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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-32101
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3210/


Der Placeboeffekt bei chronischen Rückenschmerzpatienten : eine klinisch - experimentelle Studie

Tretrop, Jens

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SWD-Schlagwörter: Placebo , Rückenschmerz , Klassische Konditionierung , Erwartung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Placeboeffekt , Placeboanalgesie , Placebohypoalgesie , Fear-Avoidance-Modell , randomisierte klinisch-experimentelle Studie
Basisklassifikation: 77.70
Institut: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Dahme, Bernhard (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.02.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 26.02.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Theoretischer Hintergrund: Die zentralen psychologischen Theorien zu Wirkmechanismen des Placeboeffekts sind die Theorie der Erwartung und die Klassische Konditionierung. In der zum Placeboeffekt bestehenden Literatur wird eine Verknüpfung beider Ansätze vorgeschlagen. Fragestellung: In einer klinisch-experimentellen Studie wurde untersucht, ob sich bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen (N = 72) (1.) durch die ihnen explizit über eine Placebotinktur gegebene Information „Opioid“ ein Placeboeffekt aufbauen lässt, (2.) ob ein solcher Effekt durch aktuelle Lernerfahrungen im Rahmen einer experimentellen Konditionierungsprozedur noch erhöht bzw. (3.) durch eine experimentelle Konditionierungsprozedur aufgebaut werden kann, wenn zuvor die Information „Placebo“ mitgeteilt wurde. Methode: Als Placebo wurde eine wirkstofffreie Tinktur angewandt, der entweder eine zentrale, hochanalgetische und beweglichkeitssteigernde Wirksamkeit („Opioid“) oder keine Wirkung („Placebo“) zugesprochen wurde. Diese beiden Gruppen wurden in jeweils 3 Gruppen unterteilt (sofortige, verzögerte, keine Konditionierung). Die Konditionierungsprozedur erfolgte durch die für die Patienten unwissentlich durchgeführte Halbierung eines experimentellen intrakutanen elektrischen Schmerzreizes. Die Wirksamkeitserwartungen wurden im Verlauf mehrmals erfragt. Ergebnis: (1.) Es ließ sich allein durch die Information „Opioid“ eine Placeboanalgesie bzgl. der Wahrnehmung der experimentellen Schmerzreize und der klinisch relevanten Rückenschmerzen aufbauen. Außerdem wurden die vor der Durchführung komplexer alltagsnaher Aktivitäten bestandenen bewegungsbezogenen Ängste verringert und Verhaltensmerkmale während der Durchführung der Aktivitäten beeinflusst (Verbesserung von subjektiv erlebter Beeinträchtigung und Funktionskapazität, Verkürzung der benötigten Ausführungszeit). (2.) Die allein durch die Opioidinformation aufgebauten Placeboeffekte ließen sich durch die Konditionierungsprozedur nicht signifikant vergrößern. Auch die zu Beginn infolge der Information „Opioid“ bestandenen hohen Wirksamkeitserwartungen konnten durch aktuelle Lernerfahrungen nicht gesteigert, aber aufrechterhalten werden. (3.) Bei den Patienten mit der Information „Placebo“ zeigte sich nach der sofortigen Konditionierung bei den Rückenschmerzen eine Placeboanalgesie. Es ließen sich in dieser Gruppe nach der Konditionierung nur geringe Wirksamkeitserwartungen aufbauen. Diskussion: Es ergab sich insbesondere durch die explizite Erwartungsmanipulation ein klinisch relevanter schmerzlindernder und bewegungsverbessernder Placeboeffekt. Ansatzpunkte zur Optimierung der Konditionierungsprozedur werden aufgezeigt. Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung der den Patienten über ein Präparat explizit gegebenen Informationen, der aktuellen Lernerfahrungen und der aufgebauten Erwartungen für die Ausbildung des Placeboeffekts. Zusammenhänge des Placeboeffekts zum „Fear-Avoidance-Modell“ der Chronifizierung von Rückenschmerzen werden hergestellt. Die klinische Relevanz der Ergebnisse wird diskutiert.

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