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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-31198
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/3119/


Ecstasy : Eine Untersuchung zur Modifikation der neuropsychologischen Effekte des Missbrauchs durch den Faktor der Intelligenz, des verbalen Leistungsvermögens und der kumulierten Dosis

Hansen-Prenz, Gesa

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SWD-Schlagwörter: Ecstasy , Neuropsychologie , Neuropsychologische Diagnostik , Intelligenzniveau
Basisklassifikation: 44.07 , 44.91
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Andresen, Burghard (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.11.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 20.11.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Ecstasy und sein Hauptwirkstoff MDMA (3-4-Methylendioxymetamphetamin) ist eine stark verbreitete Droge in Deutschland.
In der vorliegenden Arbeit wurden strenge Kriterien an die Parallelisierung von Alter, Bildung und Beikonsum angelegt. Zusätzlich wurden die Angaben der Probanden durch laborchemische Untersuchungen verifiziert. Die Bemühungen eine repräsentative Stichprobe zu erhalten, sind vergleichsweise umfangreich und aufwendig, so dass Unterschiede zu anderen Studien mit weniger strengen Einschlusskriterien auch durch diesen Faktor erklärt werden können. Dass nichtsdestotrotz die Bereiche verzögertes verbales Gedächtnis und weniger deutlich auch das kurzfristige verbale Gedächtnis durch MDMA beeinträchtigt werden, gibt Anlass zur Sorge, dass MDMA-Konsumenten besonders langfristig an einer verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit zu leiden haben könnten.

In der Studie „Memory impairment in abstinent MDMA („Ecstasy“) users“ von Karen I. Bolla et al. (1998) wurde berichtet, dass die Ergebnisse im Bereich verzögertes Gedächtnis durch den verbalen IQ moderiert werden. Dies gab den Ausschlag für die Fragstellung der vorliegenden Arbeit, ob bei intelligenteren Probanden die negative Folgen des Ecstasykonsums weniger deutlich in Erscheinung treten oder gar durch eine neuronale Reserve aufgefangen werden können, oder ob weniger intelligente Konsumenten früher unter den messbaren kognitiven Einschränkungen leiden.
Um diese Hypothese zu prüfen, wurden zum einen Wechselwirkungen des verbalen Leistungsvermögens, zum anderen Wechselwirkungen eines breiter angelegten IQs, der mehr als nur das verbale Leistungsvermögen einschließt, auf die Testergebnisse der unterschiedlichen Probanden untersucht.
Die Vermutung, dass die verbale Leistungsfähigkeit relevante Wechselwirkungen auf die Testergebnisse ausübt, können wir nicht bestätigen.
Ein einziger Test zum verzögerten verbalen Gedächtnis zeigt eine relevante Wechselwirkung zwischen Testergebnis und IQ.
Die Frage nach einer Moderation des negativen Effektes des Ecstasykonsums auf die kognitive Leistungsfähigkeit durch die verbale Leistungsfähigkeit oder einen breiter angelegten IQ können wir nur sehr eingeschränkt unterstützen. Die Theorie einer neuronalen Reserve ist zwar attraktiv, bedarf aber noch weiterer Untersuchungen, die sich genau mit der „prämorbiden“ Intelligenz der Probanden auseinandersetzen.
Als zweites Ergebnis dieser Arbeit ist das signifikant schlechtere Abschneiden der Ehemaligen Konsumenten sowie der starken Konsumenten im Bereich verzögertes verbales Gedächtnis zu berichten.
Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die kumulierte Dosis an Ecstasy einen negativen Einfluss auf Teilleistungsbereiche, insbesondere im Bereich des verzögerten verbalen Gedächtnisses hat und dass die langfristigen Folgen des Ecstasykonsums weitere Untersuchung bedürfen, da besonders die Ehemaligen Konsumenten signifikant schlechtere Leistungen in Bereichen verzögertes verbales Gedächtnis erbringen.

Dies muss Anlass zu der Überlegung sein, dass die Langzeiteffekte des MDMA zusammen mit erweiterter Erfassung von konsumierter Gesamtdosis noch weiterer Forschung und Beobachtung bedürfen.

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