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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-30303
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/3030/


Im psychiatrischen Krankenhaus untergebrachte psychisch kranke Straftäterinnen

Female offenders with mental disorder treated in psychiatric hospital

Mautner-Lison, Catrin

pdf-Format:
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Freie Schlagwörter (Deutsch): psychisch krank , Straftäterinnen , Maßregelvollzug , Kriminalprognose , Geschlechtervergleich
Freie Schlagwörter (Englisch): mental disorder , female offenders , psychiatric hospital , risk assessment , gender differences
Basisklassifikation: 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Berner, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.06.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 09.08.2006
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurde eine retrospektive Studie an 221 männlichen und weiblichen psychisch kranken Straftätern des Maßregelvollzugs Hamburg durchgeführt. Der Untersuchungszeitraum umfasste die Jahre 1995 bis 2001.
Es sollten die Hypothesen geprüft werden, ob im psychiatrischen Krankenhaus untergebrachte psychisch kranke Straftäterinnen im Vergleich zu den männlichen Patienten in stärkerem Ausmaße krank und weniger kriminell sind, ob eine geschlechtsspezifische Differenz bezüglich kriminologischer und störungsspezifischer Variablen besteht, ob aufgrund von unterschiedlicher Manifestation delinquenten Verhaltens und soziodemografischem Hintergrund geschlechtsspezifische Unterschiede in der gerichtlichen Würdigung der Einweisungsdelikte und der Behandlungspraxis von Männern und Frauen bestehen und ob sich etwaige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kriminalprognose von psychisch kranken Straftäterinnen wieder finden lassen.
Dazu wurden auf dem Wege der Sekundäranalyse patientenbezogene Daten aus den in der Institution aufbewahrten Aktenunterlagen (Krankengeschichten, psychiatrische Sachverständigengutachten, gerichtliche Urteile und Beschlüsse in Einweisungsverfahren und im Verlauf der Unterbringung sowie Auszüge aus dem Bundeszentralregister) erhoben und sowohl in der Gesamtstichprobe, wie auch im matched pair design (Diagnose: Schizophrenie, Delikt: Tötung / Körperverletzung, Alter bei Einweisung + / - 2 Jahre) auf Geschlechtsunterschiede untersucht. Die geringe Anzahl der Straftäterinnen (n = 20) ließ eine Signifikanzberechnung von vornherein nicht sinnvoll erscheinen, so dass sich die Darstellung auf den Bereich deskriptiver Prozentvergleiche beschränkte.
Beim Vergleich der Störungsvariablen ergab sich ein Überwiegen von Achse I (DSM-IV) Störungen bei den Frauen im Vergleich zu den Männern mit gleicher Häufigkeit von sekundärem Substanzmissbrauch (Gesamtstichprobe) sowie ein jüngeres Alter der Patientinnen bei psychiatrischer Erstbehandlung (matched pairs). Der Vergleich der forensischen Daten wies auf einen höheren Anteil an Gewaltdelikten (Tötungsdelikte und Körperverletzung) der Frauen im Vergleich zu den männlichen Einweisungsdelikten hin (Gesamtstichprobe). Bei weniger Frauen als Männern wurde eine Parallelhaftstrafe durch das Gericht verhängt, deutlich weniger Frauen wiesen Vorstrafen auf (Gesamtstichprobe) und die Unterbringung wurde vom Gericht bei Frauen häufiger als bei Männern zur Bewährung ausgesetzt (Gesamtstichprobe). Die Wiedereinweisungsrate war bei beiden Geschlechtern gleich (Gesamtstichprobe). Die Unterbringungsdauer war bei den Straftäterinnen kürzer (Gesamtstichprobe), der zeitliche Beginn von Lockerungen trat bei ihnen früher ein (matched pairs). Die Opfer der Gewaltstraftaten der Frauen waren doppelt so häufig im sozialen Nahraum der Täterinnen zu finden (matched pairs).
Unter Berücksichtigung der Grenzen der Untersuchung (geringe Fallzahlen, retrospektiver Ansatz) hat sich die Hypothese, dass psychisch kranke Straftäterinnen im Vergleich zu den männlichen Patienten in stärkerem Ausmaß krank und weniger kriminell sind, anhand der Geschlechterdifferenz bezüglich der kriminologischen und störungsspezifischen Variablen in der Hamburger Stichprobe bestätigt. Die gerichtliche Würdigung der Straftaten scheint einer eher günstigen Kriminalprognose psychisch kranker Straftäterinnen zu entsprechen.


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