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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-31644
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3164/


Referenzmodellierung für nicht-professionelle Kontexte : Akteursorientierung, Kooperation und Nachhaltigkeit

Naumann, Stefan

pdf-Format:
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SWD-Schlagwörter: Referenzmodell , Computerunterstützte Kommunikation , Nachhaltigkeit , Software , Domain engineering , Kooperation , Onlinegemeinde
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kooperative Beschaffung , Nicht-professionelle Gruppen , Nachhaltige Softwaretechnik , Nachhaltige Informationsgesellschaft , Mikropolis-Modell
Freie Schlagwörter (Englisch): Reference Modelling , Sustainable Development , Co-operative Procurement , Online Community , Non-professional Groups
Basisklassifikation: 54.80 , 54.08
Institut: Informatik
DDC-Sachgruppe: Informatik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Rolf, Arno (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.12.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 03.01.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Untersuchung der Frage, wie nicht-professionelle, intrinsisch motivierte Akteure gemeinschaftliche Technisierungsprozesse gestalten und welche IT-Unterstützung für sie geeignet ist. Während für den professionellen Bereich zahlreiche Modelle und Methoden verfügbar sind, existieren für diese Domäne, deren Bedeutung für Softwaretechnik und Gesellschaft zunimmt, kaum informationstechnische Ansätze. Dies gilt insbesondere, wenn auch Anforderungen an eine nachhaltige Informationsgesellschaft einbezogen werden.
Die vorliegende Arbeit, die sich aus langjähriger Mitarbeit in ehrenamtlichen und selbstorganisierten Anwendungsdomänen motiviert, entwickelt und belegt drei Annahmen: (1) Nicht-professionelle Kontexte haben eine eigenständige und heterogene Technisierungs- und Nutzungskultur. (2) Sie benötigen eine domänenspezifische Unterstützung ihrer Technisierungsprozesse; hierfür eignet sich besonders die Methodik der Referenzmodellierung. (3) Die erzielten Ergebnisse sind auf andere Domänen und die zugrunde gelegten Forschungsfelder übertragbar.
Die empirische Analyse zeigt, dass in der Anwendungsdomäne äußerst heterogen und mit sehr unterschiedlichem Erfolg IT eingesetzt und entwickelt wird. IT spielt für die Intensivierung und Verstetigung von gemeinschaftlichen Aktivitäten eine erhebliche Rolle, wirkt aber gleichzeitig struktur- und prozessverändernd. Die in einer Fallstudie vertieft betrachtete und durch eine eigens entwickelte Software unterstützte Aktivität der kooperativen Beschaffung dokumentiert, welche Technisierungs- und Nutzungsmuster in nicht-professionellen Kontexten auftreten. Insgesamt existieren in der Anwendungsdomäne Ansätze kontextorientierter Softwareentwicklung und -nutzung, die einerseits nicht linear-phasenorientiert, andererseits aber nur teilweise evolutionär-partizipativ sind. Sie erweitern das Bild akteursorientierter Softwaretechnik.
Es wird festgestellt, dass verfügbare Referenzmodelle hinsichtlich Anwendbarkeit und Domänenspezifizierung vorwiegend professionelle Kontexte adressieren. Sie eignen sich aufgrund von Zielsetzung, hoher Komplexität, einer Top-down-Sicht der Technisierung sowie mangelnden Akteurs- oder Nachhaltigkeitsperspektiven nur sehr eingeschränkt zur Unterstützung der hier betrachteten Anwendungsdomäne. Andererseits sind bekannte partizipative und akteursorientierte Ansätze zur Organisationstechnisierung aus Domänensicht nicht hinreichend konkret.
Es wird daher ein informationstechnisches Referenzmodell (ITRM) entwickelt, welches anhand eines Domänenmodells Charakteristika und Gestaltungsoptionen der nicht-professionellen Domäne aus Kontext- und aus IT-Sicht beschreibt. Ein integriertes Vorgehensmodell repräsentiert gemeinschaftliche Technisierungszyklen anhand eines Technisierungswirbels. Dieser Technisierungswirbel führt durch seine phasen- und aktivitätsabhängig verschränkte Sichtweise zu einer Erweiterung zyklischer Technisierungsansätze und dokumentiert, wie Akteure mit heterogenen Kenntnissen in Technisierungsprozesse einbezogen werden können. Zur verbesserten Nutzbarkeit werden in das ITRM eine softwaretechnische Rahmenarchitektur und ein Objekt-Retrieval-Modell integriert, wobei letzteres ein Verfahren zur Berechnung von Ähnlichkeiten merkmalsstrukturierter Objekte (z. B. Anwendungsmodelle, Softwarekomponenten) umfasst.
Insgesamt leistet das ITRM durch seine integrierenden Perspektiven einen Beitrag zur kontexteinbeziehenden Softwareentwicklung und -nutzung und dem Verständnis von Technisierung als Teil der Organisationsentwicklung. Es ist ebenfalls in anderen Domänen mit vergleichbaren Charakteristika einsetzbar. Hierzu gehören kleinere Betriebe, Genossenschaften, Hochschulen und Online Communities, aber auch der Bereich der Einführung und Nutzung von CSCW.
Die Ergebnisse dokumentieren gleichzeitig, wie Anforderungen einer nachhaltigen Informationsgesellschaft in Technisierungsprozesse einfließen können; dies beinhaltet einen Definitionsansatz zu nachhaltiger Softwaretechnik. Sie führen neben den Erkenntnissen zu Referenzmodellierung und partizipativer Softwaretechnik ebenfalls zu Erweiterungen des informationstechnischen Orientierungsmodells "Mikropolis-Modell", welche u. a. die Wechselwirkungen und die Konzepte des Techniknutzungspfades und der Formalisierungslücke betreffen.
Kurzfassung auf Englisch: Main goal of this thesis is to investigate the questions, how non-professional and intrinsically motivated actors design technology processes collaboratively and which IT support is suitable for them. While there are several models and methods for professional sectors, only a few IT-approaches exist for the non-professional domain, the impact of which on society and software technology is increasing. This lack becomes particularly apparent when requirements for a sustainable information society are also considered.
My thesis, based on long-term activities in volunteer and self-organized domains, develops and gives reasons for three assumptions: (1) Non-professional contexts have an independent and heterogeneous technology and usage culture. (2) They need domain specific support for their technology processes; the reference model method is particularly useful here. (3) The results can be applied to other domains and to the underlying research fields.
The empirical analysis shows that non-professional domains use IT very heterogeneously and with varying results. IT plays a significant role in strengthening and steadying common activities, but also impacts on structures and processes. A case study of collaborative processes such as cooperative procurement, which is supported by a specially developed software system, documents which technology and usage patterns occur in the non-professional context. As a final result the empirical studies show, that in this domain approaches of software development and software usage exist, which are on the one hand not linear and phase-oriented, but on the other hand only partially participatory and evolutionary. They broaden the picture of actor-oriented software engineering.
With regard to domain specification and applicability currently available reference models mostly focus on the professional context. Their applicability for non-professional domains is limited because of their objectives, high complexity, top-down IT-perspectives, lack of actor orientation, or lack of sustainability issues. On the other hand, well-known models for participatory and actor-oriented approaches of organizational information systems are not precise enough from a domain point of view.
Thus a new IT-based reference model (ITRM) is set up describing the characteristics and the options of the non-professional domain from context and IT perspectives by using a domain model. An integrated process model represents common technology cycles in the communities and is based on a technology vortex. This vortex integrates phases and activities. It extends existing models of cyclic development processes and documents, how actors with varying knowledge can be included into such processes. To improve the benefit of the ITRM, it is supplemented with a generic software architecture and an object retrieval model. This model is able to compute similarities between feature structured objects such as information models and software components.
By its integrating perspective the reference model contributes to include context and IT in software development processes and to improve the understanding of technology processes as part of the organizational development. The ITRM can also be applied to other domains with similar characteristics such as online communities, small enterprises, co-operatives, and universities, but also to support implementation and utilization of CSCW.
In addition, the results demonstrate, how requirements of a sustainable information society enter into technology methods and processes. This includes a definition approach for a sustainable software technology. Besides these results and those in the fields of participatory software engineering and reference models, the thesis extends the orientation model "Mikropolis Model". These extensions comprise new perspectives of its interactions and also broaden the concepts of the technology utilization path and the formalization gap.

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