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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-33812
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3381/


Das religionspädagogische Potential populärer Spielfilme für den spezifisch ostdeutschen Kontext am Beispiel von „Wer den Wind sät“, USA, 1960, und „Hinter dem Horizont“, USA, 1998

The religious-educational potential of popular films in the specific East German context illustrated by “Inherit the Wind”, USA 1960, and “What Dreams May Come”, USA 1998

Dievenkorn, Sabine

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Film , Theologie , Religionspädagogik , Atheismus , Neue Bundesländer
Freie Schlagwörter (Englisch): film , theology, atheism , East Germany , religious education
Basisklassifikation: 11.77 , 11.34
Institut: Evangelische Theologie
DDC-Sachgruppe: Religion, Religionsphilosophie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gutmann, Hans-Martin (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.07.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 30.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Pädagogisch war die kulturelle Verwandlung des sozialistischen Ostens Deutschlands in einen Teil des freiheitlichen Westens eine immense Hausforderung: Theologie im Kino, Religion im Schulunterricht, Atheismus im Alltag – unterschiedlichste Perspektiven fügen sich zu einem Ganzen.
Die Vertiefung führt zu der Frage, inwiefern und warum nach dem Zusammenbruch der Alltagsplausibilität der marxistisch-leninistischen Ideologie dennoch eines weitgehend überlebt hat: nämlich ein gewohnheitsmäßiger, alltäglicher Atheismus, der die Bedingungen und Perspektiven des Religionsunterrichtes in den so genannten neuen Bundesländern im Tiefsten mitbestimmt. Wie kann unter solchen Bedingungen Religion unterrichtet werden und vor allem von wem?
Mit kenntnisreichem Blick auf die Situation von Schule und Kirche unter den Bedingungen der DDR gewinnen die detaillierten Analysen von zwei Kinofilmen aus Hollywood an Aktualität – unabhängig von ihrer Entstehungszeit. Die Oscar-prämierten Spielfilme von 1960 bzw. 1998 kontrastieren wissenschaftliche Diskurse in Mathematik und Naturwissenschaften mit denen Evangelischer Theologie und schulischer Pädagogik.
In Kinofilmen, die über jeden institutionell missionarischen Verdacht erhaben sind – weil sie nicht politischen, sondern ökonomischen Interessen unterworfen sind – lassen sich die Dimensionen theologisch zentraler Überlegungen und Denkmuster auf eine Weise erleben, die Kinder und Jugendliche ebenso wie ihre Eltern zwanglos und plausibel über die zuweilen sehr starren Grenzen alltagsatheistischen Überzeugtseins hinausführt.
Eine Religionsdidaktik der Frage entsteht. Das Fragen selbst wird dabei zu einer Haltung, die einen gemeinsamen Prozess von Lernenden und Lehrenden zu induzieren vermag, der durch die Weise seines Zustandekommens die Subjekthaftigkeit der Lernenden einerseits und die Gegenstandbezogenheit im Inhaltlichen andererseits konturiert.
Schöpfung und Eschatologie bieten dafür als generelle religiöse Paradigmen einen guten Rahmen.
„Wer den Wind sät“, USA, 1960, entwickelt in einem Gerichtssaal, ein Drama, das schnell und scharf zwischen Glauben und Naturwissenschaft geführt werden kann.
Ein fundamentalistisch verteidigter Kampf fordert große Opfer – hier in der Konstellation des modernen, darwinsche Theorien unterrichtenden Biologie-Lehrers, der mit der Tochter seines Kontrahenten verlobt ist: dem Pfarrer. Die Vielschichtigkeit der Erzählung gibt unterschiedlichen Auffassungen eine argumentativ starke Stimme und bietet ein hohes Identifikationspotential bei aller Wahrung von selbst zu bestimmender Distanz.
„Hinter dem Horizont“, USA, 1998, erzählt die Geschichte einer Familie, die nach Unfalltod und Suizid im Jenseits an verschiedene Orte verwiesen wird. Wie verknüpfen sich diesseitiges Leben mit jenseitigen Orten und Zuständen? Zentrale theologische Fragen finden Anwaltschaften in den subjektiven Konstruktionen von Wirklichkeit der verschiedenen Filmfiguren. Möglichkeiten und Grenzen werden ausgelotet: Kann Dein Himmel wirklich auch mein Himmel sein? Die Beantwortung solcher und anderer Fragen thematisiert Weltzugänge.
Im Anhang dazu werden abschließend die erfrischend klaren Fragestellungen von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters und Schulstufen dokumentiert, die zuweilen zu sehr überraschenden theologischen Einsichten verhelfen.
Kurzfassung auf Englisch: From an educational perspective, the cultural transformation of socialist East Germany into part of the democratic West was an enormous challenge. Theology on the cinema screen, religion on the school curriculum, atheism in everyday life – the most varying perspectives are brought together into one complete whole.
On looking more closely, the question poses itself as to how far and why after the collapse of the everyday plausibility of the Marxist-Leninist ideology, one element has largely remained unscathed: the common everyday atheism pegging in the conditions and perspectives of religious education in schools in Germany’s so called ‘new’ federal states. How under such conditions can religious education be taught, and above all, by whom?
With an understanding of the relationship between school and church in the former German Democratic Republic, detailed analyses of two Hollywood blockbusters show the films as having lost nothing of their topicality – independently of their production dates. The Oscar-nominated films from 1960 and 1998 combine academic discussions in the fields of mathematics and science with evangelical theology and school pedagogics.
In cinema films, beyond all suspicion of missionary intention – because they are slave to economic rather that political interests – core theological themes and approach may be experienced in a way which lead children and young adults, as well as their parents, plausibly and easily beyond the at times very rigid boundries of everyday atheist convictions.
A religion specific culture of questioning is created. Questioning itself becomes a standpoint capable of inducing a common process as between pupil and teacher, which through the mode of its creation gives colour to the subjectivity of the pupil on the one hand and the objectivity of content on the other. Genesis and eschatology provide here a good framework here as general religious paradigms
“Inherit the Wind”, USA 1960, is set in a courtroom. A drama develops skipping quickly and sharply between faith and science. Fundamentalist battles demand great sacrifice – here in the constellation of the modern Darwinian theory of a biology teacher who is married to the daughter of his opponent: the pastor. The complexity of the plot gives each of many views a strong voice and offers high potential for identification with the characters, though at the same time allowing controlled distance.
“What Dreams May Come”, USA 1998, tells the story of a family which following an accidental death and suicide is transported to various places in the afterlife. How is life on earth liked to ‘life’ and circumstances in such places? Central theological questions find advocacy within the subjective constructions of reality of each of the film’s characters. Possibilities and boundaries are explored: Can your heaven really be my heaven? The answers to these and to other questions take our understanding and perspective of the world as starting point.
Following this and in conclusion, the refreshingly clear questions of children and young adults of various ages and school levels are documented, a collection which at times leads to quite surprising theological insight.

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