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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-32410
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3241/


Schwangerschaftsverlauf und Frühgeburtsrate in Abhängigkeit des Zahnstatus der Schwangeren : Welchen Einfluss hat die Parodontitis auf die geburtshilflichen Parameter?

Katzler, Olaf

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SWD-Schlagwörter: Schwangerschaft , Frühgeburt , Parodontitis
Freie Schlagwörter (Deutsch): Gingivitis
Basisklassifikation: 44.92
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Carstensen, Martin H. (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.02.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 12.03.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Untersuchung sollte zeigen, welchen Einfluss Parodontitiden auf den Schwangerschaftsverlauf haben können. Für diese Studie wurden neben einer ausführlichen zahnärztlichen Untersuchung die Zytokine Interleukin 1ß und 6 sowie das C-reaktive Protein im Serum der schwangeren Mütter bestimmt. Postpartal wurden noch zusätzlich das perinatale Outcome bei den Frühgeburten und untergewichtigen Säuglingen untersucht. Ausgehend von Studien aus den USA (Offenbacher et al. 1996 und Jeffcoat et al. 2000) konnte gezeigt werden, dass Parodontitiden zu einer erhöhten Rate an Frühgeburtlichkeit und untergewichtigen Neugeborenen führen können. In der vorliegenden Studie mit 90 schwangeren Patientinnen konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen Frühgeburtlichkeit und untergewichtigen Neugeborenen festgestellt werden. Es gibt jedoch in der Zusammensetzung der Patientinnen hinsichtlich ethnischer Einteilung und bestehender Risikofaktoren zwischen dieser und den amerikanischen Studien deutliche Unterschiede, die einem direkten Vergleich nicht standhalten können.
In der Studie hatten 11,1% der Patientinnen eine Frühgeburt. Es konnte dabei keine statistisch relevante Korrelation zwischen Frühgeburtlichkeit und Parodontitiden und bakterieller Besiedlung der Mundhöhle durch aerobe und anaerobe Bakterien festgestellt werden. Bei den 8,9% der Mütter mit untergewichtigen Neugeboren zeigte sich auch keine statistische Relevanz, jedoch zeigte sich hier eine klare Tendenz zu erhöhten Entzündungsparametern, CRP, Interleukin 1ß und Interleukin 6 zum Zeitpunkt der Untersuchung.
Auch bei den 8,9% der Mütter mit Parodontitiden zeigte sich keine signifikante Relevanz in Bezug auf die untergewichtigen Neugeborenen, jedoch konnte man auch hier eine Tendenz zur Erhöhung der Entzündungsparameter nachweisen.
Bei dieser Studie wurden Patientinnen von vornherein ausgeschlossen, die mehr als 5 Zigaretten rauchten. Somit hatte auch ein Nikotinabusus von maximal 5 Zigaretten pro Tag keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsdauer und das Gewicht der Neugeborenen.
Das perinatale Outcome ist bei Müttern mit Parodontitiden und erhöhten Entzündungsparametern nicht schlechter als bei Müttern ohne nachweisbare Parodontitiden und Entzündungsparametern im Serum. Auch das perinatale Outcome bei den Frühgeburten und den untergewichtigen Säuglingen ist zum Vergleichskollektiv nicht schlechter.
In der Studie konnte kein direkter Zusammenhang zwischen Entzündungsparametern im Serum der Mutter, Parodontitiden, Besiedlung der Mundhöhle durch pathogene Keime und soziale Komponenten nachgewiesen werden. Da jedoch die Frühgeburtlichkeit ein multifaktorelles Geschehen ist, sollte weiterhin präventiv auch während der Schwangerschaft die orale Gesundheit, die regelmäßigen Schwangerschaftskontrollen und das Nichtrauchen angestrebt werden. Unterstützt wird diese These durch eine Arbeit von Stelzel et al. 2002, die zeigte, dass Porphyromonas gingivalis nach oraler Manifestation in der Aortenwand nachgewiesen werden konnte. Das zeigt, dass die orale Gesundheit nicht nur die schwangeren Patientinnen betrifft. Nur durch die Prävention, die auch die Untersuchung der zahnärztlichen Gesundheit mit einschließen sollte, lässt sich wahrscheinlich die Frühgeborenenrate nochmals senken.

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