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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-33615
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3361/


Die Zahnheilkunde des Ibn Sina (Avicenna) in seinem Qanun fi t-tibb (Richtschnur der Medizin) : Übersetzung und Bearbeitung des Abschnitts über die Zähne und ihre Krankheiten in Buch III

Rashid, Jinan

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SWD-Schlagwörter: Avicenna / al- Qanun fi-t-tibb , Zahnmedizin
Freie Schlagwörter (Deutsch): arabisch-islamische Medizin , Geschichte, Islam , Prophylaxe , Materia Medica
Basisklassifikation: 44.01
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Weisser, Ursula (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 07.08.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Dissertation enthält als Kernstück den zahnmedizinischen Abschnitt aus der
um 1024 vollendeten medizinischen Enzyklopädie Al-Qanun fi t-tibb des muslimischen Arztes
und Gelehrten Ibn Sina (Avicenna), die das medizinische Wissen seiner Zeit systematisch
zusammenfaßte, in deutscher Übersetzung aus dem arabischen Original. Sie soll den Stand
der Zahnmedizin während der Blütezeit der arabisch-islamischen Wissenschaft sachlich Interessierten
zugänglich machen, die keine Arabischkenntnisse besitzen. Die arabische Terminologie
Ibn Sinas wird im Anhang durch mehrere Indizes erschlossen.
Einleitend wurden die islamischen und die antiken Wurzeln der Medizin im islamischen Kulturkreis
skizziert. Dabei wurde die Bedeutung der Gesundheitsvorsorge als religiöse Pflicht
des Muslims nach dem Vorbild des Propheten MuÎammad hervorgehoben und speziell für die
Zahnheilkunde die traditionelle Mundhygiene mit Hilfe der Zahnfege (siwak) erörtert.
Die Übersicht über den Forschungsstand ergab, daß Leben und Werk des Autors im allgemeinen
bereits recht gut untersucht sind, die Erforschung der Zahnheilkunde im Islam generell
jedoch noch in den Anfängen steht und daß die vorliegenden Teilübersetzungen und vereinzelten
Studien zur konservativen Zahnheilkunde im Qanun noch kein befriedigendes Bild von
Ibn Sinas Kenntnissen und seiner historischen Stellung auf diesem Gebiet vermitteln.
Einen zweiten Schwerpunkt unserer Arbeit bildet als Vorstufe zu einer beim gegenwärtigen
Stand der Forschung noch nicht durchführbaren Quellenuntersuchung der Vergleich des übersetzten
Textes mit sechs ausgewählten Werken von Vorgängern Ibn Sinas, fünf arabischen
und einem griechischen, um damit den zu seiner Zeit verfügbaren Wissensstand zu dokumentieren.
Die zahlreichen Parallelen wurden in einem eigenen Apparat dokumentiert.
Als Grundlage für die Diskussion wird eine kompakte Übersicht über die in Antike und Mittelalter
herrschende Humorallehre gegeben. Auf diesem Hintergrund wird der übersetzte Abschnitt
erschlossen durch eine erläuternde Zusammenfassung, aufgegliedert nach Prophylaxe
und Spezieller Pathologie und Therapie der Zahnleiden. Einige von Ibn Sina empfohlene Mittel
werden anhand moderner wissenschaftlicher Studien näher erörtert.
Zur historischen Einordnung wurde zunächst eine allgemeine Beurteilung der zahnheilkundlichen
Darstellung Ibn Sinas unter Einbeziehung neuerer Arbeiten besonders zur Ethnopharmakologie
gegeben. Hinsichtlich der von früheren Historikern häufig behaupteten Originalität
des Autors ergab der Vergleich mit dem zeitgenössischen Kenntnisstand, daß zum weit überwiegenden
Teil des Textes bereits Parallelen in der älteren Literatur nachzuweisen sind. Dies
führte zu dem bedeutsamen Ergebnis, daß das eigentliche Verdienst Ibn Sinas auf diesem Gebiet nicht in empirischen Beiträgen, sondern in der breiten Erfassung und übersichtlichen Systematisierung
des Standardwissens seiner Zeit liegt.
Damit konnte die schon für andere Teile des Werkes gewonnene Erkenntnis bestätigt werden,
daß der Qanun als Handbuch primär eine weitgehend vollständige Zusammenstellung der
seinerzeit vorliegenden Kenntnisse nach einer vom Autor entwickelten Systematik liefern
sollte. Dieser synthetischen Leistung verdankt das Werk seine weite Verbreitung und sein
langes Nachleben in Orient und Okzident.
Schließlich wird neben dem rein historischen Wert der Erschließung dieses arabischen odontologischen
Textes aus dem 11. Jahrhundert ein möglicher Nutzen für die moderne Zahnmedizin
ins Auge gefaßt: die Anregung von Untersuchungen der Therapieverfahren und Heilmittel
auf ihre Wirksamkeit und Effizienz im Hinblick auf die Erweiterung des heutigen therapeutischen
Arsenals, ein Weg, der durch ethnopharmakologische Studien an Hand des Qanun
vereinzelt schon beschritten wurde.
Kurzfassung auf Englisch: The Muslim physician and savant Ibn Sina (Avicenna) completed about 1024 his medical
encyclopaedia Al-Qanun fi t-tibb which he sub-divided into five volumes. The section on dental
medicine in Book III of this work was translated from the Arabic original into German.
Ibn Sina’s presentation of “conservative dentistry” is compared with six select works of his
predecessors, five Arabic and one Greek, to determine the nature and extent of his original
contribution. This comparison highlights the credit given to the author for the comprehensive
survey and systemized account of the standard medical knowledge of his time, which to a
large extent is based on the achievements of ancient Greek physicians.
The Arabic medical terminology of Ibn Sina’s account of dental medicine as well as the extensive
materia medica his remedies for dental diseases are composed of are listed in German-
Arabic glossaries.
The translation of the dental section of the Qanun opens up to modern medicine – both as a
source and incentive – the possibility for examinations based on the contemporary therapies
and remedies of the Arab Middle Ages.

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