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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-29424
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2942/


Dimenhydrinat als antiemetische Prophylaxe bei Kindern mit einem allgemeinchirurgischen Eingriff unter Allgemeinanästhesie : Eine zweiteilige Anwendungsbeobachtung zur Therapie und Prophylaxe von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Tavares de Sousa, Manuela

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SWD-Schlagwörter: Erbrechen , Übelkeit , Kind , Postoperative Phase , Nausea
Freie Schlagwörter (Deutsch): PONV , Emesis , Dimenhydrinat , Vomex , Anwendungsbeobachtung
Freie Schlagwörter (Englisch): PONV , Nausea , Emesis , Children , postoperative problems
Basisklassifikation: 44.66
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Beck, Helge (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.05.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 12.06.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Durch Anästhesien bedingte, lebensbedrohliche Komplikationen treten mit den modernen anästhesiologischen Verfahren immer mehr in den Hintergrund. Die Aufmerksamkeit der Anästhesiologen richtet sich nun vermehrt auf Komplikationen, die den Patientenkomfort postoperativ beeinträchtigen. Für den Patienten stellt hier PONV den stärksten Grund der Unzufriedenheit dar. Ziel der vorliegenden Untersuchung war deshalb, die Wirksamkeit von Dimenhydrinat Suppositorium auf PONV bei Kindern, die sich zu einer elektiven Operationen in der Allgemeinchirurgie vorstellten, zu beurteilen.

Dazu wurde zunächst die Inzidenz von PONV bei einem allgemeinchirurgischen Eingriff überprüft. 203 Patienten im Alter von 1 bis 16 Jahren, die sich einem allgemeinchirurgischem Eingriff in Allgemeinanästhesie unterzogen, wurden ohne antiemetische Prophylaxe beobachtet. Die Inzidenz von PONV im 24h-Intervall betrug 32,5% und bleibt ein wichtiges Problem bei Kindern.

Nach der vorliegenden Untersuchung bestätigen sich in der Kontrollgruppe aus der Literatur bekannte Risikofaktoren für PONV. Die höchste Inzidenz fand sich bei bekannten Kinetosen in der Anamnese (54,8%). Bekannte Allergien (41,4%), bekannte Vorerkrankungen (45,7%) und bekannte PONV aus früheren Operationen (46,7%) waren weitere Risikofaktoren, die zu einer erhöhten Inzidenz für PONV führten. Anästhesiologisch zeigten sich höhere Inzidenzen für PONV unter Rocuronium (38,9%) und Etomidat (53,3%), aus operativer Sicht war die Eröffnung des Peritoneums (50,0%) mit erhöhten Inzidenzen verbunden.

Den Vergleich zu der vorgenannten Gruppe stellen 103 Patienten im Alter von 1 bis 15 Jahren dar. Diese Patienten erhielten im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung präoperativ Dimenhydrinat Suppositorium. Es fand sich eine signifikante Reduktion von PONV auf 19,4% im 24h-Intervall unter Dimenhydrinat Suppositorium. Eine signifikante Reduktion von PONV zeigte sich vor allem bei Patienten die innerhalb von 120 Min. (von 31,6% auf 19,6%) mit Inhalationsanästhetika (von 33,2% auf 20,2%) eingeleitet und analgetisch Lachgas (von 36,5% auf 20,4%) und Alfentanil (von 32,0% auf 18,5%) erhielten.

Die vorliegenden Ergebnisse verstärken die aus Literatur bekannte Effektivität von Dimenhydrinat auch unter abdominalchirurgischen Eingriffen. Nach der vorliegenden Untersuchung traten Nebenwirkungen nicht auf. Der prophylaktische Einsatz von Dimenhydrinat Suppositorium auch bei risiko-behafteten Patienten scheint daher unbedenklich zu sein. Eine signifikante Reduktion ließ sich in unserer Untersuchung bei diesen Patienten allerdings nicht darstellen, wenn auch die Häufigkeiten in den Untergruppen mit erhöhten Risiko für PONV deutlich geringer ausfielen. Die Ergebnisse sollten deshalb in Folgeuntersuchungen an einer größeren Anzahl von Patienten überprüft werden. Erst dadurch wird sich die Effektivität von Dimenhydrinat Suppositorium voraussichtlich belegen und dessen Stellenwert in der Prophylaxe von PONV bei Risikofaktoren endgültig beurteilen lassen.

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