FAQ
© 2015 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-30891
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/3089/


Zweitbefundung in der diagnostischen Mammographie anhand des BI-RADS Systems

Wedel, Anna Katharina

Originalveröffentlichung: (2006) Röfö
pdf-Format:
 Dokument 1.pdf (193 KB) 


SWD-Schlagwörter: Mammographie
Freie Schlagwörter (Deutsch): BI-RADS System , Zweitbefundung
Basisklassifikation: 44.64
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Lorenzen, Jörn-Heiner (Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.10.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 07.11.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Das BI-RADS System wurde vom American College of Radiology entwickelt, damit mammographische und mittlerweile auch sonographische Befunde anhand einer 6er-Klassifikation standardisiert werden können. In unserer Studie sollte dabei die Wertigkeit der Zweitbefundung anhand des BI-RADS Systems überprüft werden. Das Patientenkollektiv umfasste 632 Frauen, die von niedergelassenen Radiologen zur Zweitbefundung in das Universitätsklinikum überwiesen wurden. Von 374 Patientinnen dieses Kollektivs lagen alle Untersuchungsbefunde aus Mammographie und Sonographie der Überweiser vor.
Bedingt durch die Zusammensetzung unseres Patientenkollektivs, bei dem nur diagnostische Mammographien und keine Screening-Mammographien berücksichtigt wurden, war der Anteil an Einstufungen in die BI-RADS Kategorien 3-5 mit 98% sehr hoch. In Korrelation zu den BI-RADS Kategorisierungen war dementsprechend der Anteil der malignen Läsionen größer als der der benignen Läsionen. Die Anwendung des BI-RADS Systems bei der diagnostischen Mammographie in Kombination mit der Sonographie führte in unserer Studie in der BI-RADS Kategorie 3 zu einem geringen Anteil an falsch-negativen Einstufungen, 5 von 142 Patientinnen wurden falsch-negativ eingestuft.
Hinsichtlich der Diagnostikmethoden ist die Mammographie als alleinige Diagnostikmethode der Sonographie in der Übereinstimmung mit dem endgültigen Befund überlegen. Die Mammographie erreichte insgesamt eine Sensitivität von 92% bei einer Spezifität von 75%, während bei der Sonographie die Sensitivität bei 86% und die Spezifität bei 76% lag. Insbesondere in der Detektion eines Malignoms konnte ein signifikanter Vorteil der Mammographie gegenüber der Sonographie nachgewiesen werden (p=0,005). Die beste Korrelation wurde jedoch durch die kombinierte Anwendung beider Untersuchungsmethoden erreicht. Die Sensitivität im Malignomnachweis wurde signifikant auf 97% gesteigert.

Die unabhängige Zweitbefundung im Rahmen der diagnostischen Mammographie führte in unserem Kollektiv zu einer signifikanten Steigerung der Übereinstimmung von diagnostischer Einschätzung anhand des BI-RADS Systems und dem endgültigen histologischen Ergebnis, insbesondere in den BI-RADS Kategorien 3 und 4. Insgesamt führte die Zweitbefundung in 26% zu einer Änderung der diagnostischen Bewertung. Es profitierte fast jede 4. Frau von der Zweitbefundung, während nur in 2% eine falsche Änderung der diagnostischen Einschätzung durch die Zweitbefundung erfolgte.
Die Sensitivität der Malignomdetektion konnte von 92% in der Primärbefundung auf 99% in der Sekundärbefundung gesteigert werden. Entsprechend kam es auch zu einem Anstieg der Spezifität. Bezüglich der einzelnen Untersuchungsparameter erreichte auch in dem 374 Frauen umfassenden Kollektiv die Kombination aus Mammographie und Sonographie die höchste Korrelation, gefolgt von Mammographie und Sonographie als alleinige Parameter.
Hinsichtlich der Altersverteilung ergab sich, dass beide Altersgruppen von der Zweitbefundung profitieren konnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die unabhängige Zweitbefundung in der diagnostischen Mammographie eine sinnvolle Addition in der Diagnostik darstellt und einen festen Stellenwert in der Diagnostik finden sollte, insbesondere bei Patientinnen, die nicht am Mammographie-Screening teilnehmen.

Zugriffsstatistik

keine Statistikdaten vorhanden
Legende