. These design principles are to be viewed as a supplement and specification of the dialogue principles suggested by ISO 9241-10 and general challenges of groupware design.

These results are theoretically founded as well as empirically verified: The co-evolutionary development of CommSy, a didactical software to support pro ject-oriented learning, and a didactical concept facilitating self-directed and responsible learning supported by software, called networked learning projects, is presented as a case study.

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