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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-32339
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3233/


Untersuchung zur Praktikabilität der EEG-Monitore Aspect 2000 BIS TM (Bispectral Index) und Alaris AEP TM (A-line ARX Index) zur Steuerung der Narkosetiefe mit Desfluran

Kramer, Sylvia

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SWD-Schlagwörter: Anästhesie , Elektroencephalogramm , Desfluran , Narkosetiefe , Remifentanil
Freie Schlagwörter (Deutsch): BIS , AAI Narkosetiefe-Monitore , Narkosestadien
Basisklassifikation: 44.66
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Bischoff, Petra (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.02.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 12.03.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Das Gehirn als Zielorgan der Narkose wird in der konventionellen Narkoseführung nur über indirekte Parameter überwacht. Eine direktere Beurteilung der Narkosetiefe und der anästhetikavermittelten Dämpfung der Funktionszustände des Gehirns bieten EEG-Monitore. Ziel der Untersuchung ist die Validierung der Praktikabilität der EEG-Monitore Aspect 2000 BIS™ und Alaris AEP™ zur Steuerung der Narkose.

Nach Zustimmung der Ethikkommission und schriftlicher Einverständniserklärung wurden insgesamt 45 Patienten in die Auswertung einbezogen, die für elektive chirurgische Eingriffe eine Allgemeinanästhesie mit dem Opioid Remifentanil (0,2µg/kg/min) als kontinuierliche analgetische Komponente und dem volatilen Anästhetikum Desfluran zur Aufrechterhaltung der sedativ hypnotischen Komponente erhielten. Die Patienten wurden zu je fünfzehn Patienten randomisiert insgesamt drei Zielparametergruppen (A, B und C) zugeteilt, die sich ausschließlich durch die Desflurandosierung unterschieden. In Gruppe A (AAI) und Gruppe B (BIS) wurde der elektrophysiologisch unerfahrene Untersucher innerhalb physiologischer Variationen der klinischen Überwachungsparameter angehalten, die Narkosesteuerung nach den Indices (Gruppe A (AAI: 20-30) und Gruppe B (BIS: 40-60)) vorzunehmen. Zur Aufrechterhaltung adäquater Narkosetiefen wurde Desfluran in Gruppe C (Klinik) nach klinischen Kriterien d.h. Blutdruck- und Herzfrequenzverhalten vorgenommen. Dabei handelt es sich nach derzeitigem Kenntnisstand um die empfohlenen Zielwerte der Indices für die ausreichende chirurgische Narkosetiefen angenommen werden. Es wurden in allen Gruppen Simultanableitungen für beide EEG-Verfahren (AAI und BIS) vorgenommen, wobei eine Blindung für die Parameter erfolgte, die als Nicht-Zielparameter galten (Gruppe A: BIS; Gruppe B: AAI; Gruppe C: AAI und BIS). Alle Überwachungsparameter (Hämodynamik, Sauerstoffsättigung, EEG Parameter) wurden wach, d.h. vor sowie während und nach der Narkoseeinteilung bis hin zum Ende der chirurgischen Prozedur und der Narkoseausleitung bzw. Extubation erhoben.

Die Auswertung der Daten zielte auf eine Beurteilung und Vergleichbarkeit der vorgegebenen Zielwerte (AAI, BIS, Klinik) für die oben genannten Bedingungen. Im Speziellen sollte der Desfluranverbrauch und die Einhaltung der vordefinierten Zielwerte, ebenso wie die Vorhersagbarkeit von Wach- versus Anästhesiezuständen untersucht werden. Das Erreichen des Zielwertes sowie die endexspiratorische Desflurankonzentration wurden anschließend „overall“ mit dem Kruskal-Wallis Test und „posthoc“ mit dem Mann-Whitney U Test erfasst.

BIS und AAI erreichten für die gemittelten Daten bei der Narkoseein- und –ausleitung mit einem PK-Wert ≥ 0,9 eine Vorhersagbarkeit von Wach- versus Anästhesiezuständen von > 90% (vgl. Tabelle 11). Der Zielwert des AAI-Monitors konnte unter Ruhebedingungen (Phase III) bzw. Operationsbedingungen (Phase IV) zu 22% bzw. 25% erreicht werden. Der Zielwert des BIS-Monitors konnte zu 61% in Phase III bzw. zu 80% in Phase IV angesteuert werden. In der klinikgesteuerten Gruppe C wurden die Zielwerte der geblindeten Indices zu 7% (AAI) bzw. zu 44% (BIS) in Phase III und zu 18% (AAI) bzw. zu 57% (BIS) in Phase IV erreicht (vgl. Tabelle 12). In Gruppe A (AAI) wurde hinsichtlich der Mediane und 25.- bzw. 75.-Perzentilen mit 1,6 (1,8/1,4)Vol% die signifikant niedrigste endexspiratorische Desflurankonzentrationen gegenüber den Gruppen B (2,5 (2,7/1,4)Vol%) und C (2,4 (2,7/2,2)Vol%) in Phase III festgestellt. Die mediane endexspiratorische Desflurankonzentration war in den monitorgesteuerten Gruppen mit 1,8 (2,4/1,5) Vol% (Gruppe A- AAI) bzw. 2,3 (2,5/1,9) Vol% (Gruppe B-BIS) in Phase IV signifikant niedriger als in der klinischen Kontrollgruppe (2,7 (2,9/2,3) Vol%) (vgl. Tabelle 13).

BIS und AAI ermöglichen eine zuverlässige Unterscheidung von Wach- und Anästhesiezuständen. Der BIS ist für elektrophysiologisch unerfahrene Untersucher geeignet, die Bestimmung der Narkosetiefe zu unterstützen. Der AAI-Zielwert ermöglicht keine befriedigende Unterstützung bei der Steuerung der Narkose. Der optimale Zielwert scheint unter dem hier verwendeten Zielwert zu liegen. Für das Nachfolgegerät den AEP Monitor/2™ werden Zielwerte von 15- 25 angegeben.

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