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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-30866
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/3086/


PTA und Stents bei arterieller Verschlusserkrankung des Beckens : Analyse der Ergebnisse unter besonderer Berücksichtigung der TASC-Klassifikation

Buhr, Cornelia

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Basisklassifikation: 44.64
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gross-Fengels, Walter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.09.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 13.11.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Im Zeitraum vom 01.04.1998 bis zum 29.01.2002 wurden 476 transluminale Angioplastien der arteriellen Beckenstrombahn bei 368 Patienten mit chronisch arterieller Verschlusskrankheit in der Radiologischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses Harburg durchgeführt und die technische Erfolgsrate retrospektiv beurteilt. Wir werteten eine Katheterintervention als technisch erfolgreich, wenn unter angiographischen Kriterien eine Residualstenose unter 30% verblieb. 36 Interventionen wurden im Rahmen eines sogenannten interventionell-chirurgischen Kombinationseingriffes und 29 bei kompletten Ver-schlüssen durchgeführt, wobei drei dieser Verschlüsse durch einen interventionell-chirurgischen Kombinationseingriff behandelt wurden. Alle Läsionen wurden morphologisch nach TASC klassifiziert und ausgewertet.
Das TASC-Dokument wurde im Jahr 2000 als Konsensuspapier mit Empfehlungen betreffend Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit durch den „Transatlantischen Konsensus aller Gefäß-disziplinen“ erstellt und veröffentlicht, kommt klinisch jedoch bisher deutlich seltener zur Anwendung als die alte Klassifikation nach Fontaine.
Insgesamt fanden sich 47,90% der Patienten in Gruppe B nach TASC, 36,76% in Gruppe A, 10,08% in Gruppe C und 5,25% in Gruppe D. Werden nur die Patienten mit chronischen Verschlüssen betrachtet, findet sich mit 79,31% der größte Anteil der Interventionen in Gruppe B nach TASC. In Untergruppe A finden sich definitionsgemäß keine Verschlüsse, die übrigen Interventionen wurden der Untergruppe C und D in ähnlicher Verteilung wie im Gesamtkollektiv zugeordnet.
In der Untergruppe der Patienten, bei denen die Angioplastie im Rahmen eines interventionell-chirurgischen Kombinationseingriffes durchgeführt wurde, fanden sich mit 36,11% die meisten Patienten in der Gruppe D nach TASC. In Gruppe B und C fanden sich je 22,22% und in Gruppe A 19,44% der Läsionen.
Insgesamt wurde im Vergleich mit der Literatur eine gute technische Erfolgsrate von 97,90% und eine geringe Komplikationsrate von 5,88% erreicht. In der Gruppe der Patienten, bei denen eine Angioplastie im Rahmen eines interventionell-chirurgischen Kombinationseingriffes durchgeführt wurde, traten keine Komplikationen auf, die Erfolgsrate betrug 100%.
Unter den Patienten mit komplettem Beckenarterienverschluss ergibt sich eine im Vergleich zum Gesamtkollektiv deutlich niedrigere Erfolgsrate von 86,21%. Die niedrigste Erfolgs- und höchste Komplikationsrate ist hierbei unerklärlicher-weise unter den B-Läsionen zu finden. Im Gesamtkollektiv sind 10 Interventionen nicht erfolgreich gewesen. Davon fanden sich vier in der Untergruppe der Verschlusspatienten. Ursache des Misserfolgs lag in drei Fällen in einer frustranen Rekanalisation. In einem weiteren Fall ist ein neuer Verschluss nach Vorangiographie aufgetreten, welcher ein kombiniert intraoperatives Verfahren mit lokaler Thrombektomie und Stentimplantation erforderte.
Misserfolge sind bei Verschlusslängen von unter 2,0 cm und 3,1 cm bis 6,0 cm aufgetreten. Als Komplikationen in dieser Untergruppe fanden sich eine vaso-vagale Reaktion sowie eine bis in die Aorta reichende Dissektion ohne hämo-dynamische Relevanz.
Unter Betrachtung des Gesamtkollektivs sind insgesamt 28 Komplikationen bei 476 Interventionen aufgetreten (5,88%). In nur fünf Fällen (1,05%) musste die Komplikation operativ versorgt werden. Am Punktionsort sind 12 Komplikationen aufgetreten, am Dilatationsort oder distal davon fanden sich 11 Komplikationen. Systemische Reaktionen wurden in fünf Fällen gefunden. Letale Ausgän-ge wurden nicht verzeichnet.
Unter Berücksichtigung dieser Untersuchungsergebnisse kann schlussgefolgert werden:
-dass auch C- und D-Läsionen mit gutem Erfolg perkutan therapiert werden können,
-dass interventionell-chirurgisch kombiniert durchgeführte Angioplastien, unabhängig vom TASC-Stadium, gute Erfolgsaussichten haben können und
-dass auch längere Verschlüsse der Beckenstrombahn perkutan behandelt werden können, allerdings bei niedrigeren Erfolgsaussichten als Stenosen.


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