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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-28670
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2867/


Messwiederholungsanalyse internistischer Blutdaten im Vergleich von aktuellen sowie ehemaligen Ecstasykonsumenten und Kontrollen

Kandel, Sonja

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SWD-Schlagwörter: Ecstasy , internistische Langzeitkomplikationen
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Thomasius, Rainer (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.03.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 03.04.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Droge „Ecstasy“ war in den achtziger Jahren noch unbekannt, doch seit einigen Jahren ist sie nicht mehr aus der Techno- und Houseszene wegzudenken. Die Substanz MDMA und seine Abkömmlinge, die unter dem Begriff Ecstasy zusammengefasst werden, erfreuen sich in den westlichen Industriestaaten aufgrund ihrer euphorisierenden sowie stimulierenden Effekte weiterhin großer Popularität. Da das Rauschmittel auch akute internistische und psychiatrische Nebenwirkungen hat, ist es zunehmend zu einem gesundheitspolitischen Problem geworden. Zahlreiche Tierexperimente weisen auf eine neurotoxische Wirkung von Ecstasy hin, und langfristige psychiatrische Störungen wurden beobachtet. Bezüglich internistischer Langzeitfolgen durch Ecstasykonsum existieren in der Literatur keine Studien an größeren Populationen.
Die vorliegenden Arbeit, die Teil einer interdisziplinären klinischen Studie des Bundesinsti-tuts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist, wurde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt. Sie befasst sich mit den Merkmalen internistischer Blutparameter von Personen mit haaranalytisch verifiziertem Ecstasykonsum (Aktuelle Ecstasykonsumenten) bzw. Nicht-Konsum (Ehemalige Ecstasykonsumenten) im Vergleich zu Personen ohne Ecstasyerfahrung. Die Probanden wurden im Zeitraum von 01.01.2001 bis 31.03.2003 an drei Messzeitpunkten untersucht. Es werden das varianzanalytisch errechnete Ergebnis des ersten Messzeitpunktes sowie die längsschnittliche Perspektive der Daten mittels Varianzanalysen für Messwiederholungen präsentiert. Die Ausgangsstichprobe setzt sich aus 120 Probanden zusammen. Sie unterteilt sich in 30 drogenabstinente Kontrollen (50% Frauen, 50% Männer, Durchschnittsalter 24 Jahre), 29 Polytoxikomane Kontrollen (52% Frauen, 48% Männer, Durchschnittsalter 24 Jahre), 30 Personen mit Ecstasykonsum (50% Frauen, 50% Männer, Durchschnitssalter 25 Jahre), und 31 Ehemalige Ecstasykonsumenten (45% Frauen, 55% Männer, Durchschnittsalter 24 Jahre). Am dritten Messzeitpunkt nahmen nur noch 67 Probanden teil. So verblieben 16 drogenabstinente Personen, 17 polytoxikomane Drogenkon-sumenten ohne Ecstasyeinnahme, 18 Aktuelle Ecstasykonsumenten und 16 Ehemalige Ecsta-sykonsumenten.
Die im Rahmen der ersten Erhebungswelle durchgeführten Mittelwertsvergleiche der vier Gruppen erbrachten die folgenden signifikanten Ergebnisse:
In dem Parameter Mittleres Erythrozytenvolumen (MCV) weisen die Ehemaligen Ecstasykonsumenten signifikant höhere Mittelwerte im Vergleich zu den Abstinenten Kontrollen auf. Aktuelle Ecstasykonsumenten haben im Vergleich zu den Polytoxikomanen Kontrollen eine sehr signifikant längere Thrombinzeit und zeigen bezüglich der Natriumkonzentration im Blut signifikant höhere Mittelwerte. In dem Merkmal „Albumin“ weisen die Aktuellen Ecstasykonsumenten im Vergleich zu den beiden Kontrollgruppen sehr signifikant höhere Werte auf. In dem Parameter „Alkalischen Phosphatase“ wurden bei den Polytoxikomanen Kontrollen signifikant bis hochsignifikant höhere Konzentrationen gemessen als bei den beiden Untersuchungsgruppen. Die Abstinenten Kontrollen unterscheiden sich bezüglich der „Alkalischen Phosphatase“ von den Aktuellen Ecstasykonsumenten signifikant. Hinsichtlich der Lipasekonzentration weisen die beiden Kontrollgruppen sehr signifikante bis hochsignifikante Mittelwerte im Vergleich zu den beiden Untersuchungsgruppen auf. In dem Merkmal HDL-Cholesterin unterscheiden sich die Polytoxikomanen Kontrollen signifikant von den Aktuelle Ecstasykonsumenten.
Bezüglich der längsschnittlichen Perspektive konnten keine signifikanten Ergebnisse beobachtet werden.
Die gefundenen signifikanten Mittelwertsvergleiche sind schwierig zu interpretieren, da sie zumeist nicht pathologisch und daher klinisch nicht relevant sind. Sie sind möglicherweise statistische Artifakte.
Die Resultate dieser Arbeit können keinen Nachweis hinsichtlich langfristiger Folgen nach regelmäßiger Einnahme von Ecstasy im Hinblick auf internistische Erkrankungen liefern. Da zahlreiche internistische Komplikationen und immunsuppressive Wirkungen nach Ecstasyeinnahme in der Literatur beschrieben werden, müssen noch weitere Forschungsprojekte folgen, um organische Schäden nach langfristigem Ecstasykonsum auszuschliessen.


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